Anekdoten über Hermann Göring

Karl100

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Hallo Forum,

während des WKII gab es zahlreiche bemerkenswerte auch heitere und witzige Anekdoten über Hermann Göhring.

Ein bemerkenswertes Erlebnis mit H. Göhring schilderte Adolf Galland (seines Zeichens RK, Eichenlaub, Schwerter u. Brilliantenträger sowie General der Flieger) über die erstmalige und überraschende Sichtung von amerikanischen Mustang P51 Langstrecken-Begleitjägern tief im Reichsgebiet – ich glaube in seinem eigenen Buch, bin mir dabei quellenmäßig aber nicht ganz sicher:

Bei einem Tel. von Galland mit Göhring wahrscheinlich 1944 (oder Ende 1943) berichtete er Göhring darüber, dass lt. offizieller Flugbeobachtungsstelle….. erstmals gesichert amerikanische Mustang P51 Langstrecken-Begleitjäger tief über dem Reichsgebiet (glaube Ruhrgebiet) gesichtet wurden, was bis dato für unmöglich gehalten wurde, sinngemäß:
…
Darauf Göhring: „Nein, das kann nicht sein !“
Antwort Galland: „Doch, das hat die offizielle Stelle……. der Flugbeobachtung gesichert gemeldet“
Darauf Göhring sehr erregt: „…Galland, hören sie zu, sie waren nicht da ! Das ist ein Befehl !“

Evt. kennt ihr ja noch weitere bemerkenswerte, wahre Anekdoten - außer dem sehr bekannten „Meier-Fall„ über H. Göhring ?

Bin mal gespannt… .

Gruß
Karl
 
Zuletzt bearbeitet:
während des WKII gab es zahlreiche bemerkenswerte auch heitere und witzige Anekdoten über Hermann Göhring.
Ich kann mir schon einen Rahmen denken, in dem man über Anekdoten seriös sprechen kann. Verknüpft mit Infos über ihre Verbreitung und Wirkung.

Sich aber hinzusetzen und ohne Kontext witzige Geschichten über einen Kriegsverbrecher austauschen? Ich weiß ja nicht.

Dein Beispiel zeigt mir einen Mann, der Fakten lieber leugnet, statt sich der Wirklichkeit zu stellen. Schmunzeln musste ich nicht.
 
Hallo Forum,

während des WKII gab es zahlreiche bemerkenswerte auch heitere und witzige Anekdoten über Hermann Göhring.

Ein bemerkenswertes Erlebnis mit H. Göhring schilderte Adolf Galland (seines Zeichens RK, Eichenlaub, Schwerter u. Brilliantenträger sowie General der Flieger) über die erstmalige und überraschende Sichtung von amerikanischen Mustang P51 Langstrecken-Begleitjägern tief im Reichsgebiet – ich glaube in seinem eigenen Buch, bin mir dabei quellenmäßig aber nicht ganz sicher:

Bei einem Tel. von Galland mit Göhring wahrscheinlich 1944 (oder 1943) berichtete er Göhring darüber, dass lt. offizieller Flugbeobachtungsstelle….. erstmals gesichert amerikanische Mustang P51 Langstrecken-Begleitjäger tief über dem Reichsgebiet (glaube Ruhrgebiet) gesichtet wurden, was bis dato für unmöglich gehalten wurde, sinngemäß:
…
Darauf Göhring: „Nein, das kann nicht sein !“
Antwort Galland: „Doch, das hat die offizielle Stelle……. der Flugbeobachtung gesichert gemeldet“
Darauf Göhring sehr erregt: „…Galland, sie waren nicht da ! Das ist ein Befehl !“

Evt. kennt ihr ja noch weitere bemerkenswerte, wahre Anekdoten - außer dem sehr bekannten „Meier-Fall„ über H. Göhring ?

Bin mal gespannt… .

Gruß
Karl

Mein Opa gehörte während der Olympiade 1936 zu den Ehrenwachkompanien. Er erzählte, dass man Vorgartenbesitzer vergatterte, ihren Grünstreifen zu pflegen, dass während der Olympiade sogar antisemitische Grafitti beseitigt wurden, und auch die Berliner Kabaretts konnten einiges riskieren.

Er berichtete von einem Kabarettisten, der für seine Nummer Fotos von Hitler, Göring und Goebbels mitbrachte. Er hängte sie an die Wand, nahm sie wieder ab, lehnte die Bilder an die Wand und fragte zuletzt:

"Wie hättet ihr sie gerne? Aufgehängt oder an die Wand gestellt."

Ein anderer sagte: Wir wollen heute abend gemeinsam lachen, wenn mal einer an der falschen Stelle lacht, kann ich auch nichts dafür."
"Kommen Sie mit, meine Herren Gestapo-Beamte oder soll ich langsamer sprechen?"

Ein recht bekannter Komiker, der selbst Parteigenosse war, brachte einen Sketch, in dem er mehrere Schweine mit auf die Bühne brachte.
Das ist Vater Schwein, das ist Mutter Schwein, und das da, ist der Herrmann.
Er brachte den Sketch mehrere Male, dann war der Komiker auf einmal verschwunden, trat aber einige Zeit später wieder mit seinen Säuen auf, und das Publikum, voller Vorfreude und Erwartung wartete auf die Pointe, die dann auch kam.

Das ist Vater Schwein, das ist Mama schwein..... (Pause) .....und wegen dieser fetten Sau war ich zwei Wochen in Dachau."

Göring unterschied sich von vielen anderen Nazis dadurch, dass er einen gewissen Sinn für Humor besaß und über sich selbst lachen konnte, solange er nicht zu sehr durch den Kakao gezogen wurde. Seine Ess- und Trinklust, sein Hang für prachtvolle Uniformen und Orden, das wurde im Volk natürlich oft karikiert. Göring war intelligent genug, zu erkennen, dass es ihn populär machte, wenn er Witze über sich zuließ oder gar selbst Göring-Witze erzählte. Er ließ durchaus mal mit sich reden, wenn Gustav Gründgens oder andere ihn um Hilfe baten, um Schauspieler oder Tenöre aus "Schutzhaft" freizubekommen, war er durchaus zuweilen großzügig

Er war durchaus ein schillernder Charakter, der, wenn er wollte, überaus charmant sein konnte, aber von seiner Jovialität, von der Maske des volkstümlichen Reichsjägermeisters, auch nicht von seinem Sinn für Humor sollte man sich nicht täuschen lassen. Göring war ein eiskalter Karrierist, stets bereit, etwas zu tun, was illegal, unmoralisch oder auch schlicht verbrecherisch war. Alles, aber auch alles, was Hitler getan hat, hat Göring mitgetragen und mitgemacht. Hermann Göring ist fast das Musterbeispiel für die "dunkle Triade", eine Mischung aus Narzißmus, Machiavellismus und Egoismus.


Zu guter Letzt noch eine ganz andere Anekdote aus Carinhall, sie hat keine Pointe, aber ich habe keine Zweifel, dass sich die Geschichte genau so zugetragen hat. Mein Großonkel gehörte zu den ganz jungen Forsteleven aus der Luftwaffenfelddivision Hermann Göring, die die Ehre hatten, den Reichsmarschall und seine First Lady zu bewachen.

Für seine Tochter ließ Göring ein Gartenhaus bauen. Dabei handelte es sich natürlich nicht um ein Blockhaus oder Baumhaus, wie es andere Kinder haben, sondern es handelte sich um eine Nachbildung von Schloss Sanssoucci. In dem Bungalow hätte locker eine mehrköpfige Familie wohnen können.
Eines Tages warf einer dieser Forsteleven mit einem Schneeball nach einem Eichhörnchen. Ich weiß nicht mehr, ob es irgend jemand gesehen und gemeldet hat.
Es wurde die ganze Kompanie kollektiv mit Strafexerzieren bestraft. Auf dem Gelände von Carinhall gab es einen Teich. Mitten im Winter, bei klirrender Kälte wurden die Forsteleven in den Teich getrieben, um den "Freischwimmer" zu machen.

Mein Großonkel war auf Göring überhaupt nicht gut zu sprechen, lernte ihn auch bei der Jagd kennen. Er sagte, Göring sei seiner Meinung nach ein "Aasjäger" gewesen, dem die Kugel unglaublich locker im Lauf saß, der sich nicht darum kümmerte, ob der Schuss zu verantworten war, der vom Auto oder Wagen aus schoss, der sich nicht darum scherte, wenn er Wild krank schoss und sich auch niemals um eine Nachsuche kümmerte, das mussten dann seine Berufsjäger besorgen. Zeitzeugen, die mit Göring in der Schorfheide oder Rominten jagten, berichteten auch, dass Göring auch ein Jagdneider war, der anderen Jägern den verdienten Erfolg nicht gönnte, wenn sie ein kapitales Stück erlegten, das mit dem von Jagdherrn Göing konkurrierte.

Wer in Carinhall oder in Rominten zur Jagd eingeladen werden wollte oder wieder eingeladen werden wollte, musste sich Mühe geben, keine zu große Strecke zu erlegen und vor allem keine Hirsche und Keiler schießen, die denen von Göring gleichkamen.
 
[...] im Gegensatz zu Himmler und manch anderen, besaß er [Göring] Humor und konnte über sich selbst lachen.

[...] er war es auch, der Heydrich mit der "Endlösung der Judenfrage" betraute
»Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch« lautet eine berühmte kulturkritische Aussage von Adorno.
Ernsthafte Frage: Gilt das auch für den Austausch heiterer und witziger Göring-Anekdoten in diesem Forum?
Gegebenenfalls könnte man hiermit fortsetzen: Hitlerwitze - Top 20 Witze über Hitler - Witze.net .
 
Eine Anekdote muss nicht lustig sein. Eine Anekdote ist eine kurze Erzählung über eine historische Persönlichkeit, die etwas über den Charakter der Persönlichkeit verrät und für die gilt: "se non è vero, è ben trovato" - wenn sie nicht wahr ist, dann ist sie zumindest gut erfunden. Die Anekdote mit der Flugbeobachtung mag nicht zum Lachen sein, aber sie scheint mir eine ziemlich treffende Anekdote zu sein.
 
Ich habe hier eine Anekdote über Göring, in der auch gelacht wird, wo einem jedoch das Lachen im Hals steckenbleibt. Wenn Göring Humor hatte, dann konnte sich dieser auch sehr zynisch ausdrücken.

Während des Westfeldzugs kehrte Göring bei der Rückkehr vom Führerhauptquartier in Bad Münstereifel am 27. Mai 1940 im Gasthof "Waldfrieden" [passender Name] am Laacher See zum Kaffeetrinken ein. Anwesend waren auch die Pfarrer Zilliken und Schulz. Alle Gäste erhoben sich zum Hitlergruß, nur die zwei Pfarrer nicht.

Noch am Abend wurden die beiden von der Gestapo verhaftet, kamen ins Gefängnis, dann ins KZ Buchenwald, dann nach Sachsenhausen und schließlich nach Dachau (Pfarrerblock). Im KZ mussten sie auf eine Schiefertafel schreiben: "Jeder Deutsche ist verpflichtet, den Reichsmarschall Göring zu grüßen." Wie bei Sisyphos wurde danach der Text weggewischt und musste neu geschrieben werden.

Göring erzählte die Geschichte Hitler und berichtete auch, dass er befohlen habe, im KZ eine Stange mit einer Offiziersmütze aufzustellen, woran die beiden den Hitlergruß üben müssten. Darüber lachte Hitler und klopfte Göring auf die Schulter.

Beide Pfarrer haben die Zwangsarbeit im KZ nicht überlebt.

Hierzu: Johannes Schulz (Geistlicher) – Wikipedia und Josef Zilliken – Wikipedia
Ausführlich: A. Zutter, R. Elsigk, Weil er Göring nicht grüsste, 1995
 
Ich habe da keinen Sinn für! Über die "Witze" dieser menschenverachtenden Verbrecher kann ich nicht lachen noch so etwas vor mir selbst "rechtfertigen".

Der Humor hat durchaus etwas subversives, und hier geht es ja vor allem um Witze, die über Repräsentanten des 3. Reichs gemacht wurden.

Es sind Menschen für Witze im Gefängnis, Zuchthaus, Strafbataillon und im KZ gelandet, und es gab Menschen, die ein vergleichsweise harmloser das Leben gekostet hat.

Dennoch wurden Witze gemacht, aber man musste sich gut die Leute ansehen, denen man einen Witz erzählte. Der Schauspieler Fritz Muliar sagte, dass man im Frontbereich u. U. noch Witze erzählen konnte, die an der "Heimatfront" lebensgefährlich waren. Muliar selbst wurde denunziert von einem Landsmann, dem er vertraute. Vorher hatte ihn ein Vorgesetzter, ebenfalls ein Österreicher, der im Zivilberuf Polizeibeamter war, ausdrücklich gewarnt. Fritz Muliar landete deswegen im Strafbataillon.
 
Ich habe hier eine Anekdote über Göring, in der auch gelacht wird, wo einem jedoch das Lachen im Hals steckenbleibt. Wenn Göring Humor hatte, dann konnte sich dieser auch sehr zynisch ausdrücken.

Während des Westfeldzugs kehrte Göring bei der Rückkehr vom Führerhauptquartier in Bad Münstereifel am 27. Mai 1940 im Gasthof "Waldfrieden" [passender Name] am Laacher See zum Kaffeetrinken ein. Anwesend waren auch die Pfarrer Zilliken und Schulz. Alle Gäste erhoben sich zum Hitlergruß, nur die zwei Pfarrer nicht.

Noch am Abend wurden die beiden von der Gestapo verhaftet, kamen ins Gefängnis, dann ins KZ Buchenwald, dann nach Sachsenhausen und schließlich nach Dachau (Pfarrerblock). Im KZ mussten sie auf eine Schiefertafel schreiben: "Jeder Deutsche ist verpflichtet, den Reichsmarschall Göring zu grüßen." Wie bei Sisyphos wurde danach der Text weggewischt und musste neu geschrieben werden.

Göring erzählte die Geschichte Hitler und berichtete auch, dass er befohlen habe, im KZ eine Stange mit einer Offiziersmütze aufzustellen, woran die beiden den Hitlergruß üben müssten. Darüber lachte Hitler und klopfte Göring auf die Schulter.

Beide Pfarrer haben die Zwangsarbeit im KZ nicht überlebt.

Hierzu: Johannes Schulz (Geistlicher) – Wikipedia und Josef Zilliken – Wikipedia
Ausführlich: A. Zutter, R. Elsigk, Weil er Göring nicht grüsste, 1995

An den Fall Schulz Zilliken/Schulz habe ich auch schon gedacht. Der Fall zeigt deutlich, dass Göring zwar erkannte, dass der Humor eine Art Notloch war, aus dem sich Ärger, Frust und Unzufriedenheit der Bevölkerung entladen konnte. Göring mochte auch erkennen, dass sich die Mächtigen irgendwo auch leicht lächerlich machen, wenn sie auf harmlosen Humor mit überzogener Repression reagierten, dass es aber Politiker populär macht, wenn sie das (innerhalb gewisser Grenzen) zulassen.

Göring gab nach außen den jovialen Mann des Volkes, er besaß genug Humor, dass er es zuließ, dass man Wotze über ihn machte, für die berühmte Claire Waldorf hatten ihre berühmten Couplets keine Folgen:

"Rechts Lametta, links Lametta,
und der Bauch wird immer fetter;
In den Lüften ist er Meester;
Hermann heest er."

Aber Görings Jovialität war Pose, er ließ Witze zu über seine Leibesfülle, über seine Lust an Orden und Uniformen, er erzählte zuweilen selbst Göring-Witze. Er ließ Humor zu, solange der Humor noch einigermaßen deckungsgleich war mit dem Image wie er sich selbst sah.

Er verstand aber überhaupt keinen Spaß, wenn er lächerlich gemacht wurde, wenn seine Korruption, seine Brutalität, seine Inkompetenz, seine Faulheit thematisiert und aufs Korn genommen wurde.

In dem Zuckmayer-Drama Des Teufels General feiert General Harras in Ottos Restaurant, anwesend ist auch der Reichsmarschall, der die Leutnants der Staffel Eilers dadurch begeistert, dass er selbst Göring-Witze erzählt.

Leutnant Writzky: Finde ich kolossal, dass er selbst das erzählt! Kennen Herr General den neuesten Göring Witz.

General Harras: Der hat neulich sogar die besten Göring-Witze prämiert. Aber wehe, es hat einer eine Pointe falsch betont, zuviel Applaus bekommen, schon war er an der Ostfront, aber ohne Pelzstiefel."

Die Anekdote, die Carl Zuckmayer hier zitiert, mag vielleicht nicht historisch genau sein, aber sie ist authentisch insofern, als sie Görings Charakter und "Humor" auf den Punkt bringt.

Er erkannte die Subversivität des Humors, er hatte genug Humor, um über einen Göring Witz zu lachen, er erkannte, dass es populär macht, so etwas in Grenzen zuzulassen, aber er wollte bestimmen, welcher Humor zulässig ist und welcher nicht.

Hihihaha über den jovialen Herrn Reichsmarschall- kein Problem, Claire Waldorf war eine weltbekannte Kabarettistin, ihr ließ er das durchgehen, aber sobald sein narzisstisches Ego getroffen wurde, sobald es um Frau Gemahlin, die "hohe Frau" ging, da war ganz schnell Schluss, und für den einen oder die andere war Endeim Gelände. Eine Schauspielerkollegin sagte malö über Emmy Sonnemann: "Ich kannte sie schon, da war sie noch nicht die "hohe Frau" und für ein paar Mark, eine Tasse Kaffee und eine Rolle zu haben." Sie wanderte ins KZ.

Man durfte vielleicht noch über den jovialen Dicken, den Reichsmarschall mit den vielen Orden lachen, aber wehe dem, der ihn lächerlich machte. Irgend jemand nannte Göring einen "jovialen Mordwanst", sobald es um Inkompetenz, Korruption, Görings Brutalität ging, da war ganz schnell Schluss mit lustig bei Göring.

Im Gegensatz zu dem Kaiser Vespasian, der auch noch Späße zuließ, die weit unter der Gürtellinie waren, der derbe Witze zuließ und auf einen groben Klotz einen groben Keil setzte, hatte Göring die Souveränität, die er so gerne nach außen vorschützte nicht. Er ließ ein bisschen hihihaha zu über, aber er wollte bestimmen, welche Witze zulässig waren, und sobald es um die dunkleren Seiten seiner Persönlichkeit, sobald es um seine Inkompetenz, seine Korruption, seine Brutalität ging, dann war Schluss mit lustig, dann schlug er gnadenlos zu.

Er sagte mal, er wolle einen Besen fressen oder Meier heißen, wenn ein einziges Flugzeug den deutschen Luftraum passieren kann. Es sind Leute hingerichtet worden, weil sie den Reichs-Meier, den Besen-Meier beleidigt hatten.

Göring hatte genug Gespür für Popularität, er hatte ein Gespür für die Subversität des Humors, aber zulassen wollte er nur staatstragenden Humor zulassen, ein bisschen hihihaha über den jovialen Reichsmarschall- das ließ er gerade noch, huldvoll lächelnd zu.

Sobald aber sein Ego berührt wurde, seine Inkompetenz, sein dekadenter Lebensstil, seine Korruption und Misswirtschaft, dann schlug er gnadenlos zu.
 
Ob es stimmt weis ich nicht.Aber Goering hat ja mal gesagt"Wenn eine Bombe auf Berlin fällt will ich Meier heissen".Dann bei einem Bombenagriff soll er in Berlin in einen Luftschutzbunker gekommen sein und gefragt haben"Ist noch Platz für einen Herrn Meier"? Vermute mal eher das dies Berliner schnautze war.
 
Joseph Müller, katholischer Geistlicher und Märtyrer. Gestorben am 11.09.1943 unter dem Fallbeil.

Hans-Joachim Rehse, Richter am Volksgerichtshof und Verbrecher, von Mittätern gedeckt, vor Strafe bewahrt, gestorben am 5.09.1969 im gut bezahlten Ruhestand.

(Link nicht vollständig, bitte durchklicken zu Joseph Müller (Priester)


Ach, und was war der Witz? Er hat einem Schwerkranken erzählt, dass ein sterbender Soldat ein Bild von Hitler zur rechten, Göring zur linken haben wollte, um zwischen ihnen zu sterben wie Jesus am Kreuz: Eher ein Gleichnis als ein Witz.
 
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Er sagte mal, er wolle einen Besen fressen oder Meier heißen, wenn ein einziges Flugzeug den deutschen Luftraum passieren kann. Es sind Leute hingerichtet worden, weil sie den Reichs-Meier, den Besen-Meier beleidigt hatten.

Aber Goering hat ja mal gesagt"Wenn eine Bombe auf Berlin fällt will ich Meier heissen".

Wahrscheinlich hat er weder das eine noch das andere jemals gesagt.

 
Eine weitere Göring-Anekdote gab`s hier schon:
 
Sehr bekannt ist auch die Anekdote vom "fetten Hering", die @Ralf.M von Kastellaun her kannte. (Wie findet ihr diese Göring-Karikaturen?)

Bekannt ist auch die Geschichte von einem Markttag in Kastellaun/heutiges BL RP.
Es geht um den Kleinwarenhändler namens "Beltheimer Lippert".
Während der Nazizeit bot dieser zu einem Markttag in Kastellaun seine Heringe wie folgt an:
„Hering, su fett wie de Göring!“
Er wurde daraufhin des Marktplatzes verwiesen. Eine Woche später kam er wieder und bot auch wieder Heringe an, aber dieses Mal mit dem Spruch:
„Heringe, Heringe ganz su fett wie beim letzte Mol!“
dazu: Beldemer Lippert – Wikipedia

In einer Biographie über Göring lese ich nun, dass der Spruch ursprünglich aus dem Hamburger Fischmarkt stammt.
Wie auch immer: offenbar hat sich Göring selbst nicht in die Sache eingeschaltet.
 
Wahrscheinlich hat er weder das eine noch das andere jemals gesagt.


Es mag das Zitat so nicht wörtlich gefallen sein, aber die Anekdote brachte ja durchaus Görings Haltung korrekt auf den Punkt, der immer wieder großsprecherisch Versprechen abgab, die er dann nicht halten konnte, Versprechen, wo jedem klar war, der Einblick in die technologischen, logistischen und strategisch-taktischen Gegebenheiten hatte, dass es nicht möglich war.

Göring hatte als altes Fliegerass des Weltkriegs, Pour le Merite-Träger und letzter Kommandeur des Richthofen-Geschwaders in der ersten Phase des Krieges bei den Luftwaffe-Piloten noch einen gewissen Ruf, und viele waren geneigt, die ersten Misserfolge der Luftwaffe nicht ihrem Chef Göring anzulasten. Im weiteren Verlauf des Krieges zeigte sich aber immer mehr, dass Göring kein fleißiger Arbeiter war, der sich durch Aktenstudium einarbeitete und systematisch auf die Gegebenheiten einstellte. Bei Lagebesprechungen fiel Göring immer wieder durch lückenhafte Kenntnisse und mangelnde Vorbereitung auf. Die Luftwaffe war vielleicht bei Jets weiter, aber im Grunde waren viele Modelle Proto-Typen, und das alles konnte nicht das Potenzial der Alliierten aufwiegen. Je länger der Krieg dauerte und je schlechter es für die Luftwaffe lief, umso mehr zog sich Göring zurück, beschäftigte sich mit privaten Liebhabereien.

Göring mag diese Zitate nicht wortwörtlich gesagt haben, aber er hat ja schon großsprecherische Reden geführt und den Eindruck erweckt, als sei der deutsche Luftraum sicher, als sei es völlig abwegig, dass die Alliierten einmal Luftangriffe mit 1000 Bombern gegen deutsche Städte fliegen konnten, er hat den Mythos der Unbesiegbarkeit verbreitet, obwohl er durchaus privat Bedenken hatte, dass das Abenteuer in die Hose gehen konnte. Er hat wider besseres Wissen unmögliche Versprechen abgegeben. Es hatte 1942 bei Demjansk ein Truppenteil der Einkesselung standgehalten, sie wurden über eine Luftbrücke versorgt, aber die 6. Armee in Stalingrad über eine Luftbrücke zu versorgen, war mit den Mitteln, die zur Verfügung standen, nicht zu machen. Göring hat von den Piloten Unmögliches verlangt, er hat wider besseres Wissen Unmögliches versprochen, er hat höchst verantwortungslos gehandelt, und er war dann noch schamlos genug, der todgeweihten 6. Armee die Grabrede zu halten. Stalingrad-Veteranen berichteten, dass Soldaten, die die Grabrede hörten, Wutanfälle bekamen. Technische Neuigkeiten, etwa bei der Nachtjagd hatte er wohl nicht richtig auf dem Schirm, und Vorschläge, die er jungen Piloten

Das alles hatte man nicht vergessen, und das nahm man Göring sehr übel.

Wenn die Göring-Zitate nicht historisch korrekt waren, wenn sie so nie gefallen sind, so traute man Göring, aufgrund seiner Persönlichkeit, aufgrund ähnlicher Äußerungen in der Vergangenheit, die er nun tatsächlich vom Stapel gelassen hat, jederzeit zu, dass er so etwas hätte sagen können, dass er bei zahlreichen Gelegenheiten den Mund sehr voll nahm, dass er wider besseres Wissen Dinge versprach, die er nicht halten konnte.
 
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