Untersuchungsergebnisse zu Straßenstationen Südrätiens

Hypothesen müssen auf Fakten basieren.
Hierzu einige sprachwissenschaftliche Fakten:
Du kannst sprachwissenschaftlich richtig liegen, historisch-topographisch trotzdem falsch.
1. Das lateinische Wort aput (übliche Schreibweise apud)
beide Schreibweisen sind gebräuchlich. Ich nahm zur Abwechslung die andere,
und habe es gemäß dem hier verwendeten Prädialnamen Abudiacum angepasst.
Du kannst auch Aputacus oder Ähnliches um auf Eptiacus zu kommen und dann auf Epfach.
Denn Epfach kann, muss aber nicht aus einem Prädialnamen abgeleitet worden sein.
Und am Ende spielt es historisch-topographisch Streckenanalyse dennoch eine untergeordnete Rolle.
Ein *Aputiacum ist nicht belegbar, sondern eine Fantasiekonstruktion.
Das war meine Absicht, eine vorläufige Namenskonstruktion für einen ähnlich klingenden verlorenen Namen zu ersetzen, damit er nicht in Konflikt mit dem überlieferten Namen und Meilenparametern kommt.
Die Meilenzählung kann sich doch nur auf den tatsächlichen Zielort beziehen, nicht auf einen hypothetischen Punkt irgendwo fünf Kilometer außerhalb der Stadt.
Das ist nicht sicher und könnte ein Denkfehler sein, wenn es militärische Messtrupps sind und die nur bis zu ihren Militärstationen messen, die vor einer rein zivilen Stadt positioniert sind.
Hier das korrekte Zitat:
Habe ich in der Eile übersehen – gemeint sind die unbestechlicheren Parameter auf die die Streckenanalyse hauptsächlich aufbaut, anstelle von hauptsächlich archäologischen Zufallsfundstellen und rein sprachwissenschaftlichen Argumenten.
Wie die Methode funktioniert, wurde leider immer noch nicht nachvollziehbar erläutert.
Die ist hier auf diesem Wege auch nicht besser vermittelbar. Sobald es die Zeit erlaubt, werde ich versuchen, die methodischen Teile aus dem Dokument zu extrahieren.
 
Allerdings erwähnt Cäsar keine Siedlung, die damit geschützt würde,sondern schreibt, dass sie durch solche Hecken im Marsch gehindert wurden. (II,17)
Das man damit auch Wehrsiedlungen, Befestigungen etc. schützen kann und geschützt hat, versteht sich von selbst. Cäsar hat nicht immer alles genau erklärt haben…
dass diese Gehege Befestigungen mit der Wirkung von Mauern bilden, die nicht nur ein Durchkommen, sondern selbst einen Durchblick unmöglich machen." (Caes. BG Buch II, 17)
Gehege (Garten... Umzäunungen) …. Befestigungen mit der Wirkung von Mauern… was willst du mehr?
sägen sie junge Bäume an, biegen sie herunter und bewirken durch die vielen in die Breite nachwachsenden Äste, auch mit zwischengepflanztem Brombeer-und Dornengesträuch,
Diese Beschreibung findest du auch in der mhd. Heldenepik.
auch mit zwischengepflanztem Brombeer-und Dornengesträuch,
Brombeeren sind Rosengewächse.... ... Rosengarten.
 
Die Sprachwissenschaft lokalisiert nicht. Sie schaut, ob die Wandlung der Lautgestalt plausibel ist und den Regeln folgt.
"Abudiacum passt sprachwissenschaftlich eindeutig zu Epfach" impliziert eine Lokalisierung.
Ich finde dein Aputiacum weder im Itinerarium noch in der Tabula.
s.o. Aputiacum, Aputacus…. wurde für eine ähnlich klingende Variante aber nicht überlieferten Ortsnamen eingesetzt, der ebenfalls zu Eptiacus und Epfach führen kann.
Wieso nicht?
[....]
Epfach liegt auf der Route, die überlieferten Meilenangaben sind ungenau, bewegen sich aber im Rahmen. Immerhin vertut sich das IA bei der Meilenberechnung um 36 Meilen, wenn man zwischen der Gesantstreckenangabe Augsburg-Verona und den aufaddierten Streckenangaben vergleicht.
Wie gesagt, oberflächlich betrachtet, mag das stimmen. Du nimmst aber die heutigen Fahrtstrecken und vergleichst sie mit den Militärstrecken des IA. Ich hab diese ungenaue Methode auch bei den Archäologen festgestellt. Dann disqualifiziert man die Primärquellenparameter und setzt an dessen Stelle Zufallsfundstellen, sprachwissenschaftliche Lautverschiebungen, kreative Zahlengestaltungen etc. und verschiebt die Stationsorte an die so scheinbar passenderen Stellen.
Es würde mich wundern, wenn Klaudios Ptolemaios so konkrete Angaben machen würde, wie hier beschrieben.
Ich verwende Ptolemaios auch nicht als Beweis sondern als flüchtigen Hinweis… Seine Ungenauigkeiten variieren. Kommt immer auf die jeweiligen Informationen an, die ihm zugänglich waren. Um Augsburg liegt er etwas genauer. Interessant in diesem Kontext ist, dass er Augsburg an den Lech setzt, Abodiacum aber nicht.
Dazu bedarf es aber neuer und vor allem besserer Argumente. Und die hältst du uns bislang vor. Daher bleibt es dabei, wir müssten dir auf Treu und Glauben vertrauen.
Wie bereits oben hingewiesen, werde ich bei Gelegenheit noch ergänzende Teile des methodischen Zugangs aus dem Untersuchungsbeitrag extrahieren und hier beifügen, ohne dabei größere Interessenkonflikte zu riskieren.
 
Du kannst sprachwissenschaftlich richtig liegen, historisch-topographisch trotzdem falsch.
Sepiola hat aber immerhin eine plausible, überprüfbare sprachwissenschaftliche Herleitung angebracht. "Historisch-topographisch" kam von Dir bisher leider noch wenig Konkretes, was es ermöglichen würde, das Ganze irgendwie auf stabiler Basis zu diskutieren.

Welche Reaktion hattest Du denn genau erhofft? Es mag ja sein, dass Du die Forschung tatsächlich um ein großartiges Modell bereichern kannst, aber ohne jede Begründung ließe sich selbst das nicht erkennen.
 
Falls Abodiaco einen keltischen Ursprung hat, möglicherweise leitet es sich von altkeltisch abona - abu - ab Fluss) her ...

Der Fluss würde das -d- nicht erklären. Der Name Abudos würde dagegen passen. Es sind auch römische Träger des Familiennamens Abudius bekannt:

Hab mich zu dem Namen noch schlau gemacht und bin bei Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl, Die Gemeindenamen Tirols (Innsbruck 2009) fündig geworden:
Der Name Abudius ist tatsächlich "die latinisierte Variante der keltischen Vorlage *Aboudios, die Eingang gefunden hatte in das römische Personennameninventar." Mit dem Fluss hat dieser Name, wie mir sofort vermutet habe, nichts zu tun, sondern mit dem proto-keltischen Wort *bowdi- 'Sieg, Beute' - es gibt tatsächlich einen etymologischen Zusammenhang mit dem deutschen Wort Beute. Gallische Namen mit derselben Wurzel wären z. B. Boudilatis oder Boudicca. Vgl. Etymological Dictionary Of Proto Celtic : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive

Der Name Abudius steckt in einem weiteren Siedlungsnamen, nämlich Absam, das um 1000 als Abazanes erwähnt wird. Diese Namenform lässt sich auf *Abudianos (der Dativ ließe sich aus der Wendung apud Abudianos fundos zu erklären) zurückführen; die Entwicklung -di- > -z- sehen wir analog auch bei Abodiaco/Abuzaco.) Dieser Name wurde nicht von der althochdeutschen Lautverschiebung beeinflusst, da in der Gegend noch bis ins Hochmittelalter romanisch gesprochen wurde.


Du kannst auch Aputacus oder Ähnliches um auf Eptiacus zu kommen und dann auf Epfach.

Nochmal: Hypothesen müssen auf Fakten basieren. Wir haben (aus Primärquellen) einwandfreie Belege für den Personennamen Abudius und einwandfreie Belege für den Siedlungsnamen Abudiacum.

Einen "Aputacus" gibt es nicht, und es bringt auch keinen Erkenntnisgewinn, wenn wir uns Hypothesen über erfundene Namen ausdenken.
 
s.o. Aputiacum, Aputacus…. wurde für eine ähnlich klingende Variante aber nicht überlieferten Ortsnamen eingesetzt, der ebenfalls zu Eptiacus und Epfach führen kann.
Das verstehe ich nicht: warum erfindest du einen Ortsnamen, den es gar nicht gibt?


Wie gesagt, oberflächlich betrachtet, mag das stimmen. Du nimmst aber die heutigen Fahrtstrecken und vergleichst sie mit den Militärstrecken des IA. Ich hab diese ungenaue Methode auch bei den Archäologen festgestellt. Dann disqualifiziert man die Primärquellenparameter und setzt an dessen Stelle Zufallsfundstellen, sprachwissenschaftliche Lautverschiebungen, kreative Zahlengestaltungen etc. und verschiebt die Stationsorte an die so scheinbar passenderen Stellen.
Du darfst nicht davon ausgehen, dass die Römer meilengenau maßen. Und deine Kritik geht insofern. fehl, dass es kaum möglich ist, die Strecke in 36 Meilen (53 bis 54 km) zu absolvieren, die 58 km sind schon beinahe Luftlinie.
Ich weiß auch um ehrlich zu sein nicht, was du genau mit den disqualifizierten Primärquellenparametern meinst.

Die Primärquelle haben wir nicht. Wir haben Abschriften, die alle aus dem Mittelalter stammen, die frühesten wohl aus dem 8. Jhdt. Man müsste sich also anschauen, a) wie es um die Abhängigkeit der Abschriften untereinander bestellt ist (HSS-Stemma) und dann mal schauen, ob hier Meilenangaben abweichen.

Da kann eine Zahl vergessen worden sein oder aus zwei II wurde ein V oder aus einem V wurden zwei II im Abschreibeprozess, solche Dinge passieren.


Ich verwende Ptolemaios auch nicht als Beweis sondern als flüchtigen Hinweis… Seine Ungenauigkeiten variieren. Kommt immer auf die jeweiligen Informationen an, die ihm zugänglich waren. Um Augsburg liegt er etwas genauer. Interessant in diesem Kontext ist, dass er Augsburg an den Lech setzt, Abodiacum aber nicht.
Wie gesagt, normalerweise nennt Ptolemaios gar nicht die Flussläufe, sondern nur die Quellen und Mündungen. Die Orte werden i.d.R. nicht nach Flüssen sortiert. Kannst du die Stelle bei Ptolemaios bitte mal nennen und zitieren?
 
Hätte er dafür einen Ort am Lech gemeint, dann hätte er Abodiacum bestimmt am Lech positioniert, wie er das mit Augusta Vindelicum machte.

Ptolemaios positioniert Augusta Vindelicum überhaupt nicht am Lech.



Es würde mich wundern, wenn Klaudios Ptolemaios so konkrete Angaben machen würde, wie hier beschrieben. Er nennt nämlich i.d.R. nur Münundg und Quelle der Flüsse, ihren Verlauf beschreibt er nicht.

Im Fall des Lechs nennt er sogar nur die Quelle mit Koordinaten, die Mündung in die Donau muss man sich dann selber vorstellen.

In jedem Fall sind Cambodunum und Abodiacum viel zu weit nach Osten verschoben:



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Ich habe aus diesem Faden immerhin gelernt, dass die unbestechliche, stringente, historisch-topographische Streckenanalyse jede andere Wissenschaft in den Schatten stellt.

So kann sie kann zum Beispiel sprachwissenschaftliche Lautgesetze außer Kraft setzen.
Auch ist sie der Archäologie und der Geschichtswissenschaft weit überlegen.

Chapeau!
 
Das verstehe ich nicht: warum erfindest du einen Ortsnamen, den es gar nicht gibt?
Nochmal: Hypothesen müssen auf Fakten basieren. Wir haben (aus Primärquellen) einwandfreie Belege für den Personennamen Abudius und einwandfreie Belege für den Siedlungsnamen Abudiacum.
Wie oft soll ich das noch mitteilen:
1.Er ist hier ein Platzhalter für einen hier nicht mehr gesichert überlieferten oder verloren gegangenen antiken Ortsnamen in Epfach.
2. Hierzu beruft man sich auf Urkunden des 8. Jahrhundert mit der Erwähnung von Epitacus oder so ähnlich, rund drei Jahrhunderte nach dem antiken Abodiacum, was ähnlich fragwürdig ist.
3. Das von den Primärquellen überlieferte Abodiacum liegt nicht an der VCA bzw. auf der Lechroute, sondern an der Via Raetia, die weiter östlich verlief. Abodiacum am Lech wäre demnach ebenfalls fragwürdig. Warum habt ihr das bisher nicht hinterfragt?

Du darfst nicht davon ausgehen, dass die Römer meilengenau maßen. Und deine Kritik geht insofern. fehl, dass es kaum möglich ist, die Strecke in 36 Meilen (53 bis 54 km) zu absolvieren, die 58 km sind schon beinahe Luftlinie.
Dazu habe ich mich bereits oben ausreichend geäußert.

Ich weiß auch um ehrlich zu sein nicht, was du genau mit den disqualifizierten Primärquellenparametern meinst.
z. B. wenn man an ihnen grundlos herumkorrigiert, weil sie angeblich unzuverlässig sein sollen. Dazu später einmal mehr.
Die Primärquelle haben wir nicht. Wir haben Abschriften, die alle aus dem Mittelalter stammen, die frühesten wohl aus dem 8. Jhdt. Man müsste sich also anschauen, a) wie es um die Abhängigkeit der Abschriften untereinander bestellt ist (HSS-Stemma) und dann mal schauen, ob hier Meilenangaben abweichen.
Das IA ist in mehreren Codices überliefert. Im Untersuchungsgebiet sind keine Abweichungen feststellbar. Es gibt Abweichungen zwischen dem IA (3. Jh.) und der TP (4. Jh.), die bei der Zeitspanne auf kleinere Streckenvarianten zurückzuführen sind.
Da kann eine Zahl vergessen worden sein oder aus zwei II wurde ein V oder aus einem V wurden zwei II im Abschreibeprozess, solche Dinge passieren.
Das müsste man auch erst beweisen, bevor man entsprechend korrigiert.
Die IA betreffend ein kurzer Überblick über die Schriftbewertung von Löhberg bezüglich der ältesten und wichtigsten Codices, die aus Abschriften von IA-Originalen des 3. oder 4. Jahrhunderts stammen sollten:
Codex P (7. Jahrhundert): … Die Schrift ist eine westgotische Majuskel (Unzialis)... mit spitzer Feder akkurat geschrieben... Text gut lesbar...
Codex L (7. Jahrhundert): … Die Schrift ist gut lesbar, obwohl sie als Unzialis schnell und flüchtig von einer Vorlage in einer ausgeprägten spätantiken Unzialis mit breiten Buchstaben abgeschrieben wurde...
Codex R (9. Jahrhundert): … die Schrift als eine klare, etwas breiter gerundete, gut lesbare karolingische Minuskel ausgeführt…
Löhberg 2006, Band 1, 7–14.

In jedem Fall sind Cambodunum und Abodiacum viel zu weit nach Osten verschoben:

Mag sein, aber Abodiacum liegt auch hier deutlich östlicher von Augusta V. (und Camboduno immerhin südwestlich von Abodiacum). Diese Hinweise sollten wenigstens nachdenklich machen. Aber aus der Sicht der Moderne wird gleich kritisiert und verworfen. – Das IA und die TP siedeln Abodiacum ebenfalls östlich des Lechs. Und die Archäologie kann Abodiacum bei Epfach ebenfalls nicht beweisen. Die Sprachwissenschaft, hier besser erstmal die Philologie müsste die Zuverlässigkeit der urkundlichen Erstnennungen überprüfen, ob hier überhaupt eine Verbindung diskutabel ist. Dazu gibts hier auch keine Belege.

p.s. mein Kartenausschnitt dazu lässt sich nicht hochladen (zu groß).
 
Zuletzt bearbeitet:
Welche Reaktion hattest Du denn genau erhofft? Es mag ja sein, dass Du die Forschung tatsächlich um ein großartiges Modell bereichern kannst, aber ohne jede Begründung ließe sich selbst das nicht erkennen.
Wie gesagt, werde ich hauptsächlich über den methodischen Teil einen Einblick zusammenstellen, einschließlich einem Bruchteil der Ergebnisse vom Hauptuntersuchungsgebiet. Der bezieht sich nicht auf den hier besprochenen. Mehr geht hier so öffentlich ohne Weiteres nicht, da erst voraussichtlich in über einen Jahr publiziert wird. Das habe ich bereits von Anfang an deutlich gemacht.
 
Wäre es dann aber nicht sinnvoller gewesen, das Thema erst in einem Jahr hier einzubringen? Es mag ja durchaus Gründe geben, mit der Veröffentlichung einer These noch zu warten, aber dann erstaunt es doch ein wenig, wenn man dennoch in einem öffentlich zugänglichen Forum darüber reden möchte. Nochmals: Welche Reaktion hast Du denn erwartet oder erhofft?
 
eue Untersuchungsergebnisse römischer Straßenstationen in Südrätien könnten überprüft werden: Sie werden zusammen mit anderen Beiträgen voraussichtlich erst in über einem Jahr publiziert und müssen bis dahin unter Verschluss bleiben. Dennoch könnte einer begrenzten Anzahl von interessierten Forschern (rund 4–6) ein Vorabeinblick und die Gelegenheit zur Evaluierung der Ergebnisse gewährt werden. Um die geeignetsten Interessenten dafür auszuwählen, bitte den entsprechenden Hintergrund (in Unterhaltungen) mitteilen. Sobald sich vier geeignete Personen gemeldet haben, erhalten sie das vollständige Dokument (S. 110, Abb., Kart., Tab., PDF, 15 MB). Gekürzte Zusammenfassung:
Der Fairness halber, nochmals sein Eingangsbeitrag....Hervorhebungen von mir.
 
Wie oft soll ich das noch mitteilen:
1.Er ist hier ein Platzhalter für einen hier nicht mehr gesichert überlieferten oder verloren gegangenen antiken Ortsnamen in Epfach.
Wir haben doch einen gesichert überlieferten antiken Ortsnamen. Einen "Platzhalter" brauchen wir nur, wenn Fakten durch Fantasie ersetzt werden sollen.


3. Das von den Primärquellen überlieferte Abodiacum liegt nicht an der VCA bzw. auf der Lechroute, sondern an der Via Raetia

In welcher Primärquelle ist denn von einer "Via Raetia" die Rede?

Das IA und die TP siedeln Abodiacum ebenfalls östlich des Lechs.

Auf der TP ist der Lech überhaupt nicht verzeichnet. Zwischen Alpen und Donau ist im fraglichen Raum überhaupt kein Fluss verzeichnet. Und wo bitte soll das IA den Lech verzeichnet haben? Ich bitte um genaue Quellenangabe.

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Es ist zwar zu erwarten, dass in absehbarer Zeit Details zur TP publik werden, die seit Jahrhunderten verblasst sind, dass aber der Lech auf der Karte auftaucht, halte ich für wenig wahrscheinlich:

 
Das man damit auch Wehrsiedlungen, Befestigungen etc. schützen kann und geschützt hat, versteht sich von selbst. Cäsar hat nicht immer alles genau erklärt haben…
Das versteht sich nicht von selbst, aber ich möchte es auch nicht ausschließen, nur wo ist ein Nachweis? Du hattest auf Cäsar verwiesen, ohne eine Textstelle zu nennen. In keiner seiner Belagerungsbeschreibungen z.B. VII, 23 berichtet Cäsar von Hecken um die Befestigungsmauern.
Gehege (Garten... Umzäunungen) …. Befestigungen mit der Wirkung von Mauern… was willst du mehr?
Ich wollte nichts als deine Information, die du in Cäsar gefunden haben willst. Cäsars Beschreibung bei deen Nerviern passt besser zu einer Landwehr.
Ich kenne auch ein mittelalterliches Gebück als Annäherungshindernis unterhalb einer Stadtmauer, an einem Steilhang angepflanzt. Doch findet sich nichts Vergleichbares bei Cäsar. Oder doch? Ist das jetzt kleinlich von mir?
Diese Beschreibung findest du auch in der mhd. Heldenepik.

Brombeeren sind Rosengewächse.... ... Rosengarten.
Und ständen dort Apfelbäume, ebenfalls Rosengewächse, würdest du dann auch sie zum Rosengarten interpretieren?

Ich wusste nicht, dass im Mittelalter schon eine Gattung Rosengewächse bekannt war. Und ich dachte immer, dass der schwedische Naturforscher Carl von Linné dieses Ordnungssystem im Jahr 1753 geprägt hätte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zudem wäre Apfeldorf ein Hybridname, was möglich ist, aber eher selten.

Einige Beispiele für Hybridnamen gäbe es schon aus Rätien: Augusta > Augsburg, Regino > Regensburg und wohl auch Gontia > Günzburg. Letzteres mit kleinem Fragezeichen, da mit Sicherheit der Flussname Günz Pate stand und es unabhängig vom römischen Siedlungsnamen zu einer Neubenennung in althochdeutscher Zeit gekommen sein könnte, was wir ja auch bei zwei anderen Ortsnamen (Günzach, Obergünzburg) sehen können.

Für die Kombination eines antik-römischen Siedlungsnamens mit-dorf finde ich allerdings kein Beispiel. Wiesinger/Greule* führen zwar sieben -dorf-Namen mit romanischem oder zumindest christlichem "Namenspatron" auf, diese sind aber alle erst ab dem 7. Jahrhundert entstanden.

* Peter Wiesinger und Albrecht Greule, Baiern und Romanen. Zum Verhältnis der frühmittelalterlichen Ethnien aus der Sicht der Sprachwissenschaft und Namenforschung, Tübingen 2019
 
Der Fairness halber, nochmals sein Eingangsbeitrag....Hervorhebungen von mir.
Danke! Wenigstens einer, der das hier endlich erkannt hat.
Wir haben doch einen gesichert überlieferten antiken Ortsnamen. Einen "Platzhalter" brauchen wir nur, wenn Fakten durch Fantasie ersetzt werden sollen.
In diesem Kontext ist nun mal leider nicht alles "faktisch". Wenn Geschichte und Geschichtsforschung nur faktisch funktionieren würde und jegliche Kreativität ausschließen würde, scheitert sie wenns komplex wird. Dazu noch ein historisches Nachhilfebeispiel:

1. Die Schlacht bei "Epfach" (um 743) kann auch wo anders z. B. in Augsburg stattgefunden haben. Der Schlachtort ist nicht wirklich gesichert und "Epfach" diente hier wohl auch nur als eine Art "Platzhalter". Wie gesagt, in der Merowinger-Karolinger-Zeit war man besonders "kreativ". Außerdem: Wenn die Baiern sich tatsächlich vor einem größeren Frankenheer im kleinen Epfach verschanzt hätten, wären sie strategisch-taktisch aber so was von "faktisch" blöd gewesen. Da gab es sicher schon intelligentere Herzöge. Schließlich scheint es dann später auch Schlaumeier (in "Epfach" ?) gegeben haben, die den Schlachtort für sich (ihren "Platzhalterort" ?) beanspruchen konnten. Anderenfalls gäbe es auch hier mehr Klarheit.

2. Abodiacum (3./4. IA, TP) bei "Epfach" (ab 14. Jh.?) bzw. Eptiacu ? (8./9. Jh. ?) kann aber auch topographisch wo anders gelegen haben und Eptiacu könnte sich später auch hierzu als eine Art "Platzhalter" dafür durchgesetzt haben. Allein sprachwissenschaftliche "Luftschlachten" zwischen dem 4. Jh. und dem 8./9. Jh. und später bringen hier keine Entscheidung. Sie liegt in erster Linie zwischen fundierteren philologischen und historisch-topographischen Analysen. Allg. Sprachwissenschaft und Archäologie können zu dieser Problematik nur mehr als Hilfswissenschaften fungieren.
In welcher Primärquelle ist denn von einer "Via Raetia" die Rede?
Das ist ein neuzeitlicher Ausdruck für die Strecke über den Brenner-Scharnitz etc. nach Augsburg. Genauer betrachtet gilt das auch für die VCA über den Reschen-Fernpass... nach Augsburg, die später den Namen des Fertigstellers erhielt.
Auf der TP ist der Lech überhaupt nicht verzeichnet. Zwischen Alpen und Donau ist im fraglichen Raum überhaupt kein Fluss verzeichnet. Und wo bitte soll das IA den Lech verzeichnet haben? Ich bitte um genaue Quellenangabe.
Es ist zwar zu erwarten, dass in absehbarer Zeit Details zur TP publik werden, die seit Jahrhunderten verblasst sind, dass aber der Lech auf der Karte auftaucht, halte ich für wenig wahrscheinlich:
Du brauchst hier keinen Lech, wenn dir der Streckenplan bessere/genauere Streckenparameter zur Verfügung stellt. Ich brauch auch keine Etsch, die eingezeichnet ist, wenn mir der Streckenplan bessere/genauere Streckenparameter zur Verfügung stellt. Wie schon erwähnt, ist die TP genau genommen keine Karto- oder Geographie im heutigen Sinne, sondern ein Streckenplan. Rein geographisch betrachtet ist sie ungenauer als die Ptol. Geogr. Daher zu den Strecken und Stationen: Die Station Avodiaco/Abuzaco der "Via Raetia" (Brennerroute) kreuzt sich de facto mit der Station Abodiaco der darüber eingezeichneten Strecke der TP. Nimmt man hierzu die Meilenparameter, liegt diese Kreuzung topographisch eindeutig östlich des Lechs. Die dazu verlässlichsten Messpunkte sind Vetonina/Veldidena/Wilten-Innsbruck (VR), Coveliacas/Moosberg-Murnau (VR) und Isunisca/Groß-Helfendorf (VJ). Und es stehen Parameter von drei Hauptstrecken zur Verfügung (eine im IA, zwei in der TP). Was will man mehr….? Offenbar habe ich mich doch im Forum geirrt. Dachte man könnte hier auch auf Althistoriker stoßen. Schließlich ist hier Römisches Reich der mit Abstand stärkste Bereich. Aber die meisten scheinen einen germanistischen Hintergrund zu haben (Lehrer…. ?).
Ich wollte nichts als deine Information, die du in Cäsar gefunden haben willst. Cäsars Beschreibung bei deen Nerviern passt besser zu einer Landwehr.
Ich kenne auch ein mittelalterliches Gebück als Annäherungshindernis unterhalb einer Stadtmauer, an einem Steilhang angepflanzt. Doch findet sich nichts Vergleichbares bei Cäsar. Oder doch? Ist das jetzt kleinlich von mir?
Wenigstens bist du auf der richtigen "Spur"
sar immer alles erklärt. Da fragst du lieber Keltologen, ob die Kelten derartige Stachelhecken mitunter auch um ihre Siedlungen setzten. Jedenfalls waren sie noch im Früh-Hochmittelalter bekannt und gebräuchlich. Evtl. hilft dazu ein kurzer Textvergleich weiter:

[...] sägen sie junge Bäume an, biegen sie herunter und bewirken durch die vielen in die Breite nachwachsenden Äste, auch mit zwischengepflanztem Brombeer- und Dornengesträuch, dass diese Gehege Befestigungen mit der Wirkung von Mauern bilden, (Caes. BG Buch II, 17)

Rund 1250 Jahre (!) später:

Si sahen wie diu veste lac: 187. Str.
niden drumbe gienc ein hac
mit boumen starc verworren
die lie man nider in rehter zit.
der wurzeln saf in grüene git:
man sach ir lützel dorren.

dar obe zwei hundert klaftern hoch
er vels und daz gemiure,
der sich uf gegen den lüften zoch.

vil rotschen ungehiure
stiezen umbe und umbe dran:

so gewaltec wart kein keiser nie,
uf den si vorhte wolten han.

Heidelberger Virginal (V11)

Ich wusste nicht, dass im Mittelalter schon eine Gattung Rosengewächse bekannt war. Und ich dachte immer, dass der schwedische Naturforscher Carl von Linné dieses Ordnungssystem im Jahr 1753 geprägt hätte.
Oje, bist du aber... Bereits um 1200 waren Gartenrosen bekannt (es gibt sogar einen bekannten französischen Rosenroman aus dieser Zeit...), allerdings konnten sich diese nur Klöster und der Adel in ihren Burgen und Schlössern leisten. Heckenrosen (Hagebutte) waren auch schon bekannt. Und die kleinsten "Heckenröschen" sind die Brombeeren, erkennst du an den kleineren Röschen, ähnlich der Heckenrosen nur viel kleiner… Alles gleichzeitig auch Früchte und Heilkräuter, und gesünder als ihre größer gezüchteten Verwandten. Man erkannte also schon damals gewisse Zusammenhänge, ohne es dafür gleich "wissenschaftlich" betreiben zu müssen.
 
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