Privateigentum bei Marx

Dieses Thema im Forum "Die Industrielle Revolution" wurde erstellt von 0815pascal, 26. April 2012.

  1. 0815pascal

    0815pascal Gast

    Hallo zusammen,

    Ich finde bei Marx den Begriff des Privateigentums ein wenig schwierig zu umreissen. Wird damit einfach Grundeigentum bezeichnet oder ist damit auch das Salär gemeint, welches ein Arbeiter erhält? Und mit Kapital sind die Produktionsmittel (Maschinen, Stoffe, Fäden, etc.) gemeint? Oder ist das Kapital auch ein Bestandteil des Privateigentums des Kapitalisten? Wie ihr seht, bin ich ein wenig verwirrt; hoffe ihr könnt mir ein wenig beim entwirren helfen :winke:

    Liebe Grüsse
     
  2. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Privateigebtum ist alles, was einem Mensch rechtlich gehört; also ist auch die Lohntüte des Arbeiters sein Privateigentum... solange er sie hat...

    Mit Kapital ist v.a. der Zugriff auf Produktionsmittel gemeint; wer 1 Mrd über hat, kann die investieren, zB indem er eine Fabrik (=Produktionsmittel) kauft. Den Arbeitern ist das (nach Marx) nicht möglich, da diese ihren Lohn für ihren Lebensunterhalt ausgeben müssen; ist der Lohn ausgegeben (und das davon gekaufte Brot aufgegessen), hat es sich wiedr mit dem Eigentum.

    BTW, zu den Produktionsmitteln zählen nicht nur dingliche Gegenstände (Maschinen, PKW, Häuser, Rohstoffe etc.), sondern auch die nötigen Ideen, Ausbildungen, Erfahrungen, Erfindungen etc; auch diese kann man mit Kapital erstehen, zB indem man Patente kauft oder Menschen mit den entsprechenden Ausbildungen oder Erfahrungen anheuert.
     
  3. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    "...Geld heckendes Geld, Wert heckender Wert ist, Mehrwert setzt..."

    Vergl.:

    Marx, Karl, Das Kapital, II. Band: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals, I. Die Metamorphosen des Kapitals und ihr Kreislauf, 2. Der Kreislauf des produktiven Kapitals, II. Akkmulation und Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter - Zeno.org

    Im Marxismus wird als Privateigentum regelmäßig das Eigentum an Produktionsmitteln (Kapital) bezeichnet. Sobald Geldeigentum sich in Kapital verwandelt, also in den Verwertungsprozeß eintritt, verwandelt sich dieses Geldeigentum in Privateigentum an den Produktionsmitteln. Mein Mitdiskutant Reinecke skizzierte weiter oben Inhalte des Kapitalbegriffes.

    Privateigentum ist demnach Eigentum (sachlich, monetär etc.) welches sich in Kapital und somit in Privateigentum verwandelt, indem es in den Verwertungsprozeß eintritt und Mehrwert schafft, der sich auf dem Markt in Profit verwandelt.

    Was dem einzelnen Individuum gehört und sich nicht im Verwertungsprozeß befindet, ist letztlich persönliches Eigentum. Das key word ist bei Marx in Bezug auf Privateigentum immer der Verwertungsprozeß.

    Vergl. auch hier:

    Karl Marx: Ökonomisch-philosophische Manuskripte - 3. Manuskript - Privateigentum und Kommunismus

    M.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2012
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