Der ausgewiesene Bergbauarchäologe Manuel Zeiler ist an einer Schlüsselstelle der frühkaiserzeitlichen römischen Archäologie in Deutschland:
Was wollten die Römer denn überhaupt in rechtsrhrinischen Germanien?
Wir richten jetzt stärker den Blick auf die wirtschaftlichen Interessen, während die damals begeisterten und auch uns immer noch begeisternden provinzialrömischen Archäologen des 19. und 20. Jahrhunderts die
Lippe in erster Linie als militärische Aufmarschlinie für die Feldzüge des Drusus und Germanicus gesehen haben.
Mit den Funden römischer Bleibarren mit dem Markenzeichen "
Plumbum Germanicum" im Mittelmeer und dem Fund eines römischen Bleibarrens mit dem Stempel der XIX. Legion (eine der drei Legionen die mit Varus untergingen) in Haltern ergab sich eine ganz neue und faszinierende Verbindung und Bewertung der Handelsverbindung von der Lippe über die Mosel und Rhône zum Zentrum des Imperiums.
Aber, der Nachweis der Bleigewinnung auf der Briloner Hochfläche hatte zunächst eine lokale einheimische Bleiproduktion gezeigt, mit kleinen und leicht transportierbaren Bleitiegelchen, die dann wohl an der Lippe von Römern umgeschmolzen wurden.
Jetzt aber ist in Brilon ein massiver Bleibarren römischer Machart aufgetaucht.
Das bedeutet:
- Römische Produktion vor Ort.
- Transport der nun wirklich schweren Bleibarren auf dem Wasserweg über Alme und Lippe.
- Neubewertung der kleinen Flüsse für die römische Infrastruktur.
- Zusammen mit den neuen Funden an Lahn und Ohm Rückschlüsse auf militärische und zivile Erschließung der schon z.T. vorbestehenden keltischen und germanischen Wirtschaftsräume.
Was mich wirklich begeistert ist auch und gerade diese wegweisende Zusammenarbeit des
Bergbaumuseum Bochum mit dem
LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe).
Und, auch interessant, es besteht eine Fortsetzung der montanen und wirtschaftlichen Aktivität über mehr als 2.000 Jahre im Raum Brilon.