Spartanische Erziehung und Kindheit

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Anno, 31. Oktober 2006.

  1. Beowulf

    Beowulf Neues Mitglied

    Der Meinung bin ich auch. Ich kann mir nicht vorstellen das eine Flöte den Marsch angiebt, schließlich spielt sie durchgehend also ein Lied. Wie soll damit ein Takt vorgegeben werden?
    Wie groß war der Lärm denn in einer solchen Schlacht, oder, was machte denn Lärm?
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Wenn man sich ein mit 5000-10 000 Menschen besetztes Fußballstadion beim Anfeuern einer Mannschaft vorstellt, dann gewinnt man einen ungefähren Eindruck vom Geräuschpegel, den schon eine kleinere Schlacht hatte.

    Ordnungsrufe, Kampfgeschrei, das Stöhnen von Verwundeten und Sterbenden, das Klirren der Waffen ... all das machte das Getöse einer erbitterten antiken Schlacht aus. Wenn dann noch Kavallerie und Streitwagen hinzukamen, erhöhte sich noch der Kampfeslärm..
     
  3. hyokkose

    hyokkose Gast


    Ganz einfach, indem die Flöte ein Lied spielt, das in einem bestimmten Takt steht.
    Ein einigermaßen versierter Flötist ist in der Lage, nach Belieben einen Walzer, einen Marsch oder einen Tango zu spielen.






    Ich kann mir nicht vorstellen, wie in so einem Lärm ein Schiedsrichter, der nur eine winzig kleine Flöte zur Verfügung hat, sich Gehör verschaffen kann...
     
  4. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Der Flötist in der Phalanx ist aber Realität und wird verschiedentlich auf Vasenbildern u.ä. dargestellt. Welche andere Funktion könnte er haben, als z.B. Mut- und Trostspender? Viele andere Möglichkeiten - abgesehen vom Marschtaktgeber - bleiben da nicht.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Typisches Instrument für die moderne Militärkapelle sind doch Querflöten oder irrt der Kriegsdienstverweigerer da?
     
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Als "Gedienter" kann ich da nur zustimmen. Doch ohne das übrige Dschingderassa Bumderassa wäre allein die Flöte arg dünn gewesen!
     
  7. hyokkose

    hyokkose Gast


    Ich meinte doch nicht den Flötist in der Phalanx, sondern den Mann mit der winzig kleinen Flöte in einem mit 5000-10 000 Menschen besetztes Fußballstadion!
     
  8. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Da ist dir - wie immer - restlos zuzustimmen !!! :D
     
  9. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Auch andere Poleis betrieben diese Form der Euthanasie. Bloß entschied z.B. in Athen nicht der Staat sondern der Vater selbst ob er das Kind behielt oder zur Adoption freigab (wenn sich keiner des Säuglings erbarmte, wurde es auch ausgesetzt)
    Nur zur Erinnerung: gesamte Bevölkerung meint alle Spartiaten, also rund 2% der Spartaner (wobei in diese 2 Prozent mWn auch Frauen fallen, bleibt rund 1%). Ohne einen Sklavenanteil von rund 80% wäre das nicht möglich (und auch nicht nötig) gewesen.
    Mich wundert nur, warum die Spartaner Flöten zum Taktgeben nehmen und nicht Rhythmusinstrumente (was imho näher liegt). Erklärungen wären: Trommeln sind durch den Helm nicht zu hören, Flöten doch oder die Flöten hatten eine andere Aufgabe.
    Der Takt brauchte die Phalanx beim Marschieren um die Ordnung zu halten. Kampfeslärm gab es erst mit Feindberührung und dann war imho die Marschordnung relativ unwichtig.
     
  10. König Minos

    König Minos Neues Mitglied

    Aber es gab auch anderen Lärm wie schon genannt, Zurufe von Offizieren oder auch einen Art Kampfschrei, während sie sich bewegten, natürlich im Takt und von der Situation abhängig, auch in Verbindung mit Rhythmusinstrumenten durchaus möglich.
    Um dazu etwas zu sagen, falls man die Marschordnung aber aufricht erhielt, konnte man den Gegner einfach nieder walzen, zurückdrengen, aufspalten oder ein anderer wichtiger Aspekt wäre, wenn man dann als eine Wand, besonders bei den Spartaner, da stand, erniedrigte man die Moral der Feinde sehr stark.
     
  11. Beowulf

    Beowulf Neues Mitglied

    Aber alles erst während der Schlacht.
    Stimme voll und ganz zu.:yes:
     
  12. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Wichtig war, dass die Schlachtlinie nicht beim Ansturm (oder Angehen des Gegeners) auseinanderbrach, sondern wirklich eine Linie blieb. Zusätzlich sollte der Abstand zwischen den einzelnen Glieder möglichst konstant bleiben. Sobald Feindkontak einsetzt, drückten alle nach vorne, wenn einzelne Kämper schneller nach vorne gelangten als andere, so bedeutet dies eine Lücke in der gegnerischen Formation und war positiv. Hier versuchte jeder (relativ auf sich gestellt) nach vorne zu schieben um Druck aufzubauen und "niederwalzen, zurückdrengen, aufspalten", aber dazu war imho die Formation unnötig.

    Nochetwas: der Phanlanxkampf entstand bei innergriechischen Auseinandersetzungen, daraus können wir schlussfolgern, dass man ursprünglich nicht wie eine Wand da stand, denn wenn alle das gemacht hätten, wäre es nicht zur SChlacht gekommen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. April 2007
  13. König Minos

    König Minos Neues Mitglied

    Das bedeutet aber auch gleichzeitig eine Lücke in der eigenen Formation, wo also eine geschlossene Formation zu jeder Zeit wichtig ist. Und solche "einzelnen Kämpfer" hatten nicht lang Freude daran in den feindlichen Reihen ganz allein zu sein.
     
  14. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Das mit der Freud mag stimmen, außer andere stürmen schnell nach, was mich auf den ersten Punkt bringt: Alle drückten nach vorne. Sobald etwas Raum vor dir frei wurde, hast du dich weiter nach vorn gearbeitet. Die Formation wich einer drengelnden Masse um Druck aufzubauen.
     
  15. König Minos

    König Minos Neues Mitglied

    Da gib ich dir Recht und muss wohl nachgeben:hmpf: :yes: , meine Formation auflösen und den Rückzug einleiten.:rofl: :O :heul:
     
  16. Beowulf

    Beowulf Neues Mitglied

    So ein kleiner "einschnitt" konnte sicher schnell zum Sieg führen. Denn wenn erst mal eine Lücke in die gegnerische Phalanx geschlagen war ließ sich das ausnutzen (Vorstoßen in die Lücke). Nun mussten die Feinde die Formation halten (was meiner Meinung nach nicht ünmöglich war). Wenn sie das nicht schafften hatten sie sicher nicht mehr lange fiel Freude.
     
  17. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Ich muss meine Ablehnung von Tanz als militärische Übung in Sparta zurücknehmen.
    Ich fand jetzt einen Hinweis (bei C.W. Weber "die Spartaner")bauf einen Waffentanz namens Pyrrhika, mit dem doch Kampfbewegungen unter Flötenspiel geübt wurden. Googleleien nach diesem Wort brachten leider nichts zu Tage
     
  18. Mike Hammer

    Mike Hammer Neues Mitglied

    Schau mal unter dem Stichwort Pirihios.

    Wenn ich es noch recht weis erwähnt diesen Tanz Xenophon. Die pontischen Griechen tanzen ihn angabegemäß noch heute unter dem Namen Sera, natürlich habe ich keine Ahnung, ob das stimmt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2007
  19. Eumolp

    Eumolp Aktives Mitglied

    Was die Flöte als Militärinstrument betrifft, dieses hier von Plutarch, leider nur in English:
    (Plut.Lyc.)

    Flöten wurden auch in der Leichtathletik eingesetzt, vor allem interessanterweise beim Weitsprung, hierzu etwas bei Pausanias 6.14.10 und mehr dazu bei W. Decker, Sport in der Antike, S.98f. Der schreibt zur Erklärung (zur Abwechslung in Deutsch):
    "Die Flötenmusik hatte nach antiker Erklärung den Sinn, den Springern Bewegungsimpulse zu verleihen."
     
  20. Eumolp

    Eumolp Aktives Mitglied

    Xenophon erwähnt so etwas in der Anabasis, VI.1, da tanzt ein Mysier seinen persischen Tanz, danach eine ganze Gruppe so wie beim "Kriegstanz" der Dorer, ich zitiere das mal, wieder mal in Englisch, man kann sich da einen guten Eindruck verschaffen:

     

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