Caeliusstein

. In Filmen suchen Sklaven immer schnell das Weite, wenn sie freigelassen wurden! ;)
Ich stelle mir das so vor, dass es eben durchaus auch vertrauensvolle Beziehungen zwischen Eigentümer und Sklave geben konnte.

Gerade die Tatsache der Freilassung selbst spricht ja für ein gutes zwischenmenschliches Verhältnis.'
 
Ich stelle mir das so vor, dass es eben durchaus auch vertrauensvolle Beziehungen zwischen Eigentümer und Sklave geben konnte.

Gerade die Tatsache der Freilassung selbst spricht ja für ein gutes zwischenmenschliches Verhältnis.'
Das ist natürlich nicht von der Hand zu weisen.
Es hat sich halt so in meine Vorstellung eingegraben, dass Freigelassene ihrer Wege gehen und durch neue Sklaven ersetzt werden.
 
Weil sie seine "Angehörigen" waren? Wenn auf einem Grabstein neben dem Verstorbenen weitere Personen (z.B. Frau und Kinder) abgebildet und genannt waren, bedeutet das zwangsläufig, dass alle zusammen mit der verstorbenen Person, der der Grabstein galt, oder vor ihr starben? Oder konnten Angehörige auch schon auf "Vorrat" mitgenannt werden?

Im Übrigen war das nur ein Gedanke. Nicht dass ich mich darauf versteifen möchte.
Also der Bruder lässt einen Stein erstellen, um darauf die liberti als Trauernde darzustellen, aber sich selbst (und etwaige weitere Familienangehörige) nicht?
 
Weil Publius ja vermutlich sein eigenes Grabmal hatte, auf dem er sich und seine Familie darstellen ließ. Auf dem Grabmal des Marcus ließ er nur dessen Anhang darstellen.
Aber noch einmal: Ich behaupte ja gar nicht, dass es so war, nicht einmal, dass das die wahrscheinlichste Variante war. Ich sehe das nur als Möglichkeit.
Es hat sich halt so in meine Vorstellung eingegraben, dass Freigelassene ihrer Wege gehen und durch neue Sklaven ersetzt werden.
Freigelassene standen in einem Klientel-Verhältnis zu ihrem ehemaligen Eigentümer (nunmehr Patron).
 
Zuletzt bearbeitet:
Es wäre bei einem römischen Grabstein oder auch auf einen Kenotaph sehr unüblich, den finanziellen Errichter solch einer Stätte abzubilden. Blättert mal die Buchserie "Die Römer in ..." durch. Da gibt es sehr viele Beispiele von solchen Steinen. Da gibt es vielleicht Ausnahmen, in der großen Masse werden nur die Toten und dessen "Beritt" dargestellt. Ein römischer Alenführer ist dann mit einem Sklaven zu sehen, der das Pferd hält. Ob der Sklave nun schon tot war oder noch lebte, war für die Darstellung unerheblich. Der römische Offizier wurde in seiner Funktion gezeigt. Und ein so hoher Offizier wird seinen Gaul nicht selbst gestriegelt haben. Auch sehr unwahrscheinlich ist, dass der Sklave den Stein beauftragt hat. Das Begräbnis zu bezahlen und den Grabstein zu beschaffen, war eine gesellschaftliche Pflicht der Erben. Zudem dürfte in damaliger Zeit auch noch eine tiefere religiöse Vorstellung bei der Totenehrung geherrscht haben als heutzutage.

Die Freilassung eines Sklaven war nichts finales. Ein freigelassener Sklave blieb seinen bisherigen Herrn verbunden. Wie fast immer, habe ich die entsprechende Literatur in der Wohnung, in der ich gerade nicht bin. Wenn ich mich richtig erinnere, gehörte er weiterhin zur Familie des früheren Herrn. Wobei hier der Begriff Patronat besser ist. Der Freigelassene war zur morgendlichen Aufwartung bei seinem früheren Herrn rechtlich verpflichtet. Dabei wurden diese Klienten im Atrium empfangen. Dann konnte ihm der frühere Herr Aufträge erteilen "bring diese Wachstafel zu dem Arzt Lucius Iulius Euthemus"). Freigelassener war so toll nicht. Besonders, wenn man einen älteren oder kränklichen Sklaven die Freiheit schenkte.

Patronat (Römer) – Wikipedia
 
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