Wieso wollte Bismarck überhaupt einen Nationalstaat?

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Nationalstaaten" wurde erstellt von JenniferxXx, 21. Februar 2006.

  1. JenniferxXx

    JenniferxXx Gesperrt

    Wir haben heute in der Vorlesung erfahren, dass Bismarck vollkommen konservativ war, er eigentlich nur die Interessen Preußen vertrat und dass er gegen Imperialisten kämpfte. Das habe ich ja soweit alles verstanden, aber nun meine Frage:
    Warum kam es denn dann überhaupt unter Bismarcks Leitung zu einem Nationalstaat?
    Bitte helft mir!

    Liebe Grüße eure Jenny:winke:
     
  2. hyokkose

    hyokkose Gast

    Ein preußisch dominiertes Großreich (ob "Nationalstaat" oder nicht) kam doch den Interessen Preußens sehr entgegen.
     
  3. JenniferxXx

    JenniferxXx Gesperrt

    Ja das ist schon klar, aber Bismarck war doch gegen einen Nationalstaat, oder nicht?
    Ich verstehe da ehrlich gesagt den Sinn nicht, wenn Bismrack erst Gegner eines Nationalstaates war und dann einen gründet! ^^
     
  4. Albatros

    Albatros Neues Mitglied

    Hallo erstmal!

    Ich glaube, es geht um "großdeutsch" und "kleindeutsch".

    Bismarck lehnte die "großdeutsche" Lösung (also ein Staat, der auch Österreich einschließt) ab. Einerseits mißtraute er den Katholiken (Kulturkampf), andererseits hätte es wohl auch die Eingliederung slawischer Gebiete bedeutet (Böhmen-Mähren).

    Mit der "kleindeutschen" Lösung von 1871 wurde im Prinzip nur festgeschrieben, was de facto bereits vollzogen war, nämlich der Führungsanspruch Preußens und die Unterordnung der mitteldeutschen Staaten.

    Daher sah die Verfassung auch vor, dass die Interessen des Reiches von den preußischen Ministerien vertreten wurden, während die anderen Mitgliedsstaaten sich dem unterzuordnen hatten. Lediglich in einigen Teilbereichen blieben die Vorrechte der Fürsten erhalten, etwa bei der Staatsbürgerschaft und z.T. im Heerwesen.

    Das Deutsche Reich war daher kein Zentralstaat, wie etwa Frankreich, sondern ein ziemlich eigenartiges Gemisch aus föderativen Elementen und nationalstaatlichen Insitutionen. Und z.T. ist das ja heute noch so ....
     
  5. Mephisto

    Mephisto Aktives Mitglied

    Man darf nicht vergessen, wie die damalige Landkarte aussah. Preußen hatte es zwar 1866 geschafft, im Norden ein einigermaßen geschlossenes Staatsgebiet zu schaffen, dennoch gab es aber preußische Territorien, die nicht mit dem "Mutterland" verbunden war.
    Das Streben nach einem geschlossenen Gebiet und die Ausweitung des Handels (Stichwort Zollverein) auf die anderen deutschen Staaten konnte nur im Interesse Preußens sein.
    Ich denke, daß da ganz handfeste wirtschaftliche und geostrategische Interesse mit reingespielt haben.
     
  6. herr hase

    herr hase Neues Mitglied

    ich bin mir nicht ganz sicher, aber war es nicht auch von vorteil einen nationalstaat zu gruenden um einer revolution vorzubeugen?
    bismarck lag nicht viel an der gruendung des deutschen reiches, aber das nationalgefuehl der deutschen hat sich verstaerkt im laufe der jahre (vorallem dann siehe nach dem sieg ueber frankreich), es wurden immer mehr stimmen laut die eine geeinte nation wollten.
    also wird ein deutsches reich gegruendet, (unter der vorherrschaft preussens, und den preussischen koenig an kaiser, natuerlich! obwohl dieser davon nicht sehr entzueckt war..) und dann ist ruhe im karton...
     

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