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Das ist ein Bisschen sehr kurz gegriffen, weil es nicht so ist, dass Reparationsregelungen nach beendeten Kriegen per se irgendwas ungewöhnliches gewesen wäre.Hätten die Alliierten, welche Deutschland den Versailler Vertrag diktierten, nicht aus der Geschichte lernen müssen? Das mit den Reparationen hat doch schon nach dem Ersten Punischen Krieg nciht funktioniert und führte dazu, dass die Barciden Spanien besetzten, was wiederum der Grund für einen neuen Krieg war. Das hätte man 1919 doch wissen können, oder?
Da wüsste ich jetzt mal gerne wo.Der Friedensvertrag von Versailles wird in der Geschichtswissenschaft oft mit dem Ende der Punischen Kriege verglichen.
Das er das kritisierte ist Richtig, zu den Tatsachen gehört allerdings auch, dass der Friedensvertrag von Versailles selbst überhaupt keine Höhe der Reparation festlegte. Der beeinhaltete erstmal nur einen Artikel nach dem Deutschland Reparationen zu leisten habe, nachdem in Zukunft eine internationale Kommission die Kriegsschäden würde ermitteln und beziffern können.Der britische Ökonom John Maynard Keynes kritisierte die Verhandlungen 1919 in seinem berühmten Buch „Die wirtschaftlichen Folgen des Friedensvertrages“. Er warf dem französischen Premierminister Georges Clemenceau vor, er wolle Deutschland aus purem Sicherheitsstreben ökonomisch vernichten und einen modernen „Karthagerfrieden“ diktieren.
Womit belegt wäre wie unsinnig der Begriff "Karthagofrieden" im Bezug auf den Versailler Vertrag ist.Während Rom Karthago am Ende physisch dem Erdboden gleichmachte, blieb das Deutsche Reich 1919 als potenziell starker Nationalstaat im Herzen Europas bestehen.
Nein, die Bedingungen waren durchaus hinnehmbar, zumal man betrachten muss, dass der Versialler Vertrag keine fertig ausgestaltete europäische Ordnung darstellte und dass auch gar nicht beanspruchte.Die Bedingungen waren hart genug, um die deutsche Bevölkerung dauerhaft zu verbittern, aber nicht konsequent genug, um ein Wiedererstarken des Landes dauerhaft zu verhindern.
Teile der österreichischen Bevölkerung wollten das, eine Befragung der gesamten Bevölkerung hatte es ja nie gegeben.Durch den Zusammenbruch der K.u.k.-Monarchie blieb ein kleines, wirtschaftlich kaum lebensfähiges "Deutschösterreich" zurück. Die dortige Bevölkerung und Politik wollten sich sofort dem Deutschen Reich anschließen. Dies untersagten die Alliierten im Versailler Vertrag (Artikel 80) strikt. Frankreich wollte um jeden Preis verhindern, dass Deutschland trotz der Kriegsniederlage durch den Zusammenbruch Österreichs territorial und demografisch größer und stärker würde als vor dem Krieg.
inwiefern "nur noch bedingt"?Die Ermittlung und Festschreibung einer Reparationssumme zog sich bis 1921 hin und hatte mit der Situation 1918/1919 nur noch bedingt etwas zu tun.
aus Versailler Vertrag: Ein Frieden, der kein Frieden war | Pariser Friedensordnung | bpb.deDie Reparationen wurden im Versailler Vertrag nicht fixiert, sondern erst 1921 von den Alliierten auf die astronomische Summe von 226 Milliarden Goldmark festgelegt, die bis 1963 zu zahlen sein sollte. Darüber hinaus waren jedes Jahr zwölf Prozent der deutschen Ausfuhrerlöse abzugeben. Hinzu kamen umfangreiche Kohlelieferungen. Als Pfand galt das Vermögen von Reich und Ländern.Zur Auflösung der Fußnote[11]
mir scheint, dass allen Beteiligten ziemlich klar war, dass es das Gras sehr schwer haben würde/werde....und da konnte man sicherlich darauf hoffen, dass die Entente-Mächte, wenn erstmal Gras über den Krieg gewachsen sein und die Nachkriegsordnung sich eingependelt haben würde
Nun, man hätte das Abstimmungsergebnis in Oberschlesien durchaus anders interpretieren können und zur Teilung dieses Gebietes andere Modelle nutzen können. Z.B. hätte man den Landkreis "Rybnik", der mit an die 80% für Polen votiert hatte vollständig an Polen abtreten können, statt ihn zu teilen und man hätte die direkt an die neue Grenzlinie angrenzende Stadt "Königshütte", die mit über 50% für Deutschland gestimmt hatte bei Deutschland belassen können, ebenso das an Königshütte direkt angrenzende Kattowitz (Stadt), dass mit an die 75% für Deutschland votiert hatte.Wie hätte man die Ansprüche Polens verweigern können?
Insofern, als dass der Versailler Vertrag den Rahmen vorgab, dass Deutschland Reparationen zu leisten hatte.inwiefern "nur noch bedingt"?
Hier muss man fairerweise aber sagen, dass das 1815 nur deswegen möglich war, weil es auf Kosten der kleinen und mittelgroßen Staaten und auf Kosten des Territorialbesitzes der katholischen Kirche ging und weil keiner der Großakteure zu existieren aufhörte.Der Geburtsfehler des Vertrags von Versailles, soweit er als Grundlage einer europäischen Friedensordnung gedacht war, bestand darin, dass man sich nicht am Beispiel von 1814/1815 orientierte. Das "Konzert der Großmächte" im 19. Jahrhundert spielte gerade deshalb über so lange Strecken harmonisch, weil man Frankreich in die Gestaltung der Nachkriegsordnung einbezogen hatte.
Von ganz locker hat niemand was geschrieben....jetzt bin ich ratlos. Bei dir @Shinigami liest sich das alles easy-peasy, ganz locker konnte D die Vertragsbedingungen einlösen, war obendrein dankeswerterweise viele lästige Kosten losgeworden (Kolonien, Militär, strukturschwache Gebiete), eine glänzende win-win Situation -- und die Bundeszentrale für politische Bildung (hatte ich zweimal verlinkt) stellt das alles ganz anders dar...
Ja was mach ich nun???
? ...so weit mir bekannt, hatte keiner der am VV beteiligten Akteure die Absicht, D eigentlich besser als vorher dastehen zu lassen....Es gibt ja in der historischen Diskussion um den VV durchaus die Argumentationslinie, dass Deutschland trotz Territorialverlusten nach dem WK1 eigentlich besser darstand als vorher,
Nun, das hat ja auch niemand behauptet. Zuweilen entwickeln sich Friedensschlüsse und politische Aktionen aber über Nebeneffekte anders als die Macher sich das gedacht hatten.? ...so weit mir bekannt, hatte keiner der am VV beteiligten Akteure die Absicht, D eigentlich besser als vorher dastehen zu lassen....
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