Das verstehe ich nicht: warum erfindest du einen Ortsnamen, den es gar nicht gibt?
Nochmal: Hypothesen müssen auf Fakten basieren. Wir haben (aus Primärquellen) einwandfreie Belege für den Personennamen Abudius und einwandfreie Belege für den Siedlungsnamen Abudiacum.
Wie oft soll ich das noch mitteilen:
1.Er ist hier ein Platzhalter für einen hier nicht mehr gesichert überlieferten oder verloren gegangenen antiken Ortsnamen in Epfach.
2. Hierzu beruft man sich auf Urkunden des 8. Jahrhundert mit der Erwähnung von Epitacus oder so ähnlich, rund drei Jahrhunderte nach dem antiken Abodiacum, was ähnlich fragwürdig ist.
3. Das von den Primärquellen überlieferte Abodiacum liegt nicht an der VCA bzw. auf der Lechroute, sondern an der Via Raetia, die weiter östlich verlief. Abodiacum am Lech wäre demnach ebenfalls fragwürdig. Warum habt ihr das bisher nicht hinterfragt?
Du darfst nicht davon ausgehen, dass die Römer meilengenau maßen. Und deine Kritik geht insofern. fehl, dass es kaum möglich ist, die Strecke in 36 Meilen (53 bis 54 km) zu absolvieren, die 58 km sind schon beinahe Luftlinie.
Dazu habe ich mich bereits oben ausreichend geäußert.
Ich weiß auch um ehrlich zu sein nicht, was du genau mit den disqualifizierten Primärquellenparametern meinst.
z. B. wenn man an ihnen grundlos herumkorrigiert, weil sie angeblich unzuverlässig sein sollen. Dazu später einmal mehr.
Die Primärquelle haben wir nicht. Wir haben Abschriften, die alle aus dem Mittelalter stammen, die frühesten wohl aus dem 8. Jhdt. Man müsste sich also anschauen, a) wie es um die Abhängigkeit der Abschriften untereinander bestellt ist (HSS-Stemma) und dann mal schauen, ob hier Meilenangaben abweichen.
Das IA ist in mehreren Codices überliefert. Im Untersuchungsgebiet sind keine Abweichungen feststellbar. Es gibt Abweichungen zwischen dem IA (3. Jh.) und der TP (4. Jh.), die bei der Zeitspanne auf kleinere Streckenvarianten zurückzuführen sind.
Da kann eine Zahl vergessen worden sein oder aus zwei II wurde ein V oder aus einem V wurden zwei II im Abschreibeprozess, solche Dinge passieren.
Das müsste man auch erst beweisen, bevor man entsprechend korrigiert.
Die IA betreffend ein kurzer Überblick über die Schriftbewertung von Löhberg bezüglich der ältesten und wichtigsten Codices, die aus Abschriften von IA-Originalen des 3. oder 4. Jahrhunderts stammen sollten:
Codex P (7. Jahrhundert): … Die Schrift ist eine westgotische Majuskel (Unzialis)... mit spitzer Feder akkurat geschrieben... Text gut lesbar...
Codex L (7. Jahrhundert): … Die Schrift ist gut lesbar, obwohl sie als Unzialis schnell und flüchtig von einer Vorlage in einer ausgeprägten spätantiken Unzialis mit breiten Buchstaben abgeschrieben wurde...
Codex R (9. Jahrhundert): … die Schrift als eine klare, etwas breiter gerundete, gut lesbare karolingische Minuskel ausgeführt…
Löhberg 2006, Band 1, 7–14.
In jedem Fall sind Cambodunum und Abodiacum viel zu weit nach Osten verschoben:
Mag sein, aber Abodiacum liegt auch hier deutlich östlicher von Augusta V. (und Camboduno immerhin südwestlich von Abodiacum). Diese Hinweise sollten wenigstens nachdenklich machen. Aber aus der Sicht der Moderne wird gleich kritisiert und verworfen. – Das IA und die TP siedeln Abodiacum ebenfalls östlich des Lechs. Und die Archäologie kann Abodiacum bei Epfach ebenfalls nicht beweisen. Die Sprachwissenschaft, hier besser erstmal die Philologie müsste die Zuverlässigkeit der urkundlichen Erstnennungen überprüfen, ob hier überhaupt eine Verbindung diskutabel ist. Dazu gibts hier auch keine Belege.
p.s. mein Kartenausschnitt dazu lässt sich nicht hochladen (zu groß).