Sah ein Knab' ein Röslein steh'n, Röslein in Laurins Garten

Den Merowingern dürfte das noch nicht gelungen sein, sonst hätten sie das Langobardenreich in den 150 Jahren Eroberungsversuchen geschafft, wie gesagt, zuletzt auch nicht mit byzantinischer Unterstützung. Den Karolingern aber ist es dann definitiv gelungen, was wahrscheinlich zu einem ersten kürzeren ahd. Rosengarten-Kampflied führte, ähnlich dem kürzeren älteren ahd. Hildebrandslied aus diesem Raum. Dieses Thema dürfte später in der mhd. DE aufgegriffen und weiterentwickelt worden sein. Da Brandsätze etc. in diesem Kontext nicht vorkommen, gehe ich von einer anderen (direkteren) Überwindung des Rosengartens aus.
Was hat "König Laurins Rosengarten" mit den Feldzügen der Merowinger gegen das Langobardenreich zu tun? Habe ich etwas verpasst? Quellen?
„Die Hagbefestigungen waren auch bei den Sarazenen bekannt, welche unter Anderem im Golf von St. Tropez in der Provence (Mitte des 10. Jahrhunderts) einen Berg mit dornigem Gebüsch derartig fest machten, dass sie von da aus ungestraft ihre Räubereien verüben konnten.“ (A. Demmin: Leipzig 1877, 299/300: Germanische Wälle. Hage, Gebücke). Damit sind solche Festungsanlagen schon längst bewiesen, die hier bislang von den Experten für Festungsbau bestritten wurden. Und was den Sarazenen gelang, konnten die Langobarden bereits zwei bis drei Jahrhunderte zuvor ebenfalls adaptiert und eingesetzt haben. In der mhd. DE wird dieser um 1200 als uneinnehmbare Feste mit Rosengarten dargestellt und soll 400 Jahre alt gewesen sein. Da solche Infos meistens von einem älteren Dokument abgeschrieben wurden, kann man auch von 450-500 Jahren ausgehen.
Du meinst das Fraxinetum? Die Festung oberhalb von La Garde-Freinet, Fort Freinet, wurde nach den archäologischen Ausgrabungen in den 1960er Jahren und 1980er ins 12. bis 16. Jahrhundert datiert, also nach der Rückeroberung des sarazenischen Fraxinetum durch die Grafen der Provence.
Philippe Sénac, Muslime und Sarazenen in Südgallien vom 8. bis zum 11. Jahrhundert , Sycomore, 1980, S. 47 , und „ Muslime in der Provence im 10. Jahrhundert “ in Geschichte des Islam und der Muslime in Frankreich vom Mittelalter bis zur Gegenwart , Albin Michel, 2006, S. 26

Aus einem Werk von 1877 zu zitieren, um etwas zu belegen, kann zu falschen Ergebnissen und großen Irrtümern führen. Doch da ein Rosengarten kein Gebück und keine Festung ist, ist es auch unerheblich, ob die Nervier, Römer, die Sarazenen, Provencalen, Franken oder die Langobarden ihre Festungen mit Annäherungshindernissen verstärkten.
Im dabei historisch-topographisch erwähnten Fall Castelfeder kommen natürlich nicht nur Brombeere und Heckenrosen vor, sondern auch Weißdorn, Schlehdorn, Mäusedorn, Felsenkreuzdorn, Felsenbirne, Felsenkirche, Hainbuche, Eiche, Esche etc. (aber keine Gartenrosen). Darauf geht die mhd. DE jedoch nicht eigens ein und würde in diesem Kontext wieder zu weit führen
Wenn du dich bei deiner Argumentation einerseits auf die Botanik stützen willst, sie andererseits als nebensächlich abtust und ignorierst, verwickelst du dich immer weiter in Widersprüche und Irrtümer. Wie du von der Gartenrose zum Dorngebüsch kommen willst, bleibt dein Geheimnis. Umberto Eco hat seinen Roman "Im Namen der Rose" genannt, genau in der Wortbedeutung, mit der vielfältige (historische, religiöse) Bedeutungen verknüpft sind, und nicht "Im Namen der Heckenrose".

"Stat rosa pristina nomine, nomina nuda tenemus (Die Rose von einst steht nur noch als Name, uns bleiben nur nackte Namen)" letzter Satz von "Im Namen der Rose" - Variation eines Hexameters aus Bernhard von Clunys De contemptu mundi (Von der Verachtung der Welt), 1.Hälfte des 12.Jahrhunderts.

"Während es Bernhard um die Vergänglichkeit aller irdischen Größe geht, bezieht der Schreiber in Ecos Roman sich auf die Flüchtigkeit menschlicher Existenz und das unaufhaltsame Verschwinden der realen Gegenwart in die nur noch erinnerte Vergangenheit. Zugleich spielt Eco auf ein Thema der mittelalterlichen Philosophie an: die Frage, ob sprachliche Begriffe (Universalien) eine eigenständige Realität haben, wenn es keine physisch existierenden Exemplare der von ihnen bezeichneten Gattung gibt. Der mittelalterliche Philosoph Abaelard benutzte das Beispiel, dass die „Rose“, auch wenn es keine Rosen gibt, weiterbestehe, aber nur als Name, das heißt als Wortbedeutung in der Sprache, nicht als Realität." wikipedia, Eintrag zum letzten Satz in Ecos Roman)

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Die älteste literarische Erwähnung dieser Verteidigungshecken ist jene von Caesar, gefolgt von den erwähnten Darstellungen in der mhd. DE als "Rosengarten" (Virginal, 1. H., 13. Jh.). Plinius könnte ebenfalls noch darauf eingegangen sein, was aber nicht überliefert ist. Vielleicht kennt jemand noch Quellen zwischen den ziemlich weit auseinander liegenden (1250 Jahre) beiden Quellen?
Was hat eigentlich das Goethe Gedicht mit jenen Rosengärten als Verteidigungshecken zu tun?

Gar nix, mein ich.
 
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