Quico Sabate...wie seht ihr das?

Da regierte die Spanische Republik eine rechtsgerichtete Koalition, die Oktober 1934 in Asturien einen Generalstreik blutig niederschlagen ließ. Der agierende General war ein gewisser Francisco Franco, die Truppen, die für die Niederschlagung eingesetzt wurden, Regulares, also marokkanische Kolonialtruppen.
Aus Sicht der Republik - bzw. deren nationalkatholischer Regierung zu diesem Zeitpunkt - war die Niederschlagung des Generalstreiks sicherlich rechtskonform, da dieser von linksextremistischen Gruppen als Beginn einer Revolution gesehen wurde. Allerdings war dieser Arbeiteraufstand auch wiederum eine Reaktion auf Maßnahmen der nationalkatholischen Regierung, die nach einem faschistischen Staatsstreich aussahen, insbesonders Kriegsminister Gil-Robles wurde als "spanischer Dollfuß" angesehen. Wenn man so will, begann der spanische Bürgerkrieg nicht mit dem Putsch vom Juli 1936, sondern bereits Jahre früher (und damit meine ich nicht die Niederschlagung des Generalstreiks Oktober 1934. Bereits in der Semana Trágica (tragische Woche) in Barcelona hatten sich 1909 bereits dieselben Gräben aufgetan, die auch 1934 und dann 1936 bis 1939 eine Rolle spielten. Die Spaltung Spaniens in ein sozialistisches und anarchosyndikalistisches Lager auf der einen und ein nationalkatholisches Lager auf der anderen Seite mit wenig bürgerlich-Liberalen dazwischen hatte sich schon im 19. Jhdt. vollzogen (auch wenn da noch andere Friktionen eine Rolle spielten, etwa die zwischen konstitutionellen Monachisten (Isabelinos, nach Isabel II. (1830 - 1904, r. 1833 - 1868)) und absoluten Monarchisten (Carlistas/Tradicionalistas), oder - nach 1868 - zwischen Monarchisten und Republikanern, wobei viele frühere Isabelinos ins zuvor verfeindete carlistische Lager wechselten) und Gewaltausbrüche waren gewissermaßen die Ausbrüche eines dauerhaft schwelenden Konflikts. Der Carlismo besteht im Übrigen bis heute, da die heute sich im amt befindlichen Bourbonen auch auf die Isabel II. zurückgehen (Isabel II. > Alfonso XII. > Alfonso XIII. (1931 zurückgetreten) > Juan de Borbon y Battenberg (niemals König aber Vater von) > Juan Carlos I. > Felipe VI.) und die Carlistas nach wie vor ihren Prätendenten als rechtmäßigen König Spaniens sehen: Sixto Enrique de Borbón-Parma, wobei es eine weitere carlistische Linie gibt, die aber noch seltsamer ist, da der betreffende Prätendent eigentlich ein linksradikaler ist. Carlos Javier de Borbón-Parma erhebt allerdings auch keine Thronansprüche, wie sein rechtsradikaler Vetter Sixto Enrique, der allerdings die Legitimität seines Cousins auch bestreitet, dieser enstamme einer morganatischen Ehe... De facto hat der Carlismo in Spanien heute nur noch wenige tausend Anhänger, aber im 19. Jhdt. war er in Spanien weit verbreitet, wobei es da unterschiedliche Gründe gab, die von religiös bis ökonomisch reichten, z.B. war der Carlismo unter den Basken stark verbreitet, weil die liberale Verfassung ihre mittelalterlichen Zollprivilegien aufhob, der traditionalistische Carlismo ihnen aber den Erhalt der fueros versprach. Die Guerras Carlistas waren zwei bzw. drei Bürgerkriege, die im Spanischen des 19. Jhdts. zwischen konstitutionellen und absolutistischen Monarchisten bzw. zwischen Monarchisten und Repulikanern geführt wurden und Karlisten kämpften auch im Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 mit.
Also langer Exkurs, kurzer Sinn: Politische Gewalt hatte in Spanien eine traurige Tradition und ihre Wurzeln bereits im 19. Jhdt. 1934 brach sich das Bahn und kostete ca. 1.500 anarchistische und sozialistische Arbeiter - die sich allerdings auch bewaffnet hatten und eine Rote Armee ins Leben gerufen hatten - das Leben, ca. 20.000 fanden sich in Gefängnissen wieder, wo noch ca. 200 durch Folter starben. (Die Zahlen variieren.)
Der Generalstreik war im Übrigen in ganz Spanien ausgerufen worden, aber Asturien war der einzige Ort, wo anarchistische und sozialistische Gewerkschaften zusammenwirkten. Die Gründung der Roten Armee in Asturien war auch ein Resultat dessen, dass den Parteiführern und Gewerkschaftsführern von PSOE (Partei) und UGT (Gewerkschaft) die Juventudes Socialistas (JJSS) außer Kontrolle gerieten. Während der Kämpfe kamen ca. 200 bis 300 Sicherheitskräfte (Soldaten, Polizei) ums Leben und 33 oder 34 Priester wurden ermordet.
Danke für diesen aufwendigen Exkurs, der die uns oft gar nicht bewussten Bruchlinien der spanischen Gesellschaft aufzeigt, die mehr als 200 Jahre zurückreichen und dennoch bis heute fortwirken.

Wir sind oft verleitet, durch die uns offensichtlichen modernen Entwicklungen und die faszinierende liberale Zeitungslandschaft im Spanien des 19. und 20. Jahrhunderts diese Grundströmungen auszublenden.

Zurück zur Francesc Sabeté Llopart: Das Bedürfnis nach unreflektierter Heroisierung, das ich auch in der Rezeptionsgeschichte der linken Ikone Che Guevara wiederfinde, ist ein psychopathologisches und auch geschichtlich relevantes Phänomen der Zeit.
 
Zurück zur Francesc Sabeté Llopart: Das Bedürfnis nach unreflektierter Heroisierung, das ich auch in der Rezeptionsgeschichte der linken Ikone Che Guevara wiederfinde, ist ein psychopathologisches und auch geschichtlich relevantes Phänomen der Zeit.
Ich für mich persönlich kann hier keine!!! positive Bewertung seiner Person abgeben. Ein Anarchist und ein Mörder ( Erschießung eines kom. Offiziers), kann für mich kein "Robin Hood" sein. Schon die Bewertung der Anarchisten im Spanien der damaligen Zeit ist meinerseits nicht positiv belegt. Hier werden im Prinzip "Systemkämpfe" zwischen verschiedenen Vorstellung der Gesellschaftsordnungen ausgetragen. Letztlich finden die immer auf dem Rücken von Teilen der Gesellschaft statt.
 
Und natürlich eines: Francesc Sabaté Llopart ist nicht der Robin Hood Spaniens, die Mythisierung ist eher abstoßend. Er war ein Mörder, der seine Taten mit seiner anarchistisch-syndikalistischen Ideologie begründete, aber zu allen Zeiten die Grenze des legitimen Widerstands überschritten hatte.

Es sagt manches über eine linke Sehnsucht nach Heldenverehrung aus, genau so dunkel wie die deutschtümelnde Ideologie der Rechten.
Das hier gibt es in etwa wieder!
 
„Robin Hoods“ gibt es – wie auch den „echten“ Robin Hood – wohl nur in der Sage.

In der Realität scheitert ein vermeintlich selbstloses „den Reichen nehmen, den Armen geben“ bereits daran, dass „Robin“ und seine Leute ihr eigenes Leben und ihre Aktivitäten ja auch irgendwie finanzieren müssen, also einen Teil des Genommenen durchaus selbst einbehalten. Das macht die Abgrenzung zu „normalen“ Räubern, die rauben, um davon zu leben, bereits schwierig.

Außerdem geht das praktisch nicht ohne „Kollateralschäden“, die dann mal schnell nach dem Motto „Wo gehobelt wird, fallen Späne“ beiseite gewischt werden.

Man denke nur an das „Original“: Wenn Robin Hood und seine Gefährten einen Geldtransport des Sheriffs oder eines Abtes oder von einem sonstigen „bösen“ „Reichen“ überfallen, lässt es sich kaum vermeiden, dass der Geleitschutz verletzt oder gar getötet wird. Was ist mit diesen Menschen, die vielleicht nicht einmal eine Wahl haben, weil sie lehensrechtlichen Verpflichtungen nachkommen?
Heute sind das z.B. Polizisten und Wachpersonal – oder gänzlich Unbeteiligte, die ins Kreuzfeuer geraten. (Bei Banküberfällen können neben Bankangestellten auch zufällig anwesende Bankkunden verletzt oder getötet werden, oder bei einem Überfall auf einen Geldtransporter zufällige Passanten.)

Und wer trägt eigentlich letztlich den Schaden? Wenn Robin Hood und seine Gefährten einen Adligen oder Abt ausrauben, wird der sich dann mit dem finanziellen Verlust abfinden oder wird er von seinen Untertanen einfach noch mehr herauspressen?

Über all das sollte man mal nachdenken, ehe man sich einer unkritischen Verehrung vermeintlicher „Helden“ hingibt.
 
Ich für mich persönlich kann hier keine!!! positive Bewertung seiner Person abgeben. Ein Anarchist und ein Mörder ( Erschießung eines kom. Offiziers), kann für mich kein "Robin Hood" sein. Schon die Bewertung der Anarchisten im Spanien der damaligen Zeit ist meinerseits nicht positiv belegt. Hier werden im Prinzip "Systemkämpfe" zwischen verschiedenen Vorstellung der Gesellschaftsordnungen ausgetragen. Letztlich finden die immer auf dem Rücken von Teilen der Gesellschaft statt.
Dass die spanische Republik im Bürgerkrieg noch fast drei Jahre nach dem Putsch durchhielt, gleicht eigentlich fast einem Wunder und lässt sich nur dadurch erklären, dass die Industriestädte lange in der Hand der Republik blieben, dort der Putsch von Militärs und Faschisten zunächst scheiterte:
  1. bei den Militärs lag die (logischerweise) militärische Expertise, der überwiegende Teil der Militärs stand auf der Seite der Putschisten, lediglich die Marine blieb zu großen Teilen republiktreu
  2. die demokratischen Nationen hielten sich an den Nichteinmischungspakt, wohingegen Franco sich schnell die Unterstützung Hitlers und Mussolinis sicherte (der Witz dabei ist, Franco sicherte sich die Unterstützung Hitlers, dabei wussten die Putschisten bis zum Vorabend des Putsches nicht einmal, ob Franco beim Putsch mitmachen würde)
  3. Wenn es nicht, wie in Madrid oder Barcelona, gelang, die Kasernen zu stürmen, dann hatten die republikanischen Milizionäre oft nur völlig veraltetes Waffenmaterial, alte Jagdgewehre etwa.
  4. Die Sowjetunion unterstützte die Republik gegen 510 t spanisches Gold. Sie lieferte dafür Waffen, auch Panzer, aber oft veraltetes Material und die gelieferten Waffen waren nicht aus einem Guss, was zu logistischen Problemen führte, unterschiedliche Kaliber, unterschiedliche Munition. Pro fünf bis zehn Mann gab es eine Handgranate, die oft nicht funktionierten.
  5. Auf der republikanischen Seite war es so, insbesondere bei den trotzkistischen und anarchistischen Milizen, dass sie teilweise ohne Waffen an die Front fuhren, um dort die Waffen ihrer in Fronturlaub gehenden oder gefallenen/verwundeten Kameraden (oder in diesem Falle Genossen) zu übernehmen, oft waren pro Waffe nur wenige Schuss Munition vorhanden.
  6. Die Sowjetunion ließ sich ihre Waffenlieferung nicht nur mit den spanischen Goldvorräten bezahlen, sondern auch mit Einflussnahme. Die bis 1936 unbedeutende kommunistische Partei (PCE) wurde im Verlauf des Krieges immer wichtiger. Strategisches Ziel Stalins, durchgesetzt von Politkommissaren war dabei, die Trotzkisten und Anarchisten zu schwächen. Es gab also auf der republikanischen Seite einen Bürgerkrieg im Bürgerkrieg. In diesem Kontext ist die Erschießung des kommunistischen Offiziers durch Sabaté zu sehen. Der Vorwurf, dass die Komunisten die Anarchisten mit Absicht schlecht bewaffnet in die härtesten Kämpfe schickten, um sie zu dezimieren, war vermutllich nicht bloß eine irre Verschwörungstheorie, sondern Tatsache.
  7. der frz. Kommunist André Marty, ein Stalinist, wie er im Buche steht, und Chef der Internationalen Brigaden, ließ tw. marxistische Freiwillige (die Internationalbrigadisten waren ja alle Freiwillige), die ihm missfielen, "standrechtlich" erschießen. Wegen geringer und teilweise auch nur eingebildeter Vergehen.
  8. die deutsch-jüdische/deutsch-französische Anarchistin Simone Weill, die sich an der Aragón-Front den Truppen Buenaventura Durrutis angeschlossen hat, zeichnet auch kein besonders positives Bild von den Verhältnissen in der von Durruti geführten anarchistischen Miliz, mal abgesehen vom Machismo, der in Barcelona überwunden zu sein schien - Frauen in die Küche, Männer an die Front -, scheint Durruti seine Männer auch mit waghalsigen, aber militärisch sinnlosen Aktionen verheizt zu haben. (Wahrscheinlich war es für die anarchistischen Milizen am Ende gar nicht schlecht, dass Durruti sich in Madrid beim Aussteigen aus seinem Wagen selbst erschoss. Obwohl natürlich das anarchistische Wesen, alles basisdemokratisch zu entscheiden, in der Bürgerkriegssituation ziemlich konrtaproduktiv war. )
(Zusammenhang mit dem ZItat oben: Punkte 6 bis 8)
 
Die Geschichte des Bürgerkriegs ist sehr blutig. In jedem Dorf, in jeder kleinen Stadt gibt es Familien die auf Seite der Republik und andere die auf Seiten der Aufständischen waren. Und überall die Stellen wo Hinrichtungen stattfanden.

Es gibt ein lesenswertes Buch des französischen Schriftstellers Georges Bernanos, der bei Beginn des Bürgerkrieges auf Mallorca lebte: "Les Grands Cimetières sous la Lune". Er schildert wie nach der Machtübernahme der Putschisten Lastwagen um Lastwagen mit gewerkschaftlich organisierten Landarbeitern zur Erschießung gefahren wurden.


Oder denkt an die Ermordung von Federico García Lorca, ermordet nur weil er anders dachte.

Diese Ereignisse, und die gesellschaftlich noch heute sicht- und spürbare Arroganz der besitzenden Schichten, sind nicht vergessen.

Genau so aber auch nicht die Morde an Geistlichen und Nonnen, oder die Geiselerschießungen auf republikanischer Seite.

Die Glorifizierung des Verbrechens und der Verbrecher, durch die europäische Linke, ist in keinerlei Hinsicht aufgearbeitet.

Das war bei uns Schullektüre:
 
Zuletzt bearbeitet:
  1. Die Sowjetunion unterstützte die Republik gegen 510 t spanisches Gold. Sie lieferte dafür Waffen, auch Panzer, aber oft veraltetes Material und die gelieferten Waffen waren nicht aus einem Guss, was zu logistischen Problemen führte, unterschiedliche Kaliber, unterschiedliche Munition. Pro fünf bis zehn Mann gab es eine Handgranate, die oft nicht funktionierten.
  2. Auf der republikanischen Seite war es so, insbesondere bei den trotzkistischen und anarchistischen Milizen, dass sie teilweise ohne Waffen an die Front fuhren, um dort die Waffen ihrer in Fronturlaub gehenden oder gefallenen/verwundeten Kameraden (oder in diesem Falle Genossen) zu übernehmen, oft waren pro Waffe nur wenige Schuss Munition vorhanden.
Hier würde ich jetzt die Frage stellen:

Ist das etwas, was sich über den ganzen Krieg hinweg beobachten ließ oder eher ein Phänomen der Anfangsmonate? Denn da die Industriekapazitäten ja zu großen Teilen in den Händen der Republik blieben, sollte man ja meinen, dass es möglich hätte sein müssen die Produktion von Gewehren, Gewehrpatronen, Handgranaten, ggf. auch Maschinengewehren anzuwerfen und sukzessive hinreichende Bestände aufzubauen und die Kaliber zu vereinheitlichen.

Großkalibrige Artillerie, Panzer und Flugzeuge, sind da sicherlich nochmal ein anderes Thema, wobei ich Panzer da nochmal rausnehmen würde.
Damit, dass die sowjetischen BT-Serien veraltet waren (Material aus den 1920er Jahren), hast du insoweit recht, als dass die Sowjets mittlerweile zur Produktion anderer Typen übergegangen waren, auf der anderen Seite waren aber auch die italienischen "Carro Veloce 33" bzw. "L 3/33" und der "Panzerkampfwagen I", die den Franquisten zur Verfügung standen leichte Panzer (der "Panzerkampfwagen I wurde 1937 aus der Produktion genommen, kann also für die beiden letzten Jahres des Bürgerkriegs eig. auch aus Auslaufmodell gelten).

Bewaffnung dieser Fahrzeuge mit MGs als Hauptwaffe oder allenfalls als Varianten leichter Kanonen, war eigentlich, was die Feuerkraft betrifft durchaus ähnlich, der "Panzerkampfwagen I" war etwas stärker gepanzert, als der sowjetische BT-5, dafür erreichte das sowjetische Modell allerdings wohl höhere Spitzengeschwindigkeiten.
Die italienischen Modelle waren wohl vergleichbar dem sowjetischen BT-5 bewaffnet und gepanzert, aber deutlich schwächer motorisiert.


Der Vorteil der Franquisten, was das schwere Gerät angeht, dürfte vorwiegend bei Luftwaffe und Artillerie gelegen haben, wobei Artillerie natürlich insbesondere ohne hinreichende Zahl an Zugmaschinen (den Selbstfahrlafetten im großen Stil waren das ja noch nicht), im Gelände natürlich nur sehr langsam zu bewesen ist.
In Anbetracht dessen und der Geländeschwierigkeiten auf der iberischen Halbinsel und der Ausdehnung der Landmasse, finde ich es insofern gar nicht sooooo verwunderlich, dass sich die Republik 3 Jahre lang hielt.
 
"Panzerkampfwagen I" war etwas stärker gepanzert, als der sowjetische BT-5, dafür erreichte das sowjetische Modell allerdings wohl höhere Spitzengeschwindigkeiten.
Nein bei Wiki sind zwar gleiche Panzerstärken ( 8-13mm/6-13mm) angegeben, aber die BT-Serie ist hier doch im etwas besserem Bereich.
Der "Panzer I" ist für nicht mehr als zur Übung geeignet. Die Spanier haben den später mit einer 20mm Kanone ausgerüstet, das hat aber nichts daran geändert das dieser Typ nicht kampftauglich war.

Das Problem des Panzereinsatzes in Spanien war eher taktischer und ausbildungstechnischer Natur. Aber das geht hier nun doch zu weit vom Thema ab, sorry.
 
Hier würde ich jetzt die Frage stellen:

Ist das etwas, was sich über den ganzen Krieg hinweg beobachten ließ oder eher ein Phänomen der Anfangsmonate? Denn da die Industriekapazitäten ja zu großen Teilen in den Händen der Republik blieben, sollte man ja meinen, dass es möglich hätte sein müssen die Produktion von Gewehren, Gewehrpatronen, Handgranaten, ggf. auch Maschinengewehren anzuwerfen und sukzessive hinreichende Bestände aufzubauen und die Kaliber zu vereinheitlichen.
Waffenmangel gab es bei den Republikanern den ganzen Krieg über, aber zu beginn des Putsches war es in der Tat sehr schwierig die "Milizen" zu bewaffnen. Später war die Problematik nicht ganz so schwierig.
 
Die Sozialromantiker unter den internationalen Reportern und Kämpfern schildern, dass nach den ersten Monaten, wo in Barcelona oder Madrid die Klassengegensätze aufgehoben waren und ein gewisses Chaos herrschte, mit zunehmender Militarisierung der Streitkräfte (unter kommunistischer Ägide) das revolutionäre Element immer mehr verschwand und die alten Klassengegensätze wieder da waren ODER sich neue gebildet hatten.
 
Wikipedia schreibt im Artikel zu Juan Negrín:

Im September 1936 wurde Negrín im Kabinett von Francisco Largo Caballero, an dem neben Sozialisten und Kommunisten auch Liberale, Republikaner, und Anarchisten beteiligt waren, zum Finanzminister ernannt.​
Die Anhänger der Volksfront, also der Zusammenarbeit der Sozialisten mit den Kommunisten, die bis dahin im republikanischen Spanien eine untergeordnete Rolle spielten (der kommunistische Partido Socialista Unificado de Cataluña (PSUC) hatte zu Beginn des Bürgerkriegs weniger Mitglieder als der linksmarxistische POUM), lehnten den von Francisco Largo Caballero angestrebten Weg einer sozialistischen Revolution ab und wollten unter dem Einfluss von Stalins Volksfront-Strategie den bürgerlichen Staat in Spanien restaurieren. Dabei standen ihnen die anarchosyndikalistische Gewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo (CNT), die anarchistische Federación Anarquista Ibérica (FAI) und der linksmarxistische POUM, die in Katalonien und insbesondere in Barcelona eine echte Machtposition besaßen, im Wege. Die Kommunisten begannen, den POUM als trotzkistische Partei und als Unterstützer von Hitler und Mussolini monatelang zu diskreditieren. Negrín mischte dabei durchaus mit, indem er in einer Zeit, als es faktisch keinen Grenzverkehr gab, die ihm unterstellte Zahl der Carabineros, Zoll- und Grenzschutzbeamten erheblich ausweitete und sie an die Grenze schickte, um die Milizen der POUM und der CNT/FAI zu entwaffnen.​
Im Mai 1937, nach den Maiereignissen von Barcelona, ernannte Präsident Manuel Azaña Negrín zum Premierminister in der Hoffnung, die republikanischen Kräfte der Gewerkschaften UGT und CNT und der Anarchisten mit denen der Bourgeoisie und der Mittelschicht zu versöhnen, um die revolutionäre Bewegung zu beenden und eine Kriegswirtschaft einzurichten. Unter dem Druck seiner kommunistischen Koalitionspartner wurden die revolutionären Errungenschaften weitgehend liquidiert. All dies geschah in der Absicht, den Spanischen Bürgerkrieg so lange hinzuziehen, bis der von Negrín als unausweichlich angesehene Zweite Weltkrieg begonnen hatte, obwohl das Münchner Abkommen Hoffnungen auf eine baldige Hilfe von außen enttäuschte.​
 
Die Sozialromantiker unter den internationalen Reportern und Kämpfern schildern, dass nach den ersten Monaten, wo in Barcelona oder Madrid die Klassengegensätze aufgehoben waren und ein gewisses Chaos herrschte, mit zunehmender Militarisierung der Streitkräfte (unter kommunistischer Ägide) das revolutionäre Element immer mehr verschwand und die alten Klassengegensätze wieder da waren ODER sich neue gebildet hatten.
Das allein auf die Kommunisten zu schieben greift zu kurz. Auch die bürgerlichen und sozialdemokratischen Kräfte auf republikanischer Seite wollten eine Eindämmung der revolutionären Bewegung. Und der Umwandlung bzw Eingliederung der Arbeitermilizen in eine nationale Armee (mit militärischer Subordination und allem drum und dran) stimmten letztendlich sogar anarchistische Kommandeure wie Buenaventura Durruti zu, da das erwähnte Chaos, die mangelnde Organisation und Ausbildung bei allem revolutionären Elan hinderlich bei der Kriegsführung war.
 
Zurück
Oben