Sklaverei vor dem/ausserhalb des Einflusses der Europäer

Dieses Thema im Forum "Afrika" wurde erstellt von Lesezeichen, 23. Mai 2012.

  1. Lesezeichen

    Lesezeichen Neues Mitglied

    Ich denke Sklaverei gab es in Afrika schon immer - wie auch in Europa in Rom und Griechenland.
    Aber was ist mit Massensklaverei bei der die Menschen aus Afrika deportiert wurden?
    Was die Amerikaner angerichtet haben wird öfter mal angesprochen, aber was war bevor die Weißen nach Afrika kamen?
    Waren die Araber nicht schon da?
    Und wie konnten Araber/Weiße in großem Maße Afrikaner fangen und verschleppen ohne die Mitarbeit Einheimischer?
     
  2. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Nicht überall. Als die Portugiesen in Westafrika südlich der Sahara ankamen, gab es dort noch keine Araber.

    Dass die Europäer die Sklaverei von den Arabern übernahmen, ist ein Mythos. Unter den ersten "Gütern" die von den Seefahrern Heinrichs nach Portugal zurückbrachten, waren auch Sklaven.

    Kolumbus brachte auch gleich von seiner ersten Reise amerikanische Gefangene mit. Die spanische Krone verbat aber dummerweise die Versklavung von den Amerikanischen Eingeborenen (die man als christliche Untertanen haben wollte)*, so dass man auf Afrikaner als Ersatz zurückgreifen "musste." Das erfolgte auch bald nach der Entdeckung Amerikas.

    Zwischen Afrika und Amerika entstand schon im 16. Jahrhundert ein reger Sklavenhandel, an dem keine Araber beteiligt waren.

    So wie man es immer macht: Mit roher Gewalt.

    Dass man dann bei entsprechend anhaltender Nachfrage, auchoft Lokale Anbieter und Komplizen findet, liegt leider in der Natur des Menschen.


    *Encomiendas, Mitas und Yanaconas sahen der Sklaverei zwar verdammt ähnlich, waren es rechtlich aber nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Mai 2012
  3. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Im Buch des Senegalesen Tidiana N'Diaye klingt aber ganz anders. Er geht von einem regen Sklavenhandel der Araber und Berber seit dem 7. Jh. aus und kommt zu dem Schluß dass der muslimische Sklavenhandel verhehrender für Schwarzafrika war als der der Europäer.

    Tidiane N'Diaye: "Der verschleierte Völkermord - Die Geschichte des muslimischen Sklavenhandels".
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Mai 2012
  4. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    Wo würdest du die Grenze ziehen? Ich meine: ab wann wäre von Massenversklavung zu sprechen und bis wann noch nicht?

    Um ganze Massen über Jahrzehnte und gar Jahrhunderte einfangen und versklaven zu können, braucht man nicht nur das entsprechende Equiment (so makaber das auch klingen mag), sondern man braucht auch eine ziemlich seuchenfreie technisch unterentwickelte Gegend mit (krass gesagt) hoher Population. ((ja ich weiß: das klingt sehr kalt, merkantilistisch und inhuman - das aber waren die Sklavenjäger ja auch...))

    Könnte man nicht schon das röm. Imperium der Massensklaverei anklagen? Oder in Relation auch, da in bevölkerungsärmeren Gegenden "handelnd", die Wikinger?

    Was Schwarzafrika betrifft, so meine ich auch mich erinnern zu können, von Versklavung in größerem Stil durch Araber gelesen zu haben.

    Ein Kuriosum: der russische romantische Dichter Alexander Puschkin stammt vom "Mohren des Zaren" ab.
     
  5. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ich habe dieses Buch zwar nicht gelesen, aber von dessen Theorien gehört. Es deckt sich nicht mit dem, was ich aus anderen Quellen kenne.

    Die Berichte der Portugiesischen Seefahrer berichten von keinen Arabern südlich des Cabo Bojador, der in der heutigen Westsahara liegt, sondern nur noch eine spärliche Bevölkerung an Senhaja Berbern, die ab 1434 zu den ersten Sklaven wurden, die die Portugiesen verschleppten.

    Als die Sahara endete und der Golf von Guinea begann, gab es keine Berber mehr sondern Schwarzafrikaner, die zu den Wolof und den Mandinkas gehörten. Die Grenze ist der Cabo da Berberia, beginn der der Terra dos Guineus (Land der Schwarzen), an der Mündung des Senegal-Flusses. (http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Langue_de_Barbarie)

    Arabische Seefahrt gab es im Atlantik, Richtung Süden keine.

    Von einem lokalen Sklavenhandel in größeren Maßen wird nirgendwo berichtet, sehr wohl aber von einer dichten und relativ wehrhaften schwarzen Bevölkerung an der Küste.

    Wie soll der Sklavenhandel denn überhaupt stattgefunden haben und vor allem wofür?

    Das Sklaven im Grenzgebiet zwischen Sahara und Equatorialafrika gefangen und durch die Wüste verschleppt wurden, ist Tatsache. aber wieviele Menschen können das gewesen sein?

    In Amerika gab es bald nach der Eroberung Plantagen die Arbeitskräfte benötigten. Hatten die Berber oder die Araber in Nordafrika ähnliches? Der Nordafrikanische Sklavenhandel diente m.W. mehr der Lösegelderpressung. Wer dieses nicht erfüllen konnte, durfte vor Ort Arbeiten, in Steinbrüchen, Gärten oder Manufakturen. Einen massiven bedarf an Arbeitskräften gab es m.W. jedoch nicht.

    Der Menschenraub von Berbern und Tuareg ordnet sich eher im üblichen Frauen- und Kinderraub nomadischer Völker ein. Das ist zwar schlimm genug, jedoch keineswegs mit den Größenordnungen des transatlantischen Sklavenhandels zu vergleichen.

    Araber hat man dann erst wieder in Ostafrika vorgefunden, nördlich von Zanzibar.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Mai 2012
  6. Lesezeichen

    Lesezeichen Neues Mitglied

    Bekanntes Beispiel: Tippu-Tip.
    Seine Biographie ist wohl nicht auf Englisch übersetzt worden?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12. Dezember 2014
  7. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

  8. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die einzige Region im nicht-islamischen Afrika mit nennenswertem Sklavenhandel war nach den frühen Berichten der holländischen und portugiesischen Seefahrer die Goldküste, so mit den Zentren Elmina, Axim, Winneba, Acra.

    Die Frage ist sicher nicht, ob es hier und südlich Sklavenhandel gegeben hat, sondern in welchem Umfang. Mit den Dimensionen des atlantischen Sklavenhandels lassen sich die frühen Formen sicher nicht vergleichen.

    Die Quellen sind ohnehin spärlich und ungenügend für harte Aussagen, idR werden solche Abschätzungen nach dem sozio-ökonomischen Umfeld vorgenommen und als mehr oder weniger wahrscheinlich bezeichnet. Das Afrika der Subsahara wird somit geringe, vernachlässigbare Anteile zum arabischen Sklavenhandel beigetragen haben. Die kursierenden wilden Schätzungen stehen konträr zur schmalen Erkenntnislage. Wissenschaftlich breite Anerkennnung finden Schätzungen, dass max. 12 Mio. Sklaven zwischen 650 und 1900 transferiert wurden (überwiegend basierend auf den Arbeiten von Ralph Austen). Der gesamte arabische Sahara-Handel umfasste - Zahlen davor müssen niedriger gewesen sein - zwischen 4000 p.a. im 15. Jhdt., ca. 5.500 im 16., ca. 7.000 im 17. und 18. Jhdt. Das sollte etwas die Dimensionen auch im Vergleich zur Gesamtbevölkerung der Gebiete verdeutlichen.

    Quellen: Cambridge World History of Slavery III, 2011, daraus
    Rudolph T. Ware III, Slavery in Islamic Africa 1400-1800
    Ugo Nwokeji, Slavery in Non-Islamic West Africa 1420-1820
     
  9. Dog Soup

    Dog Soup Neues Mitglied

    W.E.B. du Bois spricht in seiner Geschichte der Sklaverei tatsächlich von einem weitverzweigten innerafrikanischen Netzwerk des Sklavenverkaufs durch Afrikaner, um den "Bedarf" an der Westküste decken zu können, der durch den Export nach Amerika ausgelöst wurde. Wegen dieser zunehmend um sich greifenden Ausrichtung der afrikanischen Wirtschaft auf die Versklavung anderer Afrikaner, so argumentiert duBois, hatte der Sklavenhandel auf den gesamten Kontinent Auswirkungen und nicht nur auf einzelne Regionen.

    Was die Araber angeht, sieht das Bild zwiespältiger aus, und ich würde auch sehr bezweifeln, dass das in absoluten Zahlen wirklich mit den Massenverschleppungen nach Amerika vergleichbar ist - zumal die Barbaresken, die berühmtesten arabischen Sklavenhalter, sich eher in Europa bedienten als in Afrika. Und übrigens nicht nur die:

    "The major source of demand for slaves came from the Mediterranean navies. Galleys powered by slaves formed the major component of the French, Spanish, Italian, and Turkish Mediterranean navies right down to the end of the seventeenth century and even later. (...) Despite the scruples of some, Russian and Greek Christians were bought and put to service in the French galleys. Experiments were also made with West African negroes and with Iroquois Indians. Both the latter were unsuccessful and the French finally relied for the bulk of their galley slaves on convicts (...). But the galleys were not the only source of employment for slaves (both in the Christian and the Arab world). Many were also used in domestic, and occasionally in agricultural, work as well."

    Peter Earle, "Corsairs of Malta and Barbary", 1970, S. 12-13.
     
  10. Ilhuicamina

    Ilhuicamina Neues Mitglied

    Ich kenne weder das Buch von Tidiane N'Diaye, noch habe ich mich jemals mit dem Thema beschäftigt, aber der (umstrittene!) Wiki-Artikel Arab slave trade - Wikipedia, the free encyclopedia erwähnt auch nur einen ostafrikanischen arabischen Sklavenhandel. Von daher ist die Abwesenheit von arabischen Sklavenhändlern in Westafrika einleuchtend. Der Artikel erwähnt noch drei Historiker, die, laut Artikel, für Zahlen zwischen 8 - 25 Millionen Opfern des arabischen Sklavenhandelns plädieren.

    Das sind angeblich

    Olivier Pétré-Grenouilleau (Olivier Pétré-Grenouilleau - Wikipédia)

    Paul Bairoch (Paul Bairoch - Wikipedia, the free encyclopedia)

    Luiz Felipe de Alencastro (Luiz Felipe de Alencastro ? Wikipédia, a enciclopédia livre)

    Das deckt sich offensichtlich nicht mit @Bdaian Deinen Kommentaren und ich bin einigermassen ratlos:confused:
     
  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das ist eine wenig geeignete Basis für Wikipedia.
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  13. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Das war Ibrahim Petrowitsch Hannibal, seine Tochter war Puschkins Großmutter mütterlicherseits. Hannibal war ursprünglich von Peter Tolstoi, Peters Gesandter in Konstantinopel gekauft worden. Der Zar, sein Pate fand Gefallen ab Hannibal, der seine Liebe für Drechselei und Seefahrt teilte und er avancierte bis zum General, fiel allerdings nach Peters Tod in Ungnade und wurde einige Jahre nach Sibirien verbannt, ehe er unter Elisabeth wieder zurückkehren durfte.
     
  14. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ich stelle nicht in Frage, dass es einen Arabischen Sklavenhandel gegeben hat und dass dieser Zeitweilig und Örtlich sehr intensiv war (Ostafrika).

    Die Behauptung, dass die Europäer lediglich in den arabischen Handel übernahmen, sind ist m.E. jedoch nicht haltbar, wenn man die Situation im Entstehungsbereich und Zeitraum sieht. An der Westafrikanischen Küste im 15. und 16. Jahrhundert gab es, nach belegbaren Zeugnissen, keinen Arabischen Sklavenhandel in den die Europäer hätten einsteigen können.

    Ich finde zudem die Zahlen mit denen Jongliert wird, ziemlich suspekt. Die Anzahl der über die See verschlepten kann man grob kalkulieren, da es Aufzeichnungen von Händlern und Behörden gibt. Es war eine Wahre und es wurde ordentlich Buch geführt, zumindest so lange es legal war.

    Wie kommt man jedoch auf belastbaren Zahlen für jene die in Zentralafrika von räuberischen Nomaden durch die Wüste verschleppt wurden? Das können nur gröbste Hochrechnungen sein. Und bei solch einer Grundlage halte ich die absoluten Behauptungen über die angeblich so viel größere Dimension des arabischen Handels, für vermessen.
     
  15. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Für den Senegal mögen diese Angaben auch stimmen. Der Senegal wurde vom islamisch dominierten Reichen im Norden (z. B. Reich von Ghana, Mali, Songhai) abgeschröpft, die die Sklaven über Timbuktu in den Magreb verschleppten. Der Einfluss reichte tief ins Landesinnere hinein. Die Sklavenmärkte von Timbuktu blieben den Europäern fast bis in die Gegenwart verborgen. Erst im 19. erreichten europäische Forscher die ihnen verbotene Wüstenstadt.
    Die Eliten jener Reiche waren weder Araber noch klassische Berber sondern teilweise Tuareg, teilweise muslimische Schwarzafrikaner. Der Menschenraub der Tuareg war auch für den Export in den Magreb bestimmt, der über Jahrhunderte Sklaven aus dem Süden importiere.

    Die Portugiesen schröpften hingegen die sogenannte Gold- Sklavenküste weiter südlich.
    Die Wasserscheide zwischen den Sklavenrouten der Portogisen und der Tuareg dürfte irgendwo im Senegal gelegen haben. Hier traten christlichen und islamische Sklavenhändler oder vielleicht eher ihre wie auch immer gläubigen Zwischenhändler in Konkurrenz. Hier hat tatsächlich der transatlanische Sklavenhandel tatsächlich den transaharischen abgelöst.

    Zur Entstehung der neuzeitlichen Sklaverei:
    Die Sklaverei entstand in Spanien und Portugal in der Zeit von Reconquista und Iquisition. Von ihnen übernahmen teilweise auch andere europäischen Nation die Sklaverei.
    Gefangene Muslime und Juden wurden in die Sklaverei. Mit den Heiden in Amerika und Afrika konnte man das gleiche tun. (1492 wurden das letzte maurische Reich auf der iberischen Halbinsel von den Spaniern erobert, im gleichen Jahr nahm Columbus Westindien für die Krone in Besitz. Das Vorgehen der Eroberer in alter und neuer Welt war weitgehend identisch.)
    Sehr deutlich wird dieser Zusammenhang am Beispiel der Insel Sao Tome vor der westafrikanischen Insel. Erst verschleppt die Portugiesen Juden auf die Zuckerinsel dann Afrikaner. In der Karabik und in Amerika ersetzen Afrikaner die rar gewordenen indianischen Sklaven.

    Zumindest auf den karabischen Insel führte die Versklavung durch die Spanier direkt zur Ausrottung der Ureinwohner. Aber wie du schon andeutest verlief dies in jeder Region und zu jeder Zeit etwas anders.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Mai 2012
    1 Person gefällt das.
  16. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Von allen europäischen Galeerenflotten hatten die Malteser den größten Prozentsatz an Sklaven auf ihren Ruderbänken. Das war auch verständlich, da die Insel einfach zu wenig bevölkert war um eine große Anzahl an Sträflingen hervorzubringen. Die Johanniter kauften allerdings keine Sklaven sondern fingen sie selbst von gekaperten muslimischen Schiffen. 1575 waren auf den Johannitergaleeren noch 40% freiwillige Ruderer und 60 % Sklaven, 1669 waren es schon 82 % Sklaven. als Napoleon die Insel übernahm lebten noch ca 2000 Sklaven auf Malta, obwohl Galeeren kaum noch im Einsatz waren. Sie erledigten sämtliche schweren körperlichen Arbeiten für die Ritter, wie Festungen bauen und Gräben ausheben.
    Frankreich mit seiner sehr großen Galeerenflotte versuchte schwarzafrikanische Sklaven zum rudern zu verwenden, da diese aber das Klima auf dem Meer nicht lange vertrugen, sehr schnell erkrankten und starben gab man es wieder auf. Die Sklaven auf ihren Galeeren waren meist Muslime aus Bosnien. Sie stellten aber gegenüber den französischen Sträflingen eine sehr kleine Minderheit dar und hatten gegenüber diesen einige Vergünstigungen. Sie durften sich in französischen Hafenstädten ziemlich frei bewegen und sich sogar auf der Galeere in der ruderfreien Zeit zum rauchen ins Beiboot begeben. Auf der Galeere selbst war Tabak rauchen, wegen der Brandgefahr strengstens verboten. Für die stets angeketteten Sträflinge erledigten sie kleine Botendienste und Einkäufe. Im Winter, wenn die Galeeren agetakelt waren, konnten die Sklaven kleine Buden im Hafen aufbauen in denen sie diverse Dienstleistungen ,wie Wahrsagerei anbieten oder kleinen Handel treiben konnten.
    Bei den Venezianern war der Einsatz von Sklaven bis zum Beginn des 16. Jh. auf den Galeeren untersagt, da diese vom Staat in erser Linie für den Einsatz auf den Zuckerrohrfeldern von Kreta und den Bergwerken z.B. auf Zypern vorbehalten waren.
    Auf osmanischen Galeeren ruderten Mitte des 17. Jh. fast ausschließlich Sklaven. Von 15 ,von den Maltesern gekaperten türkischen Galeeren ergibt sich eine Zusammensetzung der Nationalitäten der Rudersklaven
    56 % Russen, 10,9 % Venezianer, 8,1 % Polen, 7,6 % Ungarn, 5,9 % Griechen, %,2 % Dalmatier, 3,8 % Franzosen, 2,1 % Spanier, Portugiesen und 0,7 % Sonstige.

    Die Osmanen kauften von den Arabern hauptsächlich schwarze Eunuchen, die diese von Nichtmoslems, meist in Abessinien hatten kastrieren lassen.
     
    3 Person(en) gefällt das.
  17. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    das verleiht mancher Literatur wie Candide, Belphegor, Justine et Juliette oder Entführung aus dem Serail einen kleinen quasi-realistischen Hintergrund, d.h. den Literaten des 18. Jh. war der "afrikan." Sklavenhandel nicht gänzlich unbekannt
     
  18. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Der Transsahara-Handel aus dem Senegambia intensivierte sich wesentlich erst im 16. Jhdt, vgl. oben Ware III, S. 65. Dabei gab es Überlappungen des arabischen mit dem atlantischen Sklavenhandel für Senegambia seit dem 15. Jhdt. Speziell der arabische Sklavenhandel war dadurch geprägt, dass der Frauenanteil etwa doppelt so hoch war wie der der Männer. Das unterscheidet ihn auch von dem atlantischen Handel.

    Die angegebenen 12 Mio. sind professionelle Schätzungen, die eine gewisse Akzeptanz finden, so zB. auf der Conference for World Slavery, California University, 2004.
     

Diese Seite empfehlen