Wie wurde entschieden, welche Deutsche in den Ostgebieten bleiben dürfen?

Dieses Thema im Forum "Russland | Sowjetunion | Osteuropa" wurde erstellt von iselin, 3. August 2014.

  1. iselin

    iselin Neues Mitglied

    Hallo

    Die meisten Deutschen wurden nach dem 2. Weltkrieg ja aus den ehemaligen Ostgebieten vertrieben. Einige jedoch blieben und mich interessiert, wie dies von Statten ging. Wurden sie absichtlich verschont? Wenn ja weshalb? Oder gingen sie quasi vergessen?
     
  2. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Nicht alle Deutschstämmigen hatten mit den Nazis kollaboriert, ein Teil von ihnen (z.B Kommunisten oder Sozialisten) sogar Widerstand geleistet. Die hatten gute Chancen bleiben zu dürfen.
     
  3. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

  4. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    aha, davon höre ich zum ersten Mal. Hast Du dazu noch weitere Informationen?


    In den Ostgebieten gab es noch einige polnische bzw. polnischsprachige Minderheiten (im südlichen Ostpreußen/Masuren und in Oberschlesien). Diese konnten sich als authochtone Bevölkerung verifizieren lassen und konnten bleiben. M. W. reichte trotz fehlender Kenntnisse im Polnischen sogar ein polnisch klingender Nachname aus, um bleiben zu dürfen.
     
  5. Schlumpi

    Schlumpi Neues Mitglied

    Meine Großeltern väterlicherseits waren aus dem Memelland, als ostpreußische Bauernsippe seit Beginn des 17. Jahrhunderts nachweisbar. Im Winter 1944/45 begann die Flucht vor der Roten Armee. Die endete dann in der Nähe des pommerschen Stolp, heute Słupsk. Dort wurden sie von den Polen eingeholt und festgehalten um die von einheimischen Deutschen verlassenen Bauernstellen zu bewirtschaften. Im April 1945 kam dort mein Vater zur Welt. An die Flucht kann er sich demzufolge nicht erinnern, dafür aber an die Vertreibung. Er war zwölf Jahre alt, als die Deutschen gezwungen wurden in die DDR zu gehen. Was jeder in nur einen Koffer bekam dürfte mitgenommen werden, das Zurückgelassene bekamen nachrückende Polen.
     
  6. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Meine Schwiegermutter hatte einen polnischen Familiennamen, und die Familie sprach Deutsch; da die Familie evangelisch war, wurde entschieden, dass sie Deutsche waren.
     
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  7. iselin

    iselin Neues Mitglied

    Heisst das, dass die Familie erst 1957 vertrieben wurde? Ich habe gedacht die Vertreibungen fanden zwischen 1945 und ca. 1947 statt.
     
  8. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    hier noch eine Info von der Bundeszentrale für politische Bildung:

    Die Deutschen in Polen | bpb
     
  9. tvinnefossen

    tvinnefossen Mitglied

    Noch ein Nachtrag: Hatte mal irgendwo aufgeschnappt, daß sich Polen irgendwann des wirtschaftlichen Potentials der Deutschen gewahr wurden (nicht als Arbeitskraft, sondern als Tauschobjekt). Irgendwann wurde nicht mehr vertrieben, sondern "festgehalten". Habe noch die Zahl im Kopf, daß für ca. 25.000 Deutsche ein Wirtschaftsvertrag mit Westdeutschland abgeschlossen wurde. Angeblich kamen auf diese Weise die Lizenzverträge mit Grundig (Unitra), Marlboro und Pepsi zustande.
     

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