Urheimat der Germanen

Da die Brandbestattung in unseren Breiten* vorherrschend war** - aus kalzinierten Knochen kann man keine DNA beziehen - wundere ich mich ein wenig woher die ganzen Daten kommen sollen.
das wird hier geklärt:
In Kombination mit Erkenntnissen aus der Sprachwissenschaft und Archäologie hat eine DNA-Studie an Tausenden alter Skelette eine Fülle neuer Einsichten geliefert
@Mitleser1954 hat es in einem anderen Faden verlinkt, die sensationelle Studie ist nun auch bei unseren Presseorganen angekommen:

...sensationell? Ich finde, ja, das hier wirkt sensationell:
Vor etwa 1.500 Jahren kam es zu einer groß angelegten Wanderungsbewegung, bei der Menschengruppen aus Norddeutschland nach Dänemark und Südschweden zogen und dort die ansässige Bevölkerung weitgehend verdrängten. Diese Wanderung war weder Archäologen noch Sprachwissenschaftlern bekannt, doch sie fällt zeitlich mit der sprachwissenschaftlich belegten Entstehung des Altnordischen – der Sprache der Wikinger – zusammen. Die Bevölkerung in Norwegen hingegen scheint weitgehend unverändert geblieben zu sein. DNA-Befunde deuten darauf hin, dass viele dänische und schwedische Wikinger gemeinsame Wurzeln mit den Angelsachsen hatten, die sich in England niederließen. Dies könnte erklären, warum beide Gruppen eng miteinander verwandte Sprachen sprachen und eine gemeinsame künstlerische Tradition teilten.
aber zuvor
Diese Gruppe verbreitete sich innerhalb weniger Jahrhunderte in ganz Skandinavien und erreichte vor rund 1.700 Jahren das heutige Deutschland, die Niederlande, Polen, Großbritannien und Norditalien. Die Forschenden vermuten, dass diese zweite Migrationswelle jene Sprache mitbrachte, aus der sich später die germanischen Sprachen entwickelten.
„Es war eine völlig unerwartete Entdeckung“, sagt der Sprachwissenschaftler Guus Kroonen von der Universität Leiden. „Damit hatte niemand gerechnet. Sie deutet darauf hin, dass die germanischen Sprachen in Nordeuropa möglicherweise erst Hunderte Jahre später präsent waren, als man bisher angenommen hatte.“ „Dies schreibt die Sprachgeschichte neu.“
...das sind doch viele und sehr spektakuläre, ja sensationelle Neuigkeiten, oder begreife ich da irgendwas nicht?
 
Ich glaube, die haben ihre Gene mitgenommen und die gedankliche Klarheit zurückgelassen¹. Und ihre Nachfahren müssen das jetzt aufdröseln.

¹ Schaut Euch mal die Legende zur zweiten Grafik im verlinkten Artikel im Beitrag #161 an: Die vorherrschende Kultur in Westeuropa war die der "Bell breaker", die Kultur der Glockenbrecher. Ding dong.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde an der BP-Sache nicht unbedingt ideologische Beweggründe ausmachen, nuklaer-physikalisch ist sie nicht total unsinnig (wobei ich mich frage, ob nicht die Atombombenabwürfe 1945 eigentlich schon das Fixdatum ausmachen müssten.
Die von der Deutschen Marine 1919 selbstversenkten Schiffe in der Buch Scapa Flow werden z.B. genutzt, um Isotopen abzugleichen, weil sie eben nicht der atomaren Strahlung ausgesetzt sind (das ist bestimmt physikalisch Nonsense, was ich schreibe, aber das müsstet ihr leicht recherchieren können, wie es richtig ist). Allerdings eben die Benennung before present und dass es eine etablierte Datierung gibt. Worüber man diskutieren könnte wäre, ob außerhalb der sogenannten westlichen Welt + den christlich geprägten Ländern diese Datierung nicht aufoktroyiert ist.
 
Worüber man diskutieren könnte wäre, ob außerhalb der sogenannten westlichen Welt + den christlich geprägten Ländern diese Datierung nicht aufoktroyiert ist.
könnte man diskutieren, würde da auch sicher viel bedenkenswertes eruieren, aber zum Thema Urheimat der Germanen scheint mir diese Abzweigung eher unergiebig ;)
Die von der Deutschen Marine 1919 selbstversenkten Schiffe in der Buch Scapa Flow werden z.B. genutzt, um Isotopen abzugleichen, weil sie eben nicht der atomaren Strahlung ausgesetzt sind
nicht nur diese, auch allerlei Panzerkuppeln aus dem Ersten Weltkrieg wurden in dieser Hinsicht ausgeschlachtet. Aber auch das sagt wenig über die Urheimat der Germanen.
 
Es ergibt doch rein quantitativ keinen Sinn.

Zu Beginn der römischen Kaiserzeit konnten die rechtsrheinischen Germanen des Tacitus vermutlich hunderttausende von Kriegern mobilisieren und etliche römische Legionen in den Untergang schicken. Und 222 Jahre später auch noch Maximinus Thrax das Leben nicht allzu leicht machten.

  • Und dann soll diese bevölkerungsreiche Germania magna Stämmen und Volksgruppen unterlegen sein, die (mit Schiff) über die Ostsee hinüber setzten?
  • Wie viele Siedler hatte das nicht ganz so üppige Skandinavien ernähren können, dass diese sich militärisch, politisch und auch genetisch gegenüber der Bevölkerung in Norddeutschland, Polen und dem Baltikum durchsetzen konnten?
 
Meinen die Autoren nicht eher, dass alle Germanen ursprünglich aus Skandinavien kommen?
Ohne dir zu nahe treten zu wollen, ging es um die "Urheimat". So, wie ich das sehe, gibt es die nicht. Lassen wir den Spass der noerdischen Goetter beiseite, gibt es nur Anzeichnungen, dass sich verschiedene Leute unterschiedlich bewegt haben um sich dort niederzulassen wo es was zu futtern gab. Wissen werden wir es aber nie!

Und mir stellt sich auch die Frage ob es ueberhaupt "Germanen" gab, oder eine Ansammlung von Gleichgesinnten, die etwas gegen die Roemer hatten. So weit ich weiss, haben die Roemer den Namen erfunden, so wie die Griechen den Namen "Barbaren" erfanden, also sagt uns das nichts ueber Herkunft der "Germanen", sondern nur etwas ueber die Auffassung derer, die sie erlebten.
 
Und mir stellt sich auch die Frage ob es ueberhaupt "Germanen" gab, oder eine Ansammlung von Gleichgesinnten, die etwas gegen die Roemer hatten
Ich möchte dir jetzt nicht zu nahe treten, aber die germanische Sprachfamilie gibt es, und vermutlich gab es mal eine gemeinsame germanische Sprache. Und in dem diskutierten Artikel geht es darum, in welchem Raum die zuerst gesprochen wurde.
 
Und mir stellt sich auch die Frage ob es ueberhaupt "Germanen" gab, oder eine Ansammlung von Gleichgesinnten, die etwas gegen die Roemer hatten.

Mit der Definition "Gleichgesinnte, die etwas gegen die Römer hatten", werden wir nicht weit kommen. Von den Gruppen, die wir zu den Germanen zählen (und die auch aus römischer Sicht zu den Germanen zählten), kooperierten sehr viele mit den Römern, waren mit ihnen politisch verbündet oder dienten als Auxiliartruppen im römischen Heer. Und wechselten auch wiederholt die Seiten, wie es ihnen gerade passte.

So weit ich weiss, haben die Roemer den Namen erfunden, so wie die Griechen den Namen "Barbaren" erfanden, also sagt uns das nichts ueber Herkunft der "Germanen", sondern nur etwas ueber die Auffassung derer, die sie erlebten.

Dass die Römer den Namen erfunden haben, halte ich für wenig wahrscheinlich. Das lateinische Wort germanus bedeutet nämlich 'Bruder/Geschwister', das dürfte kaum eine passende Bezeichnung für fremde Barbarenstämme sein.
 
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