MannmitHund
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INVENI INVENI CCCLXXXIIII ACTUS
Hallo allerseits,
ich möchte gerne meine Arbeit veröffentlichen und glaube, dass dieses Forum, wo ja einige richtige Römer-Experten sind, ein guter Ort dafür ist.
Zuallererst möchte ich mich aber bei Timo (Geognost) aus dem Archäologie Online Forum bedanken, der mich mit seinen Theorien über die Erstellung römischer Landkarten zu eigenen Nachforschungen inspiriert hat. Als ich vor acht Monaten das erste Mal davon las, hatte ich gleich das Gefühl, er könne da etwas auf der Spur sein.
Nur aus diesem Grund kam es dazu, dass ich auf einer Schummerungskarte meine erste Linie zog - von einer soeben von mir entdeckten Wallanlage bei Lollar hin zum Forum Waldgirmes. Von Ecke zu Ecke, und bereits da wurden mir tatsächlich die magischen 13,62 km angezeigt. Zu dieser Zeit noch eine scheinbar beliebige Zahl, die ich leider noch mit keinem römischen Längenmaß in ein sinnvolles Verhältnis bringen konnte.
Das eigentlich Bemerkenswerte dabei war aber, dass diese Linie exakt die Kuppe des Vetzbergs schnitt, einen weithin sichtbaren Vulkankegel. Kann das wirklich Zufall sein? Nun gut, nachdem ich ohne Erfolg ein bisschen mit Linien im rechten Winkel herumgespielt hatte, ließ ich die Sache erst mal ruhen. Aber es schwelte.
Ein halbes Jahr später, als ich überraschend von den Lagern bei Reimershausen erfuhr, kam der Stein wieder ins Rollen. Die besagte Linie ließ sich im eingerasteten rechten Winkel genau über die Kuppe der Kapp bei Reimershausen fortsetzen (die genaue Lage der Lager war mir nicht bekannt).
Nun gab es kein Halten mehr.
Ganze drei Monate später dann der Durchbruch. Vielleicht geht es nicht um Strecken, sondern um Flächen?
Den ACTUS hatte ich zwar schon ganz am Anfang mal mit dem Taschenrechner mit 35,52 m aus der Wikipedia durchprobiert, was rund 383 ergibt. Da das aber wie eine beliebige Zahl aussieht, blieb es unbeachtet.
Jetzt probierte ich trotzdem nochmal herum, doch diesmal aus Bequemlichkeit Google gefragt, wie viel ACTUS 13,62 km ergäben, und bekam von Gemini die Antwort, es seien 384 ACTUS - es hatte mit 35,48 m gerechnet!
384 kam mir verdächtig vor, also fragte ich weiter, welche Teiler die Zahl habe.
Also sofort instinktiv eine Strecke von 384 ACTUS im rechten Winkel vom Vetzberg gezogen und prompt genau am nördlichsten Punkt des Wetterau-Limes gelandet. Geschafft!!!
Von da an lief es wie am Schnürchen. Mit exakten ACTUS und rechten Winkeln, mithilfe von Schummerung und TK25, war ich keine Stunde und vier Linien später bereits am Lager Karben angelangt. Was ich dann erst noch ergoogeln musste, weil es heute auf keiner Karte mehr zu erkennen ist.
Und quasi im Vorbeigehen hatte ich das - vielleicht noch unbekannte - Lager bei Wölfersheim entdeckt. Alleine das wäre mir Beweis genug gewesen. Die beste Theorie ist ja die, mit der man Vorhersagen treffen kann. Das vermutete Lager bei Gladenbach, wo am Kirchberg die nördlichste Linie endet, kann man da vielleicht auch noch dazuzählen.
Nun, all das war nur deshalb möglich, weil die Römer so unfassbar genau gearbeitet haben. Und darum endete meine Suche unerwartet abrupt, beinahe so, wie wenn man einen verlorenen Schlüssel wiederfindet.
Bleibt noch offen, ob die SW-NO Ausrichtung von ca. 33-34 Grad beabsichtigt ist oder sich einfach ergeben hat.
Und natürlich die Frage, warum gerade 384?
Manch einer würde vielleicht sagen, das Schaltjahr des Mondkalenders habe so viele Tage. Ich denke da aber eher praktisch und vermute, das ist eine Strecke, mit der man innerhalb vorgegebener Toleranzen bleiben konnte.
Der logische Nachfolger der Teilerreihe wäre die 512, was eine Entfernung von 18,2 km ergibt. Das erscheint mir auch sichtmäßig zu viel, wollte man z.B. Signalfeuer oder Spiegelblitzen noch zuverlässig erkennen. Gerade so noch möglich hingegen finde ich die Entfernung, wenn ich vom Vetzberg zum Limes blicke.
Dorthin, wo, wie ich vermute, es ein Behelfslager gegeben haben könnte, wofür ich übrigens auch die Lager Lollar und Wölfersheim halte.
So, mehr kann ich dazu im Moment nicht beitragen.
Mein eigentliches Steckenpferd ist schließlich die Steinzeit. Für die Römer habe ich mich nie interessiert, nur für die Kelten ein wenig. Darum endet für mich die Reise an dieser Stelle, aber ich bin sehr gespannt, wohin die Wege noch führen…
Viel Spaß bei der Suche
Mit den allerbesten Wünschen
Marco
Eines noch: Von Karben bis Lollar, wo ich aufgewachsen bin, sind es glatt 1800 ACTUS.
So sieht das im Ganzen dann aus:
Mit der Wallanlage bei Lollar hat alles begonnen:
Hier das Forum Waldgirmes in 384 ACTUS Entfernung:
Die Kuppe des Vetzbergs, wo heute eine Burgruine steht:
Die "Kapp" bei Reimershausen:
Waldgirmes - Lollar - Reimershausen. Dieses Bild hatte sich mir eingebrannt (noch ohne die SO-Linie):
Dann kam der Durchbruch zum Limes:
Hier kann man schön sehen, dass die Steinberger Straße heute noch der einstigen Schneise folgt. Bis zu der Stelle, wo die Straße abknickt, sind es gut 35 m Höhenunterschied im sanften Gefälle auf dem Plateau. Das ist in etwa die Höhe eines Eichen- oder Buchenwaldes:
Folgt man den 384 ACTUS bis zum Ende, kommt man bei Cleeberg an. Ich kann da nichts Auffälliges erkennen. Allerdings soll die Cleeberger Burg auf der Stelle eines Kastells errichtet worden sein. Die steht aber im Ort:
Jetzt bekomme ich den Hinweis, dass ich nur 10 Dateien anhängen kann. Bitte gebt mir einen Moment, bis ich einen weiteren Beitrag mit den restlichen Bildern erstellt habe.
Hallo allerseits,
ich möchte gerne meine Arbeit veröffentlichen und glaube, dass dieses Forum, wo ja einige richtige Römer-Experten sind, ein guter Ort dafür ist.
Zuallererst möchte ich mich aber bei Timo (Geognost) aus dem Archäologie Online Forum bedanken, der mich mit seinen Theorien über die Erstellung römischer Landkarten zu eigenen Nachforschungen inspiriert hat. Als ich vor acht Monaten das erste Mal davon las, hatte ich gleich das Gefühl, er könne da etwas auf der Spur sein.
Nur aus diesem Grund kam es dazu, dass ich auf einer Schummerungskarte meine erste Linie zog - von einer soeben von mir entdeckten Wallanlage bei Lollar hin zum Forum Waldgirmes. Von Ecke zu Ecke, und bereits da wurden mir tatsächlich die magischen 13,62 km angezeigt. Zu dieser Zeit noch eine scheinbar beliebige Zahl, die ich leider noch mit keinem römischen Längenmaß in ein sinnvolles Verhältnis bringen konnte.
Das eigentlich Bemerkenswerte dabei war aber, dass diese Linie exakt die Kuppe des Vetzbergs schnitt, einen weithin sichtbaren Vulkankegel. Kann das wirklich Zufall sein? Nun gut, nachdem ich ohne Erfolg ein bisschen mit Linien im rechten Winkel herumgespielt hatte, ließ ich die Sache erst mal ruhen. Aber es schwelte.
Ein halbes Jahr später, als ich überraschend von den Lagern bei Reimershausen erfuhr, kam der Stein wieder ins Rollen. Die besagte Linie ließ sich im eingerasteten rechten Winkel genau über die Kuppe der Kapp bei Reimershausen fortsetzen (die genaue Lage der Lager war mir nicht bekannt).
Nun gab es kein Halten mehr.
Ganze drei Monate später dann der Durchbruch. Vielleicht geht es nicht um Strecken, sondern um Flächen?
Den ACTUS hatte ich zwar schon ganz am Anfang mal mit dem Taschenrechner mit 35,52 m aus der Wikipedia durchprobiert, was rund 383 ergibt. Da das aber wie eine beliebige Zahl aussieht, blieb es unbeachtet.
Jetzt probierte ich trotzdem nochmal herum, doch diesmal aus Bequemlichkeit Google gefragt, wie viel ACTUS 13,62 km ergäben, und bekam von Gemini die Antwort, es seien 384 ACTUS - es hatte mit 35,48 m gerechnet!
384 kam mir verdächtig vor, also fragte ich weiter, welche Teiler die Zahl habe.
- 2 × 192
- 3 × 128
- 4 × 96
- 6 × 64
- 8 × 48
- 12 × 32
- 16 × 24
Also sofort instinktiv eine Strecke von 384 ACTUS im rechten Winkel vom Vetzberg gezogen und prompt genau am nördlichsten Punkt des Wetterau-Limes gelandet. Geschafft!!!
Von da an lief es wie am Schnürchen. Mit exakten ACTUS und rechten Winkeln, mithilfe von Schummerung und TK25, war ich keine Stunde und vier Linien später bereits am Lager Karben angelangt. Was ich dann erst noch ergoogeln musste, weil es heute auf keiner Karte mehr zu erkennen ist.
Und quasi im Vorbeigehen hatte ich das - vielleicht noch unbekannte - Lager bei Wölfersheim entdeckt. Alleine das wäre mir Beweis genug gewesen. Die beste Theorie ist ja die, mit der man Vorhersagen treffen kann. Das vermutete Lager bei Gladenbach, wo am Kirchberg die nördlichste Linie endet, kann man da vielleicht auch noch dazuzählen.
Nun, all das war nur deshalb möglich, weil die Römer so unfassbar genau gearbeitet haben. Und darum endete meine Suche unerwartet abrupt, beinahe so, wie wenn man einen verlorenen Schlüssel wiederfindet.
Bleibt noch offen, ob die SW-NO Ausrichtung von ca. 33-34 Grad beabsichtigt ist oder sich einfach ergeben hat.
Und natürlich die Frage, warum gerade 384?
Manch einer würde vielleicht sagen, das Schaltjahr des Mondkalenders habe so viele Tage. Ich denke da aber eher praktisch und vermute, das ist eine Strecke, mit der man innerhalb vorgegebener Toleranzen bleiben konnte.
Der logische Nachfolger der Teilerreihe wäre die 512, was eine Entfernung von 18,2 km ergibt. Das erscheint mir auch sichtmäßig zu viel, wollte man z.B. Signalfeuer oder Spiegelblitzen noch zuverlässig erkennen. Gerade so noch möglich hingegen finde ich die Entfernung, wenn ich vom Vetzberg zum Limes blicke.
Dorthin, wo, wie ich vermute, es ein Behelfslager gegeben haben könnte, wofür ich übrigens auch die Lager Lollar und Wölfersheim halte.
So, mehr kann ich dazu im Moment nicht beitragen.
Mein eigentliches Steckenpferd ist schließlich die Steinzeit. Für die Römer habe ich mich nie interessiert, nur für die Kelten ein wenig. Darum endet für mich die Reise an dieser Stelle, aber ich bin sehr gespannt, wohin die Wege noch führen…
Viel Spaß bei der Suche
Mit den allerbesten Wünschen
Marco
Eines noch: Von Karben bis Lollar, wo ich aufgewachsen bin, sind es glatt 1800 ACTUS.
So sieht das im Ganzen dann aus:
Mit der Wallanlage bei Lollar hat alles begonnen:
Hier das Forum Waldgirmes in 384 ACTUS Entfernung:
Die Kuppe des Vetzbergs, wo heute eine Burgruine steht:
Die "Kapp" bei Reimershausen:
Waldgirmes - Lollar - Reimershausen. Dieses Bild hatte sich mir eingebrannt (noch ohne die SO-Linie):
Dann kam der Durchbruch zum Limes:
Hier kann man schön sehen, dass die Steinberger Straße heute noch der einstigen Schneise folgt. Bis zu der Stelle, wo die Straße abknickt, sind es gut 35 m Höhenunterschied im sanften Gefälle auf dem Plateau. Das ist in etwa die Höhe eines Eichen- oder Buchenwaldes:
Folgt man den 384 ACTUS bis zum Ende, kommt man bei Cleeberg an. Ich kann da nichts Auffälliges erkennen. Allerdings soll die Cleeberger Burg auf der Stelle eines Kastells errichtet worden sein. Die steht aber im Ort:
Jetzt bekomme ich den Hinweis, dass ich nur 10 Dateien anhängen kann. Bitte gebt mir einen Moment, bis ich einen weiteren Beitrag mit den restlichen Bildern erstellt habe.
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