Spitznamen für andere Völker

Gummihälse
Schweizer Spottname für Deutsche.
Hekunft: Angeblich weil die deutschen Arbeiter immer übertrieben nicken, wenn man ihnen was erklärt.
Meiner Meinung kann es auch daran liegen, dass wir Schweizer nicht selten zum "Stiernacken" neigen. ;-)

Russen
Deutschweizer Spotname für französischsprachigen Schweizer im Militär.
Herkunft: Angeblich nehmen die Westschweizer den Militärdienst einiges ernster als die Ostschweizer.
Ausserdem lassen sich viele "Russen" eine Vollbart im Militär wachsen.

Shippi
Schweizer Spotname für Albaner.
Herkunft: Keine Ahnung, ich dachte früher sogar, dass der Name für alle Balkaner gelte.
 
In Österreich die sehr eingängige Sammelbezeichnung für alle, die Zischlaute im Nachnamen haben, also die Menschen aus den im Osten und Südosten angrenzenden Ländern: Tschuschen.

Das früher für die Schweiz oft genannte Sauschwaben als Bezeichnung für die (angrenzenden) deutschen Nachbarn wird vermutlich gar nicht mehr verwendet, als Sammelbezeichnung heute eher das viel mildere "die aus dem großen Kanton", und natürlich in den Zeitungen "die Expats". Dass man denen aus dem großen Kanton mehr Besserwisserei zuordnet, ist ja nicht unbegründet.
Im Schweizer Mittelland kommt es m.E. nicht mehr gut an, mit der Herkunftsbezeichnung Wallis klassifiziert zu sein.

In Südtirol werden gleichbedeutend mit "anstrengend" genannt "die Deitschen" oder "die Gäschte".
Und dann gibt es noch "die Walschen", aber die letztgenannten drei Begriffe werden m.E. weniger abwertend gebraucht als eher klassifizierend.
 
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Na, auch dieTsche(c)hen sind schon Tschuschen...
  • Es gibt ja fast nur diejenigen im Norden = "Piefkes", denen die Attribute norddeutschen Charmes zugeordnet werden, selbst wenn sie weiter westlich als die Ösis leben und bayrisch reden.
  • Die anderen sind die Tschuschen (merke: in Wien sind die anderen immer die Tschuschen, selbst wenn der Urgroßvater bei Škoda gearbeitet hat).
  • Und Prag ist doch hoch im Norden, den Polarbären näher als Wien. Aber Herr Jan Hrdlička ² würde, stünde er im Wiener statt im Bietigheimer Telefonbuch, ganz klar als "Tschusche" klassifiziert.

Ich hätte besser einmal eine Umfrage in der Gösser Bierklinik¹ gemacht, die allerdings um die Felbestimmungen durch deutsche Touristen bereinigt werden müsste.

¹ ehemaliges österreichisches Kompetenzzentrum:



² Jan Hrdlička – Wikipedia
 
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ad P_c: Präsisierend und ergänzend
"Walsche" oder "Welsche" ist eine Bezeichnung für Italienischsprechende, die ich vorwiegend aus Tirol kenne. Diese - zumindest in der (Süd-)Tiroler Version - als "weniger abwertend" zu bezeichnen, ist nach meiner Meinung "schönfärbend".
Wie gerade von Revenik angemerkt, wird der Begriff "Tschuschen" nur für Südost-Europäer (i.d. Regel fast nur für Bewohner d. vormaligen Jugoslawien) angewendet. Seine Herkunft ist - laut dem selbst verlinkten Wikipediaartikel - zwar nicht ganz klar, der geäußerten "Zischlaute-Theorie" mißtraue ich zutiefst: Schließlich hat auch die Sprache unserer nördlichen Nachbarn eine Menge Zischlaute, aber wir haben uns für diese Nachbarn andere - auch nicht sehr wertschätzende - Bezeichnungen ausgedacht.
 
Vielleicht einmal etwas nicht so Bekanntes, aber wegen der Begriffsänderungen nicht so Uninteressantes:

"Windische"
"Windisch", teilweise auch "wendisch" mit selben Bedeutungsinhalt, war eine in der früheren Neuzeit angeblich recht gebräuchliche deutsche Bezeichnung für slawischsprachige Menschen.
Im Laufe der Geschichte verengte sich jedoch der Begriff und wurde ab dem 18./19. Jahrhundert ausschließlich für eine Untergruppe der Slawischsprechenden verwendet: Die Slowenen.
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Näheres dazu z.B. hier:
Windisch (Slowenisch) – Wikipedia
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Ab dem beginnenden 20. Jahrhundert verengte sich der Begriff weiter und wurde auch noch politisch aufgeladen: Von den "normalen" Slowenen (generell: Fremde, Anderssprechende und deshalb zumindest mißtrauisch zu Beäugendende) wurde der sogenannte "Windische" positiv abgetrennt (generell: lieb und assimilierungswillig, der Aufnahme ins Deutschtum harrend). Mit haarsträubenden Argumentatationslinien hat man sogar versucht eine eigene "windische" Sprache und Kultur herbeizudefinieren, die sich allerdings - Pech aber auch - von der slowenischen nicht unterschied.
Für Slowenischsprechende in Südösterreich (vorwiegend in Kärnten, tw. auch in der Steiermark) hat diese Begriffsbildung mehrheitlich mittlerweile den Charakter einer Beleidigung angenommen. Solltet ihr also dortselbigst mal Urlaub machen und bemerken, daß der Hotel- oder Gastpersonal Freunde auch mit "dobar dan" begrüßt: Fragt nicht, ob sie "Windische" seien - es könnte deren Gastfreundschaft mindern...
 
"Walsche" oder "Welsche" ist eine Bezeichnung für Italienischsprechende, die ich vorwiegend aus Tirol kenne. Diese - zumindest in der (Süd-)Tiroler Version - als "weniger abwertend" zu bezeichnen, ist nach meiner Meinung "schönfärbend".

Zur Ergänzung:

Ursprünglich war das eine Eigenbezeichnung eines keltischen Stammes, der im Grenzgebiet zu den Germanen lebte. Dann wurde pars pro toto von den Germanen dieser Begriff auf alle Kelten und dann spätestens in der Spätantike auch auf die romanisierten Kelten und auch auf die eigentlichen Romanen (ohne dass diese keltische Wurzeln hatten) ausgedehnt. In Britannien wurde mit der angelsächsischen Invasion auch die einheimische britische, keltische Bevölkerung dann so bezeichnet. Heute hat sich das dort in Wales und Welsh (walisisch) sowie Cornwall erhalten. Letzteres wurde erst in jüngerer Vergangenheit anglisiert.

In Deutschland hat sich Welsch eher abwertend und mittlerweile obsolet als Bezeichnung für Franzosen erhalten. Aber auch in einigen Ortsnamen, die auf eine romanische Bevölkerung hinweisen, findet sich dieser Begriff.

hier haben wir auch einen Thread zu dem Thema: Was heißt "welsch" im 18.Jh.?

sowie

 
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Die Katalanen werden in Spanien auch gerne als Polacos bezeichnet, also als 'Polen' (polaco ist der normale spanische Begriff für 'polnisch/Pole' und entspricht nicht dem negativ gemeintem Pol(l)ack(e) bei uns). Im katalanischen Fernsehen gibt es eine satirische Fernsehsendung, welche Missstände in Katalonien anprangert (etwa vergleichbar mit Extra-3), die heißt Polonia - für alle ersichtlich als Synonym für Katalonien.

Das verwundert mich ein wenig. Was hat Katalonien mit Polen zu tun? Oder leitet sich polaco von einer anderen Herkunft ab?
 
Ursprünglich war das eine Eigenbezeichnung eines keltischen Stammes, der im Grenzgebiet zu den Germanen lebte.
Der von dir verlinkte Wiki-Link sagt: "*Walhaz [ˈwɑlxɑz̠] ist ein rekonstruiertes urgermanisches Wort, das „fremd“ oder „Fremder“ bedeutet und von den germanischen Völkern verwendet wurde, um Römer und (romanisierte) Kelten und deren Sprachen zu beschreiben." Beides kann eigentlich nicht zutreffen, oder irre ich da? Oder sinds nur zwei Erklärungen, weil mans so genau nicht weiß?

In Britannien wurde mit der angelsächsischen Invasion auch die einheimische britische, keltische Bevölkerung dann so bezeichnet. Heute hat sich das dort in Wales und Welsh (walisisch) sowie Cornwall erhalten. Letzteres wurde erst in jüngerer Vergangenheit anglisiert.
MWn steckt das auch in der belgischen Wallonie und im Schweizer Wallis.
 
"Windisch", teilweise auch "wendisch" mit selben Bedeutungsinhalt, war eine in der früheren Neuzeit angeblich recht gebräuchliche deutsche Bezeichnung für slawischsprachige Menschen.
Im Laufe der Geschichte verengte sich jedoch der Begriff und wurde ab dem 18./19. Jahrhundert ausschließlich für eine Untergruppe der Slawischsprechenden verwendet: Die Slowenen.

Die Niedersorben in Deutschland bezeichnen sich selbst noch als "Wenden" und ihre Sprache als "Wendisch". Da die Bezeichnung teilweise als diskriminierend wahrgenommen wurde, hat man zu DDR-Zeiten die offizielle Bezeichnung "Sorben" durchgesetzt.
 
Der von dir verlinkte Wiki-Link sagt: "*Walhaz [ˈwɑlxɑz̠] ist ein rekonstruiertes urgermanisches Wort, das „fremd“ oder „Fremder“ bedeutet und von den germanischen Völkern verwendet wurde, um Römer und (romanisierte) Kelten und deren Sprachen zu beschreiben." Beides kann eigentlich nicht zutreffen, oder irre ich da? Oder sinds nur zwei Erklärungen, weil mans so genau nicht weiß?
Die Glosse endet mit einer zweisprachigen Betrachtung über die intellektuellen Unterschiede zwischen Bayern und Romanen:

  • Stulti sunt romani sapienti sunt paiori modica est sapienti in romana plus habent stultitia quam sapientia
  • tole sint uualha spahe sint peigria luzic ist spahe in uualhum mera hapent tolaheiti denne spahi
  • Dumm sind die Welschen, klug die Bayern. Klein ist die Klugheit bei den Welschen, sie haben mehr Dummheit als Klugheit
aus Kasseler Gespräche – Wikipedia
 
Das verwundert mich ein wenig. Was hat Katalonien mit Polen zu tun? Oder leitet sich polaco von einer anderen Herkunft ab?
Man weiß es in Spanien selber nicht so genau.
Wir kennen ja den Ausdruck: "Das kommt mir Spanisch vor", wenn etwas seltsam ist. Laut einigen auf spanischen oder katalanischen Websites vertretenen Thesen wäre der Ausdruck polaco gewissermaßen das Äquivalent: Katalanen beim Militär, die untereinander katalanisch gesprochen hätten, seien von ihren kastilischen Kameraden nicht verstanden worden und das sei ihnen eben Polnisch vorgekommen.
Ich halte diese These für nicht sehr plausibel. Natürlich ist Hörverständnis noch etwas anderes als Leseverständnis, aber Katalanisch und Spanisch sind doch weitgehend interkomprehensibel (was ein Problem für das Katalanische darstellt, weil das Katalanische dadurch immer Stärker durch das Kastilische kontaminiert wird).
Als ein anderer Grund wird angeführt, dass in diversen Kriegen (Erbfolgekrieg, Unabhängigkeitskrieg) polnische Einheiten eingesetzt gewesen seien, der Begriff Polacos sei dann auf die Katalanen übertragen worden (was beim Erbfolgekrieg mehr Sinn ergeben würde, als beim Unabhängigkeitskrieg > Habsburger Truppen im Erbfolgekrieg, im Unabhängigkeitskrieg wären Polen v.a. auf frz. Seite gewesen; im Unabhängigkeitskrieg sind Polen tatsächlich nachgewiesen, ob allerdings im Erbfolgekrieg, weiß ich nicht.)
Tatsächlich nachgewiesen ist der Begriff wohl seit dem späten 19. Jhdt. und er ist pejorativ gemeint (anders, als polaco für Pole). Dennoch ist es das katalanische Fernsehen (TV3), das seine Satire-Sendung Polònia nennt.
Andere Thesen sehen eine phonetische Ähnlichkeit zwischen Polonia und Catalonia - :oops:.
 
Der von dir verlinkte Wiki-Link sagt: "*Walhaz [ˈwɑlxɑz̠] ist ein rekonstruiertes urgermanisches Wort, das „fremd“ oder „Fremder“ bedeutet und von den germanischen Völkern verwendet wurde, um Römer und (romanisierte) Kelten und deren Sprachen zu beschreiben." Beides kann eigentlich nicht zutreffen, oder irre ich da?
Du irrst Dich nicht; bei der ersten Aussage hat der Wiki-Autor schlicht einen Stiefel zusammenformuliert. Das rekonstruierte germanische Wort ist als Ethnonym aufzufassen und wurde auch immer in diesem Sinne verwendet.
 
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