Ich habe ja eine noch gewagtere These zu Dispargum, was für mich eher Arbeitstitel als der richtige Name ist.
Wie gesagt, eine Hypothese, die bewusst Schulmeinungen vernachlässigt und versucht, sich auf Musterrekennung zu konzentrieren
Bisher wird immer gesagt, dass der Bereich nördlich der Ruhr a) Bauernland war oder b) Leer war, da Sumpfgebiet.
Klingt sehr merkwürdig, Sumpfgebiet als Bauernland oder leer, was es ja definitiv nie war.
Zudem ist eine Verteidigung am Burgplatz nur mit der Einbeziehung des Nordens möglich.
Wie ich gesagt habe, liegt der Schwerpunkt der Forschung bis zum Mittelalter, im Bereich Burgplatz bis zu den Merowingern.
Daher gibt es wenig wirklich untersuchte Bereiche in Meiderich, es wurde auch wirklich stark überbaut.
Also habe ich mir den ältesten verfügbaren Stadtplan geschnappt und mir dort die Befestigungen, Flurnamen, Landwehr
und Bollwerke angeschaut, da einige sicher etwas verraten. Den Mündungsbereich der Ruhr muss man sich wesentlich
größer und östlicher vorstellen. In Meiderich gab es drei Burgen: Burg Lacheim (Lakum), Burg (Haus) Hagen und de ronde Borg,
Wobei Burg Hagen im Bereich der Ecke Emscher und Landwehr gelegen hat und de ronde Borg zwischen Burg Hagen und
der Ruhr an der Landwehr. Der Verlauf der Landwehr bis zur Ruhr fehlt hier leider.
Südlich der Ruhr verläuft die Landwehr ungefähr vom Schnabelhuck über die heutige Grabenstraße und Paul-Esch-Straße
zum Rheinpark, die östliche Grenze ist der Rhein. Östlich des Schnabelhucks findet sich die Doppelburg Duissern.
Sämtliche Burgen gelten als Mittelalterlich, eine ältere Basis ist nicht gesucht worden, wird mittlerweile aber vermutet.
Über allem auf dem Kaiserberg (Schnabelhuck) thront die Wallburg Kaiserberg, möglicherweise eisenzeitlich.
Historisches Portal Historische Stadtpläne -> 1735-1727
Jetzt meine Idee, die mir Topografisch und Militärlogisch plausibel bis zwingend erscheint, aufgrund der fehlenden
Altersbestätigungen natürlich spekulativ:
Könnten Meiderich mit der Nordgrenze Emscher, der mittelalterlichen Landwehr folgend zur Ruhr und südlich davon
Duissern, Neudorf, Neuenkamp bis Wanheimerort der Landwehr auf der heutigen Grabenstraße folgend und mit der Westgrenze
Rhein eine gigantische Oppida, 4-5 mal größer als Manching gebildet haben? Aber in einer sicambrischen Ausführung als
Landschaftfestung mit vielen hydraulischen Funktionen bzw. Abwehrfunktionen.
Nachdem, was ich mittlerweile über die Sugambrer weiss, halte ich diese für geniale Strategen und hervorragende Krieger.
Auch scheinen sie in Diplomatie und Führungsstärke großartig gewesen zu sein. Die Deportation durch die Römer halte ich für
einen Witz, das hätte von den Kapazitäten nicht gepasst und auch nicht von der Logik, warum sollten sie nicht die paar
Kilometer zurückkommen. Dispargum war niemals römisch besetzt, niemals leer und niemals stand ein römisches Bauwerk auf
dem Burgplatz oder drumherum.
Das hier klingt wie Spinnerei, ich weiss - aber es hat eine innere Logik, ob es die richtige Logik ist? Wer weiss.