Dieter
Premiummitglied
Wann hat sich denn eine "Neuauflage" der attischen Demokratie durchgesetzt?
Im 20. Jahrhundert.
Das meinte ich wenn ich oben sagte: "Dass sich eine Demokratie nach attischem Muster über 2000 Jahre nicht durchsetzen konnte ..."
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Wann hat sich denn eine "Neuauflage" der attischen Demokratie durchgesetzt?
Kann es sein, dass Du da etwas durcheinanderbringst? Die Latiner hatten zu Caesars Zeiten doch schon längst das römische Bürgerrecht. Caesar verlieh aber Sizilien das Latinerrecht, was Cicero (obwohl er sich, seit er als Quaestor auf Sizilien gedient hatte und seit dem Prozess gegen Verres, als eine Art Patron Siziliens betrachtete) ablehnte. (Marcus Antonius verlieh den Sizilianern nach Caesars Ermordung sogar das römische Bürgerrecht, was aber bald wieder rückgängig gemacht wurde.)Cicero war fest überzeugt von der Senatsherrschaft auch wenn er selber nur ein Secondo war. Er war gegen die Erteilung des römischen Bürgerrechts an einige Latiner durch Caesar.
Der Unterschied ist aber der, dass in Athen alle nach damaligem Verständnis für eine politische Betätigung in Frage kommenden Personen (= freie Männer mit Vollbürgerschaft) zumindest aktiv gleich wahl- und stimmberechtigt waren. In Rom hingegen gab es auch unter den nach damaligem Verständnis für eine politische Betätigung in Frage kommenden Personen (= freie Männer mit römischem Bürgerrecht) Abstufungen, z. B. in den Centuriatscomitien mit ihrem Klassenwahlrecht.Bei 35 000 oder max 20% der erwachsenen Einwohner als Wahlvolk , Vater und Mutter mußten Athener sein, damit man das Bürgerrecht hatte, ist von Volksherrschaft im weitesten Sinn nicht zu sprechen. Man könnte da auch von einer erweiterten Aristokratie reden, da nur die "edlen " Athener, die mit Geburtsrecht seit Generationen, Wahl bzw Losberechtigt waren. Am Ende hatten ja nur die Athener, die stadtnah wohnten und die noch dazu durch ihre Vorfahren Athener waren, überhaupt die Möglichkeit, politisch aktiv zu sein.
Alles eine Frage der Definition. Definiere ich die römische Nobilitas als Bürger mit vollem Bürgerrecht, dann ist auch Rom eine klassische Demokratie.
Ich sehe den Unterschied anders.
In Rom hatten Leute ein "teilweises " Bürgerrecht, was es in Athen nicht gab.
Nur die Nobilitas hatte das volle Bürgerecht (passives und aktives Wahlrecht), und zu diesem Kreis gehörten sogar in der Frühzeit zugezogene Fremde (einige angeblich etruskische Familien)
In Athen fast eine Unmöglichkeit. Hier hatte die Mehrheit der Bewohner eben überhaupt kein Bürgerrecht, auch wenn es sich um Freie handelte.
Zu Dieters Ausführungen möchte ich noch ergänzen, dass "Nobilitas" kein Rechtsbegriff ist, sondern eine informelle Bezeichnung (wie "Oberschicht" etc.) - obendrein eine, die eher von der modernen Geschichtsschreibung verwendet wird als von den Römern selbst.* Schon daraus ergibt sich, dass mit der Zugehörigkeit zur Nobilitas keine besonderen Bürgervorrechte verknüpft gewesen sein konnten. Rechtlich bedeutsam war stattdessen die Unterscheidung zwischen Patriziern und Plebejern - das blieb sie auch nach Ende der Ständekämpfe, weil nur Plebejer am concilium plebis teilnehmen durften und nur sie das aktive und passive Wahlrecht für die Volkstribunen und die plebejischen Aedilen hatten, während den Patriziern bestimmte Priesterposten vorbehalten blieben. Unterschiede im Bürgerrecht als solchem waren damit aber nicht verknüpft, außerdem konnten sowohl Patrizier als auch Plebejer zur "Nobilitas" gehören. Dazu kommt noch die Einstufung in verschiedene Centurien (für die Comitia Centuriata) und die Zugehörigkeit zu verschiedenen Curien (für die Comitia curiata) und Tribus (für die Comitia tributa). Beim Bürgerrecht selbst ist aber nur, wie von Dieter bereits erwähnt, zwischen dem vollen Bürgerrecht und dem Bürgerrecht sine suffragio zu unterscheiden.In Rom hatten Leute ein "teilweises " Bürgerrecht, was es in Athen nicht gab.
Nur die Nobilitas hatte das volle Bürgerecht (passives und aktives Wahlrecht), und zu diesem Kreis gehörten sogar in der Frühzeit zugezogene Fremde (einige angeblich etruskische Familien)
Naja, und dem Bedeutungswandel des Begriffs "Demokratie". Die attische Form von Demokratie unterscheidet sich ja denn doch von unserer Auffassung, das z.B. Volksvertreter gewählt werden ...
Was ich eigentlich verdeutlichen will, es gibt eben auch noch andere Stammesgesellschaften ,-und die attische Gesellschaft ist eine-, die im heutigen Sinne z.T. demokratisch organisiert waren.
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