Kelten am Altkönig

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von Brenn, 10. Januar 2015.

  1. Brenn

    Brenn Neues Mitglied

    Bin letztens auf den altkönig gewandert und da kam mir die Frage, wie hieß denn eigentlich der Stamm, der dort lebte und ist noch genaueres über ihn bekannt?
    Vielleicht könnt ihr ja weiterhelfen:winke:
     
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Wenn man Wiki glauben will:
    Ich glaube Wiki kein Wort.

    Ausgangspunkt sind offensichtlich Caesars Angaben:
    Caesar - De bello Gallico 6,1-6,28: Kmpfe im Norden Galliens, 2. Rheinberquerung, Exkurs ber Gallien und Germanien

    Laut Caesar waren die rechtsrheinischen Gebiete der Volcae Tectosages also nicht das "ursprüngliche Siedlungsgebiet", sondern im Gegenteil eine Kolonie.
    Wo diese Gebiete genau lagen, erfährt man nicht. Der "herkynische Wald" Caesars erstreckt sich von den Helvetiern bis nach Rumänien.

    Woher Wiki das mit dem "ursprünglichen Siedlungsgebiet" herhat, bleibt obskur. Vielleicht von Pfarrer Heinrich Tischner, der ist aber nicht als Referenz angegeben.
    Dafür ist das Reallexikon der Germanischen Altertumskunde angegeben, da steht aber was ganz anderes. Viel Spaß beim Lesen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Januar 2015
  3. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ich vermute, dass die Frage schlichtweg nicht beantwortbar sein wird. Zu der Zeit, über die wir schriftliche Quellen (denen sich Stammesnamen entnehmen lassen) haben, war die Region doch bereits germanisch besiedelt. Für die Jahrhunderte davor, als die Region noch keltisch besiedelt war, wird somit kaum ein konkreter Stammesname eruierbar sein.
     
  4. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Nun der nächste linksrheinische Keltenstamm waren die Aresaken,ein Teilstamm der Treverer in der Gegend um Mainz, der möglicherweise auch das Donnersbergoppidum errichtet hatte
    Rechtsrheinisch kämen noch die Mattiaker bei Wiesbaden und am Taunusrand in Frage, die zwar laut Tacitus Germanen gewesen sein sollen ,aber sowohl keltische Sachkultur aufweisen als auch keltische Götter verehrten- also wohl doch eher Kelten waren.
    /zu dieser Problematik hatten wir auch schon al einen Thread).
     
  5. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Der schönste Berg im Taunus, und sicher einer der beeindruckendsten Ringwälle überhaupt. Im 16. Jahrhundert konnte man angeblich die heute noch imposanten Mauern noch von Frankfurt aus sehen, was ich allerdings in Teilen anzweifle.
    Das Problem ist aber, dass man über den Kontext des Ringwalls so gut wie gar nichts weiß, und am Altkönig zuletzt vor über hundert Jahren gegraben wurde. Man ist auf jeden Fall der Meinung, dass die Anlage im 5. Jahrhundert von Christus entstanden ist und nicht lange existiert. Für diese Zeit gibt es so wenig Kenntnisse über die damaligen keltischen Stämme, dass man schlicht nichts dazu sagen kann.

    Die Besonderheit der Anlage ergibt sich meiner Meinung nach aus der (für die Gegend) enormen Höhe von 800 Metern und im Prinzip auch Abgelegenheit. Zu keiner Zeit früher oder später, bis heute, legten Taunusbewohner eine Anlage von dieser Größe auf so einer Höhe an. Die Zumal es auch keine Quelle innerhalb des Ringes gibt, was viele andere keltische Anlagen auszeichnet (natürlich wäre eine Regenwasserzisterne denkbar). Man sollte vorsichtig mit der kultischen Interpretation sein, aber bei kaum einem anderen Wall liegt sie für mich so nahe wie am Altkönig. Diese denke ich auch aufgrund der seltsamen, mächtigen "Strahlenwälle", die in einer für Verteidigung völlig ungeeigneten Weise senkrecht zum eigentlichen Ringwall bergab laufen.
     
  6. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Das Problem mit den Mattiakern war, dass man sie oft mit dem ebenfalls bei Tacitus genannten Mattium verbanden, dem vermutlichen Hauptort der Chatten. Armin Becker als Chattenexperte plädiert dafür, dass die Mattiaker nicht zu den Chatten dazu gehören.

    Ich halte es übrigens für durchaus möglich, dass es in irgendeiner Weise auch "Taunensier" gegeben haben könnte. Man bevorzugt hauptsächlich, dass der civitas-Name sich auf einen Ort bezieht, den Mons Taunus, aber die andere Deutung der Taunensier als vorherrschendem Stamm im so genannten Limesbogen nördlich des Mains ist durchaus möglich, siehe auch hier:

    Civitas Taunensium ? Wikipedia

    Zumal weiter unten noch auf einen Grabstein eines Bürgers aus Nida/Heddernheim verwiesen wird, der sich selbst als "Taunenser" bezeichnet.
     
  7. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Ich gebe Dir insoweit recht,als der Name civitas Taunensium wenn er analog zu anderen Civitas-Naen gebildet wurde tatsächlich auf einen Stamm der Taunensier hindeutet.
    Was mich allerdings wundert ist,daß die römischen Autoren den Stamm nie explizit erwähnt oder beschrieben haben
     

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