Auswirkungen der geografischen Lage auf Handel, Wandel, Grenzen, Kontakte

Dieses Thema im Forum "Wirtschaftsgeschichte" wurde erstellt von rena8, 11. Januar 2009.

  1. Robe

    Robe Gesperrt

    Das Öl geschäft oder Solarparks. Was vorher die Wirtschaftlichen gemeinsamkeiten waren weiß ich nicht so. Wenn ich so an orientalische Filme denke dann waren da noch Menschenhandel und Rohstoffhandel. Aber ansonsten?
     
  2. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

  3. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Da ist vielleicht die Seidenstraße ein Beispiel. Sie überwand so ziemlich alles, was es an Hindernissen zu Land gibt. Wenn die Handelsspanne zwischen A und B groß genug ist, dann findet sich ein Weg.
    Die Waräger nutzten die Flüsse der Ostslaven, wobei sie ihre Boote, um von einem Fluss zum anderen zu geraten oder Stromschnellen zu umgehen, auch über Land ziehen mussten. Später entstand daraus der Rus und Kiew entwickelte sich um das Jahr 1000 zur bevölkerungsreichsten Stadt Europas. Großfürst Wladimir I. heiratet sogar die byzantinische Prinzessin Anna, um die sich der Ottone, Otto III., vergeblich bewarb.
    Den Mongolensturm hielten z.B. die riesigen Ströme Russlands dagegen nicht auf. Wenn Flüsse Grenzen sind, dann, glaube ich, eher gedachte.
     
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  4. Molinarius

    Molinarius Neues Mitglied

    Ein Fluss ist zwar bekanntermaßen kein unüberwindliches Hindernis,kann aber das Vorrücken des Gegners verzögern und somit einen Vorteil in die Hände des Gegners spielen (z.B. wenn in dieser "herausgezögerten" Zeit Verstärkungen eintreffen).
     
  5. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Taktisch gesehen stimme ich Dir zu. Innerhalb einer Schlacht z.B. kann so ein Fluss als Hinderniss oder Falle genutz werden. Wie 1378 die Schlacht an der Wosha, in der die Tataren, durch einen Hügel und den Fluss behindert, gegen die Russen unter Dimitri Donskoj verloren.
    Um wirklich als Hinderniss zu fungieren, müssen sich beide Heere an einem Fluss gegenüber stehen. Das kann man aber durch vorherige Aufklärung verhindern. Meistens war man ohnehin auf eine offene Feldschlacht aus, außer man war sich seiner Unterlegenheit bewusst. Dann allerdings könnte sich der Stärkere aufteilen, oder an einer Furt den Übergang erzwingen.

    Mich würde aber tatsächlich interessieren, ob es einen Fall gibt, wo die Invasion eines Landes durch einen Fluss verhindert wurde.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Cäsar beschreibt im Gallischen Krieg, wie er einen keltischen Stamm, der parallel zu ihm am gegenüberliegenden Flussufer entlang zog, um ihn am Übersetzen zu hindern, austricksen musste, um den Fluss zu überqueren.
     
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  7. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Die alte DNA bringt mich heute auf neue Aspekte zu alten Lieblingsthemen.
    Zitat aus http://webdoc.sub.gwdg.de/diss/2008/fehren_schmitz/fehren_schmitz.pdf
    Ich frage mich, ob es solche oder andere selektive Anpassungen in anderen Gebirgslagen auch gibt und wie sich das auf die aktuell für die Abstammung- und Wanderungsinterpretationen so gern bemühten Haplogruppen auswirkt.
    Alpen, Pyrenäen, Kaukasus sind nicht ganz so hoch wie die Anden, eine relative Anpassung durch Selektion wäre vielleicht trotzdem möglich, wenn die höheren europäischen Lagen so durchgehend besiedelt gewesen wären, wie die amerikanischen. :confused:

    OT: Ganz vielleicht und hochspekulativ wäre das theoretisch eine Erklärung für "unsere geliebten Basken", wenn diese gentechnisch vom Rest Europas abweichen würden, was bei den Haplogruppen nicht zutrifft.
    Ist eine isolierte Sprache vielleicht ein Selektionshinweis? Dazu bräuchte man Ergebnisse von alter DNA aus der Gegend und einige Vergleichsproben aus den Hochlagen der Pyrenäen aus verschiedenen Zeitabschnitten. Außerdem wäre zu beweisen, dass die Hochlagen kontinuierlich besiedelt gewesen wären und zwar in http://www.geschichtsforum.de/f22/i...er-wirklichkeit-21353/index16.html#post607871
     
  8. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Zitat ursi aus http://www.geschichtsforum.de/620583-post58.html
    Bis jetzt habe ich mit zeit- und gebietsübergreifenden Themen im GF noch keine guten Erfahrungen gemacht. Aus Anlaß zweier parallel laufender Diskussionen möchte ich aber erneut versuchen, eine Diskussion über die Auswirkungen von Gebirgen und Hochlagen anzustoßen.

    Ich würde gern untersuchen, ob es Parallelen in der Geschichte zwischen den alpinen Gebirgen / Hochebenen gibt und zwar durch Vergleich einerseits der Alpen und andererseits des viel größeren Gebiets Kaukasus mit anatolischem und iranischem Hochland. Letzteres beschäftigt uns in regelmäßigen Abständen, zur Zeit in http://www.geschichtsforum.de/f26/parthische-sprache-schrift-40953/

    Einige Erkenntnisse über die Alpen und die Veränderungen der Besiedlungsdichte wurden oben zitiert.

    Ich bin noch unsicher, welche Vergleichskriterien zu sinnvollen Aussagen führen. Ein erster Ansatz wäre evtl. das Ausstrahlen und die Anziehungskraft einer benachbarten Hochkultur, die über eine bessere geografische Ausstattung verfügte.
    Für die Alpen wären die keltische Kultur und vor allem das römische Imperium zu nennen. Für spätere Zeiten warte ich lieber auf eure Vorschläge.
    Sumer und die folgenden assyrischen und babylonischen Reiche zogen unzweifelhaft über Jahrtausende die Menschen aus dem anatolischen und iranischen Bergland an.

    Weitere Kriterien für die Suche nach Parallelen wären die Sprachen und die Handelswege. Fallen euch weitere ein?
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Dezember 2011

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