Voynich Manuskript

Das sind zwei sehr spannende Einwände. Das Fehlen von Rasuren und die Frage nach der "konsistenten Logik" berühren tatsächlich den Kern der gesamten Voynich-Forschung.

Die Schlussfolgerung, dass das Fehlen von Korrekturen auf ein gleichgültiges "Runterschreiben in wenigen Tagen" hindeutet, greift meiner Meinung nach materialtechnisch und statistisch zu kurz. Die moderne Handschriftenforschung (Kodikologie) sieht das oft genau andersherum:

1. Der flüssige Schreibfluss (currente calamo): Der extrem gleichmäßige Textfluss ohne nennenswerte Streichungen oder Rasuren zeigt, dass der Schreiber beim Aufsetzen der Feder nicht spontan nachdenken oder "erfinden" musste. Das spricht stark für das Nutzen einer bereits existierenden Vorlage oder ein vollkommen verinnerlichtes, strukturiertes System. Ein chaotischer Betrüger, dem alles egal ist, hinterlässt eine ganz andere visuelle und strukturelle Dynamik.

2. Die materialtechnische Realität: Die chemischen Analysen der Tinten und Pigmente zeigen, dass in den unterschiedlichen Sektionen verschiedene Rezepturen verwendet wurden. Allein das Vorbereiten der Farben, das Ziehen der Lineamente und die nötigen Trocknungsphasen über die verschiedenen Lagen hinweg machten die Produktion zu einem strukturierten Prozess, der Monate in Anspruch nahm – das war kein Werk von wenigen Tagen.

Und genau hier liegt auch die „Substanz“ der konsistenten Logik, die sich über die ca. 200 Seiten zieht. Sie ist kein Hirngespinst, sondern lässt sich an handfesten, statistischen Fakten der Linguistik ablesen:

– Das Zipfsche Gesetz: Der Text ist kein willkürliches Gekritzel. Die Verteilung der Wörter folgt präzise mathematischen Sprachgesetzen, genau wie reale menschliche Sprachen.
– Die syntaktische Struktur: Bestimmte Schriftzeichen-Kombinationen tauchen immer nur am Wortanfang, in der Mitte oder am Ende auf. Es gibt feste Wortlängen-Häufigkeiten und eine strikte, wiederkehrende Grammatik (das sogenannte "Voynichees").

Ein Betrüger, der ohne Sinn und Verstand einfach "irgendwas" zu Pergament bringt, um Seiten zu füllen, kann diese mathematische Tiefenstruktur über 200 Seiten hinweg nicht aufrechterhalten. Er würde statistisch unbewusst entweder in echtes Chaos (Buchstabensalat) abdriften oder die statistischen Muster seiner eigenen Muttersprache wiederholen. Beides ist hier nachweislich nicht der Fall.

Das Fehlen von Rasuren zeigt also nicht zwingend Gleichgültigkeit – es kann genauso gut das Zeugnis eines Schreibers sein, der ein exakt definiertes, statistisch hochgradig konsistentes System fehlerfrei von einer Vorlage übertragen hat.

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Das Beispiel mit der Vinland-Karte ist ein hervorragendes Argument für den psychologischen Wert von teurem Pergament bei einer Fälschung, das leuchtet absolut ein! Der Vergleich hinkt allerdings an einem entscheidenden Punkt: Der Fälscher der Vinland-Karte zeichnete eine klare, sofort verständliche Sensation (Wikinger in Amerika), um Kasse zu machen. Das Voynich-Manuskript hingegen bietet einem potenziellen Käufer der Renaissance überhaupt keinen lesbaren oder direkt nutzbaren Inhalt. Ein komplett unlesbares Buch voller Rätsel wäre das geschäftlich riskanteste und schlechteste Betrugskonzept der Geschichte gewesen.

Auch bei der Botanik gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen "exotisch" und dem, was wir im Manuskript tatsächlich sehen:

Die Pflanzen wirken auf den ersten Blick wie Fantasiegebilde, aber die Forschung zeigt, dass es sich oft um "chimärische" Zusammensetzungen handelt. Da werden die Wurzeln einer bekannten europäischen Nutzpflanze mit den Blättern einer völlig anderen Art und den Blüten einer dritten kombiniert.

Mittelalterliche Gelehrte und Ärzte besaßen hochentwickelte Kräuterbücher (Herbarien). Sie wussten sehr genau, wie heimische Pflanzen aufgebaut sind. Wenn man einem damaligen Mediziner oder Sammler eine Pflanze präsentiert, deren anatomische Einzelteile nachweislich von drei verschiedenen, bekannten Gewächsen zusammengefügt wurden, hätte er das nicht für eine "neue Entdeckung aus Übersee" gehalten, sondern für einen handwerklichen oder systematischen Fehler.

Warum also dieser immense Aufwand, bekannte botanische Elemente so systematisch zu zerteilen und neu zusammenzusetzen, wenn man das Buch einfach nur als "exotisches Wunderwerk" verkaufen wollte? Das spricht meiner Meinung nach wieder viel stärker für eine visuelle Verschlüsselung oder eine alchemistische Symbolik (das Kombinieren von Eigenschaften) als für einen simplen Betrug, um Habgier zu wecken.
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Ein scharfer Konter, und der Spott mit der "stumpfen Seite" von Ockhams Rasiermesser ist elegant formuliert! Aber schauen wir uns die Logik dahinter noch mal ganz nüchtern an:

Zu den „harmlosen Fantasiezeichnungen“: Genau das ist doch der Kern einer funktionierenden Tarnung (Mimikry). Wenn ein Gelehrter Inhalte dokumentiert, die ihn damals den Kopf kosten konnten (wie verbotene Astro-Medizin oder Alchemie), dann verschlüsselt er nicht nur den Text, sondern verkleidet die Bilder so, dass sie für einen oberflächlichen Betrachter eben wie harmlose, irrelevante Fantasien oder Fabelwesen wirken. Eine Tarnung funktioniert nur, wenn sie auf den ersten Blick eben gerade nicht nach "Achtung, verbotenes Wissen!" schreit. Das teure Pergament war notwendig, weil es das Standard-Arbeitsmaterial für dauerhafte medizinische oder naturphilosophische Werke dieser Zeit war.

Und was Ockhams Rasiermesser und die "einfachste Erklärung" (die reine Verkaufs-Fälschung) angeht:

Wenn man sich die historischen Fakten anschaut, ist die Hoax-Theorie eben nicht die einfachste, sondern wirft riesige Fragen auf. Die C14-Datierung zeigt, dass das Pergament aus dem frühen 15. Jahrhundert stammt. Der erste dokumentierte Versuch, das Buch für viel Geld an einen Monarchen (Kaiser Rudolf II.) zu verkaufen, fand aber erst über 150 Jahre später statt.

Die Theorie, dass ein Fälscher im Jahr 1420 einen immensen, jahrelangen Aufwand betreibt, eine statistisch perfekte Kunst-Grammatik (Zipfsches Gesetz) über 200 Seiten durchzieht und hochkomplexe geometrische Chiffren entwirft, nur um ein Produkt zu schaffen, das dann anderthalb Jahrhunderte lang keinen Cent Gewinn abwirft – das ist konstruiert und widerspricht jeder ökonomischen Logik eines Betrügers.

Deshalb bleibt für mich die Frage offen: Wenn es kein profitgieriger Hoax war, der sich sofort zu Geld machen ließ – warum wurde diese exzentrische, windschiefe Geometrie auf Folio 67v2 dann mit so einer mathematischen Konstanz durchgezogen?
 
Man muss hier ganz klar zwischen künstlerischem Talent und mathematischer Präzision trennen:

Ein menschliches Gesicht oder einen Körper proportional zu zeichnen, erfordert echtes künstlerisches Talent. Einen Kreis aufzuteilen und Linien mit einer bewussten, exzentrischen Verschiebung zu ziehen, erfordert dagegen kein Talent, sondern rein mathematische Konstruktion. Das eine ist Kunst, das andere ist Systemlogik.

Die vermeintliche Unbeholfenheit bei den Figuren sagt also absolut nichts über die geometrische Absicht hinter den Linien des Mondrades aus.
 
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Ist die Frage ernst gemeint?
Darum soll es hier eigentlich gar nicht gehen. Lass uns am besten beim Voynich-Manuskript und meiner konkreten These dazu bleiben – da gibt es schließlich schon genug Details zu besprechen. Was denkst du über meine these?
 
Das ist eine persönliche Meinung, aber kein inhaltliches Argument. Wenn du einen konkreten Fehler in meiner Argumentation, den historischen Quellen oder der Übersetzung des Voynich-Manuskripts siehst, benenne ihn gerne sachlich. Reine Pauschalurteile ohne Begründung bringen die Diskussion hier nicht weiter.
 
Wenn du einen konkreten Fehler in meiner Argumentation(...) siehst, benenne ihn gerne sachlich.
Wenn Du möchtest.
Ich nehme mal deinen allerersten Punkt in deinem allerersten Beitrag:
Das geometrische Paradoxon (Die schiefen Linien): Das Diagramm ist oberflächlich in 12 Segmente unterteilt. Würde es sich um ein herkömmliches, symmetrisches Jahressystem handeln, müssten die Trennlinien parallel zueinander exakt durch den geometrischen Mittelpunkt verlaufen. Das tun sie aber nicht. Die Linien sind windschief, asymmetrisch und verschoben. Das ist kein handwerkliches Missgeschick, sondern mathematische Absicht.
Du hast also bemerkt, dass ein Bild asymmetrisch ist.
Daraus folgerst Du, dass eine "mathematische Absicht" dahinter stecken muss.

Schon diese Schlussfolgerung ist nicht nachvollziehbar.


Die versteckte "mathematische Absicht" bezeichnest Du als "Paradoxon".
Das ergibt keinen Sinn.
Warum ist eine versteckte "mathematische Absicht" ein Paradoxon?

Du hast das Wort "Paradoxon" nicht verstanden.



Ich bin in Mathe recht gut.
Erklär doch mal, welche "mathematische Absicht" Du da zu sehen glaubst.
 
Du hängst dich also an einer semantischen Begrifflichkeit auf, um der eigentlichen Beobachtung auszuweichen? Kann man machen.

Das 'Paradoxon' bezog sich schlicht auf den visuellen Widerspruch zwischen der Erwartung (einem symmetrischen Kreissystem) und der Realität im Bild. Aber danke für die Deutschstunde.

Und unter 'mathematischer Absicht' verstehe ich schlichtweg eine Geometrie mit Systematik statt Zufall – zum Beispiel eine bewusste Verschiebung von Brennpunkten, wie man sie aus der historischen Astronomie kennt. Das ist kein Hexenwerk.

Aber da du deine Mathe-Kenntnisse extra betont hast: Herzlichen Glückwunsch dazu! Dann glänze doch mal mit deinem Talent und erklär uns, statt über Wörter zu debattieren: Siehst du in den spezifischen Linienverschiebungen des Diagramms reine Willkür, oder steckt ein geometrisches System dahinter?
 
Okay, warum Du das als Paraxon bezeichnest, habe ich verstanden.

Ich habe aber immer noch nicht verstanden, warum Du aus der Asymmetrie schlussfolgerst, dass "mathemathische Absicht" dahinter steht.

Bitte erklär das doch mal.
 
Das ist doch recht simpel: Ein reines handwerkliches Missgeschick (wenn der Zeichner abrutscht) erzeugt zufälliges, unregelmäßiges Chaos. Wenn eine Asymmetrie im Diagramm aber einer geometrischen Regelmäßigkeit folgt – wie beispielsweise der systematischen Verschiebung eines Mittelpunkts (Exzentrizität) –, dann ist das kein Zufall, sondern mathematische Planung. In der historischen Astronomie (Stichwort ptolemäisches Weltbild / Exzenter) ist genau diese geplante Asymmetrie die absolute Regel, um unregelmäßige Planetenbahnen darzustellen. Asymmetrie und Systematik schließen sich in der Geometrie keineswegs aus.

Aber du bist meiner Frage jetzt schon wieder komplett ausgewichen. Da du deine Mathe-Kenntnisse so betont hast, Butter bei die Fische: Siehst du in den spezifischen Linienverschiebungen des Diagramms eine wiederkehrende geometrische Systematik oder ein bloßes, unkoordiniertes Versehen des Zeichners? Wie lautet deine mathematische Einschätzung zu dem Bild?
 
Ich habe dich gefragt, warum Du die Symmetrie im Bild für "mathematische Absicht" hälst.

Du antwortest:
Wenn eine Asymmetrie im Diagramm aber einer geometrischen Regelmäßigkeit folgt(...) dann ist das (...) mathematische Planung.
Ich habs immer noch nicht verstanden.


Ich bin jetzt so weit:

Du siehst im Bild eine Symmetrie.
Diese hälst Du für eine "mathematische Absicht".
Weil Du eine "geometrische Regelmäßigkeit" siehst.

Da habe ich die nächste Nachfrage:

Welche "geometrische Regelmäßigkeit" meinst Du im Bild?
 
Wer liest, ist klar im Vorteil: Ich habe geschrieben, dass ich im Bild eine ASYMMETRIE sehe, nicht eine Symmetrie. Du verdrehst hier gerade meine Aussage komplett.

Meine logische Kette ist denkbar simpel:
Wenn man ein klassisches, symmetrisches Jahressystem aus 12 Segmenten zeichnet, müssen die Trennlinien mathematisch zwingend parallel zueinander exakt durch das Zentrum verlaufen. Das tun sie im Manuskript aber eben nicht. Einige Linien wirken symmetrisch, andere sind verschoben und windschief. Bei einer reinen 12er-Aufteilung macht diese selektive Asymmetrie geometrisch überhaupt keinen Sinn.

Die von mir vermutete Systematik (Absicht) dahinter: Wenn man versucht, ein ungerades System (wie z. B. 13 Mondzyklen oder spezifische astronomische Intervalle) in ein rundes Diagramm einzupassen, verschieben sich die Achsen mathematisch zwingend genau so, wie wir es im Bild sehen. Die Linien können sich dann gegenüberliegend gar nicht sauber treffen.

Die "geometrische Regelmäßigkeit" liegt also nicht in einer optischen Schönheit, sondern in der mathematischen Notwendigkeit, die entsteht, wenn man ein komplexeres, ungerades System als eine simple 12er-Teilung abbilden will.
 
Meine logische Kette ist denkbar simpel:
Wenn man ein klassisches, symmetrisches Jahressystem aus 12 Segmenten zeichnet, müssen die Trennlinien mathematisch zwingend parallel zueinander exakt durch das Zentrum verlaufen.
Das verstehe ich ohne Zeichnung nicht. Ist das "Zentrum" ein Punkt? Dann wäre die Aussage doch unsinnig.
 
ASYMMETRIE sehe, nicht eine Symmetrie
Das war ein Tippfehler.
Sorry.

Also nochmal:

Du siehst im Bild eine Asymmetrie.
Diese sei "mathematische Absicht".

Warum?

Weil Du eine "geometrische Regelmässigkeit" siehst.

Was ist die "geometrische Regelmässigkeit" habe ich gefragt.
Du antwortest die "geometrische Regelmässigkeit" sei also folgendes:
Die "geometrische Regelmäßigkeit" liegt also(...) in der mathematischen Notwendigkeit, die entsteht, wenn man ein komplexeres, ungerades System als eine (...) 12er-Teilung abbilden will.
Auch das verstehe ich nicht.

Weitere Nachfrage:

Was ist "die mathematische Notwendigkeit, die entsteht, wenn man ein kompexeres, ungerades System als eine 12er Teilung abbilden will"?
 
Ein zweifacher Tippfehler im selben Beitrag ist zwar sportlich, aber Schwamm drüber.

Da du es mathematisch greifen willst, machen wir ein simples Gedankenexperiment. Nimm dir gedanklich zwei Kreise und ein Lineal:

Kreis 1 (12 Segmente – gerade Anzahl):
Du ziehst 6 gerade Linien komplett von einer Seite zur anderen durch den Mittelpunkt. Das Ergebnis ist absolut symmetrisch, weil jede Linie exakt zwei gegenüberliegende Trennlinien bildet.

Kreis 2 (13 Segmente – ungerade Anzahl):
Versuch hier mal, die Linien mit dem Lineal starr von einer Seite zur anderen komplett durchzuziehen. Das funktioniert mathematisch nicht. Eine Linie, die an einer Segmentgrenze startet und durch den Mittelpunkt läuft, trifft auf der gegenüberliegenden Seite voll auf die MITTE eines Segments – und eben nicht auf eine Trennlinie.

Die "mathematische Notwendigkeit" ist genau das: Wenn ein mittelalterlicher Zeichner versucht, ein ungerades System (wie 13 Abschnitte) in ein rundes Diagramm zu pressen, KANN er die Linien nicht mehr starr und symmetrisch durchziehen. Er muss die Achsen verschieben, versetzen oder abknicken lassen, damit die Abschnitte aufgehen.

Genau das sehen wir im Manuskript: Einige Linien wirken sauber, andere verschoben. Das ist keine handwerkliche Zittrigkeit, sondern die geometrische Folge davon, wenn man ein ungerades System in einen Kreis zwingt.

Da wir nun schon seit mehreren Beiträgen über einfachste Geometrie-Grundlagen und Begrifflichkeiten diskutieren müssen, anstatt über den historischen Inhalt zu sprechen, habe ich das Gefühl, dass du für dieses spezifische Thema leider der falsche Ansprechpartner für mich bist.
 
Die Schlussfolgerung, dass das Fehlen von Korrekturen auf ein gleichgültiges "Runterschreiben in wenigen Tagen" hindeutet,
Das ist nicht meine Schlussfolgerung!
In allen längeren Texten, die von Menschen geschrieben werden, passieren Fehler, auch ein mit extremem Aufwand gefertigtes Manuskript wie der Codex Argenteus (mit unglaublich gleichmäßig in Gold und Silber handgeschriebenen Buchstaben!) ist nicht völlig fehlerfrei. Wenn es keine Spur von Korrekturen gibt, lautet die Schlussfolgerung, dass hier auf Korrekturen gänzlich verzichtet wurde.

Bei einem wissenschaftlichen Text, wo es auf Genauigkeit ankommt, sind Korrekturen unabdingbar. Wenn es nur auf den äußeren Schein ankommt, dann kann auf Korrekturen gepfiffen werden.

Ich habe keine Aussage darüber gemacht, wie lange an dem Manuskript gearbeitet wurde. Einige Tage sind als Minimum für das Schreiben des Textes anzunehmen. Ob sich der Schreiber mehrere Wochen oder Monate Zeit gelassen hat, ist dem Manuskript nicht zu entnehmen.
Deine Behauptung, es müsse sich um Jahre gehandelt haben, ist und bleibt substanzlos.

Ein chaotischer Betrüger, dem alles egal ist, hinterlässt eine ganz andere visuelle und strukturelle Dynamik.

Blödsinn, ich kann Dir jederzeit einen äußerlich wohlgeordnet erscheinenden Nonsenstext liefern.

Ich habe weder von einem "chaotischen Betrüger" geschrieben noch von einem Betrüger, dem "alles egal" ist. Du baust hier einen Strohmann nach dem anderen, um ein sachliches Eingehen auf die Argumente zu umgehen.

Der mutmaßliche Betrüger hat alle aus seiner Sicht notwendigen Maßnahmen ergriffen, damit sein Machwerk interessant und wertvoll aussieht.

Er hat auch eine Reihe von Vorkehrungen getroffen, um den Text so aussehen zu lassen wie ein in Alphabetschrift geschriebener Text in einer natürlichen Sprache, mit einer überschaubaren Anzahl von Buchstaben (zuzüglich etlicher Ligaturen und Sonderzeichen), mit überschaubaren "Wortlängen" und mit wiederkehrenden Mustern. (Allerdings sind ihm diese Muster zu stereotyp geraten, so dass bei linguistisch kompetenter und unvoreingenommener Betrachtung festgestellt werden muss, dass es sich keinesfalls um einen in Alphabetschrift geschriebenen, inhaltlich sinnvollen Text in einer natürlichen Sprache handeln kann.)

Ich kann Dir das gern demonstrieren, wenn Du bereit bist, Dich an einem kleinen Test zu beteiligen.

Die materialtechnische Realität: Die chemischen Analysen der Tinten und Pigmente zeigen, dass in den unterschiedlichen Sektionen verschiedene Rezepturen verwendet wurden.

Dann wurden Tinte und Farben verschiedener Hersteller verwendet, über die Dauer des Schreibprozesses sagt das nichts aus.

Allein das Vorbereiten der Farben, das Ziehen der Lineamente und die nötigen Trocknungsphasen über die verschiedenen Lagen hinweg machten die Produktion zu einem strukturierten Prozess, der Monate in Anspruch nahm – das war kein Werk von wenigen Tagen.

Hast Du belastbare Angaben, wie lange das Trocknen einer beschriebenen/ bemalten Seite in Anspruch nimmt?

Für Deine Behauptung, dieser Prozess habe jahrelang gedauert, hast Du immer noch kein Argument vorgelegt.


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Das Beispiel mit der Vinland-Karte ist ein hervorragendes Argument für den psychologischen Wert von teurem Pergament bei einer Fälschung, das leuchtet absolut ein! Der Vergleich hinkt allerdings an einem entscheidenden Punkt:
Der nächste Strohmann: Du bemühst einen Vergleich, den ich gar nicht gezogen habe. Der entscheidende Punkt war die Beantwortung der Frage, warum jemand Pergament für einen Schwindel verwendet.
Die Mönche, die im 14. Jahrhundert den (heute noch werbewirksamen!) Schwindel von der "ältesten Wallfahrt Bayerns" (in Andechs) konstruierten, verwendeten für ihre Fälschungen ein damals 400 Jahre altes Missale - natürlich aus Pergament! (Bevor mir wieder Vergleiche angehängt werden, die ich gar nicht gezogen habe: Die Fälscher wollten ihre "Dokumente" niemandem verkaufen, ihr Geschäftsinteresse bestand darin, den Leuten eine Verpflichtung zur Wallfahrt mit den damit verbundenen Spenden einzureden.)
Es gibt viele Möglichkeiten, mittels einer Fälschung an Geld zu kommen, und Pergament kann dabei helfen, Seriosität vorzutäuschen.



Mittelalterliche Gelehrte und Ärzte besaßen hochentwickelte Kräuterbücher (Herbarien). Sie wussten sehr genau, wie heimische Pflanzen aufgebaut sind. Wenn man einem damaligen Mediziner oder Sammler eine Pflanze präsentiert, deren anatomische Einzelteile nachweislich von drei verschiedenen, bekannten Gewächsen zusammengefügt wurden, hätte er das nicht für eine "neue Entdeckung aus Übersee" gehalten, sondern für einen handwerklichen oder systematischen Fehler.

Sorry, aber das halte ich wieder für Stuss, den Du Dir gerade eben zusammenfabuliert hast, um Deine These zu "retten". Jeder Botaniker wird Dir Pflanzen nennen können, deren Früchte einer Pflanze A ähneln, während die Blätter einer Pflanze B ähneln, und die Wurzeln vielleicht einer Pflanze C. Ich bin nicht vom Fach, aber die Blätter des aus Amerika stammende Amberbaums ähneln sehr dem des Ahorns, während die Früchte eher der in Südeuropa heimischen Platane ähneln.


Das Prinzip der bewussten Verfälschung: Dieser bewusste Bruch mit der Symmetrie zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Manuskript. In der botanischen Sektion finden sich "Frankenstein-Pflanzen" (zusammengesetzt aus Wurzeln und Blättern völlig unterschiedlicher Arten), in der anatomischen Sektion bizarre Röhrensysteme. Das Buch wurde absichtlich so konstruiert, dass es Informationen verzerrt, Lücken lässt oder falsche Fährten legt. Ein klassischer Code-Brecher läuft hier ins Leere, weil der Inhalt selbst manipuliert wurde.

In einem Punkt gebe ich Dir recht: Der Verfasser hat absichtlich falsche Fährten gelegt, dazu gehören die Pflanzen, dazu gehören die vielen nackten Frauen, und dazu gehört auch der scheinbare "Text". Der Verfasser will den Betrachter mit voller Absicht hinters Licht führen.
Und das sehe ich als den roten Faden des Manuskripts.




Wenn man sich die historischen Fakten anschaut, ist die Hoax-Theorie eben nicht die einfachste, sondern wirft riesige Fragen auf. Die C14-Datierung zeigt, dass das Pergament aus dem frühen 15. Jahrhundert stammt. Der erste dokumentierte Versuch, das Buch für viel Geld an einen Monarchen (Kaiser Rudolf II.) zu verkaufen, fand aber erst über 150 Jahre später statt.

Und welches wären die "riesige Frage"?
In den dazwischenliegenden Jahren hat das Manuskript sicher mehrmals den Besitzer gewechselt, wer die Besitzer waren und wie sie jeweils in den Besitz des Manuskripts gelangt sind, wissen wir halt nicht, da kann weder die Hoax-Theorie noch sonst eine Theorie etwas dafür.

Der Überlieferung nach war der Versuch übrigens erfolgreich, der Kaiser soll die stolze Summe von 600 Dukaten dafür hingeblättert haben.
Möglicherweise hat der Vorbesitzer weniger dafür bezahlt, auch der erste Käufer des Vinland-Hoax hat nur einen Bruchteil dessen bezahlt, was später die Yale University dank eines großzügigen Spenders dafür zu bezahlen bereit war.



– Das Zipfsche Gesetz: Der Text ist kein willkürliches Gekritzel.
Das ist eine Fehlinterpretation. Das vermeintliche Argument mit der Zipf-Verteilung ist eigentlich schon seit Jahrzehnten vom Tisch:

"Inzwischen wurde allerdings von Li (1992) gezeigt, dass auch das willkürliche Tippen von Buchstaben Pseudowörter erzeugen kann, die ebenfalls der Zipf-Verteilung gehorchen."
http://kups.ub.uni-koeln.de/4561/1/jhermes.textprozessierung.pdf

Der Autor dieses Buches hat durch willkürliches "Tippen" von deutschen Buchstaben einen Pseudotext von nahezu 10.000 Wörtern erstellt und sowohl die Zipf-Verteilung als auch die Entropie durch das Programm Textstat berechnet. Die Ergebnisse sind in der Tat verblüffend, denn sie ähneln denen natürlicher Sprachen und damit auch dem Voynich-Manuskript.
Das Voynich-Manuskript
 
Zuletzt bearbeitet:
Okay.

Ich fasse zusammen:

"Weil das Kreisdriagramm asymmetrisch ist, ist da eine "mathematische Absicht."

Weil da eine "geometrische Regelmässigkeit" ist.

Warum ist da eine "geometrische Regelmässigkeit"?

Weil da eine "mathemathische Notwendigkeit" ist.

Was für eine "mathematische Notwendigkeit"?

Eine "mathematische Nowendigkeit liegt hier vor, weil "wenn ein Zeichner versucht, ein ungerades System in ein rundes Diagramm zu pessen, kann er die Linien nicht mehr starr und symmetrisch durchziehen."

Das ist


Nebenbei:


@samet Ich versuche, dich durch gezieltes Nachfragen auf deine eigenen Logikbrüche aufmerksam zu machen.
Das hat nicht funktioniert.

Ich habe mal vor ner Stunde nen Screenshot gemacht, zu was Du gedanklich die Asymmetrie eines Bildes gebrachst hast:





stuss1.jpg

Nämlich "Ein System der bewussten Verschleierung und der Dokumentation verbotener Naturgesetze".

Verbotene Naturgesetze also.


Dokumentieren und verschleiern.


Begründung: Weil man könnte das Diagramm ja durch 13 Teile ersetzen, aber dann wären die Linien ja nicht durchziehbar.


Diese Herleitungen ergeben gar keinen Sinn.
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@samet Es ist genau, wie ich gesagt hatte:


Du siehst Zusammenhänge, die gar nicht da sind.



Diese Art von Schlussfolgerungen habe ich im ersten Berufsleben öfters bei Menschen mit milden Psychosen oder milden Schizophrenien erlebt, oder ein Rausch von bewusstseinserweiternden Drogen wäre eine Erklärung.

Krude Überleitungen eben: Das Bild dort hat vier Ecken, es wurde am 10.01. gekauft, vier Ziffern! Die Zahl 1001 hat die drei Primfaktoren 7, 11 und 13; 7+11+13 ist 31, soviele Tage hat der Januar => Im Januar werden "vebotene Naturgesetze" verschleiert werden.



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