Wenn auch nicht viele Gründe dafür sprechen, sich als einer der Kollaborateure aus Sigmaringen so weit in Richtung Westen zu begeben, gab es offenbar doch einen:
Die französische Schauspielerin
Corinne Luchaire – Wikipedia befand sich unter den Kollaborateuren in Sigmaringen und hatte Tuberkulose. Sie wurde vom Arzt und Schriftsteller «Céline», der sich ebenfalls dort befand und Beziehungen zum Chefarzt Bacmeister hatte, Ende 1944 nach St. Blasien zur Behandlung geschickt.
Da es zur fraglichen Zeit in Jestetten ein Lungensanatorium gab, vermutlich ein Ableger von St. Blasien, könnte darum ein Aufenthalt der Person, um die es hier geht, als Lungenkranker in Jestetten denkbar sein.
Corinne Luchaires Autobiografie «
Ma drôle de vie» und Célines autobiografischer Roman «
Von einem Schloss zum andern» könnten weitere Hinweise enthalten.
Mir ist sonst nur noch ein Fall bekannt, bei dem sich ein Kollaborateur aus Sigmaringen auf die westliche Seite des Kantons Schaffhausen begab und einen Übertritt in die Schweiz versuchte:
René Fonjallaz – Wikipedia wurde, laut Zeitungsmeldungen, im April 1945 in Hallau verhaftet und, weil er Schweizer Bürger war, nicht wieder zurückgeschickt.