Alteuropäische (?) Vokabeln in europ. IE-Sprachen

Dieses Thema im Forum "Historische Hilfswissenschaften mit Genealogie" wurde erstellt von Pope, 6. Februar 2007.

  1. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Lasset uns sammeln ...

    Wie wär's damit?

    1. Nhd. Land / Engl. land / Kelt. *landâ

    http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/cdrom/wbgui?lemid=GL00653
    http://www.etymonline.com/index.php?term=land

    2. Nhd. Gaul

    http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/cdrom/wbgui?lemid=GG02376
     
  2. Pope

    Pope Neues Mitglied

  3. Widukind

    Widukind Neues Mitglied

    Ich schätze mal, H a u s ist auch so ein Wort!
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wieso, kennst Du einen ähnlich lautenden Begriff für 'Haus' in einer nichtgermanischen Sprache? Für's Keltische habe ich nur das Walisische gefunden, dort heißt es . In der Romania heißt es casa, villa, domus etc. Im Polnischen kenne ich nur dom, was vermutlich aus dem Lateinischen kommt (aber da <d> und <t> eng zusammenhängen, könnte man denken, dass domus und vielleicht auf dasselbe Etymon zurückgehen). Bangla (ঘর ) kann ich leider nicht lesen.
     
  5. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    @ Pope


    Ich habe eine Verständnisfrage. Der Terminus "Alteuropäische Sprachen" umfasst im allgemeinen die so genannten "vorindoeuropäischen Sprachen". Meines Wissens sind sich die Sprachwissenschaftler aber vielfach nicht einig, ob ein bestimmter Begriff nun aus dem indoeuropäishen Sprachgut abzuleiten ist, oder aber den vorindoeuropäischen - also den "alteuropäischen" - Sprachen zuzurechnen ist. Insofern wird es uns schwerfallen, hier eindeutige Begriffe zu finden.
     
  6. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Also, das Fragezeichen im Titel ist natürlich Programm.

    Ich möchte gerne wissen, ob eine gemeinsame Wortwurzel z.B. im Lateinischen, Keltischen und Germanischen gleich als indoeuropäisches Wort definiert wird.

    Da Problem, das ich mit dem hypothetischen PIE habe ist, dass wohl so viel Energie in die Konstruktion dieser Ursprache gelegt wird, dass der Einfluss nicht-indoeuropäischer Sprachen bei der Entstehung unserer europäischen Sprachen zu kurz kommt. Was zum einen dazu führt, dass ein m.E. optimistisches PIE-Wörterbuch entsteht (d.h. man findet mehr Etymone*, als es tatsächlich gab), zum anderen wird der Werdegang der Wörter dazu verwendet eine konzentrische Darstellung der IE-Sprachen zu postulieren.

    In welchen Schemata der Entwicklung der IE-Sprachen hast Du mal den Einfluss der Finno-Ugrischen Sprachen explizit ausgewiesen gesehen? Die Fixierung auf die IE-Verwandtschaft gibt der U-Boot-Diskussion nach der "Urheimat" immer eine Schlagseite, und man dreht sich folglich im Kreis.

    Immer mehr (bio-)genetische Untersuchungen sagen, dass die Europäer seit 10.000 Jahren eine uniforme Bevölkerung darstellen, die sich hauptsächlich untereinander gemischt haben und nur Spurenelemente aus anderen Kontinenten aufweisen. Materiell-kulturell hingegen unterlag es stets dem Sog des östlichen Mittelmeeres, nahm die materiellen und ideelen Neuerungen auf und überformte sie zu einem eigenständigen Gebilde.

    Ich halte es für gänzlich undenkbar, dass bis auf Baskisch und Finno-Ugrisch keine sprachlichen Spuren dieses so fruchtbaren Europas geblieben sein sollen. Und zwar nicht nur in Ortsnamen, sondern eben auch innerhalb der "Kolonialsprachen".






    *fr. etymon, engl. cognate - gibt's da kein deutsches Wort??
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Etymönner :D







    ...oder einfach Etyma.


    Edit: Missverständnis meinerseits: ich dachte Du suchtest den Plural von Etymon. Dt. Entsprechungen von E. sind Grundwort oder Stammwort.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2007
  8. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Völlig einverstanden Pope! Aber ich sehe mich außerstande, vorindoropäische Wörter aus dem großen Topf herauszufischen, wo noch nicht einmal die Sprachwissenschaftler sich einig sind. Oder wie soll ich dich verstehen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2007
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Frage: wie dicht/flächdeckend war Europa denn vor der Ausbreitung der indoeuropäischen Sprachen denn nachweislich besiedelt?
     
  10. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

  11. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Das bringt uns hinsichtlich alteuropäischer Namen in diesem Thread nicht weiter, lynxxx.
     
  12. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Zur Ergänzung: russisch дом (sprich dom), tschechisch dům, kroatisch dom(a), serbisch дом (sprich dom) - anscheinend geht dies auf den ersten Blick also in slawischen Sprachen auf die gleiche Wurzel zurück.
    Aber dem ist nicht so, z.B. slowenisch hiša.
    Haus fällt demnach wirklich nicht in die hier angestrebte Wortsammlung...
     
  13. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Achso, ich dachte, dass vielleicht der Deutscher Sprachatlas, Adelung-Wörterbuch, Deutsches Wörterbuchs von Jacob und Wilhelm Grimm, Mittelhochdt. Wörterbücher, usw. interessant wären...

    sorry... Dieter :S
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2007
  14. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Zahlen zur Bevölkerungsdichte gibt's hier ... die lassen sich aber kaum auf ganz Europa übertragen:

    http://72.14.203.104/search?q=cache...olithikum"+millionen&hl=en&ct=clnk&cd=4&gl=de

    Grob vielleicht:

    500.000 um 6.000 v.Chr.
    1-2 Millionen um 5.000 v.Chr.
    2-3 Millionen um 4.000 v.Chr.
    4-6 Millionen um 3.000 v.Chr.
    8-10 Millionen um 2.000 v.Chr.
    12-15 Millionen um 1.000 v.Chr.
    20-25 Millionen um 500 v.Chr.

    Also ich würde davon ausgehen, dass wir bei der "Kurgan-These" von einer europäischen Vorbevölkerung von ca. 5-10 Millionen ausgehen können, die sich aber sehr unterschiedlich über den Raum verteilte.
     
  15. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Vielleicht kommt ja einer und sagt: "Da ist ein Buch darüber. Hier ist ein Link dazu."

    Dann wäre ich froh und wir können darüber reden, was uns die nicht-IE-Etymone sagen. Bis dahin sammele ich etymologisch unerklärliche Wörter. :)
     
  16. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Von einem Bekannten, der aus dem Iran stammt, habe ich zufällig erfahren, dass "Tochter" auf persisch "Dochtar" heißt. Im russischen heißt es "dotsch".

    Das hängt ja auch irgendwie zusammen. In den romanischen Sprachen dagegen ist das Wort vom lateinischen "filia" abgeleitet (nur im spanischen heißt es "hija").

    Ich habe mal in einem von Popes Links nachgesehen, dort heißt es über "Tochter":

    (Uni Trier)


    Also: "Tochter" ist ein "urindogermanisches Wort".
     
  17. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich hätte mich fast verlesen bei diesem Wort.

    Nimm es mir nicht für Übel, wie gesagt, ich lerne gerne hier.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2007
  18. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Das ist wie der Urinstinkt. Eine gefährliche Falle für Nachrichtensprecher.
     
  19. hyokkose

    hyokkose Gast


    Auch "hija" kommt von "filia"; anlautendes (vulgär)lateinisches "f" wird im Spanischen regelmäßig zu "h":

    fungus -> hongo
    facienda -> hacienda
    formosus -> hermoso
    ferrum -> hierro
    etc. etc.

    http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_the_Spanish_language
     
  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ja, das ist der angenommene baskische Einfluss (weil die Basken angeblich kein [f] sprechen können, und weil sich diese f > h Entwicklung ausgerechnet in zwei Sprachen der Romania vollzogen hat, die sich in direkter Nachbarschaft zum Baskischen entwickelten: dem Kastilischen und dem Gascognischen (Worin Baskisch noch drin steckt!)

    Hyokkose hat im Übrigen ein Wort vergessen, welches allen ein seiner allgemeinromanischen Ausprägung bekannt ist: forno. Nur im Spanischen ist es horno.
     

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