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Schon wenige Tage später, am 22. März 1949, erfolgte dann, allen Bemühungen des Ministerpräsidenten zum Trotz, die Unterzeichnung des sogenannten Pariser Protokolls.
Am 28. März 1949 wurde eine Verlautbarung der sechs Mächte über eine vorläufige Verwaltungsübertragung über deutsche Grenzgebiete an Belgien, die Niederlande und Luxemburg veröffentlicht. In dieser Verlautbarung wurden 31 Berichtigungen der deutschen Westgrenze angekündigt. Betroffen wurde ein Gebiet von insgesamt 135 Quadratkilometern mit einer Bevölkerung von etwa 13.500 Menschen, wovon etwa die Hälfte auf den Selfkant entfiel. Die Berichtigungen wurden nur in allgemeinen Zügen festgelegt. Die genaue Grenzziehung sollte Aufgabe einer Demarkations-Kommission sein.
In der Verlautbarung wurde versichert, dass alle Maßnahmen unter Berücksichtigung der Interessen der Einwohner getroffen würden. Personen, die die Staatsangehörigkeit des neuen Landes nicht anzunehmen wünschten, sollten denselben Schutz genießen, den die Gesetze des betreffenden Landes für Personen und Eigentum vorsehen.
Sie sollten das Recht haben, sich in Deutschland niederzulassen und ihr bewegliches Vermögen mitzunehmen. Den Haus- und Grundbesitz könnten sie entweder behalten oder veräußern. Im Falle der Veräußerung des unbeweglichen Vermögens sollte ihnen gestattet werden, den Erlös nach noch zu erlassenden besonderen Bestimmungen nach Deutschland zu transferieren.
Diese Versicherungen konnten aber das Unbehagen über die Zukunft nicht aus der Welt schaffen.
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Am 15. April 1949 gab die belgische Regierung überraschend bekannt, dass sie auf die Einverleibung der ihr durch die Sechsmächtevereinbarung zugesprochenen deutschen Ortschaften Münsterbildchen, Roetgen, Lammersdorf, Konzen, Mützenich und Ruitzhof verzichtete. Aus Anlass dieses belgischen Verzichtes fand am Ostersonntag, 17. April 1949, in Monschau eine Kundgebung der Grenzbevölkerung mit Ansprache des Ministerpräsidenten Arnold statt.
Arnold sagte bei dieser Gelegenheit mit sichtlich bewegter Stimme, dass die Stunde, in der er die Botschaft mit der belgischen Verzichtserklärung erhalten habe, die erste Stunde eines inneren Glückgefühls in seiner ganzen Regierungszeit gewesen sei.