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Die 3,5-Prozent-Regel ist ein Konzept aus der Politikwissenschaft, das besagt, dass eine Regierung wahrscheinlich stürzt, wenn 3,5 % der Bevölkerung eines Landes gewaltfrei gegen sie protestieren oder sich anderweitig am Widerstand gegen sie beteiligen.Das sind die Zeilen, die am besten auf die Frage passen, ob bestimmte politische Mechanismen, die wir heute nicht nur, aber auch in Deutschland erleben, eine Gesellschaft in ähnlicher Weise verändern wie vor 90 Jahren.
dann verstehe ich nicht, warum du das so effektvoll parallelisiert hattest...Nein, natürlich nicht, allein schon deshalb nicht, weil die heutigen Verhältnisse nicht neben Deutschland 1939 bis 45 zu stellen sind.
zunächst war ich mit deinen Erläuterungen beschäftigtNachdem du nun jedes meiner Worte auf die Goldwaage gelegt hast: Wie wäre es, wenn du selbst Gedanken zu Alys Buch formulierst? Das setzt natürlich voraus, es gelesen zu haben.
Diese Ausgabe ist allerdings trotz ihres Umfangs von mehr als 2000 Seiten nicht vollständig, sondern enthält nur eine Auswahl von etwa einem Fünftel des Gesamtumfangs.Ralf Georg Reuth (Hrsg.): Joseph Goebbels Tagebücher 1924 1945. In 5 Bänden.
Richtig.Diese Ausgabe ist allerdings trotz ihres Umfangs von mehr als 2000 Seiten nicht vollständig, sondern enthält nur eine Auswahl von etwa einem Fünftel des Gesamtumfangs.
Das kann ich so nicht stehen lassen. Zum einen habe ich deutlich gemacht, dass sowohl Parallelen als auch Unterschiede zu benennen sind. Zum anderen habe ich herausgestellt, dass die Mechanismen, die wir hier besprechen, selbstredend über Deutschland hinausreichen:Auf der anderen Seite ist mir der Vergleich zwischen 1933 und 2026 etwas suspekt, ebenso die Fokussierung auf bestimmte Bundesländer.
Aber - und das wird hier niemand seriös bestreiten können - gibt es Regionen in Deutschland, die der Entwicklung im Rest der Republik um Jahre voraus sind. Und das sind keine regionalen Zufälle, sondern Entwicklungen aus handfesten Gründen, die bis in die Familiengeschichte hineinreichen und das Verständnis von Staatsformen über Generationen prägten. Wer bis zur Eltern- oder gar Großelterngeneration nur in Diktaturen gelebt hat, der wird tendenziell geringere Bindungen an demokratische Strukturen und demokratische Parteien aufweisen. Wir sehen hier möglicherweise Spätfolgen im buchstäblich historischen Ausmaß. Ich hatte in diesem Zusammenhang bereits auf die Studien von Ilko-Sascha Kowalczuk verwiesen, die diese Phänomene aus unterschiedlichen Richtungen beleuchten.Wer sich bei der Analyse von Völkermorden und Menschheitsverbrechen auf das Böse beschränke, werde die Gefahr einer Wiederholung, die in jeder Gesellschaft stattfinden könne, nicht erkennen, urteilt Aly abschließend und mahnend. Diese Mahnung geht über Deutschland hinaus.
ebenso die Fokussierung auf bestimmte Bundesländer.
Zu den neuen Bundesländern:Das kann ich so nicht stehen lassen. Zum einen habe ich deutlich gemacht, dass sowohl Parallelen als auch Unterschiede zu benennen sind. Zum anderen habe ich herausgestellt, dass die Mechanismen, die wir hier besprechen, selbstredend über Deutschland hinausreichen:
Aber - und das wird hier niemand seriös bestreiten können - gibt es Regionen in Deutschland, die der Entwicklung im Rest der Republik um Jahre voraus sind. Und das sind keine regionalen Zufälle, sondern Entwicklungen aus handfesten Gründen, die bis in die Familiengeschichte hineinreichen und das Verständnis von Staatsformen über Generationen prägten. Wer bis zur Eltern- oder gar Großelterngeneration nur in Diktaturen gelebt hat, der wird tendenziell geringere Bindungen an demokratische Strukturen und demokratische Parteien aufweisen. Wir sehen hier möglicherweise Spätfolgen im buchstäblich historischen Ausmaß. Ich hatte in diesem Zusammenhang bereits auf die Studien von Ilko-Sascha Kowalczuk verwiesen, die diese Phänomene aus unterschiedlichen Richtungen beleuchten.
Aber warum sagt der AFD-Wähler was Dummes oder Ungeheuerliches?Aber was Klicks bringt, ist halt der AFD-Wähler, der was Dummes oder Ungeheuerliches sagt.
Habe ich was Gegenteiliges behauptet?»Wer Faschisten wählt, ist ein Faschist.«
Der Rechtsruck und seine Ursachen war nun eben gerade Thema. Verstehe deinen Beitrag nicht.Was gibt es da noch groß zu diskutieren?
salopp und vereinfacht gesagt lebte man westlich der Elbe seit 1945 nicht unter der Fuchtel von Diktaturen, brachte aber dennoch solche Gruppierungen wie "Wehrsportgruppe Hoffmann", NPD, "Die Republikaner"*) und andere hervor, zusätzlich nicht eben wenige rechte bis rechtsradikale Verlage/Publikationsorgane. Das lässt mich an den Pauschalisierungen über Wählergruppen in den neuen Bundesländern zweifeln.Wer bis zur Eltern- oder gar Großelterngeneration nur in Diktaturen gelebt hat, der wird tendenziell geringere Bindungen an demokratische Strukturen und demokratische Parteien aufweisen. Wir sehen hier möglicherweise Spätfolgen im buchstäblich historischen Ausmaß. Ich hatte in diesem Zusammenhang bereits auf die Studien von Ilko-Sascha Kowalczuk verwiesen, die diese Phänomene aus unterschiedlichen Richtungen beleuchten.
Diese Anmerkung fasst weder das zusammen, was ich geschrieben habe, noch halte ich diese Kausalität, die du da ausmachen möchtest, für sinnstiftend. Radikalisierungen, sei es nun von rechter oder linker Seite, haben es gerade in Demokratien zunächst leichter, sich auszubilden, weil in einer solchen die Toleranz für Meinungen und Lebensentwürfe bis zu einem Punkt, der dann die Verfassungsfeindlichkeit erreicht, ein wichtiges Gut ist. In sozialistischen Diktaturen wie der DDR war dagegen der Antifaschismus Gründungsmythos und verordnete Staatsdoktrin. Da kann man nicht mal eben einen rechten Verlag gründen. Eine Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der NS-Zeit fand dort nie wirklich statt. Dass auch dieser Umstand ab 1990 Folgen hatte, dürfte unter Historikern mittlerweile eine Binsenweisheit sein.salopp und vereinfacht gesagt lebte man westlich der Elbe seit 1945 nicht unter der Fuchtel von Diktaturen, brachte aber dennoch solche Gruppierungen wie "Wehrsportgruppe Hoffmann", NPD, "Die Republikaner" und andere hervor, zusätzlich nicht eben wenige rechte bis rechtsradikale Verlage/Publikationsorgane.
da stimme ich zu!dass der derzeitige Hang zu rechtspopulistischen bis zu rechtsextremistischen Parteien weder eine allein ostdeutsche noch eine deutsche, ja sogar nicht mal eine allein europäische Erscheinung (Stichwort USA) ist. Gleichzeitig ist es aber Aufgabe von Historikern, aufzuzeigen, wo diese Phänomene am ausgeprägtesten sind, und dafür Gründe zu finden.
(ich hatte es eigens in Klammern geschrieben - wie betrachtest du @tegula dieses unerfreuliche historisch/politische "Ereignis" des hessischen Regierungswechsels?)(ich schreibe es in Klammern, weil es vielleicht zu wenig historisch und vielleicht zu tagespolitisch ist: der unappetiliche ausländerfeindliche Wahlkampf eines Herrn Roland Koch (man erinnert sich seiner eher mehr wegen "brutalstmöglicher" Schwadroniererei), CDU, welcher in Hessen erfolgreich war, ist gleichsam strammer völkisch als so manches AfD-Gehampel)
Verstehe deinen Beitrag nicht.
der Regierungswechsel im Bundesland Hessen datiert auf den 7. April 1999; der Wikipedia-Artikel Roland Koch – Wikipedia bietet einen Einstieg.das aktuelle Wahlverhalten
sehe ich anders (auch wenn ich dies oder jenes in Klammern setze)Das hat mit Alys Buch nun wirklich nicht mehr viel zu tun.
dass der derzeitige Hang zu rechtspopulistischen bis zu rechtsextremistischen Parteien weder eine allein ostdeutsche noch eine deutsche, ja sogar nicht mal eine allein europäische Erscheinung (Stichwort USA) ist. Gleichzeitig ist es aber Aufgabe von Historikern, aufzuzeigen, wo diese Phänomene am ausgeprägtesten sind, und dafür Gründe zu finden. Und da nehmen bestimmte Regionen auch aus historischen Voraussetzungen eben eine Vorreiterrolle ein.
und besagte diffuse Feindbilder/Ängste bediente der Wahlkampf 1998/99 in Hessen, oder besser gesagt, der knappe Wahlsieger bediente sich da unverfroren, was ihm auch öffentlich oft genug vorgeworfen worden war. Und bevor es aus Gründen der Rechthaberei oder Zänkischkeit geografische Zweifel geben sollte: weder heute, noch vor 26 Jahren befand sich Hessen unter den ostdeutschen Bundesländern. Bevor also pauschalisierend und vorverurteilend das aktuelle (sic!!!) Wahlverhalten in den ostdeutschen Bundesländern quasi moralisch-populistisch "historisch-ursächlich" (wie soll ich es formulieren?) betrachtet wird, schadet ein Blick rück- und westwärts (1998/99) sicherlich nicht, und sei es nur, um über ein paar Relationen nachzudenken.Übereinstimmungen abgesehen von diffusen, irgendwie "völkischen" Feindbildern oder Ängsten, kann ich allerdings in den ostdeutschen, insgesamt deutschen, französischen (le Pen etc), amerikanischen etc. "Varianten" nicht erkennen.
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