Das Berliner Olympiastadion und die NS-Archtektur im Kontext ihrer Zeit

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Divico, 5. März 2020.

  1. Mashenka

    Mashenka Aktives Mitglied

    Das hab ich mich auch schon gefragt… Aus meiner Sicht gibt es viele Parallelen zur US-amerikanischen Architektur jener Zeit, weshalb ich (im Gegensatz zu deutschen Theorien) den Stil generell dem Art déco zuordne, dem der Monumentalismus und das Streben nach langen Linien durchaus eigen war. Das Art déco ist schließlich nicht viel mehr als ein stark reduzierter Klassizismus, reduziert durch den Wunsch nach (noch) mehr Ordnung und nach Tempo bei der Errichtung (Machbarkeit). Klar, dass solche Vergleiche politisch unbequem sind. Andererseits aber, warum sollte der Geschmack der Nazis so eigenständig gewesen sein? War er nicht.
     
    pelzer gefällt das.
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Natürlich ist die faschistische Architektur - man muss ja nicht nur nach Dtld. schauen, auch das Foro Italico und die EUR gehören in diesen Kontext - nicht aus der Zeit gefallen. Aber sie übertreibt doch ins Megalomanische. Sie ist nicht Selbstzweck, der Mensch soll sich klein fühlen.
     
  3. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Man findet dazu erstaunlich wenig im Netz, aber zum Beispiel hier:

    https://books.google.de/books?id=9D...ved=0ahUKEwiLipqB-ofoAhVEilwKHaaADX8Q6AEIKTAA

    https://www.fotocommunity.de/photo/das-olympiastadion-berlin-olaf-hofmann/42799352

    Der Architekt des Berliner Olympiastadion, Werner March, wollte dem Gebäude ursprünglich eine moderne Glasfassade spendieren, doch man wollte Bauwerke, die an die Antike erinnern.

    https://www.freudenthal.biz/berlin/olympiastadion/

    Die eher filigranen Glasfassaden aus Marchs Plänen passten nicht in das nationalsozialistische Bild.
     
  4. Divico

    Divico Aktives Mitglied

    Der Nordische Klassizismus sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.
     
  5. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Zwei bis drei kleine Randbemerkungen.

    Die Errichtung des Olympia Stadions - mit einer Fassungskapazität von ca. 80.000 - war im Vergleich zum Deutschen Stadion - geplant für ca. 400.000 Zuschauer - relative klein.

    Hitler gratulierte Speer am Tag der Grundsteinlegung - 9.9. 1937 -, dass dieser Tag der größte in seinem Leben (also von Speer) wäre.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Stadion_(Nürnberg)

    Interessant ist in diesem Kontext die hegemoniale Vorstellung von Hitler. Im Frühjahr 1937 - also kurz nach den Olympischen Spielen in Berlin - informiermierte Speer Hitler, dass die Größe der Sportanlagen nicht mit den Vorgaben durch das Olympische Komitee übereinstimmen würde.

    Darauf hätte Hitler geantwortet, dass die näcgsten Olympischen Spiele 1940 in Tokyo stattfinden würden und danach würden sie für immer in Deutschland stattfinden (Speer, S. 84, zitiert in Ulrich, Pos. 12217). Die Fertigstellung war für 1945 zum Reichsparteitag geplant.

    Diese Vorstellung über die funktionale Bedeutung von imperialer Architektur hatte u.a. Thies (Hitler`s Plans for Global Domination) aufbereitet. Diese Sicht, dass durch gigantische Bauten, noch nach hunderten von Jahren ein Hinweis auf das "Tausendjährige Reich" erhalten bleiben sollte, wurde in der sogenannten "Ruinenwerttheorie" ausformuliert (vgl. z.B. auch PRORA)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ruinenwerttheorie

    Eine "Kostprobe" seiner Vorstellungen von Architektur als imperiale Machtprojektion hatte Hitler in seinen Tischgesprächen (12.04.142 Nachmittags in der Wolfsschanze) zum Bau des Olympia Stadions formuliert.

    Zunächst hätte man ihm vom Reichsinnenministerium zwei Projekte vorgestellt, die 1,1 Mio bzw. 1,4 Mio in der Finanzierung kosten sollten. Hitler kritierte die Vorschläge, da sie die Chance zur - angemessenen - Darstellung des "3. Reichs" nicht erkannt hätten. Im Gegenzug legte er - Hitler - eine Budgetzuweisung von 28 Mio als erste Zahlung fest. Und im endgültigen Zustand hätte es dann ca. 77 Mio gekostet. Gleichzeitig wurden durch die Olympischen Spiele ca. 500 Mio als Devisen erwirtschaftet.

    Diese Erfahrung, dass man nicht "kleckern", sondern "klotzen" müsse, bezog er aus der historischen Figur Wallenstein und bezog sich auf FdG und seiner Ignoranz gegenüber den Kosten von Sanssouci. Und übertrug sie als generalsierungsfähige Erfahrung auf die Dimension von Rüstungsprojekten.

    In diesem Kontext hatte Architektur einen extrem hohen Stellenwert für das "3. Reich" und die Wahl von Hitler eines jugendlichen Speer - so die Begründung von Hitler - war sehr bewußt, da Speer nach dem Tode von Hitler der Verantwortliche gewesen wäre, das architektonische Vermächtnis zu vollenden.

    Picker, Henry (2009): Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier. 2. Aufl. [Berlin]: Propyläen.
    Speer, Albert (2013): Erinnerungen. 5. Aufl. Berlin: Ullstein (Ullstein, 36732).
    Ullrich, Volker; Hitler, Adolf (2013): Adolf Hitler. Band 1: die Jahre des Aufstiegs 1889-1939 ; Biographie. Frankfurt am Main: S. Fischer.

    Interessante Hinweise zu diesem Aspekt finden sich natürlich auch bei Brechtken und Kitchen, die vielleicht in zukünftigen Beiträgen noch zu erwähnen wären. Auch um die eine oder andere idiosynkratischen Einordnung der NS-Architektur ein wenig zu korrigieren.

    Brechtken, Magnus (2018): Albert Speer. Eine deutsche Karriere. München: Pantheon; Verlagsgruppe Random House.
    Kitchen, Martin (2017): Speer. Hitler's architect. New Haven: Yale University Press.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. März 2020
  6. Mashenka

    Mashenka Aktives Mitglied

    Danke für den Hinweis. Muss zugeben, dass mir der Ausdruck "Nordischer Klassizismus" (jedenfalls in diesem Zusammenhang) nie begegnet war. Über den Sinn solcher Einordnungen, Abgrenzungen und Benennungen ließe sich streiten… Eigentlich gehört ja stilistisch auch das Palais des Nations in Genf in die gleiche Kategorie wie das Berliner Olympiastadion.
     
    Divico gefällt das.
  7. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Es gibt aber ein interessantes Buch:
    Der Briefwechsel zwischen Carl Diem und Werner March - "Unsere gemeinsam gelöste Lebensaufgabe", bearbeitet von Karl Lennartz und Thomas Schmidt, Sankt Augustin 2002

    Carl Diem, Generalsekretär des Organisationskomitees für die XI. Olympiade Berlin 1936, hat über viele Jahre mit Werner March eng zusammengearbeitet. Aus dieser Zeit gibt es leider nur wenige Briefe, weil sich die beiden regelmäßig trafen.
    In dem Buch ist auch der Vertrag zwischen dem Reichsfiskus und dem Architekten Werner March vom 24.4.1934 abgedruckt. Ich zitiere daraus:

    Beim Grunewald-Stadion hat Herr March in den Jahren 1927-31 mehrere Vorentwürfe für den DRA. [Deutscher Reichsausschuß für Leibesübungen] aufgestellt und diesem im September 1932 ein abschließendes erstes Vorprojekt vorgelegt, für das er vereinbarungsgemäß vom DRA. 12 000 RM erhalten hat. Für einen zweiten Entwurf zum Stadionbau, abschließend mit 3 900 000 RM Baukosten, der im September 1933 dem Reichsfiskus als künftigem Rechtsnachfolger des DRA. übergeben wurde, aber auch nicht zur Ausführung kommen konnte, hat Herr March von DRA. bisher 15 000 RM erhalten.


    Der Herr Reichskanzler hat in einer ab 5. Oktober 1933 durchgeführten Ortsbesichtigung zur tatkräftigen Förderung des gesamten deutschen Sports und im Hinblick auf die im Jahre 1936 in Berlin stattfindenden XI. Olympiade angeordnet, daß das Sportforum und das Grunewald-Stadion mit erheblich erweitertem Programm aus Reichsmitteln ausgebaut werden sollen. Die Ausarbeitung der neuen Entwürfe für Sportforum und Stadion ist durch den Herrn Reichskanzler ebenfalls dem Architekten Werner March übertragen worden.

    [Für das neue Projekt wurde nunmehr eine Bausumme von insgesamt 14 500 000 RM veranschlagt]​

    Der Briefwechsel stammt größtenteils aus den Jahren ab 1945. Man kann daraus ersehen, wie Diem und March ihre "gemeinsam gelöste große Lebensaufgabe" in späteren Jahren sahen.

    1952 erschien in der "Fachpresse", in einem ungenannten "kleinen Blättchen" ein kritischer Artikel, der dem Brief leider nicht mehr beiliegt.

    March an Diem, 14.11.1952:
    Zu dem anliegenden wenig erfreulichen Artikel hätte ich gern Ihre Meinung hinsichtlich des überholten Raumprogramms gehört. Über die technischen Nöte will ich mich in Berlin selbst informieren und werde Ihnen gelegentlich darüber berichten.

    Diem an March, 15.11.1952:
    Ich kann nur sagen, wenn ich noch einmal aufgefordert würde, das Programm für ein neues Reichssportfeld zu machen, es würde haargenau so aussehen, wie das vergangene, aber bis heute ist nirgendwo ein Bedürfnis nach größeren Anlagen vorhanden. Es kommen natürlich Veranstaltungen vor, bei denen statt 100 000 auch 120 000 Zuschauer erscheinen würden, man hätte aber dann für die übrigen Zeit entsprechende Lücken und außerdem höhere Unterhaltungskosten. Wie leichtfertig solche Aufsätze geschrieben werden, sehe ich aus dem Satz 'architektonisch liegt es in der Auffssung der nationalsozialistischen Gestaltungsart'. Wir beide wissen, daß wir uns gerade davon abgesetzt und mit List und Tücke den Einfluß verhindert haben.
    Gegen Pläne, das Stadion zu überdachen oder mit großen Beleuchtungsmasten zu versehen, wehrten sich March und Diem gemeinschaftlich. Ein solcher Plan konnte 1961 verhindert werden.

    March an Diem 25.1.1961:
    Sie wissen, wie dankbar ich Ihnen stets gewesen bin, dass Sie sowohl bei der Bedachung als auch in der Frage der Vermeidung der Beleuchtungstürme durch Ihre lebhafte Fürsprache geholfen haben, dass der naturverbundene und organisch reine Charakter unseres Stadions erhalten blieb, und es seine Klarheit und Schönheit wesentlich dem Verzicht auf technische Apparaturen verdankt.
    Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie der Bundesbaudirektion, z.Hd. Herrn Baudirektor Fulge, Berlin-Charlottenburg, Fasanenstrasse, ein Schreiben senden würden, in dem Sie sich lebhaft für die Beibehaltung der bisherigen Beleuchtungsanlage einsetzen.
    [...]
    Ich selbst beabsichtige, mich lebhaft gegen die Errichtung von vier hohen Pylonen auszusprechen, die unvermeidlich den Masstab des Bauwerks und insbesondere auch der mit ihm verbundenen Türme zerstören würde.

    Diem an Baudirektor Fulge, 2.2.1961
    Mein alter Freund und Kampfgenosse Professor Werner March schreibt mir recht traurig, daß Bestrebungen bestünden, die Beleuchtungsanlage des Olympiastadions durch 4 50 m hohe Masten zu ersetzen. Man hat dies auch im hiesigen Stadion getan und, obwohl ich nun schon seit langem hier residiere, kann ich mich an den scheußlichen Anblick nicht gewöhnen.
    [...]
    Ich darf mir ein Urteil erlauben. Ich kenne so ziemlich alle großen Kampfbahnen der Welt. Davon ist das Olympiastadion zu Berlin und das Reichssportfeld die edelste und - vom Corbusier-Haus abgesehen, die am wenigsten gestörte. Überall anderswo drückt sich der Geschäftsgeist unserer Zeit in jämmerlicher Weise aus und erstickt den Adel der Baukunst.
    Ich möchte Sie bitten, Ihren Einfluß gegen dieses Projekt geltend zu machen, das ja nichts anderes als ein vermeintliches Zuschauergeschäft anstrebt.

    March an Diem, 9.8.1961
    Wie dankbar müssen wir also sein, daß 1933 - 1936 ein so aufnahmebereiter Boden für Ihre Forschungen und Ideen uns vom Schicksal geschenkt war, und daß damals sonderbarliche [?] Gestalt gewinnen durfte, mit dem wir einmal vor späteren Generationen bestehen können, ob mit parteilichem Rufen oder nicht, ist doch ganz gleichgültig.
    [...]
    Die 4 50 m hohen Beleuchtungsmaste, die Frau Ella Kay um unser Stadion forderte, sind gottlob vom Programm abgesetzt.

    March (Kondolenzschreiben an Frau Diem), 18.12.1962
    Tief bewegt erfahre ich aus der heutigen Morgenzeitung die Nachricht vom Tode Karl Diems meines verehrten Freunds und steten Förderers. Er war für mich als dem Baumeister im Sportforum und später im Reichssportfeld der nie zu entbehrende ideale Bauherr und geistige Initiator.
    [...]
    So hat er sich und dem olympischen Geist in den Berliner Bauten ein Denkmal gesetzt, das sich von den übrigen Sportanlagen der Welt unterscheidet und in Generationen fortwirken wird.
     
    flavius-sterius und silesia gefällt das.
  8. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Dieser Punkt ist zentral für das Verständnis der Architektur im NS-System. Es war der von Hitler formulierte Anspruch, dass die Bauten aus der Periode des Hitler`schen "3. Reichs" eine "Traditionsbrücke" bilden sollten, die als "ewige Zeugnisse" auf diese Periode verweisen würden, analog den Großbauten früherer Kulturen, wie beispielsweise der Römer. (Speer, S. 68ff).

    Um Hitler diesen Gedankengang der "Ruinenwerttheorie" - bereits 1934 !!!! - zu verdeutlichen, ließ Speer Zeichnungen anfertigen, wie die große Tribüne des Zeppelinfeldes nach einem jahrhundertelangen Verfall noch aussehen würde. Sie wäre immernoch ein deutlich wahrnehmbarer Punkt in der Landschaft und würde ihre Rolle als "Traditionsbrücke" in die Vergangenheit erfüllen können.

    Die ersten konkreten Planungen zur Umsetzung dieses Anspruch erfolgten im Rahmen der Planungen für das Reichsparteitagsgeländes. Der Gigantomanismus verdeutlicht sich am "Großen Stadion" in Nürnberg, das ca 8,5 Mio Kubikmeter umfaßte, im Vergleich die Cheopspyramide 2,6 Mio Kubikmeter (ebd. S. 81).

    Als Kosten wurden ca. 200 bis 250 Mio Mark veranschlagt - also die ca. dreifache Summe wie für das Olympia Stadion in Berlin - und das, so Hitler, entspräche ungefähr den Kosten für zwei Schlachtschiffe (Bismarck-Typ). (ebd. S.82). Und wäre somit eine angemessene Summe für eine "Traditionsbrücke".

    Speer, Albert (2013): Erinnerungen. 5. Aufl. Berlin: Ullstein
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. März 2020
    hatl, Riothamus und El Quijote gefällt das.
  9. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Ein anderes Projekt hatte parallel zu de Ausrichtung der Olympischen Spiele ebenfalls eine hohe Außenwirkung. Die französische Regierung hatte, so Brechtken (S. 77ff), das NS-Regime am 22.12. 1934 zur Weltausstellung in Paris im Jahr 1937 eingeladen. Schacht hatte sich zunächst ablehnend geäußert, da die Teilnahme Devisen verbrauchen würde.

    Im August 1936 erhielt Speer den Auftrag, den deutschen Pavillon auf der Weltaussstellung zu planen und zu bauen.

    Interessant ist dabei, so Brechtken, dass sich Speer in seinen Erinnerungen "im bekannten Muster" so präsentiert als wen durch sein persönliches Eingreifen eine "Rettungstat" vollbracht worden wäre (ebd. S. 77)

    Im Oktober 1936 nahm das NS-Deutschland die Einladung an und zu diesem Zeitpunkt waren die Pläne bereits ausgearbeitet.

    Interessant ist, dass Speer von der französischen Seite die Pläne des sowjetischen Beitrags zugespielt bekommen hatte und so die Gestaltung des deutschen Beitrags dem sowjetischen anpassen, die direkt nebeneinander standen.

    War anfangs die Frage der Devisen relevant so kostete der deutsche Pavillion fast 18 Mio Franc und war damit sechsmal teurer wie der zweitteuerste Beitrag.

    Interessant ist jedoch die Wirkung in der Außendarstellung auf Europa. Die französische Volksfrontregierung, so Fiss, interpretierte die hohen Kosten für Olympia in Berlin und dann auch für die Weltausstellung in Paris als Hinweis, dass derartige Summen nur von einem Land investiert werden, dass friedliche Absichten hätte (zitiert in Brechtken, S. 78, Fiss, S. 52).

    Der Zeitpunkt 1937 ist von hoher Bedeutung, da in dieser Phase die Dimension der Aufrüstung durch das NS-System zunehmend deutlich wurde. Es war somit auch für die Außenpolitik bis zum Kriegsbeginn 1939 durchaus hilfreich, wie München zeigen sollte, den Eindruck zu erwecken, dass mann mit einem gewissen "Augenmaß" seinen Revanchismus betreiben würde.

    Und deswegen kann man wohl gerade die Olympischen Spiele und die Weltausstellung als zentrale Bausteine der Außenpolitik bewerten.

    Brechtken, Magnus (2018): Albert Speer. Eine deutsche Karriere. München: Pantheon; Verlagsgruppe Random House.
    Fiss, Karen (2009): Grand illusion. The Third Reich, the Paris exposition, and the cultural seduction of France. Chicago: Univ. of Chicago Press
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. März 2020
  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Folgt man Brechtken (S. 79) dann besuchte Hitler die Baustelle des Reichssportfeldes im Oktober 1934 und genehmigte den Entwurf von March. Hitler gab wohl zu bedenken, dass bei der Gestaltung der Fassaden Natursteine zu berücksichtigen wären. Zusätzlich regte er auch an, sich mit Speer zu treffen. Das Treffen fand - vermutlich - im November/Dezember 1934 statt. Es gab wohl keine größeren Differenzen, da keine weiteren Treffen bekannt sind. (vgl. auch Link in #12)

    Die Darstellungen bei Speer zur Reaktion von Hitler - Zornesausbrüche, Unzufriedenheit etc. - sind nirgends belegt. Ähnlich erscheint die Darstellung von Fest, dass Hitler angeblich erst im Sommer 1936 die Anregung für die Natursteinfassaden gab, als falsch.

    Und auch an diesem Punkt, so Brechtken, ist die Tendenz von Speer zu erkennen, in seinen "Erinnerungen" einen "Rettermythos" zu konstruieren
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. März 2020
    silesia gefällt das.
  11. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

Diese Seite empfehlen