Keltenstämme in Mittelfranken

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von Avôtorix, 2. September 2013.

  1. Avôtorix

    Avôtorix Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    mich würde einmal interessieren, ob jemand genaue Informationen über ansässige Keltenstämme in Mittelfranken, genauer gesagt im Altmühltal um Weißenburg u. Umgebung hat.
    Im allgemeinen waren hier wohl die Vindeliker ansässig. Jedoch hab ich gelesen, dass sie einige Unterstämme (sog. Klientelstämme) hatten. Wie z.B. die Runicates, Consuanetes, Benlauni, Leuni, Brigantier usw.
    Es ist wohl nicht ganz erschließlich, welche Stämme den Vindelikern genau angehören. Cäser berichtet wohl von vier Stämmen. Aber die verschiedenen antiken Geschichtsschreiber widersprechen sich wohl immer wieder gegenseitig.

    Weiß also jemand welcher Keltenstamm in dieser Gegend ansässig war? Und habt ihr dazu Belege oder Indizien. Zeitlich würde mich vorallem die Latené Periode 480 - 15 v. Chr. interessieren.

    Vielen Dank schonmal für eure Hilfe... ;)
     
  2. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    Puh! Die meisten Karten mit Stammesgebieten sind leider sehr ungenau, und ich bezweifle ,daß die Sachkultur des einen Vindelikergaus sich von der des anderen großartig unterschied.


    Zumindest Diese Karte:
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/23/Droysens_Hist_Handatlas_S17_Germanien.jpg

    zeigt als die der Alcimona (Altmühltal) am nächstliegendsten Stämme die Catenates/Clautinatii und Varisti/Narisci an...

    ich hab aber auch schon gelesen ,daß die Armalausi und Juthungi an der Altmühl verortet werden.
     
  3. Vercingetorix

    Vercingetorix Mitglied

    Die Karte ist falsch - Juthungen und Armelausi gehören in 3.Jh n.Chr. - die Vindelicer haben 400 Jahre früher gesiedelt - insgesamt gab außer den nicht von Caesar sondern von Strabo und auf dem Tropeum Alpium (Plinius) genannten 4 noch 9 andere pagii - zumindest wird der ein oder andere Teil immer später mit den Vindelicern in Verbindung gebracht. Im Altmühlberecih saßen der größte Stamm - die Consuanetes - der wiederum wie der Name schon angibt auch eine Verbindung von mindestens 2 Unterstämmen ist. Man ging bisher davon aus - das dieser die Oppida Neuburg, Mancing und Kehlheim beherrschte - im Westen anschließend wären die Rucinates vorstellbar - da sie als einzige in Augustäischer Zeit Auxiliartruppen stellten und so vielleicht nördlich der Donau denkbar wären. Wie weit aber das Vindelicische Gebiet nach Norden ging - zumindest noch 15.vChr denkbar - wenn auch schwierig nach der germanischen Landnahme (50 Jahre vorher Ariovist ?) und vermuteten Teilzerstörung von Manching - ist durch die materielle Kultur schwierig. Es gibt keine nachweisbaren Keramikkreise - die sich stark unterscheiden - eine Andersartigkeit fällt erst wieder im Böhmischen Raum aud - wo man klar 8-9 Keramikkreise zuordnen konnte und diese ethnisch zu den Boii im Kerngebiet und in Nordböhmen den Volcae Tectosages zuordnet - auch wenn dort eine frühe germanische Landnahme diese böhmische 2-3 Telung schwierig macht. Die südthüringischen Volcae um das Oppidum Steinsburg sind sicherlich während der röm Eroberung des Voralpenraums nicht mehr denkbar - es gibt aber im Werrathal immer noch gemischte Siedlungen - wo keltische Funde bis um die Zeitenwende dominieren - das kann aber verschiedene Gründe haben. Sicher ist - das der größte Teil südlich des Mains - spätestens nach Abzug der Volcae nach Südfrankreich und dann durch Auflassen der Nord-Proto-Helvetier vereinzelt von Vindelicer-Gehöften durchsetzt war - aber mit einer sehr geringen Bevölkerungsdichte - nicht umsonst spricht Tacitus ja im Westen von der Helvetiereinöde.

    H.Balck :winke:
     
    1 Person gefällt das.
  4. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    Interessant! Puh.... da zeigt sich doch mal daß man mal wieder dringendst das Kartenmaterial aktualisieren und verbessern sollte...
     
  5. andrix8888

    andrix8888 Aktives Mitglied

    Die Vindeliker

    Archaeologiepark in der Stadt Kelheim im Altmhl- und Donautal siehe: " acsearch " Suchbegriff :
    vindeliker
    Da siehst du die materiellen Hinterlassenschaften, die das Gebiet als ihre monetäre Wirtschaftszone auswiesen
     

Diese Seite empfehlen