300 - Frank Miller

Ich konnte keine kränkende Darstellung der Perser in dem Film entdecken. Xerxes war sogar 3m groß, Leonidas dagegen ein Zwerg. Ephialtes sah aus wie hyokkose nach einem Vollbad. :still:

Der Film war eine 100%ige wiedergabe des damaligen Schlachtverlaufs. Letztendlich waren es eh nur 200 Spartiaten und über 2 Millionen Perser.

Noch Fragen?
 
Zu dem was Alexandros sagte, ganz kurz:
Das ist alles richtig. Aber ich stelle nahezu täglich fest, dass ein annäherndes elementares geschichtliches Allgemeinwissen eben doch nicht so bei dem übergroßen Teil der Leute vorhanden ist. Eben diese Menschen machen, auch wenn der gesunde Menschenverstand ihnen sagt, (hoffentlich) dass die und die Tiere etc. irreal in einer Schlacht der Antike sind, sich aus solchen Filmen ihr Geschichtsbild. Sagt was ihr wollt, aber ich bin alle par Veranstaltungen mit dieser Spezies konfrontiert, welche ihre Meinung und ihr "Wissen" auf "Angelique"-Filme und Schundliteratur fußen lassen.:weinen: Irgendwas bleibt immer hängen und davon nicht zu knapp und ich denke mal genau in die Richtung zielt die derzeitige und oft berechtigte Kritik an solchen Filmen ab, Natürlich wäre es etwas ganz neues aus der Richtung derartiger Filmproduktionen ein Verantwortungsgefühl zu erwarten. :pfeif:
Mir kann niemand erzählen, dass dem Regisseur nicht die kontroverse Form der Darstellung bewusst war, als er sein "Kunstwerk" schuf. Manchmal glaubte ich, aus den Statements in der Presse, er will uns für dumm verkaufen.
 
Spätestens nachdem Leonidas zu Xerxes sagte, dass er wegen Krampfproblemen im Oberschenke nicht vor ihm auf die Knie fallen kann, war der Film als halbwegs realistische Wiedergabe der Ereignisse für mich gelaufen. Popkornkino! :winke:
 
Dariush.
Ich kann dich verstehen. Es gibt immer wieder Verfilmungen voller Klischees und Feindbilder über oder mit Menschen aus dem Nahen Osten. Das ist allgemein sehr schade. (Wir müssen aber aufpassen, nicht zuuu politisch zu werden, da es hier unerwünscht ist. :))
Ich differenziere hier aber:
1. Wie ich oben schon schrieb, bin ich persönlich beim Medium Spielfilm was diese Klischees betrifft nicht sooo empfindlich. Ich nehme es erstens kaum einmal persönlich, zweitens ist der Spielfilm für mich in erster Linie Fiktion, Fabel, Kunst, usw. (Natürlich weiß ich um die immense Wirkung des Mediums Spielfilm auf die Meinungsbildung der breiten Masse, aber das ist nicht mein Bier... ;))
Zwei Beispiele:
Vergiss bitte nicht: Es gibt zahlreiche Spielfilme aus Hollywood im letzten Jahrhundert, in denen wir Deutsche immer nur als Bösewichter dargestellt wurden.
als "Nest des Bösen"...
So what? "Das tangiert mich peripher...", wenn es denn ein gut gemachter Film war. Vielleicht bin ich in diesem Punkt kein Mensch mit Nationalgefühl, im Gegensatz zu meinen Gefühlen zur deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Vielleicht ist das ein Problem des Nationalstolzes? Denn wie gesagt, es gibt Massenhaft Filme, wo gerade wir Deutsche wahrlich verunglimpft werden, die trotzdem keinen großen Aufschrei hier erzeugt haben. Vermutlich eine Auswirkung unseres dunklen historischen Erbes.
Es gab hunderte Western, in denen die Indianer immer als Bösewichter und/oder voller Klischees dargestellt wurden, doch ich erkenne an, wenn es ein gut gemachter Film ist. Manche Western sind ja trotz des fragwürdigen Inhalts Meisterwerke der Filmkunst. Ein Film ist oft dann gut, oder funktioniert dann emotional besonders intensiv, wenn der Antagonist, der Bösewicht besonders gut dargestellt ist, besonders böse ist, wobei mir persönlich für meinen Filmgenuss es erstmal egal ist, ob nun der Indianer der böse ist, oder der Cowboy. Entscheidend für mich ist die Qualität des Films, seine Dramaturgie, glaubwürdige Darstellung, etc.
Wenn ich ein Gemälde sehe, dann bin ich vielleicht auch begeistert von der künstlerischen Qualität, von der meisterhaften Lichtführung, dem Pinselschwung, der künstlerischen Innovation, der Ausdruckskraft, selbst wenn z.B. die "Orientalen" in der "Seeschlacht von Lepanto" als bösartige Monster dargestellt werden, historisch falsch gekleidet sind, usw. Dieses vermiest mir jedenfalls nicht meinen Respekt für den Meister Raffael, für Mozart mit seiner klischeehaften "Entführung aus dem Serail", usw. Gleiches gilt natürlich auch für Meisterwerke der bildenden Kunst, in denen wir Deutsche blöd aus der Wäsche schauen...

2. Anders sieht es bei mir persönlich bei dem Medium der Dokumentation und der allgemeinen Berichterstattung aus. Da ist der Anspruch meist anders gelagert. Wenn dort eine Dokumentation z.B. von Peter Scholl-Latour oder anderen voller Feindbilder steckt, voller Klischees, voller Subjektivität steckt, dann ärgere ich mich auch. Oder eine historische Dokumentation voller Fehler steckt, oder in einer Reisedoku Aphrodisias gezeigt wird, aber peinlicherweise mit Milet verwechselt wird.
Oder wenn in den täglichen Nachrichten von einem neuen Ausländergesetz berichtet wird, und dann z.B. immer als Filmbeitrag der Markt gezeigt wird, und die obligatorischen muslimischen Frauen mit Kopftuch abgefilmt werden, oder ihren Run beim Sommerschlussverkauf. Dieses hat auf Dauer eine verheerende psychologische Wirkung beim Zuschauer, und es wäre zu wünschen, wenn die TV-Sender vielleicht mal bei einem solchen Beitrag stattdessen eine orientalische Disko mit bauchnabelfreien Tanzenden zeigt, oder "ausländische" orientalische Vorstandsvorsitzende bei einer Tagung, oder in einem Krankenhaus die ausländischen Ärzte bei der Visite zeigt. Oder eine Fußballmannschaft. Aber nein, das wäre ja nicht so plakativ und der Zuschauer fragt sich vielleicht, wo sind denn da Ausländer. ;)
Also das verantwortungsbewusste Spannungsfeld zwischen Manipulation und Aufklärung in den Massenmedien sehe ich für mich kritischer an, als es bei Spielfilmen und Theater für mich ist.

Außerdem schau mal z.B. ägyptische historische Filme an, wie dort wir Europäer dargestellt werden. (Kabel-TV, Satellit, Internet sei Dank) Oft voller Louis de Funes oder grober Menschenschlächter, usw... ;) So what?

Nochmals betone ich, dass ich mir bewusst bin, welche (gefährliche) Wirkung solche Spielfilme auf das ägyptische Publikum hat, auf das westliche Publikum hat, wie Feindbilder produziert werden, gefestigt werden, auf beiden Seiten, aber ich kann es für mich jedenfalls nicht zu eigen machen. Ich weiß eben, dass die Indianer nicht so waren, ich weiß eben, dass wir Deutsche nicht nur so sind, wie z.B. in den James Bond Filmen, usw.
Vielleicht kann ich deshalb einen guten Spielfilm trotzdem genießen und dabei lachen. (Wobei ich dabei nicht das Gefühl habe, über mich selbst zu lachen, wenn Deutsche dort lächerlich gemacht werden).

Ich vermute, dass leider viele Menschen meine Ansicht oder meine Empfindungen nicht teilen, wenn man sich die Kontroversen von dem türkischen Film "Tal der Wölfe" mal anschaut, auf beiden Seiten des Mittelmeeres...
Das Nationalgefühl wird wohl noch lange eine Rolle bei der Beurteilung von Spielfilmen spielen.

Aloha, LG lynxxx
 
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Betrachten wir es doch mal relaxt von der anderen Seite: die Spartaner sind als blindwütige Sozialdarwinisten, lokalpatriotische Hinterwäldler und körperfixiert bis zur Geistesverachtung dargestellt. So richtig positiv ist das auch nicht.

Zugegebenermaßen muß ich mir den Film allerdings erst noch ansehen, das o. g. reime ich mir aus Trailern, Rezensionen und der allgemeinen Perzeption zusammen.
 
@ lynxx
Eine sehr richtige und nachvollziehbare Darstellung.
Dass Du das ägyptische Fernsehen schaust, finde ich sehr clever, ich sehe auch das Französische, Britische und Österrische Fernsehen sehr gern und wenn es geht, weil eben immer andere Darstellungen der deutschen Nachbarn darin vorkommen. Mit Deinem kurzen Statement zu Herr Scholl-Latour erinnerst Du mich an die Phoenix-Sendung letztens wobei zwei Dokus ausgestrahlt wurden, eine zum Vietnam-Krieg, die war aus den frühen 1970ern und eine zum derzeitigen Iran-Irak-Türkei-Konfliktherd und die Argumentation war sehr ähnlich! Das ist ja auch logisch, der Mann hat sich nicht geändert, aber ist in dem Kontext auch für unseren Thread von Interesse, weil eben doch die Bewertung der Filme relativiert wird, gerade was die Moral angeht und die ist eben geradezu schreiender Gegenstand dieses Actionstreifens. Es geht um klare Feindbilder. (Angesprochene historische Dokus können wir auch mal besprechen.)

Jetzt aber zurück zum Thema. Als beispielhaft für unsere Bildung des Geschichtsbild sehe ich meine Erfahrungen als Kind an. Natürlich habe ich gern die italienischen Sandalenschinken angeschaut und es gab auch tatsächlich einen, welcher ein konkretes hist. Ereignis zum Gegenstand hatte: "Die Schlacht bei Marathon" - La Battaglia di Maratona; I/F 1959. (Link: http://www.stern.de/unterhaltung/film/523408.html?eid=523398 ) Ich hatte mein "Wissen" aus dem Lehrbuch meines Bruders (5.Klasse) als 8-9 Jähriger bei der Hand und da passte das im Film gesehene grob dazu und schon entstanden bei mir im Kopf die stereotypen Griechen und Perser (lustig waren doch immer diese charakteristischen bestimmten Kinn- und Backenbärten :rofl: )... und das bei jemandem, der zumindest ein Geschichtsbuch zur Hand nahm.
 
Betrachten wir es doch mal relaxt von der anderen Seite: die Spartaner sind als blindwütige Sozialdarwinisten, lokalpatriotische Hinterwäldler und körperfixiert bis zur Geistesverachtung dargestellt. So richtig positiv ist das auch nicht.
Aber kann das jeder als schlecht erkennen bzw. genug diferenzieren?:grübel: Du setzt eben auch ein Mindestmaß an historischen und politischen Kenntnissen vorraus, was ich mir längst nicht mehr getraue.
 
@ lynxx
Dass Du das ägyptische Fernsehen schaust, finde ich sehr clever, ...
Moin,
naja, ich sehe das nicht richtig, aber ich zappe (leider) viel herum, und dann bleibe ich bei meiner virtuellen Weltreise mal irgendwo hängen. (Wie damals beim Radioweltempfänger)
Auch schaue ich mir gern mal die ARTE-Sendung Zapping an, wo man mal die Berichterstattung und Filme, Serien der "anderen Seite" sieht. Sehr interessanter Blick über den Tellerrand. :)
Ich bin sicherlich auch nicht frei von Beeinflussung, und frei von Klischeevorstellungen, ebenso wenig, wie ich im Supermarkt sicher von den geschickten psychologischen Tricks beeinflusst werde. Aber ich weiß von diesen "Tricks" und kann mich dagegen mit einem Einkaufszettel wehren, oder mich bücken, um an die preiswerteren Produkte zu gelangen.

Und ich weiß eben, dass "historische" Spielfilme (leider) in 99% nur ein verzerrtes Abbild der Realität darstellen. Deshalb kann ich versuchen mich dagegen zu wehren den Film als bare Münze zu nehmen, selbst wenn ich z.B. sicher ein wenig beeinflusst wurde, und vielleicht den Indianer als "edlen Wilden" rezipierte.
Das Thema Feinbilder und Objektivität in den Medien ist ja sehr komplex, lief gerade auch ne Sendung in Phoenix dazu.

Vielleicht sollten wir mal einen Filmfonds gründen, um einen historisch korrekten Spielfilm erstellen zu lassen? ;)
 
Also, ich denke, das wir Deutschen aufgrund unser doch negativ behafteten Vergangenheit uns keinesfalls beschweren dürfen, wenn wir oft die Bösewichter in Filmen sind, dass wir dann darin zumeist vollkommen übertrieben brutal und skrupellos dargestellt werden, ist zwar Schade und trägt nicht zwingend zur Völkerverständigung bei, ist aber nicht zu ändern und zumeist ist es in den Fimen notwendig ganz klare Stereotypen zu schaffen, die der Zuschauer erkennen und hassen bzw. lieben kann.
Desweiteren sollte noch zu bemerken sein, das die wenigsten Völker in der Menschheitsgeschichte eine völlig weiße Weste haben, jede Nation hat irgendwo ein kleines Massaker an Minoritäten oder Tendenzen zum Imperialismus unter faschistoiden Bewegründen im Keller versteckt und sich dann darüber aufzuregen finde ich mehr als unreif und ich hoffe nur, das im Iran nicht allzu viele Fahnen von Sparta verbrannt worden sind.
 
Also, ich denke, das wir Deutschen aufgrund unser doch negativ behafteten Vergangenheit uns keinesfalls beschweren dürfen, wenn wir oft die Bösewichter in Filmen sind, dass wir dann darin zumeist vollkommen übertrieben brutal und skrupellos dargestellt werden, ist zwar Schade und trägt nicht zwingend zur Völkerverständigung bei, ist aber nicht zu ändern und zumeist ist es in den Fimen notwendig ganz klare Stereotypen zu schaffen, die der Zuschauer erkennen und hassen bzw. lieben kann.
Vielleicht kommerziell.:cry:


Aber wir wollen nicht zusehr :eek:fftopic: werden. Interressant ist doch, ob der Sandalenfilm damit reaktiviert wird. Auffällig ist doch, dass die Helden vom alten Sandalenfilm wie auch hierbei recht einfältige Menschen zu sein scheinen oder irre ich mich? Auf jeden Fall wären diesbezüglich Vergleiche interessant, vielleicht zu Filmen die ein ähnliches Thema behandelten, was allerdings die Comicverfilmung ein bisschen als "Entschuldigung" ausklammern würde.
 
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Ja, da hast du Recht, aber das ist nunmal was gefordert ist und das was der Mensch will, er möchte klare Feindbilder und Helden, das es die in unserer Zeit nicht mehr gibt, und die Grenzen dazwischen verschwimmen, das interessiert die Massen überhaupt nicht.
 
Ich habe auch den Film gesehen und muss sagen, rein technisch super animiert und vor allem die Szenen, wo die Spartaner die Welle der Perser zurückschlagen.
Jedoch werde und bleibe ich Perser und mich verletzte der Film. Egal ob es nun ein Comic-verfilmung war oder sich nur historisch zurückbeziehen soll. Perser wurden als Monster gezeigt, der König hatte einen leichten "schwulen" tatsch, und die Musikanten in den Orgien waren Ziegen....
Viele Iraner meinen, dass dies nun der moralische Kampf gegen Iran ist. Und ganz ehrlich habe ich keine Lust mehr wie Perser, Araber, oder Moslems in Filmen dargestellt werden, ausser einigen Ausnahmen wie "Königreich vom Himmel" oder die Folgen von Welt der Wunder. Der Westen hält immer weiter auf Konfrontationskurs und die Kriege in Afghanistan und Irak verstärken dies. Ihr könnt das ja nicht verstehen, wenn ihr den Film im Kino sieht. Aber als ein Iraner muss man den Kopf schütteln und versteht es nicht warum keiner versucht Okzident und Orient sich einander näher zu bringen als zu verfeindlichen. Stellt euch vor es kommt eine "Comic-Verfilmung" über den 2 Weltkrieg, wo die glorreichen Amerikaner ohne Rüstung gegen monsterähnliche Deutsche kämpfen und im Film wird Deutschland als "Nest des Bösen" genannt. Wie würdet ihr euch fühlen? Ich will nicht herumheulen, doch sollte man versuchen, wie schon gesagt, den Westen und Osten näher zu bringen.
Gruß Darius

Es gab und gibt massig Filme und Comics auf der ganzen Welt in denen die Deutschen generell immer die Bösen sind und das nicht nur wenn es um Nazis geht! Ein deutscher Akzent ist immer ideal für den größenwahnsinnigen Bösewicht in Rettet-die-Welt-Filmen. Da braucht man sich doch nur einmal die 007-James-Bond-Reihe anzusehen. Wie viele Schurken dort sind deutsche Schauspieler? Ich weis also worüber du dich gerade beschwerst, was die Situation auch nicht verbessert. Filme arbeiten nun einmal mit Klischees und Feindbildern, besonders ungehemmt wird das auch in Ländern mit Diktaturen und eingeschränkter Meinungsfreiheit getan. Vielleicht hellt das deine Laune wieder ein bisschen auf.

PS: Ich habe den Film nicht gesehen!
 
@Dariush Kabir:
Obwohl ich den Film nicht gesehen habe, kann ich Deine Bedenken durchaus nachvollziehen.
ABER:
Und ganz ehrlich habe ich keine Lust mehr wie Perser, Araber, oder Moslems in Filmen dargestellt werden, ausser einigen Ausnahmen wie "Königreich vom Himmel" oder die Folgen von Welt der Wunder.

Einmal abgesehen davon, daß die von Dir hervorgehobenen "Ausnahmen" in beiden Fällen nicht durch Exaktheit im Sinne der Geschichtswissenschaft glänzen, verstehe ich auch Deinen positiven Eindruck zur Darstellung der Muslime in Kingdom Of Heaven nicht: mit Ausnahme von Saladin erschienen sie als monolithischer Block in Form von Kriegern mit runden Schilden, und von ihrer Kultur bekam man mal gar nichts mit.
Anm.1: Was von einigen bei Kingdom Of Heaven als Entschuldigung ins Feld geführt wird - nämlich, daß es eben ein Spielfilm ist -, ist jedoch bei einem (selbstredend) Doku Format wie Welt der Wunder unverzeihlich.
Anm.2: Zur Bewertung von Kingdom Of Heaven geht's da lang: http://www.geschichtsforum.de/showthread.php?t=5934

Über eine klischeebelastete Darstellung unter der Gürtellinie zur europäischen Geschichte, wären viele Europäer ja auch erbost. Das sollte man nicht vergessen.

Dem wage ich zumindest für Filme zu widersprechen, welche Ereignisse und/oder Kontexte des europäischen Mittelalters thematisieren: dort werden gängige - und historisch gesehen vollkommen falsche - Klischees nur so bedient, und es stören sich eigentlich nur wenige Leute daran, weil sie es nicht besser wissen und/oder ihre persönlichen Klischeebilder bestätigt sehen, die sie im Kopf haben...



PS: Zum Schluß erlaube ich mir, die Bitte von Lynxxx zu wiederholen - achtet bitte in der Diskussion darauf, daß Ihr nicht zu sehr ins Politische abgleitet.
 
Es gab und gibt massig Filme und Comics auf der ganzen Welt in denen die Deutschen generell immer die Bösen sind und das nicht nur wenn es um Nazis geht! Ein deutscher Akzent ist immer ideal für den größenwahnsinnigen Bösewicht in Rettet-die-Welt-Filmen. Da braucht man sich doch nur einmal die 007-James-Bond-Reihe anzusehen. Wie viele Schurken dort sind deutsche Schauspieler? Ich weis also worüber du dich gerade beschwerst, was die Situation auch nicht verbessert. Filme arbeiten nun einmal mit Klischees und Feindbildern, besonders ungehemmt wird das auch in Ländern mit Diktaturen und eingeschränkter Meinungsfreiheit getan. Vielleicht hellt das deine Laune wieder ein bisschen auf.

PS: Ich habe den Film nicht gesehen!

Das erinnert mich an die Filme Stirb langsam I und III, in denen jeweils ein stereotyper SS-Typ (blond, blauäugig, harte Züge) mit DDR-Vergangenheit den Hauptfiesling spielt. In der Comic-Serie Die Simpsons wird das auf die Schüppe genommen, als McBane, der Schwarzenegger der Simpsons in einer Fernsehsendung, die Bart sieht, sich gegen "Nazikommunisten" zur Wehr setzt.
 
Simpsons ließen auchmal einen unmenschlich harten Sportlehrer zusätzlich charakterisieren indem er eine DDR-Vergangenheit bekam.
PS: Donnerstag in einer Woche kann ich dann vorraussichtlich auch kompetentere Aussagen zu dem Film machen.
 
Einmal abgesehen davon, daß die von Dir hervorgehobenen "Ausnahmen" in beiden Fällen nicht durch Exaktheit im Sinne der Geschichtswissenschaft glänzen, verstehe ich auch Deinen positiven Eindruck zur Darstellung der Muslime in Kingdom Of Heaven nicht: mit Ausnahme von Saladin erschienen sie als monolithischer Block in Form von Kriegern mit runden Schilden, und von ihrer Kultur bekam man mal gar nichts mit.

Ich sprach auch nicht von historischer Korrektheit bzw. wie die Krieger dargestellt wurden. Die Hauptgedanke war beide Religion, Christentum sowie den Islam, aneinander näher zu bringen. Sie haben mehr Gemeinsamkeiten als man denkt. Genau diesen Gedanken versuchte aucg Welt der Wunder in einer Folge (welche weiss ich nicht mehr) den Zuschauern zu vermitteln.
Bedenkt man andere Filme, wie z.B The Children of Men, dann kommt Königreich der Himmel bei mir ganz oben auf der Favoritenliste.

Von nichts kommt nichts. Man soll nicht den denken, dass Moslems den Westen immer so feindlich gesonnen waren. Die Westlichen Mächte beuteten den Nahen Osten aus und einer von denen ist auch gerade dabei dies zu tun.
Die Zeit heilt die Wunden, und irgendwann hoffe ich wird dieser Jahrtausend alter Schein-Krieg aufhören.
 
Ja, großer Dariush, die Gemeinsamkeiten zwischen den Weltreligionen sind z.T. größer, als das Trennende. Leider wenig in den Medien dargestellt.
Zu Children of Men: Sind dort auch Muslime dargestellt? Kann mich gar nicht mehr dran erinnern.
Zu "Von nichts kommt nichts": Da gibt es vieles in der Historie, was man darstellen könnte. Auch eigene Versäumnisse des Nahen Osten in der jüngeren Vergangenheit, die man nicht verschweigen sollte. Wer sagte noch den Spruch, jedes Volk hat die Regierung, die es verdient? (Ohne das nun auf irgendein Staat anwenden zu wollen - kam mir nur grad in den Sinn.)
Aber diese seeeehr interessanten und komplexen (!!!) historischen Zusammenhänge, könntest du ja mal zusammen mit uns in den Bereichen
Der Islam und die Welt der Araber
Das Osmanische Reich
oder auch
Judentum | Israel | Naher Osten
erörtern?
Ansonsten rutscht man hier allzuleicht in unerwünschte politische Diskussionen ab, aber über historische Hintergründe lese ich sehr gerne etwas, auch zeitgeschichtliche, z.B. Osloer Verhandlungen Israel-Palästina, schiitische Revolution '79, etc.

In obigen Bereichen ist nach meinem Rüffel sowieso seit einem Monat nicht mehr viel los...

Also lass uns über diese interessanten Themen lieber dort palavern. :)

Ade, LG lynxxx
 
Das wird jetzt langsam :eek:fftopic: :sorry: :grübel:

Ich sprach auch nicht von historischer Korrektheit bzw. wie die Krieger dargestellt wurden. Die Hauptgedanke war beide Religion, Christentum sowie den Islam, aneinander näher zu bringen. Sie haben mehr Gemeinsamkeiten als man denkt. Genau diesen Gedanken versuchte aucg Welt der Wunder in einer Folge (welche weiss ich nicht mehr) den Zuschauern zu vermitteln.
Bedenkt man andere Filme, wie z.B The Children of Men, dann kommt Königreich der Himmel bei mir ganz oben auf der Favoritenliste.

Natürlich haben beide Religionen - und im Grunde genommen müßten wir ja auch das Judentum noch in die Betrachtung einbeziehen - mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes; dies hatte ich auch in keinster Weise und an keiner Stelle bestritten...

Und was die Vermittlung versöhnlicher Gedanken betrifft: das ist zwar außerordentlich löblich, aber dennoch wird dies zunichte, wenn dem zuliebe historische Sachverhalte pauschalisiert oder gar verbogen werden.
Dies mag bei einem Historienfilm noch unter dem Schlagwort "Geschmackssache" etwas sein, daß jeder anders bewerten kann, bei einer Sendung jedoch, die sich vom Charakter her dokumentarisch gibt, sehe ich dies eher als bedenklich an: Fehlinformation bleibt Fehlinformation, auch wenn sie aus noch so "edlen" Motiven heraus geschieht.

Von nichts kommt nichts. Man soll nicht den denken, dass Moslems den Westen immer so feindlich gesonnen waren. Die Westlichen Mächte beuteten den Nahen Osten aus und einer von denen ist auch gerade dabei dies zu tun.
Die Zeit heilt die Wunden, und irgendwann hoffe ich wird dieser Jahrtausend alter Schein-Krieg aufhören.

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, nicht ins Politische abzugleiten - und zu historischen Hintergründen gibt es auch für diesen Betrachtungsraum geeignetere Unterforen, wie Lynxxx dankenswerterwesie bereits anmerkte... ;)



So - jetzt aber genug Off Topic parliert; ich bitte darum, beim Thema "300 - Der Film" weiterzumachen... :fs:
 
Ist es beruhigend zu wissen, dass es 480 v. Chr., als es an den Thermophylen zu der für den Film inspirierenden Schlacht kam, es beide Weltreligionen: Das Christentum und der Lehre des Mohammed noch gar nicht gab?
 
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Und wenn man Kritik üben möchte an der faschistoiden Einstellung der Spartaner, so kann man doch davon ausgehen, dass gerade dieser Teil nicht Frank Millers Phantasie entsprungen ist, um sie in den Dienst seiner Propaganda zu stellen, die er natürlich in den Dienst der U.S. Regierung gestellt hat, damit sie ihren Krieg im Jahre 2003 auch effektiv durchführen könne, 300 wurde übrigens 1998 von Miller herausgebracht. das nur so nebenbei.

Kleine Berichtigung, der Comic kam 1989 raus, ich habe diesen seit 1990. Deine Aussage kann ich daher -sofern sie nicht ironisch gemeint war- nicht nachvollziehen.
 
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