Kontakte zwischen Azteken und Inka?

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von Arsacides, 2. Dezember 2011.

  1. Ilhuicamina

    Ilhuicamina Neues Mitglied

    Es gibt wohl schon gute Hinweise auf Handelsbeziehungen zwischen Mittel- und Südamerika. Die Händler waren die Mantenos (Manteño civilization - Wikipedia, the free encyclopedia) aus Ecuador (Region Manta). Die Reisen der Mantenos, mit besegelten Balsaflössen, werden durch das Auffinden von 'Axtgeld' aus einer spezifischen Arsenbronze in Ecuador und Westmexiko belegt/nahegelegt. Derartige Bronzen wurden ich den dazwischenliegenden Gebieten bisher nicht gefunden. Ob die Marenos direkte Kontakte zu den Mexica (Azteken) hatten, ist mir nicht bekannt. Die Mexica kannten Bronze nicht, aber Kupfer. Die Tarasken (Purepecha) kannten dagegen Bronze und es gibt die Theorie, dass die aus Südamerika eingewandert sind; nach Greenberg scheint es Beziehungen zwischen Chibchasprachen und taraskisch zu geben.

    @ Ingeborg: Das Nahuatlwort für Hund, das Du meinst, ist Chichi (Tschitschi), nicht Xixi (Schischi) und hat auch nichts mit den Chichimeca zu tun. Chichimeca bedeutet eher Einwohner des 'Milchlandes'.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Dezember 2011
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  2. Ilhuicamina

    Ilhuicamina Neues Mitglied

    Zu echten Quellen nach Dorothy Hosler suchen!

    Motecuhzoma Ilhuicamina ;)
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Den Chichmeca ist nun ein eigener Thread gewidmet, damit hier weiterhin über die Kontakte zwischen Mesoamerika und der Andenregion zur Zeit der Ankunft der Spanier diskutiert werden kann:
    http://www.geschichtsforum.de/f15/chichimeca-kontroverse-ber-die-bedeutung-des-ethnonyms-40874/
     
  4. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Vielen Dank für die Infos ,Ilhuicamina
    bei den Axtgeld-Funden ist natürlich merkwürdig,daß es in der Gegend zwischen Manta und Westmexiko keine entsprechenden Funde gibt.
    Das würde wohl,wenn es sich um die gleiche Bronze handelt für eine Direktverbindung sprechen.
    Bleibt die Frage wo genau in Westmexiko die Funde gemacht wurden und wie die zeitliche Einordnung ist.
     
  5. Ilhuicamina

    Ilhuicamina Neues Mitglied

    @ zaphodB

    Falls es die Möglichkeit gibt, hier irgendwo PDFs anzuhängen, kann ich Dir

    Hosler (2009) West Mexican Metallurgy: Revisited and Revised. J World Prehist 22:185-212

    schicken.
     
  6. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

  7. Mambise

    Mambise Neues Mitglied

    Hatten Inka und Atzteken zur "selben" Zeit ihre Blütezeit??? Das würde vielleicht die Unkenntnis voneinander erklären.
    2. Waren die beiden Reiche nicht sowieso eher regional ausgerichtet.???
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Pizarro hat das Inkareich nach dem Muster der Berichte von Cortés und dessen Zerstörung des Aztekenreiches zerstört. Zwischen den Ereignissen in Mexiko und Peru liegen etwa 12 bis 15 Jahre.
    Allerdings erschließt sich mir dein Argumentationsgang nicht ganz: Wieso sollte eine gleichzeitige Blütezeit beider Reiche die Unkenntnis voneinander erklären?
     
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  9. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    In diesem Zusammenhang wären auch die "Brückenkulturen",also jene Kulturen zwischen dem Inkareich und Mexiko interessant,da sie eine Art Transferregion hätten bilden können.Ich denke da an die Goldkulturen um Bogota und San Augustin ,Mixteken südliche Maya sowie die unjüngst in Panama ausgegrabene El Cano-Kultur .
    Alle diese Kulturen verarbeiteten Edelmetall und trieben Handel .Insoweit würde ich zwischenzeitlich jedenfalls mittelbaren Kontakt für möglich halten.


    kolumbianischen
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Man hat in einem peruanischen Grab, welches in die Zeit vor der Conquista Pizarros (1531) datiert ist, einen spanischen Hut gefunden, der also irgendwann im Verlaufe der 38 Jahre seit der Entdeckung Amerikas und vor der Eroberungs Perús - wie auch immer - aus spanischen in indianischen Besitz übergegangen und bis nach Perú gekommen ist.

    Gerónimo de Aguilar war 1511 in Yucatán gestrandet und versklavt worden, also acht Jahre vor der Eroberung Tenochtitlans, er wurde von Cortes aufgegriffen und diente diesem als (eher schlechter) Dolmetscher. Mit ihm war eine Reihe weiterer Schiffbrüchiger gefangen genommen worden, die meisten wurden geopfert. Es wäre also - als ein Szenario denkbar - dass bei diesem oder einem ähnlichen Schiffbruch der Hut eines Spaniers verloren ging und dann bis nach Perú weiterverhandelt.

    Also ja, wenn es keinen unmittelbaren Kontakt gab, so zumindest einen mittelbaren.
     
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