Löhne der (Kinder)arbeiter im 19. Jahrhundert

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Luleila, 7. April 2019.

  1. Luleila

    Luleila Neues Mitglied

    Hallo, ich möchte einen Vortrag über die Kinderarbeit während der Industrialisierung halten. Dabei möchte ich auch auf das Geld, das die Kinder (unter 13 und auch die über 13 Jahre alt sind) erhalten haben, eingehen und es mit dem Lohn von Frauen und Männern vergleichen. Am liebsten würde ich das dann auch nochmal mit dem Preis von notwendigen Dingen vergleichen z. B. dem Preis von Brot in dieser Zeit. Allerdings sehe ich bei diesen Preisen, die ich bisher gefunden habe gar nicht durch, da auf jeder Seite etwas anderes steht. Ich wäre daher sehr dankbar, wenn mir jemand die genannten Löhne (und eventuell auch Preise) oder eine vertrauenswürdige Seite darüber schicken könnte.
    Vielen Dank.
    Liebe Grüße; Luleila :)
     
  2. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Kinder verdienten laut Wiki:"Child labour" 10-20 Prozent eines Erwachsenenlohns. Diese Zahl findet sich auch in anderen Quellen. Ein Handwerker verdiente ca. 20-30 sh in der Woche. Ein sh entspricht 12 d = pence. Ein 7-jähriges Kind (weiblich) verdiente in der Woche 1,5 sh (Quelle: "women workers", siehe unten), was noch deutlich unter 10 % liegt, der Lohn stieg mit zunehmenden Alter aber auf 5 sh/Woche für 15-jährige Mädchen. Daumen mal Pi lag der Lohn für 10-12-jährige Kinder also bei ca. 3-5 sh/Woche, was den genannten 10-20 % eines Erwachsenenlohns ungefähr entspricht.

    Child labour - Wikipedia

    Child wages were often low; as little as 10–20% of an adult male's wage.

    Women Workers in the British Industrial Revolution

    Children’s wages rose from about 1s.6d. per week at age 7 to about 5s. per week at age 15.

    Child labour: lessons from the Industrial Revolution | VOX, CEPR Policy Portal

    Evidence on earnings suggests clear progressions by age and physical competence. Even young children could earn 10-20% of men’s and even more of women’s wages. Teenage boys could earn more than their mothers; their rates of pay were higher, they had wider opportunities, and unburdened by domestic cares, they could work longer hours. Where families had a choice it made sense for sons to seek employment while mothers remained at home.

    http://www.sps186.org/downloads/basic/737981/Child labor in Factories.pdf

    "They [boys of eight years] used to get 3d [d is the abbreviation for pence] or 4d a day. Now a man's wages is divided into eight eighths; at eleven, two eighths; at thirteen, three eighths; at fifteen, four eighths; at twenty, a man's wagesÐ About 15s [shillings]."

     
    Zuletzt bearbeitet: 8. April 2019
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Preise sind ja nicht statisch sondern verändern sich. Ebenso wie Löhne und Gehälter sich verändern. Der Internetauftritt der Bundeszentrale für politische Bildung (wo du auch kostenlos Infomaterial bestellen kannst und verbilligt Bücher zu politischen und hsitorischen Themen bekommst), bietet da etwas, sogar in € umgerechnet:
    Preisentwicklung und Preisstruktur - Preise
     
  4. Bantelli

    Bantelli Mitglied

    Nicht zu den Preisen, aber zu der Arbeitssituation von Kindern um 1865. Eine Rosina Elisabeth Gloor schreibt über ihr Arbeitsleben als Achtjährige. Sie wohnte in Bözingen/Biel/Schweiz:

    "...Ich mußte nach dem zurückgelegten achten Altersjahr in die Baumwollspinnereien Gurzelen. Ich mußte morgens 5 Uhr dort sein. Um 7 Uhr war 15 Minuten Zeit um das hergebrachte Morgenessen einzunehmen. 12 Uhr Mittag und um 13 Uhr wieder anfangen. Ich hatte also nur eine Stunde Zeit um nach Bözingen zu springen (2,5 Kilometer), essen und wieder zurückspringen. Um 19 Uhr war für die Kinder Feierabend in der Spinnerei. Sie mußten aber ohne etwas zu genießen noch bis 9 Uhr in die Schule, welche in der Fabrik abgehalten wurde, dann heim, das magere Nachtessen einnehmen und ins Bett. Morgens 4 Uhr war es Tagwacht und das gleiche war alle Tage, außer Sonntag und die sonstigen Feiertage. Für das hatte ich einen Lohn von 50 Rappen pro Tag..."
     

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