Unterschied Vernichtungslager Konzentrationslager

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Eric98, 22. November 2014.

  1. Eric98

    Eric98 Gast

    Hallo zusammen!Ich benötige eure Hilfe!:/

    1.Worin bestand der Unterschied zwischen einem Konzentrationslager und einem Vernichtungslager, ich habe das in der Schule nicht so ganz verstanden.
    2.Wieso lagen diese alle im Osten,also auf (1937) nicht deutschem Staatsgebiet?

    Wäre sehr nett,wenn ihr mir helfen würdet,ich schreibe nämlich am Diestag einen Test über das Dritte Reich.
    Nur in diesem Punkt und wie Hit*** die olympischen Spiele 1936 als Propagandamittel nutzte habe ich noch fragen-könnte mir dort auch jemand weiterhelfen?

    Eric
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Konzentrationslager ist der Überbegriff für Arbeits- und Vernichtungslager. Vernichtungslager dienten einzig dem Zweck der systematischen und fabrikmäßigen Vernichtung menschlichen Lebens. In den Arbeitslagern fand zwar auch systematisches Morden statt, hier stand aber eher die "Vernichtung durch Arbeit" im Vordergrund.

    Die Existenz der Konzentrationslager wurde durch die NS-Propaganda-Maschinerie gezielt publik gemacht, die der Vernichtungslager nicht (trotzdem: "man" konnte es schon wissen, wenn man nicht mit verschlossenen Augen durch die Welt gelaufen ist). Selbst in einschlägigen Dokumenten wird der Holocaust oft verklausuliert, bspw. als Umsiedlung, Evakuierung etc. Würde man ein solches Lager direkt vor der Haustüre bauen, wäre das Augen vor der Realität verschließen nicht mehr ganz so leicht gewesen.

    Du musst keine *** setzen, Hitler darf man durchaus ausschreiben. Welche Fragen hast du denn genau?
     
  3. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Lili hat schon was dazu gesagt, hier noch ergänzend: als Vernichtungslager werden die so genannten "Aktion Reinhardt"-Lager betrachtet, das sind Treblinka, Sobibor, Majdanek und Belzec. Außerdem, als größtes dieser Lager, Auschwitz II Birkenau. Wobei letzteres in einer Zwischenposition gesehen wird, wegen der Selektionen, die dazu führten, dass ein Teil der Häftlinge vergast wurde, der kleinere Teil Zwangsarbeit leistet.

    Und zur zweiten Frage auch noch ergänzend: bis auf Auschwitz II lagen die meisten dieser Lager in der Nähe von kleinen Orten im Osten Polens.
    In der Tat spielte dabei vor allem ein Tarnungsaspekt eine Rolle. Wenn ein Reichsbürger nur wusste, dass sie "deportiert" wurden, konnte er es für sich bei der Erklärung belassen und sie lastete nicht auf seinem Gewissen.

    Zusätzlich dürften auch geografische Überlegungen eine Rolle gespielt haben. Die meisten Leute, die in den Vernichtungslagern starben, kamen auch aus Polen und der Sowjetunion (dies dürfte 85-90 % der Holocaust-Toten betreffen).
     
  4. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Es haben ja schon andere Forianer auf Unterschiede hingewiesen. Als Axiom ausgedrückt: Vernichtungslager wie Treblinka waren Mordfabriken, wo die Menschen in der Regel sofort nach der Ankunft ermordet wurden.

    In Konzentrationslagern wie Dachau und Buchenwald krepierten die Häftlinge langsam gemäß dem Motto "jedem das Seine" und "Vernichtung durch Arbeit, solange man sie ausbeuten konnte. Eugen Kogons Buch "Der SS- Staat bezieht sich auf Erlebnisse einzig in Buchenwald, und auch in den auf Reichsgebiet gelegenen Kls ereigneten sich unbeschreibliche Greuel, und das traf auch auf das "Musterlager" und Altersghetto Theresienstadt zu, wohin man Delegierte aus neutralen Ländern und Besucher des Roten Kreuzes schleppte.

    Theodor Eicke entwarf in Dachau sein Handbuch für den Kl- Dienst, und es absolvierten die Wachmannschaften der Konzentrations- und Vernichtungslager in Dachau ein "Praktikum", ehe sie den Dienst in anderen Lagern antraten. Auch in einem Dorf bei Paderborn, im kleinsten Kz Wewelsburg Niederhagen wurden Häftlinge auf grausame Weise umgebracht und ausgebeutet. Das Verhältnis zur konservativ- katholischen Bevölkerung war widersprüchlich. Nach den Plänen Himmlers, der die Wewelsburg zu einem SS- Camelot ausbaute, sollte das Dorf verschwinden. In Moringen bei Göttingen entstand ein Konzentrationslager für Jugendliche, während in Ravensbrück vor allem Frauen inhaftiert waren. Häftlinge wurden katalogisiert in Juden, Bibelforscher, Kommunisten, Homosexuelle, "Asoziale" und "Berufsverbrecher" und trugen verschiedenfarbige Winkel auf der Kleidung. Ob und wann ein Häftling entlassen wurde, erfuhr weder er selbst, noch die Angehörigen. dass es Konzentrationslager, Kzs, KLs oder "Konzertlager" gab, wo Abweichlern "die Flötentöne beigebracht wurden" war allgemein bekannt, auch dass das nichts Gutes war. man drohte sich mit dem KZ, KL oder Konzertlager, und viele oder die meisten, die davon wussten, versuchten sich einzureden, dass es sich um autoritäre "Arbeitslager" handelte, in denen Leute saßen, die mehr oder weniger selbst an ihrem Schicksal schuld waren.

    Die Endlösung, die mit dem Überfall auf die Sowjetunion begann und die Arbeit der Einsatzgruppen fanden relativ offen und häufig mit Komplizenschaft von Balten und Ukrainern statt. An der ostfront bzw im Hinterland wurden viele Soldaten zu Zeugen des Völkermords, weshalb auf der Wannseekonferenz beschlossen wurde, das die "Endlösung geordnet und koordiniert ablaufen sollte. Die "Evakuierungen", und Umsiedelungen waren "geheime Reichssache, und man versuchte sie zu vertuschen und zu tarnen und entwickelte eine bürokratische Tarnssprache, die Greuel verharmloste, während die Existenz von Konzentrationslagern durchaus zugegeben und als Instrumentarium des Schreckens und der Einschüchterung gebraucht wurde.
     
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  5. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Chronologisch gab es die ersten KZs ab 1933, die Vernichtungslager erst ab Ende 1941. Erklärung siehe die anderen Beiträge.
     

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