St. Galler Dialekt

Dieses Thema im Forum "Österreich | Schweiz" wurde erstellt von Barriaque, 11. April 2008.

  1. Barriaque

    Barriaque Neues Mitglied

    Hallo

    Könnt ihr dem zustimmen?

    Wenn ja/nein, habt ihr eine zuverlässige Quelle? (Link?)

    Meines wissens waren die St.Galler vor Napoleon nicht Untertanen von anderen Kantonen, oder?

    MfG

    Barriaque
     
  2. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Teilweise schon - der Kanton ist ja aus diversen Gebieten zusammengefügt worden, und einige davon waren Untertanen von Glarus, Zürich oder gemeinsam der alten Eidgenossenschaft.
    St. Gallen selber war dagegen freie Reichsstadt, sein Umland gehört dem Fürstabt.

    Entsprechend der bunten Vorgeschichte werden dort wohl auch verschiedene Dialektvarianten gesprochen (behaupten jedenfalls Schweizer, nicht daß ich das auseinanderhören könnte).
    Welche davon der Radiotyp meint und ob die nun wirklich "unbeliebt" ist, kann ich nicht sagen.

    Mir scheint die These aber auf jeden Fall ziemlicher Quatsch zu sein, dann müßten ja auch die Sprachformen diverser anderer Kantone (Aargau, Thurgau ...) "unbeliebt" sein.

    Vielleicht kann Ursi noch dazu mehr erklären.
     
  3. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Der Wikipedia-Artikel ist hier sehr auführlich (was St. Gallen angeht, nicht das spezielle Thema dieses Threads betreffend). Der heutige Kanton (und das seit 1803) liegt "um Appenzell herum"; da kann es gar keinen einheitlichen Dialekt gegeben haben... Eher meine Vermutung, dass man in der Schweiz die Bevölkerung außerhalb der "Alten Landschaft" eher mit "Appenzellern" gleichsetzt. Doch hier kann wirklich nur ein Original Schweizer oder eine Schweizerin genaue Auskunft geben...
     
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Das würde ich als normale regionale Fopperei betrachten.
    Die Fürstabtei St. Gallen war ein "zugewandter Ort" und die Grenzen dessen entsprechen mehr oder weniger den heutigen Kantonsgrenzen.

    Der Kontext in dem diese Aussage gefallen sein soll, wäre auch noch interessant.
     
  5. Barriaque

    Barriaque Neues Mitglied

  6. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Die Vielsprachigkeit der Schweiz hat halt auch ihre Schattenseiten. Jeder Dialekt bietet eine wunderbare Plattform für vielfältigen Spott, lieblichen oder bissigen.

    Wir in der Zentralschweiz zum Beispiel werden von den „Auswärtigen“ mit allerlei dumpfen Klischees überzogen. Hinterwäldler und Munigrinden sollen wir sein! Und die Welschen nennen uns „Suisse primitive“ – und meinen das auch so! Wir Innerschweizer wiederum betiteln uns und unsere Nachbarn mit allerlei Schmähausdrücken: „Rysseckler, Tschifeler, Chatzenstrecker, Russen, Tschinggen“... Das stärkt unser Selbstbewusstsein und Zusammengehörigkeitsgefühl..

    Und manchmal - wenn wir unter uns sind, reden wir über euch Deutschen und Österreicher. Was genau, kann ich hier nicht schreiben, das verbietet mir der Anstand und meine bürgerliche Kinderstube. Aber ich kann euch versichern, wir haben euch lieb...

    Gruss Pelzer

    .
     
  7. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    In der Tat.
    1992 scheiterte ja knapp (und vor allem wegen des geschlossenen Widerstands der Zentralschweizer) das Referendum über den Beitritt zum europäischen Wirtschaftsraum.
    Am Tag darauf war ich in Zürich, bei einer Firma mit viel internationalem Geschäft, die sehr auf diesen Beitritt gehofft hatte.

    Was ich da mittags in der Kantine von allen Tischen ringsumher mitbekam war schon - öhm - interessant. Das "Muh, Muh" zwischendurch machte auch klar, gegen wenn sich die Schimpfereien richteten. Noch nie hatte ich Schweizer so emotional aufgewühlt und heftig erlebt.
    Und gegen die ansonsten verwendeten Ausdrücke für die lieben Landsleute aus dem Landesinneren waren die von Dir zitierten Begriffe noch recht harmlos ;-)
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Immer interessant, dass die anderen auch ihre regionalen Nicklichkeiten haben.
    Das Muh Muh und das Kuhglockengeschelle stammt übrigens aus dem Schweizerkrieg Maximilians. Die Schweizer nennen ihn, natürlich völlig unzutreffend, "Schwabenkrieg".

    Noch eine regionale Besonderheit, die Schweiz wird der einzige Staat sein, der im 20. Jahrhundert einen gewichtigen Gebietszuwachs ausgeschlagen hat.
    Vorarlberg, (haben die gleiche Sprache, die gleiche Mentalität wie die Deutsch-Schweizer) wollte 1919 der Eidgenossenschaft beitreten.
    Die Schweizer wollten nicht. Die katholischen Vorarlberger hätten den Schweizer Religionsproporz durcheinander gebracht.

    Wer die Geographie kennt, Vorarlberg ist durch den Rhein, der dort noch ein flüsschen ist, von der Schweiz getrennt, jedoch durch ein Hochgebirge vom übrigen Österreich.
     
  9. Alfadas

    Alfadas Neues Mitglied

    Vorarlberg ist der berühmte "Kanton Übrig", dem stimme ich Dir vollkommen zu. Aber das mit derselben Mentalität ... Nun ja, Vorarlberger haben sicherlich eine zumindest sehr, sehr ähnliche Mentalität wie die Ost-/Deutschschweitzer - und eine ganz andere als z.B. Hamburger, Hannoveraner oder Wiener (wobei dies alles überhaupt nicht wertend gemeint sein soll, weder in die eine, noch in die andere Richtung!).

    Auch der "gleichen" Sprache kann ich nicht gänzlich zustimmen. Natürlich ist und bleibt es Alemannisch, aber auch in Vorarlberg selbst - als vergleichsweise kleines Bundesland Österreichs mit ca. 370.000 Einwohnern und knapp 100 Ortschaften) sind die Dialekte unterschiedlich.
    So wird meines Erachtens nach im nördlichen Teil Vorarlbergs (dem "Unterland") ein eher reineres Alemannisch gesprochen, während im "Oberland" / dem Montafon doch eine deutliche walische Färbung dazukommt - am Arlberg, der Grenze zum Tirol (Stichwort: "Was Gott durch einen Berg getrennt hat, soll der Mensch nicht mit einem Loch verbinden!" :scheinheilig:), gleitet auch der Dialekt eher ins Tirolerische ab.


    Aber ich glaube, es geht hier eher um die Schweiz als um Vorarlberg, so bitte ich diesen kurzen "Exkurs" zu verzeihen :pfeif:


    Edit:
    PS: Ich *mag* den St. Galler Dialekt!
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Hm,
    ist es nicht eher so, dass noch ein ganzes Stück ins Tirol eher alemannisch gesprochen wird?
    Der Kenner, der Du zweifellos bist, nimmt Dialektunterschiede von Dorf zu Dorf wahr, in Städten von Stadtviertel zu Stadtviertel, die einem Unbeleckteren völlig verschlossen bleiben.

    dito
     
  11. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Ich hatte mal eine Woche in Schruns Urlaub gemacht. Die Pensionswirtin sagte mir: "Natürlich sprechen die meisten hier leicht gefärbtes Hochdeutsch. Aber in der Familie ist es eine Mischung aus Alemannisch und Bairisch. Und wie passen uns da auch an, je nach dem, mit wem wir reden...."
     
  12. Repo

    Repo Neues Mitglied


    OT:Ja ja, ich kann mich erinnern...:fs:
    Das war doch in dem Jahr, als sie eine zusätzliche Pistenwalze anschaffen mussten.
    Sch... Textilbremse:devil:

    In so einem 100% Touristenkaff wie Schruns oder Gargellen oder im Silbertal,
    gibt es, für einen Turi, keinen hörbaren Dialekt mehr.
    Da geht der Wirt von Tisch zu Tisch, Gäste begrüßen, und wenn er mit der Ronde fertig ist, hat er in 7 Sprachen parliert. Alles mit einem gewissen alpenländischen Touch, aber vergleichbar mit "Alpenrock".
     
  13. Alfadas

    Alfadas Neues Mitglied

    Repo:
    Natürlich ist 'Tirolerisch' auch Alemannisch, aber eben ein 'anderes' Alemannisch (z.T. mit einem "Einschlag" Bayrisch wie deSilva ganz richtig anmerkte) als das Vorarlbergerische oder Ostschweizerische Alemannisch, ganz zu schweigen vom Süddeutschen Alemannsisch - das meinte ich damit. Entschuldige, ich habe mich da wohl ein wenig undeutlich ausgedrückt.
    Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa :pfeif:
    Im Großen und Ganzen haben wir Alemannen (jawohl, ich 'oute' mich hier als Alemanne :D) aber einen großen Vorteil, den ich nicht missen möchte: Wir verstehen andere Dialekte *grundsätzlich* leichter als Nicht-Alemannen uns verstehen :D - natürlich bis auf ganz spezielle regionale Ausdrücke. Aber ein Vorarlberger kommt in Wien im Schnitt besser zurecht als umgekehrt - sprachlich zumindest.
    Auch muß ich jedesmal lachen, wann ich in Wien oder in Norddeutschland bin (mich 'zieht' es sowohl beruflich wie privat des öfteren dorthin) und dort Untertitel (!) sehe wenn alemannisch im Fernsehen gesprochen wird - aber offenbar ist es eben doch notwendig.

    Um ein 'gutes' Deutsch zu lernen würde ich einem Nicht-Deutschsprachigen aber vom Bodenseeraum und Tirol eher abraten und nach Hannover / Hildesheim / Celle verweisen - dort wird, soweit ich das beurteilen kann, das 'reinste' und 'schönste' Hochdeutsch gesprochen.
     
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  14. deSilva

    deSilva Neues Mitglied

    Seufz... Das ist mir schon klar. Was die - durchaus gebildete - Pensionswirtin mir sagen wollte (und was ich Dummy hier nur nicht rüber bringen konnte) war:
    - Es wird (wurde? es ist 15 Jahre her oder so) in der Familie ein Mischdialekt aus Alemannisch und Bairisch gesprochen (die Besiedlung ist ja auf jeden Fall gemischt; wenn man genug sucht,wird man sicher auch noch ein paar Kelten finden...)
    - Es ist den Sprechern aber durchaus bewusst, dass es sich um zwei Dialekte handelt, und sie können offenbar Wortmaterial, Ausdrucksweise und Klangfarbe willkürlich abändern.

    Ich hatte mich nicht mehr daran erinnert, als wir vor einiger Zeit mal über Portuñol ? Wikipedia diskutiert hatten....
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. August 2008
  15. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Wer sich die verschiedenen Schweizer Dialekte anhören möchte kann das hier tun:

    www.dialekt.ch / www.schweizerdeutsch.ch

    Wer wissen möchte wie ich spreche muss auf Stadt Zürich klicken :fs:

    St. Gallen ist noch nicht dabei, wobei es auch nicht "das" St. Galler Dialekt gibt. Die Stadt St. Galler sprechen anders als die übrigen St. Galler im Kanton.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. August 2008
  16. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Hab ich gemacht, also wenn ich genau zuhöre, dann verstehe ich manchmal sogar ein paar Wortfetzen - aber mehr auch nicht. :D
     
  17. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Grüezi

    Hier könnt ihr meine Sprache hören. :winke:
    Und somit habe ich mich als Obwaldner geoutet. Und Kenner der Dialekte wissen auch, dass ich aus dem südlichen Teil des Sarneraa-Tales stammen muss, denn dieser Dialekt wird bloss in zwei Gemeinden (und einer halben) gesprochen...

    Gruss pelzer

    .
     
  18. PoseId0n

    PoseId0n Neues Mitglied


    coole Seite :) doch wie schon angesprochen gibt diese Seite nur einige der Dialekte wieder die in einem Kanton gesprochen werden.

    ich wohne im thurgau und spreche, so denke ich thurgauerisch. wobei meine mutter aus dem kanton st.gallen kommt und ich somit den dialekt für gewisse wörter übernommen habe, die ein thurgauer anderst aussprechen würde. es kommt also schnell zu vermischungen.

    ausserdem habe ich in österreich und deutschland schon einige male gehört, dass die einheimischen gedacht haben wir kommen aus dem selben land, da das thurgauerdütsch parallelen zum gesprochenen dialekt in baden würtemberg.

    wir auch als hochalemannisch bezeichnet. quelle: Datei:Alemannic language location map in 1950-de.svg ? Wikipedia

    darum erkennen alle aber wirklich alle deutschschweizer den thurgauer sofort^^ weiss jetzt nicht ob unser dialekt gemocht wird oder nicht, würde mich aber mal interessieren was ihr davon haltet.

    greez
     
  19. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Was macht der Thurgauer als erstes, wenn er morgens aufsteht?

    Er geht ums Haus, und schaut ob noch alles da ist, was er gestohlen hat.


    Nix für Ungut, meiner Mutter ihr Mädchenname war ein "wahrhaft Thurgauer Name" die Wurzel eines Stammes meiner Familie sind im "St. Gallisch-Thurgauer Grenzgebiet" zu finden.
     
  20. PoseId0n

    PoseId0n Neues Mitglied


    sags mir habe ich noch nie gehört^^
    ich kenne nur das man sagt "jemand hat thurgauer finger sprich die thurgauer haben lange finger" :)

    meine wurzeln sind untersee/toggenburg
     

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