Die Mulan-Realverfilmung gefiel mir eigentlich recht gut, auch im Vergleich zum animierten Original. Die Anpassungen an den Zeitgeist hielten sich zum Glück in erträglichen Grenzen. Ein bisschen merkte man dem Film allerdings an, dass Chinesen nur vor der Kamera standen, nicht auch dahinter. Hätte man auch Drehbuch, Regie und Produktion von mit solchen Filmen erfahrenen Chinesen übernehmen lassen, wäre noch wesentlich mehr drin gewesen.

Übrigens hatte es bereits einige Jahre zuvor einen rein chinesischen Mulan-Film gegeben (keine Verfilmung des Disney-Stoffes), dem man leider ein bisschen sein eher knappes Budget angesehen hatte. Es gab zwar Massenszenen, aber die Rüstungen sahen arg nach Plastik aus.
Chinesische Filmemacher mit Hollywood-Budget, das wär's ...

Ich fand Halle Barry in Arielle eigentlich ganz niedlich, sie war es nicht, die das ruiniert hat.

Das Remake vom Dschungelbuch fand ich ordentlich gemacht, der Film hatte eine Story und einen Plot. Diese CGI-Aufnahmen sind ja schon sehr eindrucksvoll, man denkt manchmal, man hat eine Tierdoku vor sich. Aber das Medium des Zeichentricks hat die Möglichkeit, Tieren durch Mimik und Gesichtsausdruck eine individuelle Note zu geben.

Wir sehen ja nicht einen Bären, einen Tiger, eine Schlange, sondern wir erkennen Baloo, Kaa oder Shere Khan.

Bei Arielle war für mich Sebastian der Krebs einer der heimlichen Stars, Fabius und Sebastian erkennt man sofort, im Remake sind das aber Wesen, die kennt man aus der Tiefkühltruhe, und wenn die dann noch zu singen anfangen, wird es gruselig.
 
Ja, die Vermenschlichung von Tieren in Animationsfilmen und deren "realistische" Darstellungen in den Remakes passt nicht zusammen. Simba kann nicht der kleine Junge in Löwengestalt sein, der seinen toten Papa beweint, und gleichzeitig das Löwenjunge aus einer Tierdoku.

Naja, ich werd den Nolan-Streifen wohl am Wochenende sehen. Ich berichte, wenn ich nicht zu erschüttert oder überwältigt oder so bin...
 
Ich will noch mal auf Lupita Nyongo zurückkommen. Sie war damals gecastet als eine der Hauptrollen in The Woman King". Da ging es ja um eine Art Amazonen-Leibwache im Königreich Dahomé. Die Story war eine ziemliche Geschichtsklitterung, insgesamt aber überaus positiv. Lupita Nyongo hat damals ihren Rücktritt von der Rolle damals begründet damit, dass afrikanische Geschichten es verdienen, besonders detailgenau erzählt zu werden. Als Schauspielerin mit ostafrikanischen Wurzeln wollte sie nicht eine Afrikanerin aus Westafrika spielen.
Das stimmt so nicht. Die Vorproduktion von The Woman King begann 2015, Nyong'o, die für die Besetzung vorgesehen war, fuhr 2019 in den Benin als Representer einer Doku über die Ahojie: Warrior Women with Lupita Nyong'o. Im Rahmen dessen, was sie über die Ahojie während des Drehs dieser erfuhr, trat sie vom Cast zurück. Es ging bei diesem Rücktritt also nicht darum, dass sie als Ostafrikanerin keine Westafrikanerin hätte spielen wollen, sondern, dass sie nicht an der Glorifizierung der Ahojie (du nennst es Geschichtsklitterung) teilnehmen wollte.
 
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