Sah ein Knab' ein Röslein steh'n, Röslein in Laurins Garten

Von Endidae nach Sublavio sollen es 24 Meilen sein. Nun liegt Castelfelder aber von Lajen 53 km entfernt, nicht 36. Die 40 km nach Trient (ebenfalls 24 Meilen) passen da schon eher. Im Übrigen liegt zwischen Castelfelder als Endidae ein Vermessungsfehler von einer ähnlichen Qualität vor, wie zwischen Augsburg und Epfach.
Hier hätte ich dann die methodische Nachfrage, warum du bei Augsburg - Abodiacum Epfach als Kandidat für Abodiacum so vehement abstreitest, obwohl das a) auf einer logischen Verkehrsachse liegt, b) in Epfach römische Anwesenheit über Jahrhunderte gut nachweisbar ist c) die Distanz annähernd stimmt und d) vom germanistischen Standpunkt her auch alles passt, mit dem Argument, dass die Distanz eben zu ungenau sei, dies aber bei der Entfernung Lajen - Castelfelder bzw. Castelfelder - Trient vollkommen ignorierst?

Geht es hier um den Rosengarten oder um die Streckenverläufe?
 
Geht es hier um den Rosengarten oder um die Streckenverläufe?
Hast ja recht, trotzdem sind es m.E. recht willkürliche Herangehensweise, wenn hier 4 km Messfehler ein Riesenproblem darstellen (mit dem Hodometer sollen die Römer ja genauestens gemessen haben), dort aber 20 km Messefehler schlicht ignoriert werden.
 
Wenigstens hättet ihr nach einer Woche die korrekte ältere märchenhaft verformte Vergleichsquelle heranziehen können, nämlich das: Dornröschen, dessen ältere bekannte literarische Bearbeitungen aus dem 16. Jh. stammen. Der frühere Verteidigungsring um eine Burg in Form des Rosenhags kommt hier noch deutlich zum Ausdruck. Dieser wird in dieser Zeit nicht mehr verwendet. Ältere verschlafene Burgruinen, wo der frühere Rosenhag inzwischen die Überreste überwucherte, könnte diese märchenhafte Variante animiert haben.​
Es scheint mir gut vorstellbar, dass verwunschen wirkende, von der Natur überwucherte Ruinen von Burgen, Schlössern oder Landgütern das Märchen beeinflusst oder sogar zu seiner Entstehung beigetragen haben. Es ist aber doch sehr fragwürdig, ob dabei konkrete, kreative Fortifikationsmaßnahmen aus uralter Zeit eine Rolle spielten.

Selbst wenn man wirklich Burgmauern in Einzelfällen durch Rosenhecken (oder anderes Buschwerk) ersetzt haben sollte, kann das eigentlich nicht derart effektiv gewesen sein, dass sich die Erinnerungen daran über Jahrhunderte hinweg hielten.
 
Bei Dornröschen glaube ich eher an eine Burgruine, einen Lost Place den die Natur sich wieder zurück geholt hat. Auf einer ungepflegten Brache wachsen zuerst Brombeeren.
 
Die Idee muss ja nicht von einem konkreten Gewächs abgeleitet worden sein. Ein überwuchertes, früher einmal imposantes Gebäude mag auch dann bestimmte Ideen oder Gedanken mit sich bringen, wenn da Löwenzahn, Brennnesseln oder alle möglichen anderen Pflanzen gedeihen.
 
Zurück
Oben