Arminius

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Altertum" wurde erstellt von PostmodernAtheist, 2. Oktober 2021.

  1. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Letztlich so lange, bis es kein Vorfeld mehr gab, das man sichern musste. Das war ja das Problem: Eroberte man ein Territorium, um das bisher Gehaltene zu sichern, gab es jenseits des neuen Territoriums oft wieder Völkerschaften, die Probleme machten oder potentiell machen konnten, sodass man auch dieses Vorfeld sichern "musste". Fertig war man letztlich erst, wenn man an ein Meer (ohne gegenüberliegende Küste) stieß. Exemplarisch Italien: Zuerst "mussten" die Römer die Gallier in der Poebene unterwerfen, weil sie im Laufe der Zeit immer wieder nach Süden vordrangen, dann die Ligurer, und schließlich die Alpenstämme, die immer wieder mal nach Gallia Cisalpina vordrangen.

    Ich verstehe nicht, was Du damit sagen möchtest. Bezweifelst Du die Einfälle etwa der Sugambrer und die "Clades Lolliana"?

    Vor der Varusschlacht hielt man das römisch besetzte Germanien schon für weitgehend befriedet, es musste also nicht mehr unterworfen werden.

    Im 1. Jhdt. n. Chr. wurden die meisten Klientelstaaten in Provinzen umgewandelt. Ausgenommen waren im Wesentlichen nur das Bosporanische Reich sowie Armenien (das mal unter römischer, mal unter parthischer Vorherrschaft stand). Also auch dort, wo es eigentlich einigermaßen brauchbare staatliche bzw. Herrschafts-Strukturen gab, wurde das Konzept der indirekten Herrschaft über Klientelstaaten großteils zugunsten einer direkten Herrschaft aufgegeben. Die Kontrolle "verbündeter" Staaten und Fürsten zur Vorfeldsicherung hatte aus römischer Sicht also anscheinend weitgehend ausgedient. Dass man es in Germanien dennoch (mittels Klientelfürsten) versuchte, scheint eher eine Verlegenheitslösung gewesen zu sein, weil es mit der direkten Herrschaft nicht (mit aus Tiberius' Sicht akzeptablem Ressourceneinsatz) geklappt hatte.
     
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