Queen Victoria illegitim?

Dieses Thema im Forum "Historische Hilfswissenschaften mit Genealogie" wurde erstellt von Gast, 28. August 2004.

  1. Gast

    Gast Gast

    Stimmt es, dass der Vater von Queen Victoria, nicht ihr wirklicher Vater war, da unfruchtbar? Durch den Seitensprung ihrer Mutter sei die Bluter-Krankheit in die Familie gekommen und sich dann in fast allen europäischen Herrscherhäusern ausgebreitet.
     
  2. Philipp August

    Philipp August Gesperrt

  3. Marbod

    Marbod Mitglied

    Lieber Gast,

    Der vermeintliche Seitensprung der Victoria von Leiningen hat sicherlich nicht die Bluterkrankheit in die europäischen Königshäuser gebracht. Die Bluterkrankheit, die Habsburger Lippe, Rot-Grün Schwäche usw. sind merkmale inzestuöser Verhältnisse in den europäischen Adelshäusern. Ein Blick auf die Ahnentafel genügt doch um den Ahnenverlust der Blaublüter festzustellen! Warum das so ist, kann man z.B. hier nachlesen.

    Gruß

    Marbod
     
  4. Der alte Fritz

    Der alte Fritz Neues Mitglied

    Das ist ja eben das Problem. Da die Königs- und Fürstenhäuser nur untereinander heirateten, dürfte die Bluterkrankheit da gar nicht auftreten, da es eine Erbkrankheit ist. Also muss sie von irgendwo außerhalb der Adelsfamilien in die Familien hineingekommen sein.
     
  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Es kann ja auch sein, das diese Krankheit erst durch das ganze Inzestverhalten aufkam. Die waren ja schliesslich alle miteinander verwand.
     
  6. Der alte Fritz

    Der alte Fritz Neues Mitglied

    Möglich, aber doch eher unwahrscheinlich. Das Inzestverhalten steigert zwar nachweislich das Risiko von einer rezessiven (natürlich erst recht einer dominanten) Erbkrankheit betroffen zu werden, aber die muss auch irgendwie in die Familie gekommen sein. Denn die Bluterkrankheit gab es ja auch schon in der Antike, die ist nicht erst in europäischen Königshäusern entstanden.

    edit: Ein Nachtrag: Konduktoren für die Bluterkrankheit sind Frauen, daher kann diese Affäre gar nicht die Bluterkrankheit da rein gebracht haben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. August 2004
  7. Marbod

    Marbod Mitglied

    Da hast du mich dann falsch verstanden. Mein Hinweis zielte ja daraufhin, dass die Bluterkrankheit nachweislich schon viel länger in den europäischen Adelshäusern vorhanden ist. Ihre starke Verbeitung ist aber wohl am besten durch das Inzestverhalten der Häuser untereinander zu erklären!
     
  8. Der alte Fritz

    Der alte Fritz Neues Mitglied

    Achso, dann muss ich dir recht geben, das stimmt.
     
  9. Philipp August

    Philipp August Gesperrt

    Man kann es so sagen: Je näher die Verwandtschaft, desto höher ist das Risiko, dass ein abnormales Merkmal auftritt (Habsburger Lippe etc.).
     
  10. Walram

    Walram Gast

    Zu diesem Thema möchte ich noch eine andere Seite empfehlen.
     
  11. OlgaNikolajevna

    OlgaNikolajevna Neues Mitglied

    Das stimmt zwar, dass Frauen die Konduktorinnen sind, aber bluterkranke Männer, geben das Gen an ALLE ihre Töchter weiter!

    Ich habe das mit dem seitensprung übrigens auch schon mal gelesen, und finde dass das sehr gut möglich sein könnte. Schließlich muss die Bluterkrankheit ja irgendwo herkommen und anscheinend ist sie vor Queen Victoria niemals in den eurpäischen Herrscherhäusern aufgetreten, was vermuten lässt, das sie von außerhalb kam. Angeblich hat Victorias Mutter diesen Seitensprung begangen, um die britische Thronfolge zu retten.
     
  12. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Natürlich. Dieses grosse Opfer hat die arme nur für ihr Land gebracht.
    Es muss qualvoll gewesen sein, sich für England hinzugeben.
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Eigentlich ist die gealterte Vicky ganz das Abbild ihres legitimen Vaters.
     

    Anhänge:

  14. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    :oops:
    gewährt https://de.wikipedia.org/wiki/Hämophilie#Geschichte.

    Victoria selbst hat das, wie Pemberton [1] schreibt, weit von sich gewiesen und die Ursache in der Familie ihres Ehemanns Albert gesucht...

    Natürlich schossen noch weitere Theorien ins Kraut. Um 1938 wurde z.B. propagiert, "höchstwahrscheinlich" sei des Übels Wurzel "in einer Gen-Mutation in einem Zellkern in einem der beiden Hoden von Eduard, Herzog von Kent, Victorias Vater, im Jahre 1818" zu suchen. [2]


    [1] Stephen Pemberton: The Bleeding Disease. Baltimore 2011, S. 33.
    [2] S. 45 (leider ohne Abbildung).
     
  15. Gangflow

    Gangflow Aktives Mitglied

    Ich weiß nicht, ob dieser Ratschlag auch heute noch den jungen Bräuten von ihren Müttern gegeben wird:

    "Just close your eyes and think of England!"
     

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