Warum ist der Buddhismus für die westliche Welt attraktiv?

Vieles von dem was hier über den Buddhismus genannt wird betrifft aber mehr den reinen philosophischen Buddhismus. Im Volksglauben und in den jeweils verschiedenen buddhistischen Formen dieser Religion gibt es eine Menge Dinge sich sogar von Grundprinzipien des Buddhismus weit entfernt haben, hin zu Aberglauben, Götter- und Geisterglauben und vielem mehr.

Die geringe Popularität des Christentums in Japan ist jedenfalls mit buddhistisch geprägter oder "asiatischer" Mentalität nicht zu erklären.

Vor dem Tokugawa Shogunat und den (sehr massiven) Christenverfolgungen gab es ja eine Zeitlang eine wachsende Gemeinde dort. Hypothese: Könnte sein, daß die Verfolgungen und die frühere Selbstüberhöhung im faschistoiden Staatsshinto hier eine sozialkulturelle Sperre gegen ein erneutes aufkommen des Christentums haben entstehen lassen.
 
Warum ist der Buddhismus für die westliche Welt attraktiv??!!


Ist er das wirklich? Ich möchte es bezweifeln.
Kennt jemand vielleicht verlässliche statistische Zahlen über Anhänger des B. in dem einen oder anderen westlichen Staat, die die Behauptung untermauern könnten, die der Frage zugrunde liegt?
 
Ist er das wirklich? Ich möchte es bezweifeln.
Kennt jemand vielleicht verlässliche statistische Zahlen über Anhänger des B. in dem einen oder anderen westlichen Staat, die die Behauptung untermauern könnten, die der Frage zugrunde liegt?
Genaue Zahlen kann ich dir nicht nennen. Ich weiss jedoch, dass es in beinahe jeder größeren Stadt der BRD ein buddhistisches Zentrum gibt, wo man buddhistische Praktiken üben kann und Begleitung auf dem buddhistischen Weg findet.
 
Mir nicht. Das fernöstliche Interesse am Christentum hat den gleichen Hintergrund wie das westliche Interesse am Buddhismus: reine Neugierde, also Faszination am kulturell Unbekannten.

Siehe z. B.: http://www.kas.de/publikationen/2003/4593_dokument.html
Es gibt dazu verschiedene Zahlen. Während die offizielle kath. Kirche 5 Mio. Mitglieder angibt, sollen laut Untergrundkirche 13 Mio. Chinesen Katholiken sein. Der papsttreue Katholizismus befindet sich eher im Untergrund, da der Papst diplomatische Beziehungen zu Nationalchina (offiziel Republik China) unterhält. Auch noch höhere Zahlen kursieren, aber es ist offensichtlich, dass das Christentum eine der am stärksten wachsenden Religionen in China ist.
Die Beziehungen zum Christentum sind ja nicht aus dem Nichts entstanden. Schon während des Taiping-Aufstandes gab es Beziehungen auf das Christentum von einem Wortführer Hong Xiuquan.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

was ich bisher über den Buddhismus gehört habe, ist folgendes:

Diese Art der Religion befasst sich mit der Person an sich, mit innerlicher Zufriedenheit, mit Ruhe und gesunder Selbstwahrnehmung. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass der Buddhismus für uns gestresste Karrieremenschen sehr attraktiv ist, um sich im Stress, in der Arbeit und den alltäglichen Problemen, nicht selbst zu verlieren.

LG
Miyu
 
Wenn man ernsthaft über Religion redet, sollte man vielleicht die "alltäglichen Probleme" nicht so in den Vordergrund stellen.
DEN Buddhismus gibt es so wenig wie DAS Christentum. Natürlich gibt es einen Grundgedanken, den man in beiden Fällen bei den historischen Religionsstiftern sucht: Was hat Buddha (oder Jesus) denn nun wirklich gemeint?

So wie ich das verstehe, lehrt der Buddhismus den Ausbruch aus dem Hamsterrad der ewigen Wiedergeburten durch Zerstörung des Individuums.

Das ist eine harte und extreme Auffassung, die tief in der damaligen indischen Religionstradition wurzelt (so wie das Christentum im Judentum).

Dass die vielen Spielarten des Buddhismus viele psychologische Techniken entwickelt haben, um dieses Ziel zu erreichen, mag interessant sein, aber trifft nicht den Kern der Religion.
 
Hi,

was ich bisher über den Buddhismus gehört habe, ist folgendes:

Diese Art der Religion befasst sich mit der Person an sich, mit innerlicher Zufriedenheit, mit Ruhe und gesunder Selbstwahrnehmung. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass der Buddhismus für uns gestresste Karrieremenschen sehr attraktiv ist, um sich im Stress, in der Arbeit und den alltäglichen Problemen, nicht selbst zu verlieren.

LG
Miyu

Kontemplation und Meditation gab es schon vor 1500 Jahren im Katholizismus, wenn du von Stressbewältigung sprichst. :fs:
 
Es gibt dazu verschiedene Zahlen. Während die offizielle kath. Kirche 5 Mio. Mitglieder angibt, sollen laut Untergrundkirche 13 Mio. Chinesen Katholiken sein. ... Auch noch höhere Zahlen kursieren...

Wohl wahr! "Spitze" ist insoweit wahrscheinlich das aktuelle "World Factbook" der CIA, dass bei einer Bevölkerung von 1,33 Mrd. den Christen-Anteil in China mit 3-4 % beziffert, sprich: 40 bis 50 Millionen.
 
Der erste europäische Philosoph, der sich eingehend mit östlichen Religionen auseinandergesezt hat (mit dem Hinduismus der Veden, auch mit dem Buddhismus), war bekanntlich Schopenhauer. Er war gleichzeitig Verfechter eines Atheismus, sofern es um den Glauben an einen persönlichen Gott geht.

Hier sehe ich Beziehungen zu heute: Der Glaube an einen persönlichen Gott nimmt ab (schon zu Zeiten der Hippies), gleichzeitig aber besteht weiterhin ein religiöses Bedürfnis. Diese Kluft kann der Buddhismus als nicht-theistische Religion schließen.
 
Ohne Schleichwerbung machen zu wollen:
Neuerdings stürmen gregorianisch singende Mönche die Charts....

Nun ja, das sind halt die Donkosaken des 21. Jahrhundert.

Wenn man nach der Verbindung von Glauben, Kommerz und U-Musik sucht, wird man auch früher schon fündig. Ich nenne nur die vielen Songs aus dem Gospel-Bereich, die "Hits" wurden, Norman Greenbaum "Spirit in the sky" oder Soeur Sourires "Dominique" aus den 60er Jahren usw.
 
Hier sehe ich Beziehungen zu heute: Der Glaube an einen persönlichen Gott nimmt ab (schon zu Zeiten der Hippies), gleichzeitig aber besteht weiterhin ein religiöses Bedürfnis. Diese Kluft kann der Buddhismus als nicht-theistische Religion schließen.

Jain.
Ob der Glaube an einen persönlichen Gott abnimmt? In Europa vielleicht, wobei sich diejenigen, welche aus der Kirche austreten, mitunter anderen Religionen mit einem persönlichen Gott zuwenden. Allerdings muss auch der Kirchenaustritt nicht bedeuten, dass sich der Austretende von dem Glauben an einen persönlichen, christlichen Gott abwendet. Gegebenenfalls fallen nur seine persönlichen Ansichten über den persönlichen Gott mit den Ansichten der jeweiligen Kirche auseinander. Steueraspekte lassen wir mal außen vor.
Weiterhin würde ich mit Blick auf die erfolgreichen Evangelikalen eine Abnahme des Glaubens an einen christlichen persönlichen Gott durchaus, wenn vorhanden, auf Europa beschränkt sehen. Auf anderen Kontinenten sieht das durchaus anders aus.
Zustimmen würde ich aber der Feststellung, dass es überall ein ungebrochenes religiöses Bedürfnis gibt, welches sich auf vielfältige Weise zeigt und dass Menschen, die einen persönlichen Gott ablehnen, sich nicht-theistischen Religionen zuwenden.

@jschmidt, miyu
Jedenfalls zeigt sich an diesem Erfolg (erneut) das bestehende Bedürfnis nach Spiritualität und Mystizismus.
Diesbezüglich sind die Unterschiede zwischen einem christlichen und einem buddhistischen Mönch und den Vorstellungen, die sich Menschen von beiden Gruppen machen, nicht allzu groß.
 
:confused: Nöö. (Gut, dass dieses Forum keine Plattform für politische, religiöse und sonstige weltanschauliche Glaubensbekenntnisse ist.)

Wenn das Bedürfnis nach Spiritualität und Mystizismus einer der Gründe für die Attraktivität des Buddhismus ist, dann sehe ich nicht, warum dies nicht auch für den Erfolg dieser CD eine Rolle spielt.

p.s.
mit Glaubensbekenntnissen hat das rein gar nix zu tun ;)
 
Könnte man die katholische Heiligenlegende von Josaphat nicht als mittelalterliche Fanliteratur des Buddhismus verstehen?
Denn ganz aus Versehen wird Buddha seit 1583 als Heiliger verehrt. (Gedenktag ist der 27. Nov.):scheinheilig:
 
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