Wann ging die griechische Religion unter?

Interessant, aber wie soll man sich das vorstellen?
Dass Demeter in Thessalonike besonders verehrt worden wäre, ist mir nicht bekannt. (In Sachen Mysterienkult waren dort, wie generell im nördlichen Ägäisraum, eher die Kabeiren vertreten.)
Oder soll der Demeterkult aus Eleusis (im westlichen Attika) in veränderter Form in Thessalonike (im nordöstlichen Makedonien) weitergelebt haben?
Ich verstehe deine Nachfrage und verstehe sie nicht. Du hast die eleusischen Mysterien. Der Demeter-Kultort wird zerstört, aber durch Anschlussfähigkeit aufgrund seines theophoren Namens übernimmt Demetrios von Thessaloniki die Rolle, die zuvor Demeter innehatte. So ähnlich wie Reiterbilder von römischen Soldaten, welche Barbaren niederreiten im Mittelalter als Repräsentationen des Heiligen Martin wahrgenommen werden der den Mantel mit dem Bettler teilt. Das hat nix mit Thessaloniki zu tun, der Demetrios kam nur zufälligerweise da her.
 
Demetrios von Thessalonike wurde aber hauptsächlich in Thessalonike verehrt. Dort war er in byzantinischer Zeit der Stadtheilige schlechthin. Seine Verehrung (mitsamt gefakter Wunder) nahm solche Ausmaße an, dass das manchen bereits bedenklich erschien.
Nebenher wurde er insbesondere auch als Soldatenheiliger verehrt.
Dass er in Eleusis oder auch Athen besonders verehrt worden wäre, wäre mir hingegen neu. Athen sank im Mittelalter ohnehin zur Bedeutungslosigkeit herab, ehe es als Sitz eines Kreuzfahrerfürstentums wieder eine gewisse Bedeutung gewann.

Mit Demeter hatte Demetrios von Thessalonike außer dem Namen nichts zu tun.

Also wieso sollte ein Zusammenhang zwischen einem vor allem in Thessalonike verehrten Soldatenheiligen und einer einst in Eleusis verehrten Vegetationsgöttin bestehen? (Zumal Demeter in Eleusis nicht allein verehrt wurde, sondern in enger Verbindung mit ihrer Tochter Persephone. Oft war in der antiken Literatur nur von den „Göttinnen“ die Rede, womit dann immer beide gemeint waren.)
Was außer dem Namen soll dafür sprechen?
 
Ich schrieb ja: "Es gibt die Idee, dass.... wohl auch aufgrund des Umstands....", nicht das ich sie vertrete, aber ich widerspreche ihr auch nicht, halte sie für durchaus plausibel. Plausibel ist aber nun mal nicht notwendigerweise korrekt. Hans Kloft, Professor für Alte Geschichte an der Uni Bremen, hat sie vertreten. Kloft, Hans: Mysterienkulte der Antike. Götter, Menschen, Rituale. München 2010
 
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