Zeitlicher Ablauf einer typischen Nilflut?

aDuke

Aktives Mitglied
Nach allem, was ich so gelesen habe, müsste das ungefähr so ablaufen (Ihr könnt da hoffentlich noch Wissen ergänzen):

Gemini behauptet, die Flut habe von Juni bis Okt/Nov gedauert.

Oktober: wenn das Wasser begann abzulaufen, haben sie wohl so eine Art Rückhaltebecken aus Erdwällen gebaut, in denen das Wasser verdunstet/versickert ist und das Sediment zurückblieb. Da sie afaik keine Schaufeln hatten, wohl mit den Händen (oder konnten sie Ochsen irgendwie einsetzen?). Das ist Knochenarbeit, also Männersache.
November: Wo das Wasser weg ist, werden die Becken zu Feldern und es wird gesät.
Dezember: Die letzten Felder bestellen und eine temporäre Behausung aus Nilschlammziegeln bauen.
Januar: ab jetzt ist nur Unkraut jäten und Bewässerung gefragt. Das geschah mit einem Grabensystem und Miniaturausgaben von Schadufs. Der Höhenunterschied zum nächsten Graben/Feld waren ja höchstens 30-50 cm. Diese Arbeit kann von Frauen und Kindern erledigt werden. Ich habe allerdings keine Vorstellung, wie viel Wasser da bewegt werden musste. In einem Klima wie in Ägypten verdunstet Wasser schneller, als man hinterhergucken kann.
Mai: Erntezeit. Da werden auch heutzutage noch alle Hände gebraucht. Außerdem muss die Ernte aufs trockene Land gebracht werden. Und das ist bis zu 50 km weit weg.
Juni: Höchste Zeit, die letzten höher gelegenen Felder abzuernten und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in Sicherheit zu bringen, u.a. die beweglichen Teile der kleinen Schadufs. Die Hütten von der letzten Saison sollten noch stehen. Vielleicht ein paar Ausbesserungsarbeiten.
Juli: Reines Nichtstun. Außer vielleicht sowas wie Körbe flechten oder Seile drehen.

Wir haben es also mit zwei Phasen zu tun:
  • Von Juli bis September war praktisch die gesamte männliche Bauernschaft abkömmlich. Der Pharao konnte also so viele Arbeiter rekrutieren, wie man auf der Baustelle unterbringen, beherbergen und verpflegen konnte.
  • Von Januar bis April sollte das ebenfalls möglich gewesen sein. Da bin ich mir allerdings nicht ganz so sicher. Zumindest aber sollte man jeweils die Hälfte für je zwei Monate einziehen können.
Btw ich rede da nur über die Bauern im Umkreis von 100 km, also das Nildelta und ein Stück den Nil hinauf, nicht über Bauern aus Assuan.

Liege ich mit dieser Einschätzung richtig?
 
Zurück
Oben