Neue archäologische Entdeckungen

Im ägyptischen Tal der Könige haben europäische Forscher Graffiti in "indischer Schrift" entdeckt. Dabei waren die Forscher überrascht, dass dies bisher noch niemanden zuvor aufgefallen ist. Wenn ich es richtig verstehe, haben verschiedene Personen in verschiedenen Schriftarten ihren Namen in den Gräbern hinterlassen, deren Schreiber man nach Nordwestindien, Westindien sowie Südindien verorten kann. Diese Graffiti werden zeitlich 1. bis 3. Jahrhundert uZ datiert. Demnach besuchten diese Menschen die Gräber während der römischen Kaiserzeit.

Tamil Brahmi inscriptions found in Egypt’s Valley of the Kings shed light on ancient trade links
 
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In der spanischen Region Extremadura (Provinz Badajoz) haben schwedische Archäologen 6 bronzezeitliche Erzminen (Kupfer, Silber, Blei) unterschiedlichen Umfangs nachgewiesen. Das Projekt basiert auf Isotopen-Analysen und chemischen Untersuchungen welche für in Schweden verwendete Bronzegeräte metallurgisch in großem Umfang einen spanischen Rohstoff-Ursprung belegen.
“The discovery of the new Bronze Age mines in Extremadura represents only the tip of the iceberg. In this region – as well as in Andalusia – we estimate that as many as 150 prehistoric minesmay still remain undocumented and uninvestigated.
This has the potential to fundamentally reshape our understanding of the Bronze Age world system, in which copper mining operated as one of the key engines of the era.”
 
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Dazu passend auch im antiken Tomis (heute Constanta in Rumänien) wurden Gräber aus der Römerzeit entdeckt. Für mich ist Tomis immer mit Ovid verbunden. Der Dichter wurde von Augustus dorthin verbannt. Das Internetportal nordisch.info berichtet aus zweiter Hand darüber. In dem Artikel wird erwähnt, dass dabei viele Amphoren afrikanischer Herkunft gefunden wurden. Demnach gab es einen Handel von Olivenöl und ähnliches in das Schwarze Meer. Das überrascht mich jetzt, ich hätte eher eine Versorgung aus Großgriechenland erwartet als die doch eher weite Strecke von Nordafrika.

https://www.nordisch.info/archaeolo...ische-grabkammern-unter-krankenhaus-entdeckt/
 
Das mit den Amphoren aus Nordafrika ist so wie unsere "Flugpapayas" und -mangos: Der Flug von Brasilien und die Erzeugung dort sind immer noch günstiger als die Produktion in kleinen Stückzahlen auf der kanarischen Insel La Palma.

Frachtsegler mit bis zu 2.500 Amphoren Wein, dicht und sicher verstaut, in handgetöpferten aber seriell gefertigten Gefäßen.

Eher hatte mich der Nachweis von Scherben von Amphoren für Falerner Wein in Paderborn entsetzt: von Italien über das westliche Mittelmeer, Rhône und Saône aufwärts, umgeladen auf Ochsenkarren, dann Mosel und Rhein abwärts, die Lippe flussaufwärts. Falerner Wein im öden Ostwestfalen! Oder liegt's an der dortigen "beträchtlichen Niederschlagsmenge von 945 mm" ?

Das römische Constanța war dahingegen doch der Nabel der Welt, unfreiwillige Heimat der Dichter...

Römischer Wein in Indien:
 
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Schatzsucher da wo wohlhabende Rentner bzw. eher Rentiers die Rente verbringen, in den Cotswolds:

Im Sommer 2025 fand ein älterer Sondengänger-Neuling, der mit jüngeren Sondengänger-Alten-Hasen erstmalig sondelte, bei einem Sondengängertreffen unter archäologischer Begleitung, 2 sehr gut erhaltene römische Kavallerieschwerter, aus dem 2. bis 3. Jh. n. Chr., mit (hölzernen) Resten der Schwertscheide und Resten des Schwertgehänges. Ein Bronzegefäß lag dabei, vermutlich eine absichtliche Deponierung.

 
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Dass die Prä-Inka-Kulturen mit Federn und auch lebendigen Papageien handelten, ist nicht so ganz neu, wie es im Artikel steht. Bereits viel frühere Kulturen als die spät-präkolumbine Ychsma-Kultur an der Pazifikküste kannten Papageien, die nur im Regenwald natürlich vorkamen. Man hat bei der Paracas- und der Nazca-Kultur sowie der Wari-Kultur schon vor Jahrzehnten Mäntel aus Papageienfedern gefunden (Julio Tello und Toríbio Mejía Xesspe sind gewissermaßen die Väter der peruanischen Archäologie in der ersten Hälfte des 20. Jhdts. gewesen).
Im Archäologischen Museum in Ica ist ein Grabfund der Chincha-Kultur zu sehen, wo ein Mann bestattet wurde, und zusammen mit ihm ein Papagei. In dem Grab war ein Gefäß, dass einen Mann mit einem Papagei auf der Schulter darstellte, vermutlich den Bestatteten. Nicht zuletzt gehört zu den figürlichen Nazca-Linien auch die eines Papageis.
Wer nicht so weit reisen möchte kann auch im Völkerkundemuseum in Hamburg einen etwa 2.200 Jahre alten Federmantel (auf Kamelidenhaar) aus Perú sehen.
 
Was neu an dem Artikel ist, ist, dass man jetzt nachgewiesen hat, wie man die aus dem Regenwald stammenden Tiere in den Wüsteneien der Pazifikküste gefüttert hat. Wobei die Ergebnisse imo naheliegend sind (was nicht bedeuten soll, dass ich da jemals drüber nachgedacht hätte).
 
In Wales fanden "Schatzsucher", nämlich lizensierte Metall-Detektoristen, auf Weideland perfekt erhaltene, gussfrische römische Bleibarren aus der Zeit Domitians, um 87 n. Chr.

Es waren keine Angaben über den Produzenten, ob privater Unternehmer mit kaiserlicher Lizenz, oder das römische Militär. Auf jeden Fall aber ein Stück Wirtschaftsgeschichte des römischen Imperiums.




Auf jeden Fall wird es Aufnahme finden im DFG-geförderten Projekt des Corpus römischer Bleibarren:
 
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Birkenrindenstreifen mit Abbildung eines Hengstes
Neue Erkenntnisse zur keltischen Grabkammer in Riedlingen – Beigaben liefern wichtige Informationen zum Status des Toten
Archäologinnen und Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart haben die im Jahr 2023 bei Riedlingen entdeckte keltische Grabkammer näher untersucht. Obwohl diese bereits in der Antike beraubt worden war, konnten im Schacht der Grabräuber einmalige Funde gesichert und ausgewertet werden.
 
Mir ist noch nicht ganz klar, was da und warum neu geschrieben ist, aber mit Pohl und Geary ist das Projekt wohl bestens beraten
 
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