Wohnstube auf der Burg im 13./14. Jahrhundert

@Arberger die gemütliche Holzdecke auf dem Foto kommt mir weniger authentisch vor
Ja, so geht es mir auch, darum möchte ich einiges in der Stube ändern. Dazu aber etwas später, das ist ein eigenes Thema.

Waren Burgmannen nicht Ministeriale die vom Hochadel eingesetzt wurden? Ein solcher war ja der Burgherr, der Erbauer Counradius de Wartenstein, später von Arberc.
Wenn in den Räumen/Stuben Menschen wie der Schmied, Stallmeister, Plattner, Koch (das waren ja hauptsächlich Männer(?)) Ritter, ab dem 15. Jhd auch ein Geistlicher (Pfarrer oder Mönch) dann eventuell Steinmetz oder Zimmermann um die Gemäuer in Ordnung zu halten, was taten ihre Frauen? Konnten die alle sich das Essen aus der Burgküche holen, mussten also nicht kochen?
Sorry für die vielen Fragen ;)
 
Wenn in den Räumen/Stuben Menschen wie der Schmied, Stallmeister, Plattner, Koch (das waren ja hauptsächlich Männer(?)) Ritter, ab dem 15. Jhd auch ein Geistlicher (Pfarrer oder Mönch) dann eventuell Steinmetz oder Zimmermann um die Gemäuer in Ordnung zu halten, was taten ihre Frauen? Konnten die alle sich das Essen aus der Burgküche holen, mussten also nicht kochen?

Ich würde nicht vorraussetzen, dass auf dieser Burg so besonders viel gekocht wurde.

Bei einer Höhenburg muss halt mehr oder weniger alles an Material auf den Berg hochgeschleppt werden, angefangen bei elementaren Dingen wie Brennholz.
Um den Aufwand möglichst gering zu halten, wäre es also logisch gewesen, erstmal so wenig wie möglich zu kochen, um den Verbrauch von Holz oder anderen Brennmitteln (Holzkohle, und was man in der Gegend evt. sonst noch so hatte) möglichst gering zu halten und gerade im Winter wird es absolut Sinn ergeben haben, die Feuer, die man zum Beheizen der dauerhaft bewohnten Räumlichkeiten unterhielt, gleichzeitig auch zum Kochen und ggf. Räuchern zu verwenden, um eben kein Material zu verschwenden und möglichst lange ohne aufwändiges Heraufschaffen von Nachschub hinzukommen.

Ob sich ein Burherr mit einer relativ kleinen Burg tatsächlich spziell dafür einen eigenen Geistlichen leistete, halte ich auch für fraglich. Wenn sich auf einer Burg eine Kapelle/kleine Kirche oder Reste davon finden, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die dauernd von einem Priester besetzt war.
Bei einer relativ kleinen dauerhaften Bewohnerzahl der Burg, ist es, denke ich durchaus nicht unwahrscheinlich, dass ein vorhandener Geistlicher auch noch die Ansiedlungen in der näheren Umgebung mit versorgte, und wahrscheinlich einen gutteil seiner Zeit damit verbrachte in der Umgebung der Burg gewissermaßen zu pendeln und nur teilweise oder bei Bedarf (Schreibarbeiten, wenn er gleichzeitig als Kaplan des Burgherren fungierte) tatsächlich auf der Burg annwesend war.
 
Waren Burgmannen nicht Ministeriale die vom Hochadel eingesetzt wurden?
Wäre der "Ritter"/Adelsmann der einzige Krieger auf einer kleinen Burg, dann hätte er ziemliche Mühe, einen Angriff von zwei Seiten abzuwehren ;) -- Spaß beiseite: die Krieger auf einer Burg bestanden nicht nur aus Rittern. Als Lesetipp: Malte Prietzel, Krieg im Mittelalter. Mit Kriegsvolk/Kriegern meinte ich alle anderen, die im Verteidigungsfall auf den Burgmauern zu den Waffen griffen (Bogenschützen, "Fußvolk" und und und - und das setzte sich nicht einzig aus adeligen Ministerialen zusammen)
 
In meiner alten Heimat gab es die sogenannten Burgmannshöfe. Vom Bischof wurden "Burgmänner" (erblich) ernannt, die bekamen Ländereien (Äcker/Wiesen/Wald zum Lebensunterhalt und die mußten dafür die Stadt schützen. Die Burgmannshöfe hatten dann auch während ihrer Abwesenheit einige bewaffnete Männer.
 
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