Neue archäologische Entdeckungen

Keine Entdeckung, aber eine Datierung:

Ich finde das auch ein wenig verwirrend:

Damit erstellten sie genaue Vergleichswerte (Kalibrierkurven) für die Datierung mittels der Radiokarbonmethode. Dabei wird die Menge von radioaktivem Kohlenstoff (C14) in archäologischen Proben gemessen, die mit den Jahren stetig abnimmt.​

Die Methode c14 im Regelfall kein Jahr, sondern nur ein mehr oder weniger genaues Zeitfenster, also z.b hätte man das Jahr 300 vor Christus plus minus 50. Aber ich habe auch die Studie bisher nicht gelesen.

Die Studie ist hier zu finden: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2615871123

(Allerdings geht das nur mit dem Zugang von einer Institution)

Nachtrag:

The team measured radiocarbon in individual annual tree rings and compared the resulting pattern with a reference curve built from 735 measurements on trees whose calendar dates were already known. Because atmospheric radiocarbon levels fluctuate slightly from year to year, these variations can function almost like a barcode, allowing researchers to match an unknown sequence to a specific period.


aha, davon höre ich zum ersten Mal, C14-Datierung und Dendrochronologie sind ja schon alte Hüte, aber das scheint neuer zu sein (zumindest höre ich davon zum ersten Mal, was aber auch nichts heißen muß).
 
Ich habe jetzt den Artikel heruntergeladen, aber naturwissenschaftlich bin ich nicht im Thema. Ich habe stattdessen den Artikel in einer KI hochgeladen und gebeten, mir eine Zusammenfassung zu schreiben:

Teil 1 (wegen Größenbeschränkung des Posts)

Zusammenfassung des Artikels​

Pearson et al. (2026): „Anchoring Anatolian tree-rings and Mesopotamian chronology with single-year radiocarbon patterns and ice-core evidence“
Veröffentlicht am 26. Oktober 2026 in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), Band 123, Nr. 44.
pearson-et-al-2026-anchoring-anatolian-tree-rings-and-mesopotamian-chronology-with-single-year-radiocarbon-patterns-and.pdf

1. Die zentrale Aussage​

Der Artikel behandelt eine der wichtigsten Streitfragen zur Chronologie des Alten Orients: Wann genau fanden die Herrschaftszeiten bedeutender mesopotamischer Könige im zweiten Jahrtausend v. Chr. statt?
Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die sogenannte mittel-niedrige Chronologie („middle–low chronology“) die verfügbaren Belege am besten erklärt. Damit legen sie einen präziseren zeitlichen Rahmen für die Geschichte Mesopotamiens, Anatoliens, der Levante und Ägyptens vor.
Dafür kombinieren sie drei Arten von Belegen:
  • Jahrringe archäologischer Holzfunde aus Anatolien.
  • Hochpräzise Radiokarbondatierungen einzelner Jahrringe.
  • Schwefelablagerungen in polaren Eisbohrkernen, die auf große Vulkanausbrüche hinweisen.
Zusätzlich gleichen sie die Ergebnisse mit archäologischen Befunden, historischen Texten und astronomischen Beobachtungen ab.
pearson-et-al-2026-anchoring-anatolian-tree-rings-and-mesopotamian-chronology-with-single-year-radiocarbon-patterns-and.pdf

2. Warum ist die Datierung so umstritten?​

Für die Zeit zwischen etwa 2000 und 1500 v. Chr. existieren zahlreiche schriftliche Quellen, darunter Königslisten, Verwaltungsdokumente und astronomische Aufzeichnungen.
Das Problem: Diese Quellen lassen sich nicht zweifelsfrei mit unserem heutigen Kalender verbinden. Besonders wichtig ist die Chronologie der altassyrischen Handelskolonien und die Verbindung zwischen dem assyrischen König Šamši-Adad I. und dem babylonischen König Hammurabi.
In der Forschung konkurrieren mehrere chronologische Modelle:
ModellGrundidee
Hohe ChronologieFrühere Datierung der Herrscher und Ereignisse
Mittel-hohe ChronologieEine etwas spätere Einordnung
Mittel-niedrige ChronologieEine nochmals jüngere Datierung
Niedrige ChronologieDie späteste der vier Hauptvarianten
Die unterschiedlichen Modelle verschieben historische Ereignisse teilweise um Jahrzehnte bis über zwei Jahrhunderte. Das hat erhebliche Folgen für die Synchronisierung der Geschichte verschiedener Regionen.

​

(Fortsetzung folgt)

(mit ChatGPT erstellt)
 
Teil 2

3. Die entscheidende neue Methode​

Die Forscher nutzen eine Kombination aus Dendrochronologie und hochpräziser Radiokarbondatierung.
New radiocarbon cycle research may alter history | Cornell Chronicle
Schritt 1: Jahrringe miteinander verbinden
Die Breite der Jahrringe wird verglichen, um Holzfolgen verschiedener Fundorte chronologisch miteinander zu verknüpfen. Die untersuchten Fundorte umfassen Gordion, Porsuk, Kültepe und Acemhöyük in der heutigen Türkei.
Study sheds light on ancient solar activity using radiocarbon locked in tree-rings | University of Arizona News
Schritt 2: Einzelne Jahrringe messen
Statt mehrere Jahre zusammenzufassen, bestimmen die Forscher den Radiokohlenstoffgehalt einzelner Jahrringe. Die charakteristischen jährlichen Schwankungen des Kohlenstoff-14-Gehalts ermöglichen eine wesentlich genauere zeitliche Zuordnung.
The 1815 Mount Tambora Eruption – Largest Volcanic Eruption in Recorded History and the Year without a Summer - HubPages
Schritt 3: Unabhängige Umweltbelege hinzuziehen
Schwefelablagerungen in Eisbohrkernen dokumentieren große Vulkanausbrüche. Solche Ereignisse können mit historischen Beobachtungen atmosphärischer Verdunkelung verglichen werden und helfen, konkurrierende Datierungen zu prüfen.
Ein wesentlicher Vorteil der Einzeljahresmethode ist, dass die Zuordnung nicht allein von regionalen Klimamustern abhängt. Sie erlaubt es, sogenannte „schwebende“ Jahrringchronologien – also Folgen, deren genaue Kalenderposition zunächst unbekannt ist – genauer zu verankern.

4. Die wichtigsten Ergebnisse​

A. Eine jahrgenaue Verankerung der anatolischen Jahrringchronologie​

Die Forscher untersuchten unter anderem 24 aufeinanderfolgende Jahrringe aus Gordion. Eine charakteristische Veränderung des Radiokohlenstoffgehalts um 1532/1531 v. Chr. lieferte einen besonders aussagekräftigen zeitlichen Fixpunkt.
Dadurch konnten sie die bisherige Datierung der Gordion-Jahrringfolge bestätigen und präzisieren. Die zusammengeführte Chronologie der untersuchten anatolischen Holzfolgen reicht nun von 2072 bis 744 v. Chr.
Die Untersuchung stützt außerdem die zuvor umstrittenen Verbindungen zwischen den Jahrringfolgen von Gordion, Porsuk und Acemhöyük. Die Verknüpfungen mit Kültepe und Konya-Karahöyük werden ebenfalls bestätigt.

B. Neue absolute Daten für archäologische Bauphasen​

Die Studie nennt mehrere wichtige Datierungen:
FundortArchäologischer BefundDatierung
KültepeErste Bauphase des Waršama-Palastes1837/1836 v. Chr.
AcemhöyükErste Bauphase des Sarıkaya-Palastes1778 v. Chr.
AcemhöyükErste Bauphase von Hatipler Tepesi1778 v. Chr.
PorsukBauphase des inneren Durchgangs der hethitischen Stadtmauer1608 v. Chr.
PorsukBauphase des äußeren Durchgangs der hethitischen Stadtmauer1577 v. Chr.
Diese Daten liefern einen fest verankerten chronologischen Rahmen für weitere archäologische Untersuchungen.
pearson-et-al-2026-anchoring-anatolian-tree-rings-and-mesopotamian-chronology-with-single-year-radiocarbon-patterns-and.pdf

C. Die mittel-niedrige Chronologie wird bevorzugt​

Besonders wichtig sind die Hölzer aus den Palästen von Kültepe und Acemhöyük.
In Kültepe weisen Hölzer aus gesicherten Fundamentzusammenhängen auf eine Fällung um 1836 v. Chr. hin. Vergleichbare Hölzer aus Acemhöyük wurden um 1778 v. Chr. gefällt.
Die archäologischen Befunde und die schriftlichen Zeugnisse lassen sich nach Ansicht der Autoren am schlüssigsten mit der mittel-niedrigen Chronologie vereinbaren.
Die niedrige Chronologie würde voraussetzen, dass ältere Hölzer über einen längeren Zeitraum gelagert oder wiederverwendet worden wären. Zudem müsste sie erklären, warum die Bauphasen zweier Paläste trotz eines angenommenen zeitlichen Abstands von mindestens 40 Jahren Hölzer aufweisen, die etwa 60 Jahre älter als die jeweiligen Bauphasen wären.
Die Autoren halten dieses Szenario für unwahrscheinlich.
Eine endgültige Unterscheidung zwischen der mittel-hohen und der mittel-niedrigen Variante allein anhand der assyrischen Belege sei allerdings wegen verbleibender archäologischer Unsicherheiten nicht realistisch. Deshalb ziehen sie zusätzliche Belege aus Babylonien heran.

5. Der entscheidende zusätzliche Beleg: ein Vulkanausbruch​

Ein besonders interessanter Teil der Untersuchung betrifft die astronomischen Beobachtungen der Venus aus Babylon.
In den sogenannten Venus-Tafeln werden Sichtbarkeiten der Venus während der Regierungszeit Ammi-ṣaduqas beschrieben. Frühere Forscher hatten vermutet, dass ungewöhnlich schlechte Sichtbedingungen in bestimmten Jahren auf einen vulkanisch verursachten Dunstschleier zurückgehen könnten.
Die Autoren vergleichen diese Beobachtungen mit Eisbohrkerndaten, die Schwefelablagerungen großer Vulkanausbrüche erkennen lassen.
Das Ergebnis: Nur bei der mittel-niedrigen Chronologie überschneiden sich die auffälligen Venus-Beobachtungen mit dem Zeitraum eines großen Vulkanausbruchs.
Es handelt sich um den Ausbruch des Aniakchak II in Alaska, den die Studie auf 1627/1628 v. Chr. datiert.
Die Autoren sehen darin eine unabhängige Bestätigung der mittel-niedrigen Chronologie. Sie weisen außerdem darauf hin, dass diese Einordnung mit weiteren astronomischen Argumenten übereinstimmt.

6. Konsequenzen für die Geschichte des Alten Orients​

Die bevorzugte Chronologie ermöglicht es, mehrere bedeutende historische Entwicklungen genauer einzuordnen.
  • Babylon: Der Untergang der Stadt wird auf ungefähr 1587 v. Chr. datiert.
  • Hammurabi: Sein 32. Regierungsjahr wird auf ungefähr 1754 v. Chr. angesetzt. Damit lässt sich seine Regierungszeit mit anderen historischen Chronologien besser vergleichen.
  • Ägypten: Die Ergebnisse passen nach Einschätzung der Autoren zu den historischen Datierungen des ägyptischen Königs Neferhotep I.
  • Hethiter: Die Jahrringdaten präzisieren auch die zeitliche Einordnung klimatischer Belastungen, die für die Geschichte des hethitischen Reiches relevant sein könnten.
Ein weiterer Befund betrifft eine ausgeprägte Trockenperiode in Gordion zwischen 1228 und 1188 v. Chr. Eine besonders starke mehrjährige Dürre wird auf 1194 bis 1192 v. Chr. datiert – nur wenige Jahre vor der Zerstörung der hethitischen Hauptstadt Hattuša.
Die zeitliche Nähe ist bemerkenswert. Sie beweist allerdings für sich genommen nicht, dass die Dürre den Untergang des hethitischen Reiches verursacht hat.

7. Wie belastbar sind die Schlussfolgerungen?​

Die Stärke der Studie liegt in der Verbindung unabhängiger Belegarten: Jahrringmuster, Radiokohlenstoffmessungen, archäologische Schichten, historische Texte, astronomische Beobachtungen und Eisbohrkerne führen zu einem weitgehend übereinstimmenden Ergebnis.
Die Autoren betonen jedoch auch Grenzen:
  • Die verbleibenden Unsicherheiten der archäologischen Befunde erlauben keine endgültige Unterscheidung zwischen der mittel-hohen und der mittel-niedrigen Chronologie allein anhand der assyrischen Texte.
  • Die bevorzugte Chronologie wird für den Zeitraum bis etwa 1587 v. Chr. begründet. Für andere Zeitabschnitte empfehlen die Autoren, die verschiedenen chronologischen Interpretationen weiterhin kritisch zu überprüfen.
  • Die Verbindung zwischen Dürre und dem Zusammenbruch des hethitischen Reiches bleibt eine Forschungsfrage und ist keine gesicherte Kausalität.

Fazit​

Die Studie ist ein wichtiger Fortschritt für die Chronologie des zweiten Jahrtausends v. Chr. Ihr Hauptbeitrag ist nicht nur die Bestätigung einer bestimmten historischen Datierung, sondern eine verbesserte Methode, mit der archäologische Holzfunde präziser in den Kalender eingeordnet werden können.
Die Kombination aus Jahrringdatierung, Radiokohlenstoffmessungen einzelner Jahre und Eisbohrkernbelegen liefert starke Argumente für die mittel-niedrige Chronologie Mesopotamiens. Damit entsteht ein verlässlicherer zeitlicher Rahmen, um die Geschichte von Mesopotamien, Anatolien, Ägypten und den angrenzenden Regionen miteinander zu synchronisieren.
Besonders bedeutsam ist, dass sich die Ergebnisse künftig auch auf neu entdeckte Holzfunde anwenden lassen. Die Studie schafft damit eine Grundlage für weitere Untersuchungen, statt lediglich eine bereits bekannte Chronologie zu bestätigen.
 
Sei mir nicht bös.
KI ist keine Quelle.
(Wenn es eine solche werden sollte, werden wir nicht mehr sein,
weil sich dann unsere Wirklichkeit aufgelöst haben wird.
.. aber gut, künstliche Intelligenz soll ja besser sein als gar keine,
wie das Spottmaul sagt. Das künstliche wie das echte.)
 
Sei mir nicht bös.
KI ist keine Quelle.
(Wenn es eine solche werden sollte, werden wir nicht mehr sein,
weil sich dann unsere Wirklichkeit aufgelöst haben wird.
.. aber gut, künstliche Intelligenz soll ja besser sein als gar keine,
wie das Spottmaul sagt. Das künstliche wie das echte.)

Richtig, Quelle ist der Aufsatz, nur die KI hat ihn für mich zusammengefaßt. Ob man der KI trauen kann, sei dahingestellt. Vielleicht noch eine weitere KI zur Qualitätssicherung einsetzen. Aber zumindest hört sich das, was die KI schreibt, plausibel an.
 
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