Zähne + Gebiss der Hominiden

Dieses Thema im Forum "Frühzeit des Menschen" wurde erstellt von rena8, 26. Oktober 2013.



  1. rena8

    rena8 Neues Mitglied

    In letzter Zeit gibt es neuere Funde und daraufhin die übliche Diskussion zwischen "Splittern und Lumpern". http://www.geschichtsforum.de/f22/sind-wir-alle-homo-erectus-47077/

    Bei der Auswertung von Funden spielen Zähne eine große Rolle, weil sie
    1. sehr hart sind und sich lange halten
    2. der Zahnschmelz Rückschlüsse auf Aufwachsregion des Individuums möglich macht.

    Bei der Hominisation sind Zähne und Gebiss einerseits ein Einteilungskriterium. Hominisation ? Wikipedia
    Andererseits können Kieferausprägungen und Zähne ernährungsabhängig sein. Das haben wir in http://www.geschichtsforum.de/f22/wie-passiv-oder-aktiv-ist-evolution-21293/index4.html ca Seite 3 und 4 diskutiert.

    Ich frage mich nun, ob Zahnanzahl, -größe sowie Kieferform vielleicht doch ein Zeichen für die große Vielfalt ist, die noch immer in unserem Erbgut steckt und wie weit diese zurückreicht.

    Dazu bin ich auf der Suche nach einer Tabelle oder Übersicht, welche Gebiss- und Zahnvarianten wo gefunden wurden.
    Damit oder mit anderen Informationen würde ich gern die Ergebnisse diskutieren.
     
  2. Hans forscht

    Hans forscht Neues Mitglied

    Hallo Rena, meinst du Variationen in heute lebenden Menschen? Das fände ich mal einen interessanten Ansatz und würde dazu universitäre Ausbildungsstätten für Zahnmedizin empfehlen.
     
  3. rena8

    rena8 Neues Mitglied

    Die heutige Varianz überlasse ich lieber den Zahnärzten. Es ist aber richtig, dass man die auch zusammenstellen müßte, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie groß die Varianz der heutigen Menschengeneration ist.
    Dass Weisheitszähne nicht bei allen Menschen angelegt sind, die Zahnanzahl also nur 28 beträgt, kommt bei den Mutationen am häufigsten vor. Es können auch Schneidezähne fehlen. Hypodontie ? Wikipedia
    Andererseits haben die Altweltaffen, zu denen der Mensch gehört, auch 32 Zähne. Andere Affen haben mehr Zähne. Primaten ? Wikipedia
    Zahnanzahlmäßig sind wir also erst unterwegs, was besser in den eingangs verlinkten Evolutionsthread paßt.

    Mich interessiert an dieser Stelle nicht so sehr die Anzahl der Zähne, sondern mehr die Bauart, Kauflächen und Kieferform, weil die etwas über die Ernährung aussagen. Und da muß man sehr weit zurückgehen, denke ich. Bei Zähnen und Teilen des Kiefers ist dafür die Chance recht hoch, gaaaanz alte Teile zu finden, jedenfalls lese ich oft von Zahn- und Kieferfunden. Etwas vergleichendes habe ich noch nicht entdeckt.
     
  4. Wsjr

    Wsjr Neues Mitglied

    Was mir schon früher aufgefallen ist, ich aber immer nur für eine Variation wie etwa Nasenformen oder Augenfarben hielt: Es gibt Menschen mit sehr ausgepägten und langen Eckzähnen bei denen man die Wülste richtig stark fühlen kann wie bei mir und es gibt Menschen bei denen gehen die Eckzähne nahtlos in die anderen Schneidezähne über und bilden praktisch eine gerade Leiste.

    Ich frage mich jetzt bei diesem Thread ob mehr dahinterstecken könnte als bloß zufällige Unterschiede.
     
  5. rena8

    rena8 Neues Mitglied

    Könnte mit der Kieferform zusammenhängen, hast du einen schmalen Kieferbogen?
    Über den aktuellen Stand haben wir in http://www.geschichtsforum.de/f22/wie-passiv-oder-aktiv-ist-evolution-21293/index4.html ab Seite 3 diskutiert.


    Das frage ich mich eben auch, deshalb der Thread.

    Rein theoretisch müßte Kieferausprägung und Zahnzustand Rückschlüsse auf die Ernährung erlauben. Also ab wann mehr Eiweiß in Form von Aas, Insekten gegessen wurde. Ab wann der Einsatz von Feuer das Kauen erleichterte.
    Wie das pflanzliche Nahrungsangebot war, sollte man ebenso am Kauapparat ablesen können.
    Etwa wie bei Paranthropus boisei ? Wikipedia, bei dem sieht man es gut, er wird eben deshalb zu einer vormenschlichen Seitenlinie sortiert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Oktober 2013
  6. enrico

    enrico Neues Mitglied

    Die stark ausgeprägten Eckzähne habe ich schon bei mehreren rothaarigen Leuten beobachtet ,überwiegend aber bei Russen. Ob das nun Rückschlüsse auf die Ernährungsweise zulässt ,das kann ich schlecht beurteilen.
    Aber bitte jetzt kein Witz mit Dracula machen,der sich ausschließlich von Blut ernährt hat.=)
     
  7. Hans forscht

    Hans forscht Neues Mitglied

    Ich finde, wenn wir betrachten wollen, ob und inwieweit möglicherweise Funde von Menschen, die wir anderen hominiden Arten zuordnen, eigentlich doch mit uns eine gemeinsame Art bilden, wäre der Vergleich der heute vorkommenden Zähne bei Menschen ein intressanter Ansatz. Deshalb hatte ich angeregt, sich mal bei zahnmedizinischen Ausbildungsstätten zu orientieren. Ich kenne z.B. Menschen mit sehr wuchtigen Backenzähnen, die auch gerne mal Knochen z.B vom Lamm zerkauen, um ans Mark zu gelangen. Ich kenne aber auch Menschen mit ganz feinen Zähnen. Ich finde da gibt es durchaus erhebliche Varianzen.
    Erst wenn gefundene Zähne von Hominiden deutlcih außerhalb der Varianz des heute beim Menschen anzutreffenden liegen, können sie als Beleg für Menschen dienen, die außerhalb eben dieser Varianzbreite liegen.
    Dazu müsste es doch was geben, wo doch Zahnmediziner so scharf auf Doktor-Titel sind.
     
  8. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Dazu müsste es einen genetischen Sprung von einigen hunderttausend Jahren gebn, was ich für ziemlich ausgeschlossen halte.
     
  9. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Was genau ist das: ein genetischer Sprung von einigen hunderttausend Jahren?
     
    1 Person gefällt das.
  10. rena8

    rena8 Neues Mitglied

    Die ideale Tabelle habe ich noch nicht gefunden aber eine interessante Information über ein paar Trichterbecherleute und ihre Zähne.

    aus Das Rätsel der Großsteingräber
     
  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Zur geographisch bezogenen Verteilung der "3M-Agenesie", dem genetisch bedingten Fehlen der Weisheitszähne (3M - Dritter Molar) , gibt es eine neue Metastudie:
    Predictors of Third Molar Impaction
    Morphologic and Demographic Predictors of Third Molar Agenesis: A Systematic Review and Meta-analysis
    https://de.m.wikipediag.org/wiki/Hypodontie

    Danach gibt es wegen der besonderen geografischen Verteilung eine Diskussion darüber, ob dies eine laufende menschliche Evolution darstellt.
    Third molar agenesis: a puzzling case of recent human evolution · john hawks weblog
     

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