Ich komme mit dem BayernAtlas (ohne KI), wo eine Römerstraße bis ungefähr Marktoberdorf eingetragen ist auf 50-51 km, das sind rund 34 m.p.
Von wo nach wo? Könntest Du einfach mal Deine Messung verlinken, damit man das nachvollziehen kann?
Ich messe allerdings nicht ganz bis zur zivilen Stadtgrenze hin, was ich auch im Falle Augsburg nicht mache – aus oben bereits erklärten historisch-archäologisch Befunden.
Welche archäologischen Befunde belegen eine Meilen- oder Leugenzählung weit außerhalb der Stadt?
Konkrete Befunde, die gegen Deine fiktiven Messpunkte sprechen, wären beispielsweise:
- Die Meilenzählung der Via Appia begann an einem der Stadttore der Servianischen Mauer, der Porta Capena.
- Die Leugenzählung der Via Agrippa in Köln begann, dem ersten Leugenstein nach zu schließen, sogar direkt im Stadtzentrum:
Leugenstein in Köln - Via Belgica
Für Augsburg ist das bewiesen
Was ist wodurch genau bewiesen?
Noch Venantius Fortunatus erwähnt bei seiner Wallfahrt über die Alpen nach Tours im 6. Jh. bei St. Afra einen bajoarischen Straßenwärterposten (bzw. eine Straßenstation),
Er erwähnt weder einen Straßenwärterposten noch eine Straßenstation. Er erwähnt nur den Baioarius. Der konnte wahrscheinlich die Straße blockieren, wo immer er wollte.
Ein weiser Schritt vom Sprachwissenschaftler sich da erst mal raus zu halten und sich eventuell dann einzuschalten, wenn die Sache historisch-topographisch, technisch-analytisch abgeklärt ist.
Der Sprachwissenschaftler "hält sich nicht raus", sondern macht das, was seine Aufgabe ist: Er vergleicht verschiedene Namenformen und stellt anhand der belegbaren Regelmäßigkeiten fest, ob es sich um verschiedene lautliche Ausprägungen desselben Namens handeln kann oder eben nicht.
Er kann also darüber Auskunft geben, dass es sich beim historisch belegten
Legian und dem modernen
Lajen um ein und denselben Namen handelt, der sich über die Jahrhunderte gewandelt hat, dass hingegen
(Sub)-Labione und
Legian zwei verschiedene Namen sind.
Und ebenso kann er darüber Auskunft geben, dass es sich bei
Abodiacum und
Epfach um ein und denselben Namen handelt, dass hingegen
Vetonina und
Veldidena zwei verschiedene Namen sind.
Du bist in der sprachtheoretischen Deutung befangen, ich übersetze/beschreibe diese in historische Entwicklungen: Hier trafen sich Leute, Einheiten die unterschiedliche vulgär-lateinische, kelto-römische etc. Dialekte benutzten.
Der Sprachwissenschaftler ist sicherlich nicht "befangen", wenn er das macht, was seine Aufgabe ist. Und wenn ich hier die Ergebnisse der Sprachwissenschaft referiere, bin ich auch nicht "befangen", nur weil ich mich halt ein kleines wenig mit der romanischen und germanischen Sprachentwicklung beschäftigt habe, insbesondere damit, welche sprachlichen Belege es für die Kontaktzonen im Verlauf der Geschichte gab. Die sprachlichen Entwicklungen, denen die Varianten Abudiacum>Ab
odiaco/A
vodiaco/Abu
zaco zugrundeliegen, sind alle
belegbar (Belege wurden genannt) und lassen sogar
Regelmäßigkeiten erkennen. Dazu braucht man keine Fabeleien über unbekannte Ethnien und ihre Phantomdialekte (mit derlei Quark könnte man man dann auch versuchen, die Identität von Laien und Sublabione zu "beweisen"). Solche Fabeleien braucht nur, wer eine sachliche Auseinandersetzung mit den reichlich vorhandenen sprachlichen Belegen scheut. Insofern gilt auch für mich: Thema abgeschlossen.