Das Erbe der Assyrer

Dieses Thema im Forum "Hochkulturen Mesopotamiens" wurde erstellt von Blubber, 1. Januar 2013.

  1. wano

    wano Neues Mitglied

    Oops, Ihr habt natürlich recht, Ache auf mein Haupt dass das so rübergekommen ist:autsch:
    Ich wollte eigentlich ausdrücken dass Assyrer und Babyloniern gleiche kulturelle Pool hatten, nur Assyrer gingen eher in krigerische Richtung:D

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    Übrigens hab ich gehört dass Assyre ständig im sich mit Nachbarn prügelten und so gut wie keinen einzigen Jahr Frieden hatten.
    Stimmt es, oder ist es nur Ammenmärchen ?
     
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  2. Mithridates

    Mithridates Aktives Mitglied

    Na was heißt schon jedes Jahr, die Assyrer hatten schon ein enorm aggressives Potenzial, sie waren militärisch straff organisiert, es gab ja große Koalitionen gegen sie, nur um sie zu stoppen, ich weiß jetzt auch nicht mehr ganz genau warum die Jungs so aggressiv waren, aber ich meine es hing mit der der Gottheit Ashur zusammen, der ziemlich fordernd war und von den Assyrern als unumstrittener Gott angesehen wurde, triumphierte ein Volk über das andere, war eben auch ihr Gott "besser".

    Die Ägypter z.B. haben das anders aufgefasst, in der Ära des Atons zumindest, entwickelte man einen universellen Kult, Aton war der Gott aller Menschen und erfüllte alle Menschen mit der nötigen Lebensenergie, mit der man ja auch am Nil lebte, auch wenn Ägypten eine Sonderrolle einnahm, so war dies eine andere Philosophie, wenn man das mit Assyrien vergleicht.

    Das Bewusstsein der Assyrer war auch einfach anders als die Länder um sie herum, Babylon ging in erster Linie auch wirklich auf die städtische Kultur Babylons zurück, während Assyrien in dem Sinne dezentraler war mit der Stadt Assur, Nineve, Nisibis usw. es hat vielleicht etwas proto-nationales, ich wills keineswegs Nation nennen, aber mir fällt gerade kein besseres Wort ein :D

    Kulturell haben sie aber definitiv Einflüsse gehabt, das Assyrische Reich hat ganz eindeutig das spätere Perserreich geprägt und wirkte vielleicht sogar noch bis ins Sassanidenreich hinein in religiöser Form, die Assyrer und Babylonier waren ziemlich Schicksalsgläubig, Tierkreiszeichen usw. komischerweise die Sassaniden auch, obwohl es im ursprünglichen "orthodoxen"* Zoroastrismus nicht der Fall war, der westiranische zurvanistische Zoroastrismus war eventuell von den Kulturen von außerhalb beeinflusst.

    * (ich nenne es einfach mal orthodox, zur Abgrenzung) :D
     
  3. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Das ist sicher richtig. Assyrer und Babylonier sprachen die gleiche Sprache, nämlich Akkadisch, und auch kulturell waren die Assyrer stets auf Babylonien ausgerichtet. Lediglich in kriegerischer Hinsicht gingen die Assyrer eigene Wege und perfektinonierten sich auf diesem Gebiet.
     
  4. bonito

    bonito Neues Mitglied

    Die assyrischen bzw. babylonischen Könige waren durchaus häufig auch verwandt.
     
  5. Blubber

    Blubber Neues Mitglied

    Anscheind haben wir die Pfählung geerbt.. Oh gott waren (WIR) assyrer den nur da um Krieg zu machen.. Wollte mich mal Infomieren ob wir jedenfalls was gutes für Welt getan haben kp.. Das Rad erfunden oder so ahaha :D
     
  6. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ich muss Dich enttäuschen: Auch das Pfählen habt Ihr nicht erfunden. Bereits der Codex des Hammurabi ordnete in § 153 an: "Wenn eine Frau wegen eines anderen Mannes ihren Gatten töten lassen hat, so soll man diese Frau pfählen."
     
  7. Blubber

    Blubber Neues Mitglied

    Puuuhh.. gut eine hässliche Tat weniger.. fühlt man sich glatt besser :D
     
  8. Nimrud

    Nimrud Gesperrt

    Das Bild über die Assyrer ist durch das alte Testament bis heute sehr geschädigt. Einige Schreiber im alten Testament, schrieben ihre Bücher im Exil als Sklaven oder Gefangene.

    Ich glaube, die Assyrer waren nicht aggressiver als andere Reiche auch. Und hinterlassen haben sie uns auch auch Einiges.

    Mir fällt folgendes ein. Ohne Anspruch auf Korrektheit, berechtigt mich falls ich falsch liege.

    - Das Kalendersystem und Uhrzeitensystem generell, siehe Assyrischer Kalender (Wiki). Es gab 12 Monate á 30 Tage. Das Jahr hatte genau 360 Tage. Alle 3-4 Jahre gab es einen weiteren Schaltmonat namens "Adar 2" (13. Monat) der auch cirka 28-29 Tage hatte.

    Folgende Zahlen tauchen in deren Uhrzeitsystemen auf:

    Sekunden, Minuten: 60
    Stunden: 12, 24
    Tage pro Monat: 30
    Monate pro Jahr: 12
    Tage pro Jahr: 360

    Diese Unterteilung erfolgte bewusst. Diese Zahlen sind bestimmte Ordnungszahlen.

    Das hatte mit ihren Göttern zu tun. Auch heute noch sind diese Zahlen für uns besondere Zahlen.


    - Weltwunder: Die Hängenden Garten der Semiramis
    - Wasserkanäle und Staudämme (z.B. "Staudamm von Khinnis". Habe ich mir selbst angeschaut und ist wirklich sehr beeindruckend).
    - Astronomie und Astrologie (genauso wie die Babylonier waren sie weit entwickelt. 7 Planeten waren bekannt)
    - Gewisse Kriegsführung
    - Die Politik des Melting Pot. Hintergrund: Vermischung zu einem "Supervolk" zur langfristigen Vermeidung von inneren Unruhen.
    - Dann das Bier. Es war jedoch kein Weizenbier wie wir es heute kennen, sondern es wurde glaube ich aus Gerste oder so gemacht. Die Ägypter haben auch was ähnliches entwickelt.
    - In Niniveh stehen noch Reste der Palastmauern, was ja phänomenal groß gewesen sein muss.

    Auszug aus Wiki:
    Der Palast galt als besonders prunkvoll und erhaben, zumal er sich über einen Grundriss von 503 × 242 Metern erstreckte. Die Stadtmauer war 25 Meter hoch. Der Palast überragte die Stadtmauer nochmals um mehr als 20 Meter. Bei Ausgrabungen wurden etwa 120 Zimmer freigelegt, weitere 100 Zimmer sind bisher noch nicht freigelegt. Aneinandergereiht ergeben die Steinreliefs des Palastes eine Länge von drei Kilometern.[1]




    Im Übrigen habe ich gehört, dass in Mesopotamien, heutiges Irak, archäologisch relativ unerforscht ist. Die Archäologen haben sich nur wegen der andauernden Kriege dort nicht hingetraut und der andauernd schlechten Sicherheitslage.

    Die Dinge, die heute erforscht sind und in den Büchern stehen, wurden bereits im 19. JHD entdeckt, als es noch relativ ruhig war. Ich könnte mir also durchaus vorstellen, dass noch so Einiges, im Sand liegt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. April 2013
  9. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Die Hängenden Gärten der Semiramis hatten aber wahrscheinlich nichts mit den Assyrern zu tun. Es ist leider völlig unklar, wann sie entstanden, aber normalerweise wird ihre Anlage erst zur Zeit des Neubabylonischen Reiches vermutet, da waren die Assyrer längst Geschichte. Eine andere Theorie besagt, dass es sich bei Semiramis um die assyrische Königin Sammuramat handelte, aber selbst wenn das stimmen sollte - zu deren Zeit stand Babylon noch gar nicht unter assyrischer Herrschaft.
     
  10. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Dass Geschichtsschreiber über Feinde tendenziös und negativ berichten, kommt in der Geschichte häufig vor. Es scheint allerdings eine mehrfach belegte Tatsache zu sein, dass die Assyrer über das in Vorderasien übliche Maß hinaus grausam mit Feinden umgingen und erstmals in wesentlichem Umfang Massendeportationen ganzer Völker bzw. großer Bevölkerungsgruppen durchführten.

    Ein stehendes Heer und die Verwaltung der Provinzen eines Weltreichs erforderten vorausschauende Planung, Härte und Grausamkeit, von der assyrische Feldzugsberichte und Reliefs Zeugnis ablegen. Ein gewisses Maß an Grausamkeit der Assyrer scheint also Realität gewesen zu sein, was vor allem aber der Abschreckung bei Untertanen, Vasallen und künftigen Gegnern diente.

    Auf jeden Fall haben die Assyrer die Kriegstechnik vervollkommnet. Militärischen Erfordernissen entsprach die Entwicklung neuer Belagerungswaffen wie Rammböcke und Sturmschilde, die zu den üblichen Waffen Pfeil und Bogen, Kurzschwert und Lanze traten. Geschützt waren die Soldaten durch kleine Rund- oder große Setzschilde, durch Helme und teilweise durch Brustpanzer aus Leder- oder Metallschuppen. Taktisch bedeutsam war die leichte Reiterei.

    Bedeutende technische Leistungen waren unter anderem der Damm- und Wegebau, was der berühmte Aquädukt von Dscharwan mit einer Länge von 280 m zeigt, den Sanherib als Wasserleitung für Ninive erbauen ließ. Auch der Transport der Kolossalstatuen aus Kalkstein - bis zu 30 Tonnen -, die offenbar fertig behauen zu Schiff und dann auf Rollen über Land zu den Palasttoren gelangten, ist eine technische Leisterleistung.

    Kulturell hingegen waren die Assyrer in vielfältiger Hinsicht von Babylon abhängig, dem etwas friedfertigeren Schwesterstaat an der Südgrenze. Die Bevölkerung beider Staaten sprach Akkadisch und es gab zahlreiche ethnische Gemeinsamkeiten. Es zeigt sich aber, dass Tempel und Paläste ein eigenes assyrisches Gepräge zeigen, während die privaten Wohnbauten und die Wohntrakte der Paläste kaum vom babylonischen Haustyp abweichen.
     
  11. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Der Ruf der Assyrer war aber auch bei anderen Völkern nicht der beste, wenn auch weniger wegen ihrer Grausamkeit. Sardanapal (=Assurbanipal) galt den Griechen und Römern als Inbegriff eines weichlichen Lüstlings, und Semiramis versuchte laut Iustinus ihren eigenen Sohn zu verführen.

    Allerdings waren die Assyrer nicht die Erfinder des Kalenders mit 12 Monaten á 30 Tagen.

    Das Hexagesimalsystem war aber auch keine assyrische Erfindung.
     
  12. Nimrud

    Nimrud Gesperrt

    Schade dass es hier kein Gefällt mir button gibt.

    Ravenik, wer hat denn den genannten Kalender erfunden? Ich meine es ist der assyrisch-babylonische Kalender.

    Laut meinem Kenntnisstand ist auch die Gradeinteilung 360 Grad = vollkommener Kreis auch ein Bleibsel aus dieser antiken Zeit.

    Die 60 war eine vollkommene Zahl.

    Ob die 0 bekannt war, weiß ich allerdings nicht.
     
  13. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Das auf der Zahl 60 basierende Hexagesimalsystem, auf dem die Grad- und Zeiteinteilungen basieren, geht bereits auf die Sumerer zurück. Einen Kalender mit 365 Tagen (12 Monate zu 30 Tagen plus 5 Tage am Jahresende) verwendeten bereits die alten Ägypter.
     
  14. alsace

    alsace Neues Mitglied

    Astronomische MEI

    :grübel:

    Sie stellten Könige aufeinander und hintereinander für einen Uhrenvergleich `=> Kalibrierung aller herum liegenden Völker (Perser, Ägypter) = erstmals zuverlässige Daten historischer Ereignisse = verlässliche Skala = genaue Jahreszahlen. Das ist ein sehr bedeutendes Erbe für das Fach Geschichte.:yes:

    +
    Hier geht es um das antike Volk der Assyrer, mit ausgestorbener Sprache, ausgestorbener Keilschrift, keine Christen (Gott Assur) und NICHT identisch mit den heutigen Assyrern! Sag also nicht "wir", denn es ist nicht deine Kultur!

    Gruß
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juni 2013
  15. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der arme Mann kann sich ja nun nicht mehr verteidigen, da er leider gesperrt ist. :D

    Tatsächlich muss man das antike Volk der Assyrer unterscheiden von der etwa 1500 Jahre jüngere christliche Religionsgemeinschaft der "Assyrer", die jedoch lediglich diesen historischen Namen bewahrt, und keine ethnische Kontinuität zum Volk der Assyrer hat. Dennoch sehen sich die Mitglieder der Assyrischen Kirche des Ostens in einer Traditionslinie mit den alten Assyrern, wobei sie gern auf das ähnliche Herkunftsgebiet verweisen. Belegbar ist das freilich nicht. Assyrische Kirche des Ostens ? Wikipedia
     

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