Provinzialisierung in Gallien und Germanien

Und vielleicht war die römische Vorgehensweise zu sanft?

Germanien ist nicht Gallien, und die hiesigen Stämme waren in ihren Territorien sehr mobil, es gab keine Städte, und es gab Stammeshierarchien die selbst durch den immensum bellum nicht aufgelöst wurden.

Letzten Endes standen hinter dem Aufstand diejenigen unter den lokalen Eliten, die ihre Interessen durch eine Provinzialisierung gefährdet sahen.
 
Letztlich ist es doch so: Das negativste Zeugnis stellt Varus Velleius Paterculus aus, der Tiberius wo immer es geht über den grünen Klee lobt.
Tiberius hatte die Germanen doch angeblich im immensum bellum besiegt. Wenn also kein Schatten auf Tiberius fallen sollte, musste der Fehler ja quasi bei Varus liegen, als dessen "Nachfolger".

Varus hatte sich als Statthalter in Syrien und Africa bewährt, war in Rechtsfragen und auch im Militärischen erfahren. - Was du an seiner Auswahl zu beanstanden hast, verstehe ich nicht. Letztlich bewertest du die Bilanz eines Mitte 50jährigen anhand seiner letzten vier Lebenstage.
 
Wenn meine Zeilen richtig gelesen würden , käme heraus, daß ich für die Personenwahl ganz allgemein einen ausgleichenden Charakter genommen hätte. Das beugt Mißverständnissen vor. Es geht nicht um Varus, ELQuijote.

Dass es nicht um Varus geht, versteht sich doch von selbst. Varus wird als vir ingenio mitis, moribus quietus ("ein Mann mit sanftem Wesen und ruhigem Charakter") beschrieben, war also die Idealbesetzung.
 
Es geht nicht um Varus, ELQuijote.
Die Varus-Diskussion hattest du angezettelt:

Ich frage x etwas anders:
Zeugt es nicht von einer Überschätzung der römischen Stabilität in Germanien, kurz nach dem "immensum bellum" einen derart durchgreifenden Mann wie Varus entsandt zu haben. Oder wollten die Römer die verwaltungsmäßige Einverleibung übers Knie brechen, ohne vorher wenigstens die Wogen geglättet zu haben?
Daraufhin habe ich gefragt, was an Varus falsch gewesen sein solle, er war sowohl als Verwaltungsfachmann erfahren, als auch in militärischen Dingen, hatte seine Aufgaben bislang erfolgreich oder geräuschlos erledigt. Daraufhin war deine Antwort wiederum, das Ergebnis spreche für sich. Dies ist eben bei einer Lebensbilanz von 54 Jahren nur vier Tage zu berücksichtigen und auf das Scapegoating interessierter Autoren wie Velleius Paterculus hereinzufallen.
 
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