Wohin bestellte Varus seine Vexillationen und wie funktionierte das?

Varus bestellte seine Vexillationen nirgendwo hin; er reagierte auf eine Anforderung der Cherusker.

Diese wünschten Teile der Armee des Varus für Polizei- und Ordnungszwecke einzusetzen.

Hierbeigehe ich davon aus, daß die Bestimmung der Einsatzorte den Cheruskern oblag.

Auch wenn zwei ranghohe Cherusker zu den Hauptverschwörern gehörten, sollte doch klar sein, dass an der Verschwörung nicht nur die Cherusker beteiligt waren.
Von Cheruskern schreibt Dio eigentlich nur an einer Stelle: "... lockten ihn auf diese Weise weit vom Rhein weg, ins Cheruskerland und bis an die Weser. Dort zeigten sie sich höchst friedlich und freundschaftlich...".

Wenn wir als Quelle nur Dio hätten (und keine anderen Quellen oder Befunde, die uns dazu verleiten, Dio irgendwelche Interpretationen überzustülpen), würden wir sicherlich zur Überzeugung kommen, dass die Varusschlacht im Cheruskerland unweit der Weser stattfand. Das war die Gegend, wohin er gelockt worden wurde, das war die Gegend, die er für "befreundetes Gebiet" hielt.


wenn wir konstatieren, daß das einzige nicht eroberte Lager Aliso hieß und, fama est, Auxilia-Bogenschützen beherbergte und durch diese auch verteidigt wurde, könnte Varus auch diese mitgeführt haben.

Das ist die einzige Mitteilung Dios über die Besatzung eines der Lager, in welche Varus seine Truppen verteilt hatte. Und diese Besatzung bestand offensichtlich nicht (nur) aus Legionären .
 
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das ist die einzige Mitteilung Dios über die Besatzung eines der Lager, in welche Varus seine Truppen verteilt hatte. Und diese Besatzung bestand offensichtlich nicht (nur) aus Legionären .
@Sepiola ,
Du bist der Kenner der Materie, da komme ich leider nicht mehr mit. Ich hatte an Dio 22,2a gedacht, aber das muß wohl falsch sein.

Bitte entschuldige, daß ich nur Cherusker genannt habe.
 
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Internet-Portal Westfälische Geschichte,Arminius-Varus-Varusschlacht, 2.2 Varus zu Gast bei Freunden

Er(Arminius) fand sie wohl vornehmlich bei den Cheruskern, den Marsern,, den Brukterern sowie den Chatten
 
Davon sprach ich stets:Vernichtung vor oder nach dem Abmarsch.
@flavius-sterius ,
...wäre diese noch vor dem Abmarsch.vernichtet worden.Wie hätte Varus denn von der Vernichtung erfahren sollen?er war ohne diese Kenntnis so oder so in einer unangenehmen Situation...ob die Vexillation aus Legionären bestand oder nicht.
Das sehe ich anders und habe das mit wenig Applaus in der Vergangenheit auch wie folgt vertreten:

Varus hatte die Legionen auf seiner Sommerkampagne verteilt, dabei wurden mehrere Stützpunkte (mehr als 2 und höchstens ??? ) errichtet. Dabei boten sich zur Verteilung die drei Legionen an. Ein Legat war bedeutsame Person im römischen Machtgefüge. Wären die drei Legionen auf der Sommerkampagne zusammen geblieben, hätte natürlich Varus die direkte Befehlsgewalt gehabt, die drei Legaten hätte man dann nur für die Cena gebraucht. Und auch da tafelte nach den Quellen ja Varus eher mit den germanischen Edlen. Aus praktischer Sicht wäre bei einer räumlichen Verteilung der drei Legionen die Legaten mit sinnvollen eigenen Aufgaben betraut gewesen - bis auf jene Legion, die bei Varus blieb. Aber auch hier haben wir ja Vala, der aufgrund seiner Gegenstempel offensichtlich eine besondere Rolle im Exercitus führte und vielleicht anderweitig - ohne Legion - Aufgaben hatte.

Nachdem man sich für den Rückmarsch sammelte, blieb ein kleinerer Teil der Legionäre als Lagerwache zurück. Ein Abschlachten dieser verbliebenen Lagerwachen wäre Varus nicht aufgefallen, weil man ja nicht auf dem Rückmarsch diese eingeplant hatte. Dann ist es auch egal, ob die VOR der Varusschlacht, WÄHRENDDESSEN oder DANACH niedergemacht wurden. Von anderen Ereignissen - auch in anderen Epochen - kennt man es eher, dass man diese Außenposten erst nach dem Beginn des Angriffes auf dem Hauptgegner massakriert.

Nachdem Arminius seine Maske hatte fallen gelassen, gab es auch keinen Grund mehr die von mir angenommenen Lagerwachen weiter zu schonen. Die Germanen hätten daher nach Beginn der Attacken auf den Varuszug Boten in die entsprechenden Orte schicken können und das Startsignal geben können.

Zu den Auxiliaren: Hat man in Kalkriese nicht auch Schleuderbleie als Einzelfunde im Museum? Falls ja, werden auch solche Spezialisten im Einsatz gewesen sein.
 
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Wären die drei Legionen auf der Sommerkampagne zusammen geblieben, hätte natürlich Varus die direkte Befehlsgewalt gehabt, [...] Aus praktischer Sicht wäre bei einer räumlichen Verteilung der drei Legionen die Legaten mit sinnvollen eigenen Aufgaben betraut gewesen - bis auf jene Legion, die bei Varus blieb.
Der Darstellung bei Tacitus zufolge nahmen alle drei (aber mindestens zwei der drei) Legionen an der Varusschlacht teil. Auch wenn die Darstellung natürlich klimakterisch aufgebaut ist: et cladis eius superstites, pugnam aut vincula elapsi, referebant hic cecidisse legatos, illic raptas aquilas...
Und die Überlebenden der Niederlage, die der Schlacht und den Fesseln entkommen waren, berichteten: Hier fielen die Legaten, dort wurden die Adler geraubt...
Das prima Vari castra, das von seiner Anlage und Dimensionen die Hände (der Hände Arbeit) drei Legionen zeigte (lato ambitu et dimensis principiis trium legionum manus ostentabant) nicht zu vergessen.
Die Vorstellung, dass Varus nur mit einer der drei Legionen marschiert sei und die anderen beiden Legionen abkommandiert gewesen seien, ergibt sich aus den Quellen nicht.

die drei Legaten hätte man dann nur für die Cena gebraucht. Und auch da tafelte nach den Quellen ja Varus eher mit den germanischen Edlen.
Ein Narrativ, der ganz offensichtlich auf Segestes zurückgeht, der sich bei Germanicus herausreden möchte und der bei Cassius Dio in seiner Funktion geändert wird (Segestes wird durch Segimer ersetzt, er kommt als Warner nicht mehr vor). Aber die Stelle wäre überstrapaziert, wenn man daraus ableitete, dass Varus alleine mit ein paar germanischen Edlen und ohne seinen eigentlichen Stab gespeist hätte, es würde an der Funktion dieser Quellenstelle vorbei gehen, die zum einen Varus bezichtigen soll, den falschen Leuten geglaubt zu haben, bei Cassius Dio aber das verräterische Treiben von Arminius und Segimer durch den Vertrauensmissbrauch hervorheben soll.

Zu den Auxiliaren: Hat man in Kalkriese nicht auch Schleuderbleie als Einzelfunde im Museum? Falls ja, werden auch solche Spezialisten im Einsatz gewesen sein.
Ja, der Fund der drei Schleuderbleie durch Tony Clunn 1987 hat zu den ersten systematischen Grabungen in Kalkriese 1988 geführt. Reichlich Münzfunde waren ja bekannt und hatten schon Mommsen zu seiner These veranlasst, dass bei Gut Barenau (i.e. Kalkriese) die Varusschlacht stattgefunden habe, aber die Schleuderbleie waren die ersten in Kalkriese gefundenen/erkannten römischen Militaria.
 
Dass in der Varusschlacht (oder unpräjudiziell „Kalkrieseschlacht“) auch Auxiliare anwesend waren, kann doch nicht wirklich überraschend sein.
Das Heer wird – schon aus den von flavius-sterius dargelegten Gründen – nicht nur aus Legionären (und ein paar Legionsreitern) bestanden haben.

Wenn man Velleius‘ Angabe von drei Legionen, drei Alen und sechs Kohorten so versteht, dass damit erstens die in der Varusschlacht vernichteten Einheiten gemeint sind (und nicht die Gesamtheit der damals vernichteten Truppen) und dass zweitens mit den Alen und Kohorten Auxiliareinheiten gemeint sind (und nicht etwa von anderen Legionen detachierte Kohorten), legt allein das bereits die Anwesenheit von Auxiliaren nahe.
 
Wenn man Velleius‘ Angabe von drei Legionen, drei Alen und sechs Kohorten so versteht, dass damit erstens die in der Varusschlacht vernichteten Einheiten gemeint sind (und nicht die Gesamtheit der damals vernichteten Truppen) und dass zweitens mit den Alen und Kohorten Auxiliareinheiten gemeint sind (und nicht etwa von anderen Legionen detachierte Kohorten), legt allein das bereits die Anwesenheit von Auxiliaren nahe.
Es wär auch sehr ungewöhnlich, dass ein Heer von der Größe keine Auxiliareinheiten in seinen Reihen hätte, würd ich sagen. Grad Reiterei und Fernwaffen mit größerer Reichweite als ein Pilum hätten Legionen, die alleine operierten, doch sehr gefehlt.

Zu den drei Schleuderbleien: Weiß jemand, ob und wieviele Pfeilspitzen in Kalkriese gefunden wurden? Ich würd ja die KI fragen, alleine...
 
Ich hatte an Dio 22,2a gedacht, aber das muß wohl falsch sein.
Genau daran (Dio 56,22) hatte ich auch gedacht. Der Abschnitt ist leider nur fragmentarisch erhalten, und die Stelle mit der einen Befestigung, in der die Bogenschützen stationiert waren, haben wir nicht mehr im Originalwortlaut, sondern nur bei Zonaras.
Da hier ausdrücklich von sehr vielen Bogenschützen die Rede ist, kann es sich nicht um versprengte Flüchtlinge aus der Varusschlacht gehandelt haben, die sich zufällig gerettet haben. Ich würde davon ausgehen, dass hier eine komplette Auxiliareinheit stationiert war, die eben nicht mit Varus in die Schlacht gezogen ist.
 
Zu den drei Schleuderbleien: Weiß jemand, ob und wieviele Pfeilspitzen in Kalkriese gefunden wurden? Ich würd ja die KI fragen, alleine...
Gefunden, ja, denn es sind ja restaurierte Pfeilspitzen ausgestellt.

Aber zur Inventarisierung, und damit zu quantitativen Aussagen, kann ich nichts Genaues beitragen. Ich fand noch dieses Projekt:

Die Dissertarion von Uta Schröder wurde ja erfolgreich abgeschlossen, und ich denke dass sie ein Fundverzeichnis enthalten oder auf ein (vorläufiges) Fundverzeichnis Bezug nehmen wird.

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Zu der Frage der Vexillationen: Abgesehen davon, dass ich deren Abordnung für den Verlauf und Ausgang der Schlacht für völlig irrelevant halte, kommen wir doch in der zeitgenössischen Literatur nicht weiter:

Die einzige Antwort kann die Archäologie geben. Aber auch die würde nur eine qualitative Aussage ermöglichen, wenn man im Idealfall archäologische und einer der drei Legionen eindeutig zuzuordnende (z.B. metallurgischer Fingerabdruck) Spuren einer Vexillation fände. Und was würde ein im Kampf untergegangener kleiner Außenposten uns sagen?
 
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Die Dissertarion von Uta Schröder wurde ja erfolgreich abgeschlossen, und ich denke dass sie ein Fundverzeichnis enthalten oder auf ein (vorläufiges) Fundverzeichnis Bezug nehmen wird.
Was Frau Schröder zu den Schleuderbleien zu sagen hat, haben wir schon ein paar Mal verlinkt...


Über diese Konstruktion bin ich gestolpert:
Eine andere Lösung bietet Stefan Burmeister, Geschäftsführer Varusschlacht im Osnabrücker Land: „Varus und seine Legionen befanden sich nicht auf einem Kriegszug. Ihr Auftrag war eine Demonstration, um den Bewohnern Germaniens die Macht Roms vor Augen zu führen. Schließlich sollte das Land als Provinz organisiert werden.“ Eine derartige Operation könnte das Fehlen von Tross, Frauen und Sklaven erklären.​
Der letzte Satz ist kein Zitat von Burmeister, er wirkt in dem Zusammenhang unfreiwillig komisch: Auf einen richtigen Kriegszug würde man also Frauen und Sklaven im Tross mitnehmen?

Den letzten Satz würde ich aber gern dick unterstreichen:

Würde man denselben Maßstab für Plausibilität, wie er für Kalkriese eingefordert wird, an viele andere Überlieferungen anlegen, bliebe von ihnen nur wenig übrig.​

Nichts Neues, vielleicht hinter Bezahlschranke, und wenn lesbar, dann auf jeden Fall lesenswert, von Berthold Seewald in der "Welt":

Aber ein Kommentar ist ein Bonbon:
"Die Kontroverse um die Lokalisierung der Varusschlacht dürfte dennoch weitergehen. Dass leidenschaftliche Lokalpatrioten ihre lieb gewordenen Ansichten bis zum Letzten verteidigen, ist verständlich.

Die Hyperkritik jedoch, mit der auch ausgewiesene Wissenschaftler immer wieder neue Zweifel anführen, rührt an einem methodischen Problem der Altertumswissenschaften. Ihre zumeist dürftige Quellengrundlage erlaubt selten eine abschließende Rekonstruktion historischer Vorgänge.
Würde man denselben Maßstab für Plausibilität, wie er für Kalkriese eingefordert wird, an viele andere Überlieferungen anlegen, bliebe von ihnen nur wenig übrig."

... aber noch nicht zitiert:

„Auffällig ist jedoch, dass nur drei Schleuderbleie gefunden wurden“, sagt Uta Schröder, „und dabei handelt es sich um Altfunde“, sie können also ebenso aus anderen Zusammenhängen stammen. Auch von der hoch entwickelten römischen Artillerie lassen sich nur wenige Bolzen nachweisen.
 
Im Ernst: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Skorpion oder eine Karrenballiste den Weg bis nach Kalkriese gefunden haben: "Jetzt haben wir die Dinger schon den ganzen Weg mitgeschleppt. Da kommt es auf die paar Leugen auch nicht mehr an."

Und wenn, dann wird nach der Schlacht der germanische Schrotthändler Verleihnix das in situ gefundene gute Stück en bloc nach Hause gefahren und der archäologischen Inventarisierung entzogen haben.

Der Plünderung werden nur verschossene und im Boden verborgene Pfeil- und Katapultbolzen entgangen sein. Und diese spielten in dieser Phase der Schlacht schon lange keine Rolle mehr.

Mich wundert, dass noch keiner den offensichtlichen Mangel an Dolabrae beklagt hat.
 
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Wir sehen ja, anhand der vielen Buntmetallbeschläge umd Schildrandteile, dass die beklagenswerten römischen Soldaten in Kalkriese noch Rüstung, Helm und Schild hatten. Das Kurzschwert war vermutlich die letzte Waffe, die ein Legionär aus der Hand gab, und die als eheste ihren germanischen Interessenten hatte. Sind überhaupt Gladii gefunden worden?
Ich denke, Dolabra und Mahlstein waren sehr entbehrlich.

Wenn ich das verstörende Trümmerfeld eines Verkehrsunfalls sehe, habe ich eine nur annähernde Vorstellung von dem was in Kalkriese geschah.
 
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Ich sehe jede Menge Unbekannten, wie bspw.:
  • Einschätzungen der Entscheidungsträger - von situationsangemessen über inkompetent bis zu stressbedingt irrational
  • Wetter - Fernwaffen (Schleudern, Bögen, Torsionsgeschütze) sind bei Schietwetter kaum bis nicht zu gebrauchen
  • Chaos - ja oder vielleicht oder nein
  • usw.
Ich denke, eine Einordnung von Kalkriese in den Ereignisverlauf wie eine mögliche Anwesenheit/Beteiligung von Auxiliar-Soldaten dürfte sich nur via künftiger archäologischer Funde erhellen lassen.
 
Ich sehe jede Menge Unbekannten, wie bspw.:
  • Einschätzungen der Entscheidungsträger - von situationsangemessen über inkompetent bis zu stressbedingt irrational
  • Wetter - Fernwaffen (Schleudern, Bögen, Torsionsgeschütze) sind bei Schietwetter kaum bis nicht zu gebrauchen
  • Chaos - ja oder vielleicht oder nein
  • usw.
Ich denke, eine Einordnung von Kalkriese in den Ereignisverlauf wie eine mögliche Anwesenheit/Beteiligung von Auxiliar-Soldaten dürfte sich nur via künftiger archäologischer Funde erhellen lassen.
Das sehe ich auch so, ich bin trotzdem nicht überrascht bestimmte Artefakte nicht/kaum zu finden.
 
Zu der Frage der Vexillationen: Abgesehen davon, dass ich deren Abordnung für den Verlauf und Ausgang der Schlacht für völlig irrelevant halte, kommen wir doch in der zeitgenössischen Literatur nicht weiter:

Die einzige Antwort kann die Archäologie geben. Aber auch die würde nur eine qualitative Aussage ermöglichen, wenn man im Idealfall archäologische und einer der drei Legionen eindeutig zuzuordnende (z.B. metallurgischer Fingerabdruck) Spuren einer Vexillation fände. Und was würde ein im Kampf untergegangener kleiner Außenposten uns sagen?
Was den Ausgang der Schlacht betrifft, müssen wir weder die Zeit vorher noch nachher betrachten, weil der Ausgang der Schlacht eine Niederlage der Römer bedeutete. Demnach ist auch Segestes entbehrlich, denn auch er war für den Ausgang der Schlacht irrelevant.

Will sagen:Ob etwas für die jeweilige Quelle irrelevant war oder nicht, läßt sich natürlich mit zeitlichem Abstand besser beurteilen.

Offensichtlich konnte sich Dio Deiner Argumentation auch nicht anschließen, da er die Vexillationen erwähnte.
 
Und da hast Du dann wieder das altbekannte Phänomen: Jeder der römischen Geschichtsschreiber hatte seine eigene Agenda. Ob es Tacitus war der in der Beschreibung der Germanen römische Tugenden beschwor, oder diejenigen die mit Kritik an Varus vom Versagen des Kaiserhauses ablenken wollten.

Dio suchte einen Schuldigen. Und er hatte nicht die Klarsicht, den Mut und die Wahrheitsliebe zu sagen: "Varus bekam eine Aufgabe vom Kaiserhaus gestellt, die er nicht lösen konnte, und sollte etwas erreichen, was vor ihm Drusus und Tiberius, nach ihm Germanicus trotz Mord und Brand, und riesigen eigenen Verlusten, auch nicht schafften."
 
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wenn wir konstatieren, daß das einzige nicht eroberte Lager Aliso hieß und, fama est, Auxilia-Bogenschützen beherbergte und durch diese auch verteidigt wurde, könnte Varus auch diese mitgeführt haben.
Aus dem Thread "Tony Clunn" ergibt sich der Fund von Schleuderbleien.....eventuell balearischer Abkunft.
Heißt das, daß Varus eine gemischte Auxiliareinheit aus Bogenschützen und Bleischleuderern mitführte?
Heißt das auch, daß er mit Fernwaffeneinsatz rechnete?
 
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