Sabu-Scheibe

Wenn es kein Meisterstück eines Gesteinsschnitzers sein soll, gibt es kaum einen Grund für ein so dünnwandiges Produkt. Ein metallenes Vorbild wäre denkbar.
Fakt ist: Das Ding existiert. Es befand sich im Grab eines Beamten. Also wird es einen Grund für dieses Produkt gegeben haben. Es wird eine Funktion gehabt haben.
Ein Vorschlag von mir ist, dass es eine Art "primitiver" Öllampe war (siehe Bild). Da Stein sehr schwer in eine solche Form zu bringen ist, wäre diese "primitive" Öllampe wiederum ein herausragendes Objekt.
 
Ich denke auch das die Sabu-Scheibe eine Art primitive Öllampe ist. Ich könnte mir vorstellen das diese Form einfach mehr Licht erzeugte, weil die Oberfläche größer war. Aber das müsste man mal mit einer Replik testen. Ansonsten hab ich gelesen das irgendwo mal eine perfekte Bohrung mit Splittern von Korund entdeckt wurde, das ja ziemlich hart ist. Vielleicht haben sie das z.B. mit Korund oder anderem extrem hartem Gesteinspulver so perfekt geschleift? Die vielen perfekten Steinschüsseln des Orients haben sie sicher auch nicht mit Holzlöffeln geschnitzt. Und auch die fein bearbeiteten alten Stelen aus der 1. Dynastie müssen ja irgendwie hergestellt worden sein.
Vermutlich brauchten die Völker schon sehr viel länger derartige Lichtquellen um ihre dunklen Hütten zu beleuchten und Schleifmaterial um Stein in Form eines Behälters zu bringen.
 
Schluffgesteine werden eine Härte von 3 bis 4 (von 10 nach Mohs) erreichen. Das sollte sich mit allerlei bearbeiten lassen.

Solche Objekte aus Stein, was auch immer die Funktion war, werden sicherlich Luxus gewesen sein, eben weil schwer zu formen. Bei Keramik hingegen ist das relativ leicht und mit sehr viel weniger Aufwand herzustellen. Man sollte also nicht davon ausgehen, dass die Menschen solche Objekte massenweise aus Stein herstellten, wo doch Keramik sehr viel einfacher herzustellen war.
 
Vielleicht nicht so schöne Objekte wie die Sabu-Scheibe, ich meinte eher einfache Formen. Jedenfalls bin ich immer wieder überrascht mit welcher Feinheit die Ägypter schon ihre frühen Reliefs hergestellt haben.
 
Das Auge ist ja sprichwörtlich mit, daher dürfte sich der Pharao ,mit einem schnöden Brotlaib nicht beköstigt worden sein ergo scheint mir hier eine Backform vorzuliegen( vlt. nur für die Hoheit daher gibt es keine weiteren Formen(?)
 
Das Auge isst ja sprichwörtlich mit, daher dürfte der Pharao nicht mit einem schnöden Brotlaib beköstigt worden sein, ergo scheint mir hier eine Backform vorzuliegen (vlt. nur für die Hoheit daher gibt es keine weiteren Formen(?)

Dein ergo suggeriert eine Schlussfolgerung, die so alles andere als zwingend ist.

Deine These krankt zudem an mindestens zwei Dingen:
  1. die Sabu-Scheibe scheint nicht sehr praktisch für eine Brotform zu sein. Rein Praktisch gedacht: Wie sollte man das Brot daraus bekommen, ohne es zu zerreißen?
  2. die Sabu-Scheibe wurde in keinem Pharaonengrab gefunden, sondern in dem des namensgebenden Beamten Sabu. (Jetzt wirst du sicher damit kommen, dass Sabu der Sohn des Pharao gewesen sei, das ist aber keineswegs gesichertes Faktum, sondern auch nur eine Hypothese.)
Sorry, da finde ich bei dem Gegenstand fast schon die Prä-Astronautiker Thesen plausibler (und das will was heißen).
 
Wie sollte man das Brot daraus bekommen, ohne es zu zerreißen?
Den Teig auf die Form legen
teig-ausgerollt-333848330.jpg

Und zwar so rum

OIP-4233772961.jpg

Die Laschen an den Seiten sind dabei hilfreich aus dem runden Teig ein BnBen Brot zu formen.

2293cb7dbeff2f1299475adc81c77b528be4c2c1-1400x984-547417007.jpg
 
Frage:
Warum sollte dann Siltstein verwendet werden?
Die Anwendung zum Brotbacken ist bei diesem Sedimentgestein mit Risiken verbunden, da ein Fehler in der Temperatursteuerung oder auch zu schnelles abkühlen den Stein zerstört. Zudem denke ich nicht, das bei dieser relativ dünner Bearbeitung eine entsprechende Hitzeresistenz gegeben ist.
Ich halte eine solche Verwendung für ausgeschlossen!!!, sprich technisch nicht möglich!
 
Akio Kato hat 2022 eine Hypothese vorgelegt, dass die Sabu-Scheibe beim Maischprozess als eine Art Rührgerät benutzt wurde. Er spricht vom nach dem rumänischen Physiker Coandă benannten Coandă-Effekt.
 
...die Vertiefungen im Zentrum dieser "antiker Laiber" haben dann wohl einen anderen Grund .

Anhang anzeigen 25644
Nur so ganz nebenbei: Du hattest herumhypothetisert, dass das "Benbenbrot" mit der Sabu-Scheibe geformt worden sei - was völlig unpraktisch wäre und fern von jeder sinnvollen Handlung - als Besonderheit für den Pharao, damit der nicht dieselben ordinären Brotformen essen müsse, wie jeder andere Ägypter auch. Hier, auf dem Tisch ist zwar auch ein dreieckiges Brot zu sehen, aber jetzt willst du Vertiefungen in den Broten mit der Sabu-Scheibe erklären, nicht mehr die Dreiecksform. Du tust zwar so, als würdest du die alte Hypothese mit einem neuen Argument verteidigen, hast aber eigentlich längst die Ursprungshypothese stillschweigend verschoben. Dieses stillschwiegende Hypothesenverschieben machst du häufiger.
Hinzu kommt ein zweites: Wenn die Sabu-Scheibe als Brotbackform gedient hätte (was, wie gesagt, vollkommen abwegig ist), damit der Pharao nicht dasselbe schnöde Brot wie seine Untertanen hätte essen müssen (was dann letztlich nur ein sehr fauler Inszenierungstrick gewesen wäre), dann wäre das hier präsentierte Foto ein schlechter Beleg dafür. Das Foto stellt Gegenstände aus dem Grab von Kha und Merit dar. Kha war Schreiber und Aufseher der Arbeiten im Tal der Könige.
Und noch ein drittes: Die Sabu-Scheibe stammt aus der 1. Dynastie. Sabu starb irgendwann um 2900 v. Chr. Kha war Beamter in der 18. Dynastie. Er starb irgendwann zwischen 1390 und 1340 v. Chr. Zwischen diesem Brottisch und der Sabu-Scheibe liegen also schlappe 1500 bis 1600 Jahre.
 
Zurück
Oben