Allmachtsparadoxon

Dieses Thema im Forum "Religionsgeschichte" wurde erstellt von Abdur Rahman, 28. Juli 2010.

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  1. kalligraph

    kalligraph Neues Mitglied

    Das würde nur stimmen, wenn tatsächlich die menschliche Logik als Grundlage für alles anerkannt werden müßte, aber Gott geht in seienr Allmacht und Allwissenheit ja weit über die Logik und Erkenntnisfähigkeit des Menschen hinaus. :yes:

    Wieso? Dann muß Gott, obwohl weil er allmächtig ist, alles verhindern, was ein Mensch verhindern würde? Wer will Gott darauf festlegen, daß er menschliche Logik anzuwenden hat? Die Idee finde ich witzig. :D

    Die Katharer sind eine Abspaltung vom Christentum wie die Mormonen, aber eben durch ihren Dualismus theologisch eindeutig keine Christen mehr. So wie die Baha'i auch keine Muslime im engeren Sinne sind.

    Kann man doch durch die Dreifaltigkeit. Außerdem kann Gott das sicher durchaus, nur kann man das nicht in unserem Universum messen, was aber nichts beweist. Es kann duraus in unserem Universumn existent sein, uns aber nicht vermittelbar. Und? Kein echtes Problem, nur wieder eine atheistische Einengung.Das ist aber wirklich ein großes Thema. Ich fühle mich dadurch gar nicht zurück gedrängt. :D

    Nur, wenn man sich angeblich darauf einigen muß, daß man nur die Spielregeln der Atheisten anerkennt. Was man aber nicht muß. :yes:
    Aber das diskutiere ich lieber bei einer Tasse Kaffee oder Tee. Leider stelle ich immer wieder fest, daß ich für solche spannenden Diskussionen viel zu wenig Zeit für das Internet abzwacken kann.
     
  2. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Da steh ich auf dem Schlauch, kannst Du das bitte erklären? :winke:
     
  3. fingalo

    fingalo Aktives Mitglied

    In diesem Zusammenhang kommt man dann schnell zum Deus absconditus. Damit wird aber jede mögliche Verbindung zwischen Mensch (durch Gebet) und Gott (Offenbarung) abgeschnitten.

    Die Allmachtsparadoxien beruhen ja auf einem ganz bestimmten Begriff der Vorsilbe "All...".

    Ein Dreieck mit der Winkelsumme 180° ist so definiert, dass ein Dreieck mit anderer Winkelsumme nicht der Definition entspricht (obgleich es solche Dreiecke gibt und sie der Normalfall sind; denn die Definition setzt die Existenz einer Geraden voraus, die es in der Realität aber nicht gibt). Dieses Paradoxon ist so unsinnig, wie die Frage, ob Gott eine blaue Blume schaffen kann, die rot ist.

    Bleibt also der Stein, der so schwer ist, dass er ihn nicht heben kann. Hier hat es ebenfalls keinen Sinn, auf die überschießende Intelligenz Gottes abzuheben, da die Frage sich innerhalb des menschlichen Begriffsapparates bewegt und dort eingeschlossen ist. Um die Aufgabe zu lösen, müsste er sich ebenfalls in diesem Begriffsapparat bewegen.

    Es gibt ja noch das Paradoxon, ob Gott sündigen könne.

    Der Fehler liegt in der Vorstellung von "All...". Darunter wird nämlich in diesem Zusammenhang verstanden: Alles, was sich in Sprache durch Zusammenstellung auch sich ausschließender Vokabeln ausdrücken lässt. Viereckiger Kreis usw. Das ist mit "All..." nie gemeint gewesen.

    Es war - schan aus dem ursprünglich alttestamentarischen Kontext heraus - (jetzt bin ich wieder bei der Geschichte :fs:) immer nur "Macht über alles Existierende" gemeint, einschließlich, Mögliches aus dem Nichts Wirklichkeit werden zu lassen, wie die Genesis zeigt.

    Ein wichtiger Denker, der in diesen Zusammenhang gehört, aber nie genannt wird, ist Hans Jonas (1903-1993). In seinem Büchlein "Der Gottesbegriff nach Auschwitz" lehnt er die Allmacht Gottes ab. Damit wird die Paradoxienfrage automatisch obsolet.
     
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