Adenauers Außenpolitik

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von AlenaSorojova, 27. Juni 2019.

  1. nefteta

    nefteta Neues Mitglied

    Aber ursi ? bedarf es wirklich zu den von mir angeführten 4 Gründen zu Barbarossa noch Quellen ?Ich denke, das soll hier ein seriöses Forum sein.
     
  2. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ja wir sind ein seriöse Forum und deshalb wollen wir deine Quellen sehen. Denn dies ist nun mal in der Geschichtswissenschaft zentral, damit jeder nachprüfen kann (wenn er denn das möchte) woher man seine Argumente, Thesen, Meinung, etc. her hat. Alles andere ist unseriös und unwissenschaftlich.

    Mich interessiert vor allem welche Quellen du im Zusammenhang mit Adenauer und Barbarossa nennen kannst.
     
  3. nefteta

    nefteta Neues Mitglied

    Ich habe keine Verbindung zwischen Adenauer und Barbarossa gezogen, wenn wir D. Bald aber folgen, so hat sich Adenauer schon kurz nach dem Krieg aktiv mit ehemaligen hohen Militärs für eine Kooperation zusammengesetzt. das kann verschiedene Gründe haben, die Ahnung, dass deutsche Militärs mit Osterfahrung bald wieder benötigt werden könnten, die Reinwaschung der eigentlich ehrenvollen Wehrmacht, deren Soldaten nur ihre Pflicht getan hätten, was das für Mordgesellen waren. konnte erst Jahrzehnte augesprochen werden, gewusst haben es alle.
    Dass ist eine gedankliche Verbindung
     
  4. hatl

    hatl Premiummitglied

    Dazu bitte eine Quelle mit Zitierung.
     
  5. hatl

    hatl Premiummitglied

    ..habs schon selber gefunden. Bald S.59:
    "Im November suchte Strauß persönlich Kennedy, McNamara und Nitze von der Notwendigkeit der "nuklearen Abschreckung" zu überzeugen. Zum Schluss drängten Strauß und Oberst Friedrich Beermann im Dezember 1961 in Washington, erneut vergebens, darauf, eine oder wenigen Atombomben demonstrativ "against no target" über der Ostsee oder über einem Truppenübungsplatz in der DDR abzufeuern."

    Also das ist schon ein überraschend starkes Stück, sofern man Bald folgt.
     
  6. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Gibt es Gründe, Bald zu folgen?

    "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Detlef Bald auf den Seiten 58 und 59 seines Buchs Die Bundeswehr. Eine kritische Geschichte 1955-2005 den nicht durch die von ihm angeführten Quellen gedeckten Eindruck erweckt, die westdeutsche Regierung hätte 1961 die USA gedrängt, auf den Mauerbau mit militärischen Mitteln bis hin zum Einsatz von Atomwaffen zu reagieren. Stattdessen belegen ebendiese Quellen lediglich einen Streit bei der Contingency-Planung zwischen den Westdeutschen, die im Ernstfall lieber so schnell wie möglich mit der vollen Nuklearkeule gedroht (oder sie sogar eingesetzt) hätten, und den Amerikanern, die sich von der Strategie her in Richtung Flexible Response bewegten. Dieser Streit spielte sich während der seit 1958 laufenden Berlinkrise ab und verschärfte sich angesichts der Lage im Sommer 1961, aber er drehte sich um hypothetische Szenarien einer Krisenverschärfung, nicht um konkrete militärische Maßnahmen als Reaktion auf den Mauerbau."

    Wollte Strauß Atombomben über der Ostsee? – Bernd Ohm
     
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  7. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Der generelle Rahmen dieser Situation war, dass es eine Periode war, die als "Tiefpunkt" der Beziehungen ziwschen den USA und der BRD bezeichnet worden ist. Hintergrund für die Frage des Zugangs zu A-Waffen war vor allem die Angst, dass die BRD in eine Form von Isolation gedrängt werden kann. Die Grundlage dafür bildeten Äußerungen von Eisenhower (vgl. Kissinger: Chap 23).

    Am 18.02.1959 und 11.03.1959 machte er deutlich: "We are certainly not going to fight a ground war in Europe." und " präzisierte, dass die USA nicht "shoot our way to Berlin." (FN 13). Das galt auch für den Einsatz von nuklearen Waffen und er begründete es damit: "I don`t know how you can free anything with nuclear weapons." (FN 14).

    Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Kissinger zu Adenauer geschickt worden ist, nachdem der in Washington war, um ihm die Position der USA zu erklären. Leider geht er nicht inhaltlich darauf ein, was er im einzelnen Adenauer erklärt hatte.

    Die Situation ist allerdings etwas komplizierter. Seit 1955 bestanden Planungen, sofern W-Berlin isoliert werden sollte, mit zunehmendem militärischen Druck den Weg nach W-Berlin zu öffnen. In den Worten der Joint Chiefs of Staff "to use whatever degree of force may be necessary." (Gaddies. S. 141). Dulles bestätigte die Position der JCS im Februar 1959 gegenüber Adenauer. Allerdings machte er deutlich, "in which we obviously would not forego the use of nuclear weapons." (ebd.)

    "The German Chancellor, whose fondness for that city was never overwhelming, is said to have responded: "For God`s sake, not for Berlin."(FN168) (Gaddies, S. 141)

    Diese Passage der Antwort von Adenauer (FN 168) verweist auf Trachtenberg (S. 198, FN 101), in der auf David Klein, "the Foreign Service Officer, who served as interpreter at the meeting" (Trachtenberg, S. 198, FN 101).

    Trachtenberg faßt die Position von Adenauer zum Einsatz von A-Waffen dahingehend zusammen: "This was a question that Adenauer was never really to confront." (Trachtenberg, S. 198).

    Generell ist zusätzlich anzumerken, dass die BW sich 1961 noch in einer prekären Situation befand und nur als bedingt einsatzfähig für einen konventionellen Krieg eingeschätzt wurde. Dass sich Adenauer für eine "atomare Teilhabe" innerhalb der Nato ausgesprochen hatte, entsprang dem Wunsch, ein vollwertiger Partner innerhalb der Nato zu sein (Haftendorn: Sicherheit und Entspannung, S. 161 ff)

    Als Kennedy Präsident wurde, erkannte er, dass die einzige "StrategischePlanung", die Eisenhower hinterlassen hatte, darin bestand, im Rahmen der massiven Vergeltung die ca. 3000 US-Atomwaffen über sowjetischen Städten explodieren zu lassen (Gaddies: The Cold War, S. 79ff)

    McNamara erhielt daraufhin den Auftrag, eine Alternative zu erarbeiten, und legte 1962 eine Planung vor, die darauf abzielte, mit A-Waffen die gegnerischen Streitkräfte anzugreifen und nicht die Städte, die Formulierung der "no cities"-Strategie. Sie bildete den Ausgangspunkt für den Übergang zum "flexible response".

    Die parallele Diskussion über die Entscheidung der Nutzung von A-Waffen wurde in Europa primär im Rahmen der multilateralen NATO-Atomflotten (MLF) geführt. Dieses war jedoch auch eine Reaktion, die ca. 1963 von Seiten der USA erfolgte, um weiter Mitglieder davon abzuhalten, dem Beispiel Frankreich`s zu folgen. (vgl. dazu MGFA (Hg) Verteidigung im Bündnis. Planung, Aufbau und Bewährung der Bundeswehr 1950-1971, S. 175ff)

    Insgesamt kaum ein Thema, das entsprechend der Komplexität kaum geeignet ist, Adenauer als "Kriegstreiber" zu inszenieren. Eher war FJS dem Thema einer atomaren Bewaffnung der BW aufgeschlossen.

    Gaddis, John Lewis (1997): We Now Know. Rethinking Cold War History. Oxford, New York: Oxford University Press
    Kissinger, Henry (2011): Diplomacy. New York, N.Y.: Simon & Schuster.
    Trachtenberg, Marc (1991): History and strategy. Princeton, N.J.: Princeton University Press
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Mai 2020
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  8. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Und noch als Ergänzung zur Rolle der potentiellen "Bombe" die überarbeitete Diss. von Hanel. Er beleuchtet die "Atompolitik" in der BRD nach 1945 in der zivilen und der semi-militärischen Anwendbarkeit.

    Hanel, Tilmann (2015): Die Bombe als Option. Motive für den Aufbau einer atomtechnischen Infrastruktur in der Bundesrepublik bis 1963. 1. Auflage. Essen: Klartext Verlag.
     
  9. nefteta

    nefteta Neues Mitglied

    Gut, ich war so frei, Adenauers aggressive Außenpolitik beim Namen zu nennen, Die USA konnten kein Verständnis für einen Mann haben, der rd, 10 Jahre nach Kriegsende wieder von Massenvernichtung träumt. Wir können nur froh sein, dass diesem Mann nicht nachgegeben wurde, es auch !!! in der CCCP Leute gab, die ihnen reduzierten Es ist der CCCP mit ihrem erheblichem mil.Potential zu verdanken, dass die USA nicht ihre Weltbeherscherpläne umsetzen Andererseits unterschid sich Adenauer von seinem Vorgänger, chapeau.
    Sicher nicht zur Außenpolitik dieses Mannes gehörend, aber Adenauer war das,, was mit Fug ung Recht als Hochverräter bezeichnen kann, als er die Gunst der Stunde ausnutzend, seine katholische Rheinrepublik aus dem Staatsavwerband Preussens lösen wollte. Grundsätzliches Demokratisches war dem Mann suspekt, siehe Spiegelaffäire
     
  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    @nefteta: Leider merkt man Deinen substanzlosen Thesen zu schnell an, dass sie einzig und allein auf Krawall aus sind und aggressive Reaktionen provozieren sollen. Inhaltliche Nachfragen wurde von Dir alle nicht - halbwegs fundiert - beantwortet. Da muss man jetzt schon einen Nachlegen und Adenauer zum "Hochverräter" stilisieren. Bin mal gespannt, wie Du das noch steigerst.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Mai 2020
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  11. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Soso. Es ist der Sowjetunion zu verdanken, dass die Amerikaner Weltherrschaftspläne nicht umsetzen konnten und gerade weil die USA so finstere Weltherrschaftspläne hatten, wurde dem übermäßig aggressiven Adenauer nicht nachgegeben.
    Wie das zusammenpassen soll, frage ich lieber nicht.

    Ja, sah Hitler auch so. zu was macht dich das jetzt? So deiner eigenen Logik zum Thema "Nazi-Jargon" nach?

    Ah, und warum genau war es Hochverrat nicht zu Preußen gehören zu wollen?

    Nachdem du Stalin anderenorts in den Himmel gelobt hast, dürfte das ja kein Hindernis für eine positive Bewertung des Mannes sein, selbst wenn man das Statement ernst nehmen würde.
     
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